Archiv für Oktober 2007

In Love With A Boy…

…and there’s nothing unusual about it!

Traumhaft

Zwei Pädophile erforschen mittels waghalsiger Motorradstunts ein Heilmittel gegen die mysteriöse Lebererkrankung „DFA“, an der zuvor mein Onkel plötzlich verreckt ist, dessen Sohn aber nicht, denn der hatte nur „Traubenzucker“. Was man als Perverser halt so träumt. Sollte ich evtl. weniger trinken?

How He Learned To Snap. Kirk Read hat’s raus

Wenn man sich das gerade im Bruno Gmünder Verlag erschienene Buch „Er hat’s raus!“ von Kirk Read im Buchladen so anschaut, will man es nicht lesen: vom Cover grinst einen die obere Hälfte eines klitschnassen Muskelpakets an, der Rest des Umschlags ist in einem dunklen Rosa gehalten, und eigentlich wirkt der Titel auch mal so gar nicht ansprechend. Kurzum: ein ganz gewöhnliches Schwulenbuch. Tatsächlich?

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Erfundene Sexualität

Homosexualität ist eine Erfindung. Wen diese These näher interessiert, dem kann ich nur empfehlen, sich einmal diese Debatte um den kolonialistischen Import westlicher Sexualidentitäten in den Nahen Osten zu Gemüte zu führen – und evtl. darüber nachzudenken, inwieweit das auch für die Konstruktion einer „pädophilen Sexualität“ bzw. „Identität“ gilt, die nämlich, analog zur Erfindung des Homosexuellen, auch nur dazu beiträgt, die bestehende heterosexuelle Normalität in sich zu bestärken.

Organisierter Kindesmissbrauch im „Jesus Camp“

Becky Fischer geht gern auf Spielplätze, um Kinder anzusprechen, denn Kinder sind besonders beeinflussbar: „Wir wissen alle, was man mit acht oder neun Jahren lernt, behält man sein Leben lang“, sagt sie. Ist ein Kind auf ihren Anwerbeversuch eingegangen, lockt sie es mit Versprechungen und Drohungen in ein Ferienlager der besonderen Art: hier sollen Kinder keinen Spaß haben, nein, hier werden sie benutzt, als „Krieger“, wie die 12jährige Rachael selber zeigt, für die „Armee Gottes“: Becky Fischer ist evangelikale Christin und hat es auf die Kinder abgesehen. Der Film, in dem das zu sehen ist, heißt „Jesus Camp“ und lief gestern abend im WDR-Fernsehen.

„Nützlich für die Weltbevölkerung“ seien die Kinder, sagt Fischer, und so hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, sie nutzbar zu machen, sie zu benutzen, denn „die perfekte Welt“ hätten wir erst, wenn „Jesus Christus unser aller Herr und Meister ist“. Für diesen Zweck geht sie über die Leichen psychisch gesunder Kinder: die 3-14jährigen, die da von ihr und ihren Handlangern indoktriniert werden, sollen nämlich tatsächlich nichts weniger als ihr „Leben für Jesus hingeben“. Damit die das auch einsehen, winkt an jeder Ecke der Teufel und mit ihm die „Sünde“ – vor ihm sollen die Kinder Angst bekommen, ohne ihn funktioniert diese Gehirnwäsche nicht, und das Mittel, um Satan zu entkommen, ist es, den Geboten der Evangelikalen Christen immer und überall zu folgen: in dem Film sieht man Fischer, wie sie die Kinder vor ihr anschreit, einige von ihnen würden wohl nicht immer für Jesus sein – in der Schule oder in der Freizeit seien sie gar wie die anderen, die sündigen Kinder. Die Folge: 10jährige fallen auf die Knie und schreien vor Verzweiflung; andere strecken ihre Hände Richtung Himmel und rufen immer wieder „Jesus! Jesus!“. Ein 12jähriger Junge sagt, er empfinde „Ekel“ vor Nichtchristen, es gebe „soviel Müll“ auf der Welt. Ein kleines Mädchen stammelt in Trance unzusammenhängende Silben; angeblich steht sie „in Kontakt mit dem Heiligen Geist“. Psychisch gesund und bei klarem Verstand verlässt keines dieser Kinder das Lager.

