Sex ist kein Kinderkram. Über die Ideologie von der „Kindheit“

Vor einigen Monaten habe ich hier schon einmal das Konzept des „reinen Kindes“, das, weil es als Vertreter einer sozialen Konstruktion „Kindlichkeit“ gilt, (vor allem sexuell) „unschuldig“ zu sein hat, kritisiert. In einem Forum für „Boylover“ kam es im Rahmen einer Diskussion um die Schädlichkeit von sexuellen Kontakten zwischen Jungen und Männern zu folgender Äußerung eines Users, die ich hier mit dessen Einverständnis dokumentieren und ergänzen möchte:


[…] Dass Sex zu Schäden führt kann also [weil ein Schaden bei Kindern auch in anderen, erlaubten Lebensbereichen entstehen kann, z.B. beim Sport, Straßenverkehr, Internet etc. – Admin] kein Grund sein, Sex zu verbieten. Die Gründe, warum Sex mit Kindern verboten ist, liegen ja auch garnicht bei der Vorstellung, dass Sex mit Kindern zu Schäden führt, sondern…

…in dem Schutz von Kinder vor sexuellen Erfahrungen im Allgemeinen. Diese Erfahrungen gelten als nicht „kindgerecht“, unabhängig davon, dass sie Schäden anrichten können. („Die Kinder sollen als Erwachsene Sex erleben, weil Sex etwas Erwachsenes ist.“)

…in dem Erhalten von der Vorstellung von der Unschuld der Kindheit im Allgemeinen. („Kinder sind unschuldig. Sex zerstört die Seele.“)

…in dem Erhalten von der Vorstellung von der Unmündigkeit der Kindheit. („Kinder fehlt Bildung, fehlt Aufklärung, daher können sie nicht zustimmen.“)

…in dem Erhalten von der Vorstellung von der kongnitiven Unfähigkeit der Kindheit. („Kinder können aus kognitiven Gründen nicht zustimmen.“)

Wie „Kinder sind..“ erhebt sich aus einer Vorstellung von Kindheit, nicht heraus aus dem Kind im Einzelfall. Damit ist der Kinderschutz eine Idologie, denn ignoriert er die Komplexität der Persönlichkeit von Kindern. Diese wird übergangen, ignoriert, Kindern hört man nicht zu. Man verschließt die Augen, die Ohren und den Mund, wenn es um Kinder geht. Stattdessen muss ein Konstrukt von Kindheit herhalten, ein Konstrukt, das aus Unschuld (Religion, 17. Jhd.), Naivität (Aufklärung, 18. Jhd.) und kognitive Unfähigkeit (Psychologie von 1910, Piaget, Freud und Co) zusammengestellt wurde und [sich] nicht mehr mit dem „Wandel der Kindheit“ im 21. Jhd. in Einklang befindet.

Heute sollen Kinder bereits im Kindergarten Englisch lernen, sollen im Kindergarten forschen und logisch denken, obwohl sie ja eigentlich „kognitiv unfähig“ dazu sind, sagt die Entwicklungspsychologie, weil sie noch nicht logisch denken können, sagt die Aufklärung. Unmündigkeit und Unfähigkeit wird seit der PISA-Studie negiert, hin zu der Vorstellung, Kindern „müsse man mehr zutrauen“, also dürfen Kinder heute forschen, denken, demokratische Entscheidungen treffen etc… Kinder dürfen und SOLLEN im Internet sich aufhalten, obwohl vor Jahrzehnten gesagt wurde, dass das gefährlich ist, zu Sucht führt etc.. Kinder dürfen kein TV gucken, nur 1 Std. am Tag, aber es gibt immer mehr TV-Sendungen für Kinder, TV-Sender für Kinder. Kinder dürfen nicht arbeiten, aber arbeiten trotzdem als Model für Kataloge, als Schauspieler, ja sogar als Berater für die Werbung werden sie eingesetzt.

