Seid bereit!

Hier passiert zur Zeit nicht viel, da kommt mir sowas gerade recht: der Blogsport-Wettbewerb „Kommunismus ist sexy“! Macht mit, seid immer bereit:


21 Antworten auf “Seid bereit!”


  1. 1 SnoopyBoy 21. Februar 2009 um 0:19 Uhr

    Kolletivpinkeln im Kindergarten (auch wenn man garnicht “muss”), Zwangs-Mittagschlaf (auch, wenn man garnicht müde ist), Zwangsteilnahme an “Pioniernachmittagen” (auch, wenn man garkeine Zeit hat), Fahnenappell in der Schule (gut geeignet, um “schlechte” Pioniere vor der gesamten Schule zu diffamieren), Militarismus (bereits im Kinderalter), Aufmärsche (ohne Sinn und Verstand), Führerkulte (Marx, Lehnin, Luxemburg, Liebknecht, Thälman…), Kritikverbote (Wer Kritik übt, fliegt von der Schule, gilt als “Klassenfeind”), Tabus (Cola trinken, Comics lesen, Eis am Stil essen, Cornflakes…), Frontalunterricht, Kampflieder, Tadel und brachiale Strafen für Proteste,….. alles in allem faschistoide Methoden zur Entindividualisierung des Menschen, um jeden Einzelnen zu entmachten; Das Kollekiv ist ALLES; DU BIST NICHTS!

    Kommunismus ist NICHT sexy, sondern totalitär und repressiv, jedenfalls DER Kommunuismus, den ICH erlebt habe, ich habe auch den “Kleinen Trompeter” angbetet, wie im 3. Reich die Kinder ihren Hitler!

    [EDIT; Begründung & Antwort siehe nächsten Kommentar – Admin]

  2. 2 Admin 21. Februar 2009 um 0:33 Uhr

    Also, die Nazi-Gleichsetzung kannst du wirklich mal stecken lassen. Hat „der kleine Trompeter“ industriellen Massenmord und einen Weltkrieg angerichtet?

    Eben. Kommt schon noch auf den Inhalt an, nicht nur auf die Form.

    Und das, was du da erlebt hast und was es samt und sonders in ähnlicher Form auch in der BRD gibt und gab, das wollen wir nicht, keine Sorge. Das weißt du aber auch. Außerdem müssen dein Ironiedetektor (klick mal auf den Link) und dein Geschmacksempfinden überprüft werden; oder findest du die Jungs da etwa nicht sexy?

  3. 3 SnoopyBoy 21. Februar 2009 um 3:40 Uhr

    > Also, die Nazi-Gleichsetzung kannst
    > du wirklich mal stecken lassen.

    Es wäre gut, wenn du mal kritisch ‚drüber nachdenken könntest! Es gibt Paralleln, beide Systeme fördern die Unterdrückung von Individualität, Freiheit und Kritik!

    > Hat “der kleine Trompeter” industriellen
    > Massenmord und einen Weltkrieg angerichtet?

    Der Kommunismus? Stalin? Mao? Honnecker? Fandest du dieses Systeme gut? Es muss nicht gleich ein Weltkrieg ausbrechen, um eine Staatsform SCHEISSE zu finden; Fehlende Meinungsfreiheit, Fehlende Reisefreiheit, Mauertote, Zwangslager bei Stalin, Todesstrafe in China… Kommunismus im 20. Jhd? Das bedeutete Zwangskollektivismus! Militarismus! …und Unterdrückung von Freiheit und Individualität! Kommunismus im 20. Jhd? Das bedeutet: Repressionen gegenüber Individuen und ihrem Freiheitsdrang! Das bedeutete Arbeitslager bei Stalin, Todesstrafen bei Mao! Überwachung, Bestrafung und Inhaftierungen in der DDR! Das sollte man kritisch erwähnen dürfen!

    > Kommt schon noch auf den Inhalt an, nicht nur auf die Form.

    Eben, Inhalte habe ich dir genannt (Kollektivmismus, Repressionen für alle, die NICHT Teil des Kollektivs sein wollen, Zwänge, Strafen, Aussonderung, Beraubung von Freiheitssrechten…) und auf die Form kommt es AUCH an, v.a. auf den Umgang mit den Bedürfnissen der Individuen in einer Gesellschaft. Der Kommunismus, wie er in der DDR geführt würde, hat Bedürfnisse der Menschen knallhart übergangen und unterdrückt!

