Lobotomie gegen Volksschädlinge

Noch 1988 behauptete der Gehirnchirurg Peter Mangold stolz in einem Interview zu den Erfolgsaussichten der Operation: „Ich brenne ihm den Trieb weg!“

(siehe unten, S. 61)

In „Beispiel: Peter Schult. Pädophilie im öffentlichen Diskurs“ von Florian Mildenberger kann man nachlesen, dass im vergangenen Jahrhundert dem „Trieb“ pädophil empfindender Männer dadurch versucht wurde beizukommen, dass man ihnen im Gehirn herumstocherte. Die Lobotomie, euphemistisch „Psychochirurgie“ genannt, ist mittlerweile zum Glück nicht mehr aktuell bzw. wurde erst durch die „chemische Kastration“ (pharmakologische Behandlung) und seit neuestem durch die Fokussierung auf die Täterprophylaxe (siehe kein-taeter-werden.de) abgelöst. Diese im Grunde positive Entwicklung (immerhin keine Körperverletzung mehr!) demaskiert sich aber nun schon dadurch, dass es hier eben nicht darum geht, Pädophilen bei der Bewältigung ihrer Probleme zu helfen, sondern der Pädophile wird als Täter vorausgesetzt, als Gefahr für die Gesellschaft – dieser soll also geholfen werden, nicht dem Pädophilen. Die Berliner Charité reiht sich damit ein in das seit einem Jahrhundert bestehende Konzept der Volksgemeinschaft, die sich gegen Pädophilie schützen müsse.

(Das in dem Zitat angesprochene Interview befindet sich übrigens hier in der Sammlung der PRD.)


2 Antworten auf “Lobotomie gegen Volksschädlinge”


  1. 1 Denker 24. Oktober 2011 um 10:39 Uhr

    Ich selbst, (w,34,homosexuell) habe in den letzten Jahren viel über das Thema Pädophilie nachgedacht. Nicht weil ich so empfinde oder glaube, ansich jemanden kenne, Nein. Einfach weil man, gerade als „anders fuhlender“ Mensch heutzutage nicht um dieses Thema herumkommt.
    Ich finde die Hetze furchtbar. Wie oft höre oder lese ich: „Todesstrafe für Kinderschänder“. Da wird überhaupt kein Unterschied gemacht zwischen Tätern und Menschen welche eine solche Neigung haben und dem niemals nachgegeben haben. Ich muss klarstellen, dass ich es ethisch NICHT gutheißen kann, Kinder und Jugendliche zur sexuellen Befriedigung heranzuziehen. Meiner Meinung nach ist Sex nur dann okay, wenn beide Partner es wollen und auch in der Lage sind eine solche Entscheidung zu treffen. Das ein vllt 13 jähriges Kind die Konsequenzen einer solchen Entscheidung nicht einschätzen kann, sollte jedem Erwachsenen Menschen klar sein. Kein Kind MÖCHTE Sex mit einem erwachsenen Menschen. Aber das soll gar nicht mein Thema sein.
    Vielmehr möchte ich klar machen, dass viele nur das sehen und verarbeiten was ihnen in den Medien vorgekaut wird. Pädophile sind Täter. Oder zumindest immer potentielle Gefahr. Dabei glaube ich, dass viele unter ihnen leiden, da Sie wissen dass es ethisch nicht vertretbar ist, ihre Neigung auszuleben. Ich habe mal von einem Pärchen gehört: Er Pädophil, Sie aufgrund einer genetischen Krankheit/ eines Fehlers im Körper eines Kindes gefangen. Mit 36 die Erscheinung einer 13 jährigen. Sie war sich über die Neigung ihres Partners bewusst. Das hat mich dazu bewegt über dieses Thema nachzudenken. Wahrscheinlich bietet sich mir, als kinderlose auch nicht so viel Angriffsfläche.
    Anstatt die Augen und Ohren zu verschließen und blind nach Rache (die kurioserweise nie von den tatsächlichen Opfern zu kommen scheint) zu schreien sollte man eher über Lösungsansätze nachdenken. Es gibt Mittel und Wege den Trieb herab zu setzen. Auch Gespräche können helfen sich zumindest nicht so allein und ausgesondert zu fühlen.
    Ich rede nicht von Therapie. Ich glaube nicht an Pädophilie als heilbare Krankheit oder psycho-soziale Störung.
    Sie ist eine Neigung welche nicht ausgelebt werden darf aufgrund verschiedener ethischer und moralischer Grundsätze auf die wir uns als globale Gemeinschaft geeinigt haben.
    Aber genauso gilt dies umgekehrt. Niemand sollte wegen seiner (angeborenen?) Behinderung, Neigung, oder sonstigen Andersartigkeit ausgeschlossen oder verurteilt oder VERLETZT werden. Vorallem dann nicht wenn er nichts getan hat.
    Wir werden sehen in welche Richtung die Menschheit voranschreitet.
    MfG
    Die Denkmaschiene

  2. 2 Denker 24. Oktober 2011 um 11:12 Uhr

    Etwaige Schreib- und Rechtschreibfehler sowie Orthogaphische Kuriositäten und Interpunktion sind alleinig der neurn, intuitiven Handytechnologie zuzuschreiben… ;-)

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