Lediglich beim Thema Sex sind wir immer noch auf dem Stand des 17. Jhd., weil Sex eben ein Angriff auf eine Vorstellung von der Unschuld der Kindheit ist, die es in den anderen Bereichen eben nicht gibt, d.h. wir laufen hier einer religiösen Vorstellung des 17. Jhd. hinterher […]

Eine bestimmte ideologische Vorstellung von „Kindheit“ bedingt die Vorstellung, dass jede sexuelle Handlung an, aber auch jedes sexuelle Begehren von Kindern zwangsläufig Schäden nach sich ziehe, unabhängig (!) davon, was für Wünsche die betreffenden minderjährigen Menschen eigentlich haben. „Kindheit“ ist damit ein Konzept, das Menschen unter 14 Lebensjahren ein Korsett an Verhaltensweisen und Bedürfnissen überstreift, die evtl. gar nicht den individuellen Persönlichkeiten dieser Menschen entsprechen. Im Kapitalismus bedeutet das dann: wer „Kind“ ist, wird – von Schule, Familie, Sozialpädagogik etc. – auf der Basis dieser Ideologie für das Leben als „Erwachsener“ – d.h.: „mündiger Staatsbürger“ – vorbereitet bzw. zugerichtet; das einzig gültige Lebenskonzept hat das des (am besten heterosexuellen) überzeugten Demokraten zu sein, der die Erfüllung seiner „demokratische Meinungsbildung“ in spitzfindigen Fragen bei „abgeordenetenwatch.de“ oder dem Kreuzchen auf dem Wahlzettel findet und ansonsten tagsüber bei der Lohnarbeit und abends im Bett brav buckelt.

Sicher, sexuelle Aktivität von Kindern würde grundsätzlich in dieses Konzept passen. Fakt ist aber: sie stört. Sie greift etwas vor, was eigentlich ausschließlich in die Welt der Erwachsenen passt; sie markiert soziologisch den Übergang vom Schutzraum „Kindheit“ hin zur „Erwachsenenwelt“ und darf deshalb nicht vor diesem Übergang geschehen. Das ideologische Konzept der „Kindheit“ und damit die sexuelle Enthaltsamkeit der Kinder ist also quasi die Bedingung dafür, dass ihnen das eingetrichtert werden darf, was die Erwachsenen für richtig halten: die Verhaltensweisen, Normen und Werte der kapitalistischen Umwelt, in der sie sich bereits eingerichtet haben. Wer das durchbricht, greift kapitalistische Realität an – und wird dafür sanktioniert.

Aber Achtung: damit ist nicht gesagt, dass sexuelle Kontakte zwischen Jungen und Männern irgendwie revolutionären Charakter hätten; Revolution müssen die Menschen schon anders machen, da hilft es nicht, was sie im „Dunkelfeld“ so treiben. Ich will hier lediglich ansatzweise (sicherlich gibt es dafür auch noch andere Faktoren) das Tabu vom sexuell aktiven Kind begründen, damit klarer wird, weshalb bestimmte Handlungen, die nicht zwangsläufig Schaden anrichten, derart stark verpönt sind und sanktioniert werden.

Weiterhin ist damit nicht gesagt, dass die sexuelle Interaktion zwischen Jungen und Männern automatisch der zwischen Männern und Männern gleichzusetzen wäre. Vielmehr plädiere ich für eine individuelle Beurteilung dieser komplexen Interaktionen unabhängig von vorgefertigten Bildern von „Erwachsenen-“ oder „Kindersexualität“.

Konstatiert wird: sexuelles Begehren, sexuelle Handlungen, Wünsche, Bedürfnisse sind ein weites Feld – weiter als es der Gesetzgeber und die herrschende Meinung wahrhaben wollen. Überwinden wir sie.


16 Antworten auf “Sex ist kein Kinderkram. Über die Ideologie von der „Kindheit“”


  1. 1 mutant 07. Januar 2008 um 17:19 Uhr

    vielleicht sind kinder nicht unschuldig, aber sie sind abhaengig von erwachsenen und das fuer einen sehr langen zeitraum. erwachsene, die diese abhaengigkeit ausnutzen, sind keine „boylover“, sondern kinderficker und vergewaltiger.