25% der US-Amerikaner sind Teil der evangelikalen Bewegung. Ihr Präsident, George W. Bush, gehört dazu. Wer angesichts derart offenen organisierten Kindesmissbrauchs und allgemein wachsendem religiösen Fundamentalismus in der Welt tatsächlich immer noch „die Pädophilen“ als die größte Bedrohung für das allgemeine Kindeswohl ausmacht, ist entweder selbst ein Teil der (religiösen) Rechten oder hat das Denken in seinem persönlichen „Jesus Camp“ an den Teufel abgegeben.

Schweinerei!

(Startcartoon vom Titanic-Magazin)

Pädophile sind nicht die neuen Juden!

Pädophile sind die neuen Juden, und es findet im Moment ein Holocaust statt. Die Menschen begehen Selbstmord, werden getötet, kommen lebenslang hinter Gitter und werden lebenslang therapiert.

(http://www.pnvd.nl/Datum_10_2007.jpg)

Norbert de Jonge von der niederländischen „Pädophilenpartei“ PNVD hat sie nicht mehr alle. Nicht nur, dass er Kinder gern mit Tieren gleichsetzt, wie unter obigem Link nachzulesen, nein, er sieht auch überall auf der Welt Vernichtungslager für Pädophile aus dem Boden schießen, wo doch stattdessen im Gegenteil Therapieangebote etabliert werden. Aber Moment, Therapie, das ist für de Jonge ja auch schon „Holocaust“ – die sechs Millionen vergasten, erschossenen, zu Tode geschundenen und zu Seife und Lampenschirmen verarbeiteten Juden können sich über so einen hanebüchenen Unsinn nicht mehr ärgern, also tue ich das einfach mal stellvertretend: De Jonge, komm zur Vernunft! Mit derart überzogenem und menschenverachtendem Blödsinn erreichst du für uns Kinderliebende nichts, aber auch gar nichts! Zwar sagst du in diesem Interview durchaus auch richtiges, etwa zur Zustimmung von Kindern zu sexuellen Kontakten, aber was hängen bleibt, ist, dass du den Holocaust an den Juden relativierst, und zwar nicht zu knapp. Gäbe es tatsächlich einen Holocaust an Pädophilen, glaubst du ernsthaft, du würdest von österreichischen Intellektuellenmagazinen interviewt? Du wärst längst ein Lampenschirm oder auf dem besten Wege dahin!

So, das musste raus. Leider ist sich Dieter Gieseking von K13 nicht zu schade, ins gleiche Horn zu stoßen. Er formuliert es etwas diplomatischer, indem er feststellt, dass Pädophile nur „zu einem gewissen Grad“ mit den Juden damals gleichzusetzen seien. „Das Prinzip und die Methoden der Verfolgung“ seien aber gleich. Auch hier: Unsinn! Weder das „Prinzip“ (Propagierung eines „Volksschädlings“ durch die Konstruktion einer „Rasse“ mit gleichzeitig über- wie untermenschlichen Eigenschaften auf der einen und Pathologisierung von Menschen mit einer bestimmten sexuellen Orientierung bzw. Ausrichtung auf der anderen) noch die „Methoden der Verfolgung“ (Vernichtungs- und Arbeitslager auf der einen Seite, Strafverfolgung und Therapie auf der anderen) sind gleich. Derart überzogene Vergleiche führen nicht zu mehr Akzeptanz, sondern zu mehr Pathologisierung („die sind ja irre!“), ganz zu schweigen davon, dass eine Relativierung des industriellen Massenmords an den Juden immer der Rechten dient, und die will uns Pädophile ja bekanntlich auch nur zu gern umbringen.

De Jonge und Gieseking wurden übrigens, stellvertretend für die „Pro-Pädo-Seite“, im Rahmen einer, wie ich finde, relativ unsäglichen Reportage über Pädophilie in dem österreichischen Magazin „Datum“ interviewt. U. a. wird darin gesagt, dass Pädophile in der Regel selbst Opfer von Missbrauch seien, und die Passage über eine schweizer Beratungsstelle, zu der Frauen ihre Männer hinschicken, weil diese „besonders liebevoll“ zu Kindern gewesen seien, macht hoffentlich nicht nur mich stutzig: liebevoll mit Kindern umgehen – wenn das schon als pervers und therapiebedürftig gilt, dann hat der Wahnsinn wirklich vollends über den Verstand gewonnen. Weitere, detailliertere und auch etwas ausgewogenere Kritik an der Reportage gibt es bei ITP-Arcados.

