Archiv für April 2007

Pädophilie? Undenkbar!

Bei einer Google-Suche nach dem Film „Der verlorene Soldat“ bin ich auf eine Rezension bei Jimmys Film-Sichtung gestoßen, in der sehr deutlich wird, wie Pädophilie bzw. Päderastie im Regelfall wahrgenommen wird: als völlig abwegige, undenkbare Perversion nämlich.

Andererseits handelt es sich bei der Vorlage von Rudi van Dantzig tatsächlich um einen autobiographischen Roman. Und da ich ähnliche Kindheitserinnerungen habe (okay, ich war jünger, „er“ war älter und kein Soldat, sondern Maurer) wird die Geschichte in meinen Augen legitim und eben kein Plädoyer für Pädophilie, sondern das, was es ist: Eine Liebesgeschichte.

Der Autor hat sogar selber die Erfahrung einer pädophilen Beziehung gemacht, ist aber absolut nicht in der Lage, diese als das, was sie war, wahrzunehmen. Für ihn ist Pädophilie Kinderschändung und nicht Kinderliebe. Sobald es sich bei der Beziehung um „eine Liebesgeschichte“ handelt, wird sie „legitim“ (sic!) und hat mit Pädophilie nichts mehr zu tun. Verrückt!

Film- & Buchtipp: Der verlorene Soldat

Sommer 1944: der junge Jeroen wird von seinen Eltern aus Amsterdam aufs Land geschickt, weil es kriegsbedingt in der Stadt zu wenig zu essen gibt. Er wird von einer freundlichen Familie in Friesland aufgenommen und entdeckt langsam sich und die Liebe. Als die Niederlande befreit werden, freundet sich Jeroen mit Walt an, einem der Befreier, und es entwickelt sich eine enge Beziehung zwischen den beiden so unterschiedlichen Menschen.

Soweit die Gemeinsamkeiten zwischen Rudi van Dantzigs Buchvorlage „Der verlorene Soldat“ und Roeland Kerboschs gleichnamiger Verfilmung. Darüber hinaus unterscheiden sich beide Werke, Klassiker der pädophilen Kunst, jedoch radikal: während Rudi van Dantzig in seinen autobiographischen Erinnerungen kein Blatt vor den Mund nimmt und schonungslos aus den Kinderaugen seines alter egos Jeroen erzählt, wie Walt, der amerikanische Soldat, ihn kraft seiner Männlichkeit zu sexuellen Handlungen drängt, macht Roeland Kerbosch daraus zwar ebenfalls ein sehr kindzentriertes Werk, entfernt aber sämtliche Gewalt aus der Beziehung zwischen den beiden und dichtet die Geschichte um in ein romantisches Sommermärchen. Das wird schon deutlich in der Art, wie Walt seinen kleinen Freund anredet: im Buch nennt er ihn konsequent amerikanisch „Jerome“, weil Jeroen sich gar nicht traut, dem, den er bewundert, zu widersprechen. Im Film korrigiert Jeroen den ungleich freundlicheren Walt sofort bei der ersten Begegnung, und Walt versteht das auch direkt und ruft ihn fortan bei seinem richtigen Namen. Auch der erste Kuss zwischen den beiden differiert sehr: im Buch drückt Walt Jeroen im Regen an eine Hauswand und presst seine Lippen brutal auf die des Jungen, der sich dagegen nicht wehren kann, obwohl es ihm unangenehm ist. Im Film hingegen geschieht der Kuss spielerisch, im Bett des Soldaten, während beide schokoladenverschmierte Münder haben – und dann werden sie auch noch unterbrochen von einer jungen Einwohnerin des Dorfes, die offensichtlich gerade vergewaltigt worden ist, woraufhin sie von den beiden harmonisch Liebenden getröstet wird. Während bei van Dantzig die Beziehung also gewaltsam beginnt, wird sie bei Kerbosch spielerisch-zärtlich dargestellt und sogar als positives Gegenbeispiel zu den heterosexuellen Beziehungen zwischen Soldaten und den Frauen des Dorfes hingestellt. Interessant an dem Buch ist nun vor allem, wie sich die Beziehung weiter entwickelt: trotz der Gewalt, die Jeroen angetan wird, fühlt er sich unheimlich stark zu Walt hingezogen und sucht ihn immer wieder von sich aus auf. Ja, er verliebt sich sogar in ihn, wie es einem Elfjährigen eben möglich ist, und das, obwohl er überhaupt nicht versteht, was „die einäugige Schlange“ zwischen Walts Beinen eigentlich von ihm will. Walt geht also deutlich zu weit, weil er den Willen des Kindes völlig ignoriert und immer nur „Is good, Jerome, is good“ sagt, wenn er das Gefühl hat, Jeroen fühle sich vielleicht doch gerade nicht so wohl. Und trotzdem will der Junge weiter bei ihm bleiben, und er leidet fürchterlich, als die Soldaten schließlich weiterziehen müssen – selbstverständlich ohne Verabschiedung. Ich habe noch keine befriedigende Antwort darauf gefunden, warum der Junge sich hier so sehr von seinem Liebhaber angezogen fühlt, obwohl er doch eigentlich nur missbraucht wird. Vielleicht soll das auch einfach ein Rätsel bleiben.