  2. 2 Administrator 07. Januar 2008 um 18:41 Uhr

    Kinder sind in der Regel abhängig von ihren Eltern und/oder anderen Erziehungsberechtigten, nicht von ihren evtl. vorhandenen pädophilen Freunden. Und siehe da, die bei weitem häufigsten Fälle von Kindesmissbrauch sind Inzesttaten – also angezeigte Fälle von sexuellen Kontakten zwischen Kindern und Erwachsenen. Und das, obwohl in der Regel eher familienfremde Menschen angezeigt werden, weil da die Hemmschwelle geringer ist. Man kann also davon ausgehen, dass bei diesen Inzestfällen tatsächlich ein Schaden entstanden ist. Sexuelle Kontakte zwischen familienfremden Menschen und Kindern werden weitaus seltener angezeigt – ich vermute, weil sie eben weniger häufig einen Schaden verursachen. Insofern stimme ich dir zu.

    Den Term „Kinderficker“ halte ich allerdings für falsch, weil seine negative Konnotation allein durch das Präfix „Kinder-“ entsteht, es sich dabei also um eine grundsätzlich diskriminierende Vokabel gegen Pädophile handelt.

  3. 3 SnoopyBoy 08. Januar 2008 um 18:29 Uhr

    Mehr Informationen zu diesem Thema finden wir in den Schriften von Ellen Key („Das Jahrhundert der Kindheit“). Key betonte schon um die Jahrhundertwende die „Persönlichkeit“ des Kindes beachtet werden muss . Philipp Aries („Geschichte der Kindheit“) verdeutlicht, dass die „Kindheit“ nicht immer mit den Attributen „Unschuld“, „Abhängigkeit“, „Unmündigkeit“ und „kognitive Unfähigkeit“ versehen war.

    Faszinierend finde ich, dass „Gefahren für Kinder“ es in viele Bereichen gibt, z.B. im Rauchen, im Alkohol, in Drogen, in Computerspielen etc… Hier bestehen aber Kinder- und Jugendschutzverbote, statt Strafen für die Hersteller dieser Drogen und Computerspiele. Sicherungsverwahrung, gar die Todesstrafe für Computerspielhersteller fordert keiner! Der Grund, warum Pädophile angegriffen werden, der Grund für die Hysterie gegen Pädophile, liegt also garnicht in dem Schaden, den Kinder nehmen könnten. Der §176 STGB bestraft Pädophile auch nicht für die Schäden, die sie angeblich bei Kindern anrichten. Wenn Pädophile doch Schäden anrichten, warum leisten sie keinen Schadenersatz? Weil ggf. garkein Schaden entsteht? Nach §176 sind „sexuelle Handlungen“ verboten, begründet wird das mit einer „fehlenden sexuellen Selbstbestimmung“, also Kinder seien unfähig, über ihren Körper zu bestimmen. Das ist eine Unterstellung, eine Diskriminierung von Kindern, eine „fehlende kognitive Fähigkeit“ stützt sich auf eine Entwicklungspsychologie von 1910 und ist heute nicht mehr aktuell. Ganz im Gegenteil: Der Stern berichtet gar von einer „sexuellen Verwahrlosung“ von Kindern:

    http://www.stern.de/politik/deutschland/581936.html?nv=ct_cb

    Vieles, was Kindern Schäden bringt, ist gar erlaubt, wie z.B. Klingeltöne, die zur Verschuldung führen, McDonalds, deren Fraß laut „Supersize me!“ zur Verfettung führt und damit zu Krankheiten, die zum Tod führen…etc.., Tv-Konsum, Internetsucht…für Kinder nicht nur erlaubt, sondern das wird gar gefördert! Profitgier steckt dahinter! Fazit: Wenn Pädophilie gar „Profit“ bringen würde, wäre Pädophilie wohl erlaubt.

  4. 4 Administrator 08. Januar 2008 um 19:00 Uhr

    >> Wenn Pädophilie gar “Profit” bringen würde, wäre Pädophilie wohl erlaubt.“

    Nein. Pädophilie KÖNNTE ja Profit bringen und bringt verbecherischen Kinderpornoherstellern, die sich einen Dreck um das Wohl der Kinder, die sie da zu sexuellen Handlungen zwingen, scheren, auch welchen. Aber da steht eben dieses Kindheitsideal vor, sonst gäbe es wohl einen legalen Markt für Pädophile – ob das besser wäre, sei mal dahingestellt…

  5. 5 SnoopyBoy 09. Januar 2008 um 2:19 Uhr

    Also, die Vorstellung, dass Kinderpornohersteller viel Profit kriegen, ist bis heute ungeklärt und unbegründet. In Zeiten, in denen Kinderpornos im Internet kostenlos hin- und hergetauscht werden halte ich das für abwegig.

