I believe in love again

Listen to the boulevard, listen to the falling rain
I believe in love now, with all of its joys and pains
Follow the palm trees under the California sun
I believe in love now, I believe in love again

Das singt Mike Ness in „Highway 101″ von Social Distortion, und das fasst meine momentane Lebenssituation eigentlich ganz gut zusammen. Ich glaube wieder an die Liebe. Nachdem ich jahrelang der festen Überzeugung war, mich einfach nicht mehr verlieben zu können so wie ich mich in meiner Pubertät verliebt habe, erwischte es mich ganz plötzlich und heftig und schon war ich wieder drin und musste ganz neu lernen, mit mir und meinen Gefühlen zurecht zu kommen. „Love comes quickly“ singen die Pet Shop Boys, eine ganz andere Liga, aber auch die haben Recht: die Liebe kommt verdammt schnell, und sie geht viel zu langsam, wenn man dann feststellt, dass sie doch mehr „pains“ als „joys“ bringt. Aber die bin ich bereit in Kauf zu nehmen, denn ich weiß jetzt, endlich, was ich bin, was ich fühle, was ich will, und das ist eine ungeheure Erleichterung. Ob die noch größer wird, wenn ich meine Entdeckung anderen auch persönlich mitteile? Ich weiß es nicht, zu groß sind die Vorurteile und negativen Einstellungen gegenüber Päderasten noch verwurzelt in den Köpfen auch kluger Menschen, und eine Ablehnung würde ich wohl nicht so leicht verkraften. Dennoch: ich fühle mich freier als je zuvor, ich habe mich angenommen wie ich bin, und das ist doch schon mal etwas. Welt, ich komme!