Wir haben es also bei van Dantzig mit dem Negativbeispiel einer pädophilen Beziehung zu tun, in der die bewundernde Zuneigung des Kindes zu dem Erwachsenen skrupellos ausgenutzt wird, um sexuelle Akte zu erzwingen. Kerboschs Verfilmung zeigt dann, wie es auch anders sein könnte: hier geht Walt auf den Jungen ein, kommuniziert mit ihm (etwa in einer wunderschönen Szene, als Jeroen beginnt, rhythmisch versetzt zu laufen, und Walt spontan dabei mitmacht) und nutzt seine physische Überlegenheit nicht aus, um den Jungen unter Druck zu setzen. Stattdessen liegt Jeroen zärtlich in seinem Arm, sie küssen sich spielerisch, und wenn Walt Jeroen liebkost, sehen wir, wie der Junge lustvoll die Zähne zusammenbeißt. Später wird er zum Schreibtisch gehen und ein Foto seines Geliebten einstecken.

Ist das nun eine unzulässige Verklärung des Gegenstands oder ein politisches Statement des Regisseurs? Ich denke, beide Sichtweise auf die pädophile Beziehung sind wichtig zu kennen, und deshalb kann ich nur jedem pädophil empfindenen Menschen empfehlen, sich diese beiden Werke zu beschaffen und darüber zu reflektieren.

Sehnsucht

Es ist wahrscheinlich vermessen und dumm von mir, ein Produkt meiner Sehnsucht, aber ich kann nicht anders, ich muss immer daran denken, wie verletzlich und wie schön in seiner Verletzlichkeit der Junge war. Der Junge, an den ich trotz des nun schon recht großen zeitlichen Abstands zu unserem Abschied immer wieder denken muss. Diese unbeholfenen Bewegungen, die so gar nicht zu dem entschlossenen Auftreten der anderen Jungen passen wollten, seine traurigen Augen, seine – trotz der hin und wieder zur Schau getragenen Fröhlichkeit – stets irgendwie verschlossene Art, all das zog mich besonders an. Was ging in ihm vor? Was verbarg sich hinter seinen wunderschönen Augen? Woran dachte er, wenn er, still die anderen beobachtend, auf der Fensterbank saß? Geht es ihm gut zu Hause, in seiner kleinen dörflichen Welt zwischen Schützenverein, Schule, Werkbank und PC, oder gibt es da nicht noch etwas Größeres, Schöneres, das ich ihm hätte zeigen können, wenn die Umstände anders gewesen wären? Ja, ich bin wohl immer noch verliebt in ihn, und es schmerzt mich, dass es wahrscheinlich keine Gelegenheit mehr geben wird, ihm das andere, von dem ich überzeugt bin, das es in ihm steckt, zu öffnen. Verdammt. Es schmerzt.

Eine kleine Reflexion

In Jungs verliebt habe ich mich eigentlich schon immer. Das erste Mal muss es wohl in der dritten oder vierten Klasse gewesen sein. Es war einer meiner Klassenkameraden und zum Glück auch ein Freund, mit dem ich außerhalb der Schule etwas unternahm. Es war für mich ganz natürlich, dass ich als Junge Gefühle für andere Jungen entwickelte, und schon bald faszinierte mich alles, was mit dem Thema Schwulsein zu tun hatte, ungemein. Ich schwärmte zwar auch für Mädchen und für einige wenige Männer, in Jungen aber verliebte ich mich. Am längsten verliebt war ich in einen Nachbarsjungen, den ich regelrecht vergötterte. Das ging solange bis ich ungefähr 20 war – dann verlor ich an gleichaltrigen Männern, bis auf wenige Ausnahmen, langsam das Interesse. Trotzdem dauerte es weitere fünf Jahre, bis ich realisierte, dass ich immer noch etwas für Jungen empfinde – ich hatte die ganze Zeit über zwar immer wieder gerne hübschen Jungen nachgeschaut oder in Filmen bewundert, aber da nicht sein konnte, was nicht sein darf, dies nur als ziellose Schwämerei deklariert und nicht als etwas, was nach Erfüllung verlangte. Da war immer so ein diffuses Gefühl in mir, eine gewisse Leere, die nur dann gefüllt werden konnte, wenn ich mit einem Jungen zusammen lachte, und jetzt weiß ich auch, warum. Richtig verliebt war ich lange Zeit nicht, bis ich dann auf einmal zwei Jungs traf, die mein Herz – jeder auf seine eigene Weise – im Sturm eroberten.