    Unabhängig davon ist es komisch, dass Dinge, die für Kinder schädlich sind, aber Profit bringen, wie z.B. McDonalds, nicht nur erlaubt sind, sondern gar gefördert werden.

  6. 6 Administrator 09. Januar 2008 um 14:02 Uhr

    Das ist nicht komisch, sondern kapitalistische Normalität.

  7. 7 bigmouth 17. Januar 2008 um 22:10 Uhr

    von wem wird mcddonalds denn gefördert?

  8. 8 Susi Sorglos 30. März 2009 um 20:00 Uhr

    von mir!

  9. 9 Elli Pirelli 30. März 2009 um 20:12 Uhr

    „Die Gründe, warum Sex mit Kindern verboten ist, liegen ja auch garnicht bei der Vorstellung, dass Sex mit Kindern zu Schäden führt, sondern…“

    Natürlich führt Sex mit Kindern nicht zu Schäden. Und schon gar nicht zu körperlichen Schäden.
    Neeein, natürlich nicht. Wenn ein 22cm langer und 5 cm dicker Penis in die Vagina einer 5-jährigen eindringt.
    Das sind keine Schmerzen, dass ist doch das pure Vergnügen für das Kind. Die Fünfjährige will das doch auch, natürlich ganz einvernehmlich. Alles ganz locker und easy.

    Ihr habt doch den Schuss nicht gehört. Armselige Kreaturen.

  10. 10 Elli Pirelli 30. März 2009 um 20:25 Uhr

    Pädophile werden als „Kinderficker“ diskriminiert? Na, da kommen mir ja beinahe die Tränen.

    „Sexuelle Kontakte zwischen familienfremden Menschen und Kindern werden weitaus seltener angezeigt – ich vermute, weil sie eben weniger häufig einen Schaden verursachen.“

    Was ist das denn für eine Aussage?
    Wenn ein 45-jähriger Vater seine achtjährige Tochter missbraucht verursacht das mehr Schaden als wenn ein 45-jähriger Familienfremder das Mädchen missbrauchen würde? Eine äußerst plausible Erklärung. Ich bin total überzeugt.

    McDonalds mit Kinderpronographie zu vergleichen. Dümmer geht`s nimmer. Diese Logik möchte ich nicht haben.

    Pädophile sind schon schlimm genug, aber dumme Pädophile sind unerträglich.

  11. 11 Admin 31. März 2009 um 11:29 Uhr

    Grundsätzlich verstehe ich nicht, wieso Pädogegner wie du immer solche Extrembeispiele wie „wenn ein 22cm langer und 5 cm dicker Penis in die Vagina einer 5-jährigen eindringt“ bringen müssen. Da halte ich Einvernehmlichkeit nämlich auch für unmöglich, dein Einwand geht an mir vorbei.

    Wenn ein 45-jähriger Vater seine achtjährige Tochter missbraucht verursacht das mehr Schaden als wenn ein 45-jähriger Familienfremder das Mädchen missbrauchen würde?

    Nicht per se. Aber ich halte es für wahrscheinlicher. Freundschaften zu Pädophilen werden in der Regel freiwillig eingegangen, die Familie hingegen ist per definitionem ein Gewaltverhältnis, aus dem man als Kind nur durch sehr schwierige staatliche Intervention herauskommt. Dort sind Übergriffe und Grenzverletzunge ganz einfach viel leichter möglich als in einer Freundschaft/Beziehung zu einem nicht verwandten Menschen.

  12. 12 Thommen 31. März 2009 um 13:38 Uhr

    Diskussionen über Beziehungen die per se als Missbrauch definiert werden, sind unmöglich.
    Zudem ist Kindern eigen, dass sie zwar unter sich keine Geschlechtsunterschiede machen, im Hinblick auf Erwachsene aber schon. Viele Mütter müssten sich gleichfalls wie Väter unter den Missbrauchsverdacht begeben. Das Problem ist nur, dass die Mütter das tötliche Schweigen über Körper und Sexualität von Kindern ausbreiten. Und offenbar bleiben nicht wenige Männer lebenslang darunter stecken… Das ist der Anfang jeden Missbrauchs.

