The Nature Of Nicholas

„Movies like this are complicated. Just talking about a 12-year-old boy’s sexual identity, it’s complicated. It’s not ‚Well, he likes girls. He’s gonna sneak a Playboy out of his mom’s room. He’s gonna masturbate.‘ There’s much more at work than that. If he got the Playboy from his dad there’s some other things at work. There are issues around what fatherhood means, around what manhood means, authority, and all those things get sucked into sexuality. They can‘t help but not.“

(Jeff Erbach, director of „The Nature Of Nicholas“, as quoted in this excellent review)

Selten habe ich einen Film gesehen, der mich mehr beeindruckt und erschüttert hat als „The Nature of Nicholas“. Das liegt an zweierlei: zum einen daran, dass es hier um einen Teil meiner eigenen Geschichte geht – ein Junge, der seinen besten Freund liebt und darüber in Scham und Selbstzweifel gerät; zum anderen an der unglaublichen Bild- und Dialoggewalt, die Jeff Erbach auf seine Zuschauer loslässt: jede Einstellung ist ein Kunstwerk für sich, jedes Wort exakt abgestimmt auf Inhalt und Wirkung – und diese Wirkung ist eine durch und durch ambivalente. Das hat seinen Grund.

Wie in dem oben zitierten Satz von Erbach schon deutlich wird, ist es das Ziel nämlich nicht gewesen, einen Coming-Out-Film wie jeden anderen zu schaffen. Das Ziel dieses Films ist es, die Gefühlswelt eines Zwölfjährigen zu erfassen – und das ist wahrlich kein niedrig angesetztes Ziel. Dementsprechend surreal ist dann auch das gesamte Setting. Was geradezu trivial anfängt – Junge schaut anderen Jungen in der Schule verliebt an, anderer Junge interessiert sich nur für Mädchen – wächst sich zu einem Epos aus, das tatsächlich nichts anderes als „the nature of Nicholas“, des Jungen, um den es geht, beschreibt: da ist die erste Liebe, da ist die Scham gegenüber dem verstorbenen Vater, da ist der Konflikt mit der Mutter, da ist die Hoffnung auf Erlösung aus diesem Chaos, auch beim Zuschauer. Doch der hat – wie Nicholas auch – von vorneherein verloren, denn das Thema des Films ist zu komplex, um schließlich aufgelöst zu werden. Was bleibt, ist das Gefühl, hier soeben in die eigene Kindheit zurückgeworfen worden zu sein, mit all ihren Schönheiten und Grausamkeiten, und die Gewissheit, wenigstens ein paar der Rätsel, die „The Nature Of Nicholas“ aufwirft, lösen zu wollen, auch wenn das schier unmöglich erscheint. Großartig!

(Dank an das wunderbare Fotoblog intoboys, durch das ich auf den Film aufmerksam geworden bin)


3 Antworten auf “The Nature Of Nicholas”


  1. 1 Dieter.Gieseking-K13online 01. September 2007 um 20:37 Uhr

    Ganymed-Weblog: The Nature Of Nicholas(Spielfilm)

    Ein Junge liebt Jungs * Ein homosexuelles Coming-Out mit 12 Lenzen

    Das Ziel dieses Films ist es, die Gefühlswelt eines Zwölfjährigen zu erfassen – und das ist wahrlich kein niedrig angesetztes Ziel. A strange film on the dealings of young homosexuality and coming of age.

    Die Spielfilm DVD ist momentan nur in den USA erhältlich. Bestellen Sie direkt hier:

    NATURE OF NICHOLAS, DVD, New, Boys coming of age film

    http://www.acmefilmsone.com/servlet/Detail?no=186

    Oder fragen Sie bei weinheim@hallo.ms an.

    Viel Spaß beim Anschauen – nicht nur für Jungs und Boylover – auch für alle Menschen, die sich Ihre Kindheiterinnerungen bewahrt haben.

    Ein Dank auch an den Inhaber des Weblogs Ganymed sowie an das internationale Weblog IntoBoys.

    Quelle:
    http://k13-online.krumme13.eu/news.php?s=read&id=812

  1. 1 The Nature of Nicholas at milkboys Pingback am 04. September 2007 um 17:50 Uhr
  2. 2 milkboys » The Nature of Nicholas Pingback am 21. Januar 2008 um 0:26 Uhr
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