    Wie gesagt, der Kommunismus kann keine Lösung sein, Marx, Engels, Lehnin, Luxemburg… Das kann kein Frieden geben!

    > oder findest du die Jungs da etwa nicht sexy?

    Geschmackssache, da steht aber, dass der „Kommunismus sexy“ ist, das halte ich in Anbetracht meiner repressiven Erfahrungen mit dem „kleinen Trompeter“ für geschmacklos und entwürdigend für alle Opfer von Staatsterror und kommunistischer Repression!
    Ironie hin, oder her! …und nein, ich finde die Jungs nicht sexy, ich empfinde eher Mitleid für die Jungs und Wut auf ein brachiales System, das mir meine Freiheit in meiner Kindheit geraubt hat!

    NIE WIEDER KOMMUNISMUS! KOMMUNISMUS IST NICHT SEXY, DENN SCHEISSE KANN NICHT SEXY SEIN!!

  4. 4 human 21. Februar 2009 um 14:22 Uhr

    Seid bereit – Immer breit!

  5. 5 SnoopyBoy 21. Februar 2009 um 17:18 Uhr

    Immer BEREIT zu sein ist INHUMAN!

  6. 6 human 22. Februar 2009 um 14:43 Uhr

    ja, BREIT sein zu können, ist hingegen sehr HUMAN!
    ich spüre hier bad vibrations. hm… xD

  7. 7 Admin 22. Februar 2009 um 22:52 Uhr

    Es war auch nicht ALLES schlecht, SnoopyBoy! :P

    Deine Erfahrungen sind übrigens auch nicht verallgemeinerbar, woher weißt du denn, dass du mit den Jungs auf dem Bild Mitleid haben musst? Ich finde es schon recht weit hergeholt, mir „Entwürdigung aller Opfer von Staatsterror und kommunistischer Repression“ vorzuwerfen, nur weil ich den Begriff „Kommunismus“ benutze und da ein paar Jungs in kurzen Hosen die Hand dämlich über den Kopf halten. Das war halt eine Form von staatlich organisierter Jugendkultur, na und? Und bevor du jetzt wieder den Vergleichshammer rausholst und mit der HJ ankommst: das war KEIN Staat, der Vernichtungslager unterhielt, Kriege anzettelte und die Welt unterjochen wollte, sondern das war die putzige kleine DDR, ein leider missglückter und unfreiwillig komischer Versuch, die Barbarei von Faschismus und Kapitalismus hinter sich zu lassen.

    Viel spannender ist doch die heutige Situation: dein Mitleid wäre bei aktuellen Jungs viel besser aufgehoben, und die werden übrigens durch den KAPITALISMUS geschädigt und nicht durch Karl Marx:

    „Kollektivismus, Repressionen für alle, die NICHT Teil des Kollektivs sein wollen, Zwänge, Strafen, Aussonderung, Beraubung von Freiheitssrechten“, alles was du da dem bösen Kommunismus anlastest ist top-aktuell, und zwar im (deutschen) demokratischen Kapitalismus! DA ist Kritik angesagt, und zwar marxistische, weil Marx eben erkannt hat, warum der Kapitalismus so scheiße ist, dass jeden Tag hunderttausende Menschen darin verhungern, kaputt gehen, depressiv werden, einen SCHADEN erleiden. Imperialistische Kriege werden geführt, das Volk auf die Nation eingeschworen, und diejenigen, die nicht Teil des Volkes sind, gehen dabei drauf, z.B. im Mittelmeer; immer mehr Menschen werden zu „Prekariat“, die Menschen schuften sich krumm, müssen einen scheiß Job nach dem andern annehmen, um überleben zu können, und du redest davon, dass in einer nicht mehr existenten Staatsform die Bedürfnisse zu kurz gekommen seien! Das ist doch lächerlich. Wo geht’s denn HIER um Bedürfnisse? Was ist das eigentlich für ne scheiß „Freiheit“, die du da verteidigst? Die Freiheit, sich verkaufen zu müssen! Mann, da kann ich richtig Wut kriegen „auf ein brachiales System, das mir meine Freiheit [immer schon] geraubt hat“, nämlich auf DIESES System!

    Übrigens, ob du das, was an die Stelle dieses menschenverachtenden Systems treten muss, dann „Kommunismus“ nennst, ist nun wirklich wurscht. Wichtig ist, dass es darin kein Privateigentum an Produktionsmitteln, keine Waren und keine Lohnarbeit gibt, sondern eine Wirtschaft, in der Güter in gegenseitigem Einvernehmen nach Bedarf produziert werden. Und Nationen, Staaten und den ganzen Kappes, der da so gewalttätig dranhängt, brauchen wir dann auch nicht mehr, okay?