  13. 13 Frei-Denker 30. Oktober 2009 um 3:18 Uhr

    Ich hatte nie viel direkt mit Kindern zu tun, wusste aber aus der einen oder anderen Begegnung mit ihnen, dass ich recht gut auf ihre Ebene einfühlen kann. Dies hat sicher auch damit zu tun, dass ich mir einen Teil des „Kindseins“ immer schon behalten wollte. Ich lernte durch einen Freund, seine Kollegin, eine Alleinerziehende Mutter mit einer damals 7-jährigen Tochter,mit einer stark ausgeprägten ADHS kennen. Die kleine kam mir vom ersten Moment an wie eine weibliche Kopie meiner selbst als Kind vor. Der Unterschied bestand aber darin, dass ich alles andere als Hyperaktiv war! Aber durch dieses Erlebnis fand ich schliesslich heraus, was mich schon jahrelang beschäftigte, nämlich, dass ich mich mit einem ausgeprägten ADHS mit starker Hypoaktivität herumplagte. Dies genannte Mädchen wurde ein Jahr vor unserer Begegnung, quasi zum Sex gezwungen, von einem Gleichaltrigen. Mit Drohungen etc. Nur: Bei ihr, hat sich das Traume gebildet wegen den Gewaltandrohungen, nicht aber wegen dem Sex per se. Im Gegenteil, von dem Tage an war sie hochfasziniert von diesem Thema. Das Problem: Sie hatte sich vorgenommen, bei passender Gelegenheit, einem Erwachsenen Mann Avancen zu machen. Nun, diese „passende Gelegenheit“ war dann halt ich…! Nun, um es abzukürzen, da die ganze Geschichte sehr lang ist: Durch beinahe 2000 Jahren „Christentum“ und dem Menschenbild, vorallem aber auch Sexualität an sich oder auch das Frauenbild, pervertierte im Zuge dieser verherrenden Weltsicht, die Sexualität in etwas, dass mit dem ursprünglich, lebendigen, in allem innewohnender Kraft und Bedingung für Physisches Leben in seiner ganzen Vielfalt, nicht mehr viel zu tun hat! (Fast) Alle Lebewesen dieses Planeten sind in einem gewissen Sinn, personifizerter Sex! Also eigentlich das urtümlichste und allererste mit dem wir zu tun haben, ja sogar nur wegen ihr überhaupt in dieser Form existieren! Vorallem Kinder sind, da sie (im Glücksfall) noch nicht mit der pervertierten Form der Sexualität (die unsere Gesellschaft allgemein für „normal“ hält) in Kontakt kamen. Der objektiv einzige Unterschied zwischen „Kindersexualität“ und „Erwachsenensexualität“ besteht biologisch darin, dass Kinder keine Kinder kriegen können. Die primären aspekte einer gesunden Sexualität sind vom Kleinkind bis Greis dieselben! Selbstverständlich meine ich nicht die Perversierte „Erwachsenensexualität“! Die Hauptsächlich auf Macht und Besitz basiert und vorallem noch immer von einem Geschmack des „sündigen“, „verruchten“ ja sogar „bösen“ behaftet ist! Genau aus diesem Lebensfeindlichen „Erbe“, kann man Sex überhaupt auch zu etwas bösem machen!Kinder sollten unbedingt vor diesem unwürdigen Monstrum geschützt werden! Aber! Man weiss heute, dass sogar Babys in der Lage sind, durch Manipulation der Genitalien sexuelle gefühle zu geniessen. Kürzlich fand ein Vortrag mit Folgendem Titel statt: Sexualität zwischen 0 und 10. mit Unterstützung von der Opferhife „Lantana“ in Bern. Es wurde aufgezeigt, dass Kinder schon während der Schwangerschaft mit Sex zu tun haben. intern wie extern (Wenn die Mutter Sex hat zbsp.) Langsam scheint man wahrzunehmen, dass Kinder sexuelle Wesen sind. Bei dem Mädchen verhielt es sich so, dass sie sexuelle Kontakte unbewusst ähnlich initierte wie sie es beim Missbrauch erlebt hatte, und dies sicherlich durch das Trauma der Bedrohung geschah. Das erleben der sexuellen Begierde an sich, hatte aber nicht wirklich gestörte Züge. Ungewöhnlich bei einem 8-jährigen Mädchen evtl. Da ich selbst mit 8 Jahren meine Sexualität bewusst