Nachtrag vom 1.11.2007: Mittlerweile spricht K13 offen von einem „modernen Holocaust“ an Pädophilen. Ich habe die Seite aus meiner Linkliste entfernt.
Nachtrag vom 23.03.2009: Seit einigen Wochen ist K13 wieder in meiner Linkliste. Meiner Meinung nach überwiegt die gute politische Arbeit zum Thema den damaligen Unsinn. Der Holocaust-Vergleich wurde auch seitdem nicht mehr wiederholt.

Herbstgedanken

Jetzt ist also nicht mehr nur „Herbst in der Seele“, jetzt ist auch offiziell Herbst da draußen. In der Zeit, in der draußen alles abstirbt, macht man es sich am besten mit einem lieben Menschen drinnen gemütlich. Wenn draußen die Herbststürme wehen und der Regen an die Fenster peitscht, was kann es da schöneres geben als zusammen zu sein mit seinem Liebling?

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Schwanz ab für alle! Sonst gibt’s Krawalle!

„Außer Kontrolle“ heißt die aktuelle Ausgabe des ZDF-Reportagemagazins „37 Grad“. Der Film macht auf mit „Thomas“, einem deutschen Staatsbürger in Vollendung: weil er Kinder, die Reservearmee des deutschen Volkes, nicht gefährden wollte, ließ er sich kastrieren. „Als es das erste Mal passiert ist, dass ich mich am Spielplatz im Gebüsch versteckt habe, und mich dann heimlich befriedigt habe, während Kinder auf dem Spielplatz spielten, dann fand ich das schon merkwürdig“, sagt „Thomas“ und kommt überhaupt nicht auf die Idee, dass er dieses bescheuerte Verhalten ja auch einfach hätte abstellen können. Allerdings, merkwürdig ist es in der Tat, dass Manfred Karremann, von dem der Film stammt, seine Reportage mit diesem Uraltklischee vom triebhaften Pädophilen aufmacht. Ein Zufall indes ist es nicht: für das Konzept Karremanns ist es schlicht notwendig, dass der Pädophile an sich als triebhaft und unberechenbar dargestellt wird; alles andere, z. B. funktionierende Freundschaften/Lieben zwischen Männern und Jungen ohne Schädigung für beide Beteiligten, würde das Paradigma vom Pädophilen als latent Kriminellen direkt zerstören.

Aber dieses Paradigma ist es, was nicht nur dem allgemeinen Bild von Pädophilie in Medien und Gesellschaft, sondern auch dem in Politik und Gesetz entspricht: Pädophile zeigen eine von der allgemeinen Norm abweichende Neigung, sind somit eine Bedrohung für diese Norm (im doppelten Sinne) und werden deshalb von den Herrschenden verfolgt – mit humanistischen Mitteln, selbstverständlich: erst Medizin, dann Justiz. Und somit gilt nur derjenige Pädophile als einigermaßen ungefährlich, der durchgehend in Therapie ist und mit absoluter Sicherheit jeglichem sexuellen Kontakt abgeschworen hat. Was, wie wir von Karremann und „Thomas“ wissen, am besten geht, wenn man sich die Eier abnehmen lässt.

Da drängt sich dann doch eine Frage auf: wieso das Ganze auf Pädos beschränken? Es gibt doch auch Homo-, Hetero- und sogar Bisexuelle! Auch die haben Sex, sogar mehr als diese Pädos. Auch die können vergewaltigen. Auch hier findet Missbrauch statt. Angeblich sind sogar 80-90% der Fälle von Kindesmissbrauch auf sog. hetero- oder homosexuelle Täter zurückzuführen. Hier kann es nur eine Lösung geben: Schwanz ab! Und zwar für alle. Wer keinen Schwanz hat, hat eben Glück gehabt, dem ist außerdem sowieso nicht mehr zu helfen. Und wenn wir dann endlich alle glücklich und zufrieden in einer sexfreien Gesellschaft leben, fällt die „Kontrolle“, die Karremann im Titel seiner Sendung noch vermisst hat, doch auch gleich viel leichter…

Enttarnt

Seifenblasen für Deutschland? Nein, die Rente mit 67! Da wird sich der kleine Paul aber freuen, dass er buckeln darf, fast, bis er umfällt. Ein klarer Fall von Kindesmissbrauch!