Das war ein kleiner Schock. Ich fragte mich: bist du etwa einer dieser Pädophilen, einer dieser Kinderschänder? Hast du Triebe, die dich irgendwann einmal zum Täter werden lassen, wie es etwa die Initiative kein-taeter-werden.de der Berliner Charité impliziert? Dann las ich in Internetforen von sog. „Boylovern“, wie die ihr Verhältnis zu ihren „Boyfriends“ beschreiben, ihre Gedanken und Gefühle, und ich wusste zum einen, dass ich nicht alleine bin und zum anderen, dass Jungenliebe durchaus realisiert werden kann: gewaltlos und glücklich. Warum sollte auch ein Pädophiler, jemand, der im Wortsinne Kinder liebt, dem, den er liebt, etwas antun? Und warum sollte ein Kind oder ein Jugendlicher nicht den Wunsch nach einer durchaus zärtlichen Freundschaft mit einem Erwachsenen haben? Vielleicht sogar nach mehr – ich habe schließlich auch mit ca. 11 Jahren begonnen, für Männer zu schwärmen. Ich begann mich mit der Tatsache anzufreunden, dass ich diese tiefe emotionale Bindung zu Jungen verspüre – und ich will mich dafür nicht hassen.

Erinnerung und Schmerz

Wenn ich an ihn zurückdenke, wird mein Herz bitter, aber meine Lippen lächeln. Seine Lippen waren die schönsten, die ich je gesehen habe, und die wenigen Momente, in denen ich sie sah, waren so schön und so unsagbar schmerzhaft, denn ich wusste: es wird bei diesen Momenten bleiben. Wenn er grinste, konnte man seine Zunge sehen und seine Zahnspange. Alles an ihm war so zuckersüß und warm. Ich hatte das Gefühl, er mochte mich. Dann war es vorbei. „Morgen vielleicht“ hatte sich als leere Floskel offenbart.

Neulich bin ich einfach mal ziellos durch die Gegend gefahren, auf dem Fahrrad, aus einem inneren Drang heraus, ihn vielleicht irgendwo zu treffen. Er hatte mir erzählt, dass er gerne Modellflugzeuge fliegen lässt, aber ich hatte nicht den Mut, ihn zu fragen, ob er mir das mal zeigen möchte oder einfach nur wo er seinem Hobby nachgeht. Ich habe auch versucht, ihn irgendwo beim Angeln zu entdecken, aber auch dabei war mir kein Erfolg vergönnt. Trotzdem habe ich mich danach besser gefühlt, denn ich habe es immerhin versucht. Vielleicht kann ich ihn ja irgendwann vergessen – wenn nur dieser Schmerz nicht wäre, gerade jetzt, im Frühling, alleine zu sein!

Jungenliebe – unmöglich?