entdeckte, war dieser Umstand eingentlich nicht ungewöhnlich, dass dies auch bei einem Mädchen der Fall sein konnte. Was ist aber nun in diesem Fall zu tun? Als wir das erste mal allein waren (Entlastung der Mutter für ein Wochenende ;-) ) legte sie ihren Fuss auf meinen Penis und fing an zu reiben! Lassen wir meinen „Schock“ etc etc mal weg. Nach einigem herumdrucksen teilte sie mir direkt ihre Neugier und begehren mit: Sie möchte schauen wie das sei,richtiger sex. und: sie sei immer häufiger sexuell angemacht und masturbiere auch mit Filzstiften etc. Die Situation war unmöglich: Auf der einen Seite^machen wir in unserer „aufgeklärten“ Zeit ja ständig klar, dass Sex das natürlichste und schönste auf der Welt sei… aber gleichzeitig muss man ihr auch irgendwie klarmachen, warum, „richtiger“ Sex nicht gehe mit dem Altersunterschied… Nun, die Grössenverhältnisse stimmen nicht. Gutes Argument… aber, warum geht dann absolut alles nicht, dass irgendwie mit sex zutun hat? warum ist dies verboten, wenn es doch angeblich das natürlichste und schönste auf der welt ist, warum ist es dann so kpmplizert? In anbetracht der Tatsache wie sie ihre erste Begegnung mit dem Thema erlebte, was ich in der situation noch nicht wusste, wäre es geradezu verheerend, diesen moment des vertrauens und sich öffnens, mit panik, schock, sofort der mutter anrufen etc. zu zerstören, und die unsicherheit, dass sex gefährlich oder schlecht sei noch zu verstärken,vom vertrauensbruch mal ganz abgesehen. Auf einmal wurde mir bewusst, wie schizophren und krank, das verhältnis zur sexualität noch immer ist. Dass das Mädchen oder sonst ein Kind das ganze plant und ausführt, einen erwachsenen zu verführen, ist scheinbar abolut unvorstellbar und muss als „krank“ angesehen werden wenn es vorkommt. Klar ist es ungewöhnlich, aber man muss differenzieren. Natürlich wurde es ausgelöst oder initiert durch den Missbrauch, aber, die sexuelle energie und neugierde und lust an sich, ist bei ihr sicherlich nicht krankhaft. Was sie damit dann macht oder ihr gesagt wird, kann dann natürlich schaden anrichten. zbsp. versuchte sie auch mit druck und manipulation, mein nein zu umgehen. Hosen runter ziehen, auf mich sitzen, bis zu direktem „grabschen“ Dies ähnelt der Traumatischen Situation, sie hat es ja so „gelernt“. dies kann man als „krank“ bezeichnen, aber nicht die Sexuelle Lust an sich! Einmal erwacht ist sie halt da. Natürlich entwickelt sich dann in der Pubertät noch zusätzlich soziale Muster, die mit Sex in Zusammenhang stehen, und, dass der Körper sich massiv verändert und man babys bekommt. Im laufe des Lösungsprozesses durfte ich viel über mich, und sexualität lernen. auch über das wesen der liebe und ihr zusammenhang mit körperlichen zärtlichkeiten aller art (auch sex oder auch nicht). Das schädliche am ganzen ist nicht der sex an sich, sondern die begleitumstände und natürlich die absicht des erwachsenen. Ein kind spürt ganz genau, dass etwas nicht stimmt, wenn es in den augen des erwachsenen zu einem blossen lustobjekt verkommt! Auch wenn es nichts von sex weiss, auch nichts negatives, spürt es doch, das etwas gar nicht gut ist, wenn dies dann noch der vater oder die mutter ist, kann dieser fundamentale vertrauensbruch doch wahrgenommen werden und kann ganze persönlichkeiten zerstören und/oder pervertieren. Wenn aber ein Kind ganz im Vertrauen einen Erwachsenen bittet ihm sex zu offenbaren (von wem auch sonst…) und das kind ein riesenglück hätte, dass dieser jemand noch nicht pervertiert von HC-Porno leistungs-abspritzsex pervertiert wäre, dies auch in liebe geschieht, bin ich