Ahmadinedschad frisst kleine Kinder!

Der neokonservative Blogger tous et rien überschreibt ein Interview mit der Schauspielerin Jasmin Tabatabai über den Iran mit „Ein Kinderschänderparadies“, obwohl dieser Passus nur ein winziger Teil in besagtem Interview ist. Das Ziel ist klar: Skandalisierung des Irans mit dem schlimmsten aller Vorwürfe, nämlich dem, Schande über ein Kind zu bringen. Mit dem Vorwurf der Kinderschänderei wird jede sachliche Auseinandersetzung mit dem Iran obsolet: der Teufel ist ja dort zu Hause, und er frisst kleine Kinder.

Ebenfalls weist die Schauspielerin in dem Video daraufhin, dass im Iran Homosexualität unter Strafe stünde (was allerdings nicht stimmt: „lediglich“ Analverkehr steht dort unter Strafe, genauso übrigens wie außereheliche heterosexuelle Beziehungen). Gleichzeitig wird der Westen verklärt als Hort der Freiheit: „Ich würde dem Westen sehr empfehlen, selbstbewusst seine hart errungenen Freiheiten zu verteidigen“, sagt Tabatabei am Ende und spricht damit aus, was „tous et rien“ und seine Freunde von der „Achse des Guten“ für Kritik halten: im Westen passiere sowas nicht, der Westen sei frei.

Man muss dem iranischen Regime von Präsident Ahmadinedschad sehr kritisch gegenüber stehen, denn es ist ein zutiefst reaktionäres Regime. Gerade deshalb ist es sicherlich kein Paradies dort zu leben, auch nicht für vermeintliche „Kinderschänder“. Den Iran als „Kinderschänderparadies“ zu bezeichnen und im gleichen Atemzug die ach so atemberaubende Freiheit des Westens zu loben, dabei die täglichen Schädigungen, Missstände und Verbrechen in dieser Gesellschaft völlig verleugnend, hat mit einer vernünftigen Kritik der dortigen Zustände nichts zu tun: das ist schlicht und einfach kultureller Rassismus der übelsten Sorte und muss als solcher deutlich angegriffen werden.


2 Antworten auf “Ahmadinedschad frisst kleine Kinder!”


  1. 1 revanche 30. August 2007 um 22:04 Uhr

    die Juden aus deiner Sicht doch auch…

    idiotes…

  2. 2 Administrator 31. August 2007 um 15:19 Uhr

    Soll ich das als Verleumdung auffassen oder einfach als intellektuellen Offenbarungseid, „revanche“? Zeig mir doch bitte eine Textstelle, aus der hervorgeht, dass ich der Meinung bin, „die Juden“ müssten „deutlich angegriffen“ werden!

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