  8. 8 SnoopyBoy 22. Februar 2009 um 23:32 Uhr

    > Es war auch nicht ALLES schlecht, SnoopyBoy!

    Das sagte meine Oma auch immer über die Zeit der Nazis! Jedes System hat Vor-, wie Nachteile. Der Kommunismus, wie in der DDR funktionierte, baute keinen Individudalismus auf, das Individuum war nichts wert und hatte im Kollektiv, in der Organisation der Pioniere, der FDJ, in Brigaden etc… zu funktionierte. Wer sich weigerte, hatte Nachteile und riskierte Überwachungen und Strafe, d.h. Repressionen!

    > Deine Erfahrungen sind übrigens auch nicht verallgemeinerbar

    Natürlich sind die Erfahrungen verallgemeinerbar. Kritik am System der Pioniere bzw. am System des Kommunismus in der DDR führte in der DDR zu Repressionsverfahren, zu Strafen, zu Diffamierungen etc… Das ist belegt und verallgemeinerbar! Es ist notwendig und wichtig, diese faschistoide und diktatorischen Seiten des Kommunismus in der Geschichte zu beleuchten!

    > Woher weißt du denn, dass du mit den Jungs
    > auf dem Bild Mitleid haben musst?

    Mitleid ist eine Emotion, sehr persönlich, hat weder etwas mit Wissen, noch mit „müssen“ etwas zu tun!

    > Das war halt eine Form von staatlich
    > organisierter Jugendkultur, na und?

    Pionierorganisationen sind Zwangsstrukturen gewesen, für Kinder ab der 1. Klasse, ab 6 Jahren bis zu 14 Jahren. Von „Jugendkultur“ ist also nicht die Rede, da fehlt es dir an Wissen! Die „Jugendkultur“ der DDR war die zwanghafte „Jugendweihe“, mit der man Teil der „Freien Deutschen Jugend“ (FDJ) wurde.

    Man merkt, dass du sie nicht erlebt hast. Sie war nicht „organisiert“, sondern sie wurde zwanghaftet verordnet und die Teilnahmen an „Pioniernachmittagen“ wurde scharf kontrolliert. Mich hat man in der 3. Klasse NIE gefragt, ob ich Pionier werden will, ich wurde es zwangsläufig. Hätte ich mich gewehrt, weil ich z.B. das System nicht leiden kann, hätte es passieren können, dass meine Eltern die Arbeit verlieren bzw. ich nicht studieren hätte können. Das ist Staatskontrolle, Überwachung und Repression! Das ist Diktatur! Das ist NICHTS mit einer „Jugendkultur“ zu tun, sondern ist Massenmanipulation, weit weg von der Idee der „Jugendkultur“, die dazu führt, eine EIGENE IDEE zur Identitätsfindung als Jugendlicher aufzubauen. Sowas gab’s in der DDR auch, z.B. bei den Punks!

    > das war KEIN Staat, der Vernichtungslager unterhielt

    Das war ein Staat, der seine Bürger jahrzehntelang in Knäste steckte, weil diese Bürger ihre Verwandten besuchen wollten! Das war ein Staat, der Jugendliche in Lager gesteckt hat, wo diese Jugendlichen gelernt haben, mit der Waffe in der Hand die DDR zu verteidigen!

    > Kriege anzettelte

    Die DDR war Teil des kalten Krieges!

    > das war die putzige kleine DDR

    Man merkt, dass du sie nicht erlebt hast, dass du nie von Pionierleitern geschlagen, getreten wurdest, nur weil du Cola getrunken hast und man eine „Micky Maus“ bei dir fand! Du standest NIE von 500 Schülern, um als „Feind des Sozialismus“ vor allem Schülern diffamiert zu werden! Das waren die üblichen Strafen in der gesamten DDR. Dir fehlt es offensichtlich an Informationen!

    > alles was du da dem bösen Kommunismus anlastest ist
    > top-aktuell, und zwar im (deutschen) demokratischen
    > Kapitalismus!