absolut überzeugt, dass dies weder schädlich noch sonstwie traumatisierend für das Kind sein soll. im gegenteil würde dies tatsächlich beweisen, dass sex etwas schönes ist, und gleichzeitig, im idealfall viel frustration im späteren lebenerspart wird. Wegen der Masturbation, suchten wir rat bei verschiedenen stellen. denn, die filzstifte, die tagelang im staub lagen und z.t verletzungen herbeiführen konnten, waren sicher nicht akzeptabel. verbieten ist abgesehen der idiotie eines solchen verbots rein praktisch nicht durchführbar und kontrollierbar. Das hygienischte wäre da doch ein dildo… für KINDER??? Die Reaktionen der „Fachleute“ bestanden aus 3 Varianten. Ratlosigkeit, Super Idee bis zu „Das Kind muss umgehend psychiatrisiert (!) werden. Unsere Frage betraf nur die Masturbation. Keine anderen Umstände. Das Kinder sich ganz bewusst erwachsene als „Sexobjekte“aussuchen, ist scheinbar unvorstellbar und muss irgendwie „krankhaft“ sein oder der Fantasie des offensichtlich pädophilen kommen. Ich dachte immer der schlimmste, falsch besetzte begriff, sei „Droge“ (Teile einer Pflanze, zwecks Heilmittel) ich realisierte erst heute, dass Leute die Kinder missbrauchen, wirklich gebrauchen, meistens gar keine pädophilen sind, obwohl es die sicher auch gibt. Nein! 80% sind heterosexuelle Väter oder machtbesessene sadisten. und das tüpfelchen auf dem i: Pädophil, heisst so viel wie „Kinderfreund“ und muss sich absolut nich auf die sexualität beziehen! Wenn man einen ausgezeichneten Draht hat zu Kindern ist man streng genommen Pädophil! Leute die Kinder ausnutzen und zum zwecke ihrer kleinen (sündigen) Lust missbrauchen, vergewaltigen und z.t. töten, kann man ja nicht alles ernstes als „Kinder-Freund“ betrachten! Aber so wird es nun halt mal wahrgenommen. Dank den Medien und natürlich den achso „braven“ „normalen“ heuchlerischen „Bürger“ die ihren Kindern das leben zur hölle machen und gleichzeitig „kinderschutz“ schreien und mit ihren „aktionen zum schutz des kindes“ alles noch mehr ins „illegale“ und „dunkle“ treiben und somit eigentlich der gefahr des missbrauchs noch vorschub leisten! Die die hier von „Kinderfickern“ etc sprechen, haben nicht den hauch einer ahnung von der thematik und bringen mich mit ihrer scheinheilligen heuchlerei fast zum kotzen! Ich habe etliche Leute gefragt, was sie an meiner stelle getan hätten. Restlos alle wären abgehauen oder hätten sofort die mutter alarmiert und das vertrauen des kindes, nur zum „selbstschutz“ in den wind geschlagen, und hätten damit einen weiteren „schaden“ erzeugt! (selbstverständlich habe ich die mutter später aufgeklärt und sie sagte ihr eine zeitlang nichts. Das ich das tun musste, versteht sie heute. damals aber wäre das ganze eskaliert. Wenn auf youtube langweilige filmchen rauskommen, wo mädchen zw. 8 – 16 drin sind, haben die in wochen, millionen zugriffe! sind dies alles pädosexuelle? wieviele heuchler-heteros auf der suche nach mehr „pornokick“, die aber bei jeder gelegenheit „kinderficker“ schreien gibt es wohl? Dies ist das wahrhaftig perverse, das als „normal“ angesehen wird. Auf jeden Fall habe ich bis heute keine Broschüre gesehen die sich an Erwachsene richtet, wie man sich zu verhalten hat, wenn ein Kind Sex will und dies auch unter allen umständen erreichen will. (ohne wirklich zu verstehen was es ist) Dies wäre wirklich nötig! Egal wie man sich entscheidet, kann man viel kaputt machen. Vorallem dann wenn man nichts tut!Im Idealfall lernt man eine menge dazu und kann wirklich frei entscheiden und das richtige tun. Die ganze thematik braucht dringend ein „reset“. Gute Nacht.