Angeregt von dem Kommentar zu meinem letzten Eintrag möchte ich ein wenig über die Frage schreiben, ob eine Beziehung zwischen einem Jungen und einem Mann überhaupt möglich ist. Von den Gegnern der Jungenliebe wird ja häufig angeführt, ein Junge sei emotional und kognitiv zu einer Liebesbeziehung noch überhaupt nicht in der Lage. Dieser Einwand geht aber ins Leere, wenn man sich verdeutlicht, dass damit das Ideal einer Beziehung zwischen zwei Erwachsenen gemeint ist: die Jungenliebe soll unmöglich gemacht werden anhand des Ideals der heterosexuellen Erwachsenenliebe. Jungenliebe aber muss doch zwangsläufig anders sein als die Liebe zwischen zwei Erwachsenen. Verliebt sich ein Mann in einen Jungen und ist auch eine Anziehung bei dem Jungen vorhanden, wird er – sofern er den Anstand und das Einfühlungsvermögen dazu besitzt – mit dem Jungen so umgehen wie es dessen Eigenschaften erfordern. Der Mann darf die Beziehung also auch nicht missverstehen als eine Beziehung zwischen zwei Erwachsenen, sondern er muss das Machtgefälle, das zwischen beiden besteht (übrigens ja auch häufig in heterosexuellen Beziehungen!), in den Umgang mit dem Jungen einbeziehen. Im Grunde ist das nichts anderes wie in jeder Beziehung: jeder muß Rücksicht nehmen auf die Bedürfnisse des anderen, es darf keine Gewalt geben, Freiräume müssen geschaffen werden, damit niemand erdrückt wird usw. Sicher ist das schwer – aber unmöglich? Dass Jungen sich auch in Männer verlieben können, weiß ich aus eigener Erfahrung; dass sie sexuelle Bedürfnisse haben, ebenfalls. Wieso sie diese nicht ausleben dürfen, verstehen wohl nicht einmal die Ideologen des herrschenden Sexualstrafrechts.

Eromenos

Der Junge schaut mich an; er weiß in diesem Moment nicht, wie sehr ich in seinen tiefen dunklen Augen ertrinke. Er weiß nicht, was ich eigentlich möchte: ihn halten, wenn er traurig ist, ihm helfen, wenn er in Not ist, mit ihm lachen, wenn er sich freut. Seinen Duft in mich aufnehmen, seine Lippen berühren, seine weiche Haut streicheln. Einfach für ihn da sein. Sein Erwachsenwerden begleiten, jeden Entwicklungsschritt mit ihm gemeinsam gehen. Ich möchte nicht unbedingt Sex mit ihm, ich träume auch nicht davon. Aber ich will seine Nähe, am liebsten jeden Tag. Ich glaube, ich bin verliebt.

Ganymed

Die URL dieses Blogs wird vervollständigt durch den Begriff „Ganymed“, eine griechische Sagengestalt:

Ganymedes (gr.: Γανυμήδης / Ganymếdês, der „Glanzfrohe“, lat.: Catamitus) ist in der griechischen Mythologie ein Sohn des trojanischen Königs Tros, Bruder des Assarakos und des Ilos, der „Schönste aller Sterblichen“, und wurde von Zeus geliebt.

Als Hirtenknabe wurde er von Zeus auf den Olymp entführt, damit er dort Mundschenk für die Götter sei und ewig dort lebe. In dieser Aufgabe löste er Hebe ab, die Tochter des Zeus und der Hera.

(Wikipedia)

Willkommen

Herzlich willkommen auf diesem Blog, für das ich es gewagt habe, in Anlehnung an das Buch „In meiner Seele ist schon Herbst“ von Detlev Meyer einen etwas pathetischen Titel zu wählen. Das hat aber auch seinen Grund: Thema dieses Blogs soll meine Liebe zu Jungen sein, eine Liebe, die in einer Gesellschaft, die schon homosexuelle Beziehungen zwischen Erwachsenen nur zähneknirschend toleriert, als pervers, krank und per se gewalttätig angesehen wird. Dabei ist Päderastie, die Liebe zu (prä-)pubertierenden Jungen, ein Phänomen, das es seit Jahrhunderten gibt und in früheren Gesellschaftsformen, etwa bei den alten Griechen, durchaus offen praktiziert wurde. Und warum Liebe automatisch zu Missbrauch führt, können die Hetzer, die in der Gesellschaft den Ton angeben, auch nicht erklären.

Die Dämonisierung der Päderastie und vor allem der Päderasten und Pädophilen in dieser Gesellschaft führt nun, obwohl dieser Personenkreis eine Minderheit bei den Tätern, die Kinder missbrauchen, darstellt, bei den Betreffenden häufig zu Verzweiflung, zu Schmerz, zu Bitternis. Doch sind dies nicht die einzigen Gefühle, denen ein Mann, der sich zu Jungen hingezogen fühlt, ausgesetzt ist: auch die Schönheit der Knaben und die schönen Erlebnisse mit ihnen mögen hoffentlich zum Thema werden, evtl. auch Politisches, aber dazu möchte ich zunächst auf die Zeitschrift gigi hinweisen, die immer wieder kritisch zum Sexualstrafrecht und zum gesamtgesellschaftlichen Umgang mit Pädosexuellen Stellung nimmt.

Soweit für den Anfang.