Meine Pädophilie ist nicht die der Gesellschaft

Ich frage mich manchmal, woher ich eigentlich früher die Kraft genommen habe, dieses Blog zu gestalten und vollzuschreiben, mich so eindringlich mit dem Thema „Pädophilie“ auseinander zu setzen. Die Antwort ist wohl, dass es mich weniger Kraft gekostet als vielmehr mir Kraft gebracht hat, als eine Art positive Verstärkung meines Selbstbildes, das sich unter dem Eindruck einer Erkenntnis, die andere Menschen schonmal zum Anlass nehmen sich umzubringen, behaupten musste. Nun ist die Auseinandersetzung mit dieser Erkenntnis nie vorbei, und so möchte ich einen Artikel über eine interessante neue Fernseh-Dokumentation zum Anlass nehmen, mich mal wieder ein wenig zu wundern, über die Gesellschaft und über mich selbst.

(Weiterlesen…)

So sind sie also?

In dem Kinofilm „Michael“ geht es um einen Mann, der einen Jungen im Keller gefangen hält und ihm Gewalt antut, sich auch sexuell an ihm vergeht. In vielen Medienberichten wird der Anschein erweckt, dies sei normal für einen pädophilen Mann.

Das ist es nicht.

Auf queer.de wird über den Film diskutiert. Ich möchte einen Beitrag davon auszugsweise hier dokumentieren. Er spricht für sich:

„So sind sie also, diese widerlichen Pädophilen, ja?!“

Gute Frage…

(Weiterlesen…)

:-)

Zwischen den Jahren…

…weiß ich auch nicht so recht, was ich schreiben soll. Zehn Monate ohne einen neuen großen Eintrag sind vergangen, gerade habe ich noch einmal viele alte Beiträge und die Kommentare dazu gelesen: Eigentlich ist alles gesagt, alles abgedeckt, und das, ohne dass es durch Spam oder zu lange Kommentarfäden unübersichtlich geworden wäre. Hin und wieder gelangen immer noch Leute hierher, die sogar Kommentare hinterlassen. Das macht mich dankbar, stolz und auch ein wenig glücklich – in dieser Zeit der Besinnung und der Reflexion ist das sehr hilfreich.

Sehr berührt hat mich die Kategorie „Persönliches“. Ich habe dann auch noch alte private Tagebuchaufzeichnungen hervor geholt und war plötzlich wieder mittendrin im Gefühlschaos von 2008 und 2009. Was ich eigentlich gar nicht gebrauchen kann, bot 2011 doch ein neues, das in vielerlei Hinsicht zwar an das aus früheren Begegnungen erinnerte, aber dann doch – wie so vieles – sehr eigen war und in 2012 sicher eine Fortsetzung finden wird, die natürlich noch völlig unklar ist, abgesehen von dem, was immer klar ist: dass ER mich mag. Dass wir Freunde sind. Hoffentlich werden wir uns wieder oft begegnen.

Plattitüden. Vielleicht noch eine hinterher: Es geht mir gut. Oder zumindest so gut, wie es jemandem gehen kann, der am Rande der Normalität ein Glück sucht, in dem viele eine Gefahr sehen. Und der sich deshalb auch oft schon bedroht gefühlt hat, wo gar keine Bedrohung war, weil seine Freunde nämlich tatsächlich Freunde sind – oder zumindest Menschen, die wissen, dass nur ein Leben, das auf Vertrauen fußt, tatsächlich Leben genannt werden kann.

In diesem Sinne: eine gute Zeit.

Dietrich W. und die hässliche taz

Seitdem bekannt geworden ist, dass es nicht nur in der katholischen Kirche, sondern auch in der linken Bewegung sexuellen Kindesmissbrauch gegeben hat und dessen Fürsprecher sogar eine Zeit lang die linke „tageszeitung“ für ihre Zwecke nutzen konnten, arbeitet eben jene Zeitung – heute eine Art Zentralorgan der grünen Partei und genau wie sie sehr bürgerlich geworden – mit Artikeln ihre Vergangenheit auf. Dabei kommt es mitunter zu interessante Diskussionen auf dem Blog der Redaktion – jedenfalls solange wie diese nicht sinnloserweise von der Moderation abgebrochen werden. Deutlich wird dabei, dass eine sachliche Diskussion über das Thema in einem gewissen Rahmen möglich, aber in den bürgerlichen Medien nicht erwünscht ist.

Aktuell arbeitet sich die taz unter der Überschrift „Die hässliche Seite des netten Didi“ am Fall „Dietrich W.“ ab (auch im Hausblog der taz – mit anderen Kommentaren). Dieser war Mitgründer der Zeitung, Lehrer an der Odenwaldschule und laut taz bei Kollegen und Schülern sehr beliebt. Wie also sieht sie aus, diese „hässliche Seite“? So:

Erst necken sich die Schüler und der junge Mann nur. Dann beginnen sie zu raufen. Am liebsten balgt sich Dietrich W. mit Jörg (Name geändert). Der gespielte Kampf geht in Umarmungen und Berührungen über, die an die eines Liebespaars erinnern. W. fährt dem Jungen immer wieder zwischen die Beine, sie umschlingen sich. Irgendwann liegen sich die beiden erschöpft in den Armen.

Die Frau, die heute von dieser Szene erzählt, war vor vierzig Jahren selbst Schülerin der Odenwaldschule Ober-Hambach, jenes hessischen Landerziehungsheims, das lange als Modellschule für alternatives Lernen galt. Dietrich W. war auch ihr Lehrer.

Didi, wie ihn seine Schüler nannten, mochte die Jungen. Und die Jungen ihn. „Didi war immer von Knaben umgeben“, sagt die ehemalige Schülerin.

Spielerisches, sexuell aufgeladenes Raufen, beiderseits erwünschte Kontakte zwischen dem Mann und den Jungen. Besonders hässlich erscheint diese Beschreibung nicht. Mal sehen, was da noch kommt:

(Weiterlesen…)



Referer der letzten 24 Stunden:
  1. google.com (3)