  14. 14 Schnu 27. Dezember 2011 um 0:10 Uhr

    Ich denke das Thema ’sexuelle Handlungen mit Kindern‘ ist wirklich ein sehr, sehr schwieriges Thema. Für mich persönlich besonders, da ich als Kind (5 Jahre) sexuellen Kontakt mit einem Freund der Familie hatte und zu Sex ein sehr gestörtes Verhältnis habe. Der ‚Missbrauch‘ wurde über Jahre hinweg weitestgehend vergessen/verdrängt/whatever und dennoch war ich nie fähig Männer und ihre Sexualität als etwas anderes als dominierend, entmachtend und somit bedrohlich anzusehen – obwohl der Kontakt zu diesem Mann damals durchaus freiwillig war.
    Ich mochte ihn. Er war lustig, herzlich und hatte viel mehr Phantasie und Geduld als die anderen Erwachsenen. Und natürlich war ich auch stolz darauf, dass ein Erwachsener mich interessant fand und sich Zeit für mich nahm.
    Allerdings hätte (aus heutiger Sicht) es nie zum sexuellen Kontakt kommen dürfen! Er war der Erwachsene, er hätte es besser wissen müssen. Er war in dem Moment für meine Sicherheit zuständig. Und er hat diese Machtposition (die Erwachsene gegenüber Kindern IMMER innehaben) ausgenutzt, um sich zu befriedigen.
    Es gab keine Gewalt, keine Schmerzen, keinen Zwang… Und dennoch war es Missbrauch. Wieso?
    Weil ich zu jung war um zu wissen, was sexuelle Handlungen überhaupt sind. Und weil ich mitmachte, weil ich kein Spielverderber sein wollte.
    (Ich muss nochmals betonen, dass ich es zum damaligen Zeitpunkt nicht unnatürlich oder unangenehm empfand.)
    Aber durch den unaufgeklärten/unvorbereiteten Eintritt in meine eigene Sexualität ist vieles kaputt gegangen. So wie in dem Fall den Frei-Denker so ausführlich beschrieben hat, legte ich danach ein hypersexuelles Verhalten an den Tag. Sexualität wurde für mich (weil ich’s nicht besser wusste und erst recht noch gar nicht verstand) zu einem allumfassenden Thema, das immer da war. Überall war Sex. Ich näherte mich sowohl Erwachsenen als auch Gleichaltrigen sexuell ohne dass mir bewusst war, was Sex eigentlich ist, was es bedeutet und was es mit sich bringt.
    Dabei kam es ungewollt auch zu sexuellen Übergriffen an Jüngeren. Mit einem dieser Mädchen bin ich noch heute befreundet und sie hat mir erst vor Kurzem gesagt, dass die damaligen Erlebnisse sie geprägt hätten. Denn sie wollte das alles nicht, sondern hatte nur mitgemacht um mich als Freundin nicht zu verlieren. Dabei hatte sie den Eindruck gemacht, dass es ihr gefiel.
    Im Grunde waren die Begegnungen zwischen uns ebenso verkorkst, wie mein Kontakt zu diesem Mann.

    Damit will ich Pädophilie beileibe nicht verteufeln. Einer meiner besten Freunde ist homo-pädophil und ich selbst ertappe mich auch manchmal bei romantischen, emotionalen oder sexuellen Gefühlen gegenüber Kindern.

    Aber was ich verurteile, ist die sexuell-geschlechtliche Zuwendung (also mehr als Kuscheln, Küssen, Umarmen) gegenüber Schutzbefohlenen!
    Denn auch wenn es sich für das Kind gut anfühlt, heisst das noch lange nicht, dass es mit der Situation auch umgehen kann! Kinder sind sexuelle Wesen. Aber noch nicht bereit für Sex. Da liegt es in unserer Verantwortung Nein zu sagen und nicht in der des Kindes.

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