Ein bitteres Lächeln

Gerade eben habe ich zufällig meinen ehemaligen kleinen Freund gesehen. Er versuchte, angefeuert von seinen Mitschülern, etwa 100 m von mir entfernt, über einen Zaun zu klettern. Ich hab ihn auch angefeuert, still, denn der Zaun versperrte ihm den Weg zu mir. Er hat mich aber nicht gesehen. Blonde Strähnchen hat er jetzt im Haar, und er schreit immer noch so laut und fröhlich wie damals. Ich musste lächeln und lächele immer noch, aber es ist ein bitteres Lächeln.

Die Umstände unserer Trennung sind schnell erzählt: die Mutter wollte nicht mehr, dass ihr Sohn mit mir Zeit verbringt. Warum, das hat sie mir nicht gesagt, und ich bin sicher nicht der Typ, der sie solange belästigt, bis sie es mir erzählt oder die Polizei auf den Hals hetzt. Vielleicht hatte sie Angst, ich könnte ihm etwas antun – wer wollte es ihr verdenken bei diesem gesellschaftlichen Klima gegen Freundschaften zwischen Männern und Jungen; so ist diese Welt.

Jeden Tag denke ich seitdem an ihn. Erst tat es furchtbar weh, dann wurde es langsam besser; mittlerweile denke ich lächelnd an die schönen Zeiten, die wir gemeinsam hatten: wie er zum Ausruhen den Kopf auf meinen Bauch legte, nachdem er für uns beide eine Decke geholt hatte; wie ich ihn auf den Arm nahm, ihm sagte, dass ich ihn lieb habe und er ein zärtliches „ich dich auch“ in mein Ohr flüsterte, das seitdem darin immer wieder nachklingt; wie wir zusammen das Dornengestrüpp in seinem Urwald bekämpft und seine nervige kleine Schwester verjagt haben; wie er mir sein Bett zeigte und mich zu sich hinein zog, um darin mit mir zu kuscheln; wie wir uns rauften, ich ihn gewinnen ließ, und wie er dann auf mir thronte, stolz, den „Verbrecher“ besiegt zu haben… Es war eine schöne Zeit, viel zu kurz, aber ich werde sie nie vergessen. Das kann mir keiner nehmen.

Ich glaube, ich bin fast darüber weg. Aber die Sehnsucht, die bleibt.


4 Antworten auf “Ein bitteres Lächeln”


  1. 1 Lucien 02. Dezember 2007 um 2:34 Uhr

    Es ist schändlich wenn einige Menschen glauben, daß es richtig sei Kinder zu sexuellen Handlung beziehungsweise für die eigene egoistische Befriedigung zu gebrauchen.
    es kann nicht sein, daß es heute noch Gruppen gibt die für die Legalisierung solcher Schandtaten eintreten.

    Sex und Liebe sind zwei völlig verschiedene Dinge, man ist nicht pädophil wenn man ein Kind liebt, man ist es aber wenn man diese Liebe mit sexuellem Hintergrund erfährt.

    Und so eine Art von „Liebe“ ist schändlich und schadet dem Kind in höchstem Maße, seelisch wie körperlich.

    Ich hoffe daß der Autor dieses Essays die Widerlichkeit seines Geschriebenen daran erkennt, daß es keine Rechtfertigung für Pädophilie im Allgemeinen gibt. Mit Homo, hetero oder bi -Sexualität hat das nichts überhaupt nichts zu tun; es ist moralisch im höchsten Sinne verwerflich.

  2. 2 Administrator 02. Dezember 2007 um 16:17 Uhr

    Nein, der Autor dieses Essays erkennt die „Widerlichkeit seines Geschriebenen“ weder daran, „daß es keine Rechtfertigung für Pädophilie im Allgemeinen gibt“ (Pädophilie ist eine Neigung; Neigungen sind einfach da und benötigen keine „Rechtfertigung“) noch an irgend etwas anderem. Sondern er ist erschüttert darüber, dass sein intimer Text über die vergebliche Liebe zu einem Jungen eine so bösartige und völlig abwegige Reaktion hervorruft.

    An keiner Stelle in diesem Weblog befürworte ich es, „Kinder zu sexuellen Handlung beziehungsweise für die eigene egoistische Befriedigung zu gebrauchen“. Erst recht nicht in diesem Text. Es ist traurig, dass ich das schon wieder klarstellen muss. Wirklich traurig.

    Aber vielleicht möchten Sie, „Lucien“, Ihren Vorwurf noch einmal an einer konkreten Textstelle belegen und wir können in einen Dialog darüber treten, was genau Sie missverstanden haben?

  3. 3 Elli Pirelli 30. März 2009 um 20:56 Uhr

    Anglophilie ist auch eine Neigung.

    Solange man nicht sich und andere schädigt ist eine Neigung legitim. Natürlich benötigt eine sexuelle Neigung eine Rechtfertigung, wenn Minderjährige involviert sind.

    Insbesondere wird ja von Pädophilen immer wieder versucht zu „beweisen“, dass „echte Pädophile“ keine Kinderschänder seien und dass „Pädophilie“ und „Pädokriminalität“ angeblich sich gegenseitig ausschließende Begriffe seien. Die Mehrheit der Pädophilen würde keine Gewalt anwenden.

  4. 4 rxsa 25. Mai 2009 um 1:17 Uhr

    Und das sagt uns was?

    Es kann doch nicht so schwer sein, zu verstehen das man weder alle Pädophilen noch irgendeine andere „Gruppe“ Menschen über einen Kamm scheren kann. Also das impliziert doch wohl, das Pädophile weder alle Kinder mordende Monster noch alle völlig unschuldige Engel sind. Ebenso wie nicht alle heterosexuellen Männer Vergewaltiger sind. Aber eben auch nicht kein Heterosexueller. Ist so viel Weitblick zu viel verlangt?

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