Wer ist hier eigentlich „krank“?

Folgenden Brief erhielt LitV, der „Verein für belletristische und wissenschaftliche Pädoliteratur“, als Reaktion auf einen Offenen Brief an Klaus M. Beier, den Leiter des Pädo-Therapie-Projekts „kein-taeter-werden.de“ an der Berliner Charité:

Sehr geehrter Herr Burgmann,

Prof. Beier bedankt sich für Ihre ausführliche Stellungnahme zu seinem Interview in der „ZEIT“. Er nimmt Ihre Ausführungen sehr ernst und bedauert, dass er wegen vielfacher anderweitiger Verpflichtungen nicht schon früher hat antworten können.

Vor seiner heutigen Abreise zu einem Kongress hat er mich gebeten, Ihnen noch einmal unsere Position zu verdeutlichen: Eine pädophile Neigung wird zur krankheitswertigen Störung durch Leiden beim Betroffenen selbst oder bei anderen Personen, die durch den Betroffenen verursacht werden. Ein verantwortungsbewusster Umgang mit der Neigung muss deshalb vollständige und lebenslange Verhaltenskontrolle zum Ziel haben. [Hervorhebung vom Admin dieses Blogs]

Dass dies ein bedauernswertes Schicksal ist, sagen die Betroffenen selbst, die in dieser Form Verantwortung übernehmen wollen. Diese haben dann eingesehen, dass ein derartiger Umgang mit der pädophilen Neigung sich schon deshalb aufdrängt, weil nicht auszuschließen ist, dass ein Kind Schaden nehmen könnte, wenn es zu sexuellen Handlungen kommt. Das für Ärzte geltende Gebot, niemandem Schaden zuzufügen, bezieht sich auch auf Folgeschäden, die durch die Auswirkungen einer Problematik bei einem anderen Menschen entstehen könnten. Deshalb ist die Verhaltensabstinenz der einzige zielführende Umgang mit der pädophilen Neigung und auch aus arztethischen Gründen gibt es hierzu keinerlei Alternativen.

Prof. Beier bittet, dies zu respektieren und setzt sich dafür ein, dass Betroffene, die sich entschieden haben, einen solchen Weg zu gehen, alle nur denkbare Unterstützung erhalten.

Für weitere wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse zum Thema verweist er auf das von ihm mitverfasste Lehrbuch für Sexualmedizin im Elsevier Verlag (2. Auflage 2005).

Mit freundlichen Grüßen auch im Namen von Prof. Beier

verbleibe ich

Madelaine Dimitrowa

Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin
Zentrum für Human- und Gesundheitswissenschaften
Universitätsklinikum Charité Campus Mitte
Freie und Humboldt-Universität zu Berlin
Luisenstraße 57, D-10117 Berlin-Mitte
Website: www.sexualmedizin-charite.de
E-Mail: madelaine.dimitrowa@charite.de
Fon: +49 – 30 – 450 529 302
Fax: +49 – 30 – 450 529 992

Was Frau Dimitrowa hier macht, ist genau das, worüber Ausgrenzung sexuell devianter Verhaltensweisen funktioniert: mit dem Argument, dass diese ja eine „Krankheit“ sei, unter der der „Patient“ leide, die „Gattung“ des „Pädophilen“ erst konstruieren, um sich selber dadurch von ihr abzugrenzen. Mit der selben Masche wurde Ende des 19. Jahrhunderts bereits „der Homosexuelle“ konstruiert, wie man u.a. bei lysis nachlesen kann:

Es ist genau diese Logik, aus der heraus der “Homosexuelle” am Ende des 19. Jahrhunderts geboren wurde: indem die Psychiatrie ein verworfenes Subjekt hinter der vom Strafrecht verbotenen Handlung des Analverkehrs konstruierte und ihm eine konstitutive Andersartigkeit zuschrieb.

„Der Pädophile“ als neuartige perverse Spezies strebt die vom Strafrecht verbotene Handlung der intim-erotischen Beziehung mit Minderjährigen an und wird deshalb von der Psychiatrie als „krank“ gebrandmarkt. Noch dazu mit dem völlig unsinnigen Argument, der Pädophile selber leide ja unter seiner „Krankheit“: ja, selbstverständlich leidet er, ihm wird ja schließlich von jeder Seite ständig mitgeteilt, was für ein perverses Schwein er sei, und dass jeder Kontakt mit einem Kind oder gar einem Jugendlichen sofort und auf der Stelle schlimmstes Unheil über diese Person bringen müsse! Die Ursache des Leidens liegt aber doch nicht in der Neigung selber begründet, sondern in dem gesellschaftlichen Umgang mit ihr, inkl. schlimmster staatlicher Repression. Und warum das alles? Auch hier noch einmal Lysis mit dessen Antwort auf die Frage,

… was Pädophilie mit Homosexualität zu tun hat: Es ist die Logik der Erzeugung einer gesellschaftlichen “Devianz“, mit der zugleich eine bestimmte Normalität abgesichert und patrouilliert werden soll.

Es geht eben nicht um den Pädophilen oder gar um den Menschen, der pädophil empfindet, sondern es geht ganz einfach darum, dass sich die Mehrheitsgesellschaft ihrer (volks-)gemeinschaftlichen Normalität versichern möchte, durch das Mittel der sozialen Ausgrenzung Andersfühlender. Das allein steckt also, ob bewusst oder unbewusst, hinter kein-taeter-werden.de, und sonst nichts!


2 Antworten auf “Wer ist hier eigentlich „krank“?”


  1. 1 “Hölle im Kopf. Pädophilie” « tee Pingback am 03. September 2008 um 18:37 Uhr
  2. 2 Ein neuer Anfang? « h i d s Pingback am 21. Januar 2010 um 16:06 Uhr
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