Archiv für Januar 2008

Vom „Informierten Einverständnis“ der uninformierten Moralisten

In meinem Text „Kinder sind Damenslips?“ habe ich mich vor einigen Monaten kurz mit dem Argument der Pädophilengegner, nach dem sexuelle Kontakte zwischen Kindern und Erwachsenen auch bei Zustimmung des Kindes schadhaft seien, weil diese ein „infomiertes Einverständnis“ dafür bräuchten, also ein Bewusstsein von der „sozialen Bedeutung der Sexualität“, wie der Erfinder dieses Begriffs, David Finkelhor, in den 1980er Jahren schrieb, befasst. Kinder können demnach nicht wirklich einer sexuellen Handlung zustimmen, weil sie Kinder sind – ein Zirkelschluss. Ich schrieb damals:

Dass man Kinder auch aufklären kann und damit das “einfache” zu einem “informierten” Einverständnis werden könnte, kommt in diesem Argument gar nicht vor, genauso wenig wie die Frage, ob so etwas wie ein “informiertes Einverständnis” überhaupt eine Voraussetzung dafür ist, dass zwei Menschen miteinander Lust empfinden. Und was ist eigentlich mit zwei Kindern, die miteinander sexuelle Zärtlichkeiten austauschen? Sie sind nicht “informiert”, es wäre demnach schädlich für sie! Im übrigen basiert dieser ganze Quatsch vom “informierten Einverständnis” ja auf einem Zirkelschluss, denn wer begründen möchte, “weshalb sexuelle Interaktionen mit Kindern verwerflich sind, muß (…) die Verwerflichkeit schon voraussetzen, um sie überhaupt begründen zu können” (Sebastian Anders, ‘Das imptotente Kind’, in: Gigi Nr. 38): wer sich einem Kinde sexuell nähert oder auf die Avancen eines Kindes eingeht, konfrontiere es mit der als verwerflich vorausgesetzten (!) Sexualität, müsse es also zwangsläufig moralisch verderben, wobei eben dieses moralische Verderben nicht hinterfragt, sondern wie gesagt von vornherein als solches angenommen wird – und dann kommt auch nichts anderes dabei heraus. Initiiert ein Kind trotzdem einen sexuellen Kontakt oder stimmt ihm zu, beweist es damit nur, dass es dafür eigentlich moralisch noch nicht reif genug ist – weil nicht sein kann, was nicht sein darf! Das Gerede vom “informierten Einverständnis” erweist sich damit als ein durch nichts begründetes Dogma.

(Text leicht verändert bzw. ergänzt)

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Das Strafrecht macht den Schaden

Der renommierte Sexualwissenschaftler Frits Bernard, der jahrzehntelang zum Thema Pädophilie geforscht und für die Emanzipation pädophil liebender Menschen gekämpft hat, veröffentlichte 1988 in dem von Angelo Leopardi herausgegebenen Buch „Der pädosexuelle Komplex. Handbuch für Betroffene und ihre Gegner“ einen kurzen Artikel namens „Aus ‚Verführten‘ wurden Väter“, in dem er die Ergebnisse seiner Forschung darstellt. Ein Ergebnis ist dabei, dass gewaltfreie und einvernehmliche sexuelle Kontakte zwischen Erwachsenen und Jungen so gut wie nie primäre Schäden verursachen: „Kindesmisshandlung ist nicht die Domäne des Pädophilen“ stellt er lapidar fest, zeigt aber auch deutlich auf, wann und wodurch Schäden im Zusammenhang mit solchen Kontakten tatsächlich entstehen: in erster Linie durch die Strafverfolgung, der ein pädophiles Paar nach seiner Entdeckung häufig ausgesetzt ist. Das ist ein Skandal, der bislang in der Öffentlichkeit viel zu wenig diskutiert wird: der Paragraph 176, der sexuelle Kontakte für Unter-14jährige komplett verbietet, schützt nicht etwa die betroffenen Kinder, er schadet ihnen! Ein beeindruckendes Beispiel für eine solche massive Sekundärschädigung möchte ich deshalb hier zitieren. Bernard schreibt (Hervorhebungen von mir):

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WDR-Tatort „Verdammt“: Keine Liebe möglich?

Wieder hat sich ein öffentlich-rechtlicher Fernsehkrimi mit dem Thema „Pädophilie“ auseinandergesetzt. Der Film „Verdammt“ aus der Reihe „Tatort“ versuchte dabei, einen möglichst breiten Überblick über Positionen, Implikationen und Reaktionen, die mit der Thematik zu tun haben, unter einen Hut zu bekommen, wie das auch der „Stern“ in einer Rezension recht gut zusammenfasst:

Beinahe lückenlos verarbeitet die „Tatort“-Folge „Verdammt“ die verschiedenen Standpunkte einer immer wieder schwellenden Diskussion um Sexualstraftäter [eigentlich: um Pädophile – Admin]. Die kochende Volksseele, der Streifenpolizist, der „Kinderficker“ schimpft anstatt den Tatort zu bewachen, der Nachbar, der „kastrieren würde ich ihn“, schreit, der Therapeut, der sagt: „Rund 200.000 Menschen in Deutschland haben diese sexuelle Präferenz, die kann man nicht alle wegsperren.“ Sogar ein Kinderschänder selbst kommt zu Wort, der von seiner Liebe und Zuneigung zu den Kindern spricht.

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Soft Black Stars

little children snuggle under soft black stars
and if you look into their eyes, soft black stars
deliver them from the book and the letter and the word
and let them read the silence bathed in soft black stars
let them trace the raindrops under soft black stars
let them follow whispers and scare away the night
let them kiss the featherbreath of soft black stars
and let them ride their horses licked by the wind and the snow
and tip-toe into twilight where we all one day will go
caressed with tendrils and with no fear at all
their faces shining river gold washed with soft black stars
and angels‘ wings shall soothe their cares
and all the birds shall sing at dawn
blessed and wet with joy
you and i will meet one day
under a nightsky lit by soft black stars

(lyrics by David Tibet, sung by Antony and The Johnsons)

Ab in die Schublade

„SnoopyBoy“ hat es sich nicht nehmen lassen, auf jungsforum.net eine kleine Pädo-Klassifizierung vorzunehmen. Ich glaub, ich bin irgendwo zwischen „Befreier“ und „Homo“… ;)

Das Böse ist unter uns!

Zu diesem hetzerischen Pamphlet kann man eigentlich nur eines sagen:

Mir fällt trotzdem noch ein bisschen mehr ein:

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„Mein lieber Junge“

„Eine Erkundungsreise in das ganz und gar Unmögliche“ ist es zwar nicht, was Cornelia Kurth 2002 im taz-mag geschrieben hat – denn sie zeigt, dass „das Unmögliche“ eben doch möglich ist –, aber ein sehr spannender und gut geschriebender Artikel über das Leben und die Liebe eines pädophilen Mannes.

Sex ist kein Kinderkram. Über die Ideologie von der „Kindheit“

Vor einigen Monaten habe ich hier schon einmal das Konzept des „reinen Kindes“, das, weil es als Vertreter einer sozialen Konstruktion „Kindlichkeit“ gilt, (vor allem sexuell) „unschuldig“ zu sein hat, kritisiert. In einem Forum für „Boylover“ kam es im Rahmen einer Diskussion um die Schädlichkeit von sexuellen Kontakten zwischen Jungen und Männern zu folgender Äußerung eines Users, die ich hier mit dessen Einverständnis dokumentieren und ergänzen möchte:

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