    Das ist nicht wahr, es gibt keine „Pioniernachmittage“ mehr, keine Fahnenappelle, keine staatliche Zwangsteilnahme an Kinder- und Jugendorganisationen. Außerdem gibt es keine staatliche Verordnung mehr, in dieser Organisation dabei sein zu müssen! Im Gegenteil: Es gibt vielfältige Angebote, die Kinder und Jugendliche freiwillig nutzen können! Abgesehen davon werde ich auch nicht bestraft, nur weil ich Zeitungen lese oder weil ich die falsche Cola trinke! Eltern verlieren auch nicht die Arbeit, nur weil ihre Kinder das falsche Fernsehprogramm sehen! Es gibt Probleme im herrschenden Kapitalismus, der Neoliberalismus hat inhumane Züge, aber der Kommunismus ist dagegen das ANDERE Extrem, das ich genauso nicht haben will!

    > das Volk auf die Nation eingeschworen

    Hä? Du kannst hier frei und offen antinationale und kommunistische Plakate basteln. Das Gegenteil, das Basteln von kapitalistischen Plakten im Kommunismus wurde in der DDR bestraft, zensiert und wenn du Pech hattest, wurdest du ausgewiesen (Fall Biermann). Demonstrationen waren in der DDR auch verboten, nirgendwo war das Volk so sehr eingesperrt und wurde so sehr überwacht, wie in der DDR, das kannst du nicht ignorieren, das ist Realität. Die BRD, wie sie z.Zt. ist AUCH SCHEISSE, ja!

    > immer mehr Menschen werden zu “Prekariat”,
    > die Menschen schuften sich krumm, müssen
    > einen scheiß Job nach dem andern annehmen,
    > um überleben zu können, und du redest davon,
    > dass in einer nicht mehr existenten Staatsform
    > die Bedürfnisse zu kurz gekommen seien!

    Aha und weil DIESES SYSTEM scheiße ist, brauchen wir ein ANDERES SYSTEM, dass genauso SCHESSE IST? Ich habe NIE behauptet, dass DAS SYSTEM DER BRD besser ist! Es gibt noch Alternativen zwischen den Extremen Kommunismus und Kapitalismus, lieber Sonny!

    > Was ist das eigentlich für ne scheiß
    > “Freiheit”, die du da verteidigst?

    Die Freiheit, Plakate malen zu dürfen, auf denen „Kommunismus ist sexy“ steht und die Freiheit, das kritisieren zu dürfen, ohne dass der Staat sich einmischt! Das nennt man Meinungsfreiheit! Das nur als Beispiel! In der DDR war sowas nicht möglich!

    …und noch einmal für dich: Ich finde Kommunismus SCHEISSE und Neoliberalismus finde ich AUCH SCHEISSE! Nur weil ich Kommunismus scheiße finde, heißt es noch lange nicht, dass ich die BRD toll finde, Sonny! Nicht so schnell Schlüsse ziehen!

    Les‘ mehr Kommunismuskritik, Sonny! Les mehr Bakunin! Les mehr Foucault!

    http://www.anarchismus.at/txt5/bakuninsozialismus.htm

    Immer kritisch bleiben!

    Kritik ist:

    „…die Kunst, nicht dermaßen regiert zu werden. […] „Nicht regiert werden wollen“ heißt schließlich: nicht als wahr annehmen, was eine Autorität als wahr ansagt, oder jedenfalls nicht als wahr annehmen, weil eine Autorität es als wahr vorschreibt. Es heißt: etwas nur annehmen, wenn man die Gründe, es anzunehmen, selber für gut befindet.“

    Michel Foucault: „Was ist Kritik?“, Berlin, 1992.

  9. 9 SnoopyBoy 22. Februar 2009 um 23:35 Uhr

    > das war KEIN Staat, der Vernichtungslager unterhielt

    Was ist mit Stalin?

  10. 10 SnoopyBoy 22. Februar 2009 um 23:44 Uhr

    > der Vernichtungslager unterhielt

    Statlin?

  11. 11 Admin 23. Februar 2009 um 0:39 Uhr

    Stalin unterhielt Vernichtungslager in der DDR? Gulags waren übrigens auch gar keine.

    Zum Thema „Freiheit“ nur mal folgendes: warum, meinst du, laufen die ganzen kommunistischen Blogs hier anonym? Und: schon mal was von Berufsverboten gehört?

    Weitere Diskussion erscheint mir allerdings gerade sinnlos, es ist offensichtlich, dass du nicht einsehen möchtest, dass man mit „Kommunismus“ auch was anderes meinen kann als stalinistische Grausamkeit. Und dein Bild vom Realsozialismus scheint mir so sehr durch dein Kindheitstrauma bestimmt, dass du da gar nicht differenziert rangehen kannst. Außerdem habe ich keine Lust darüber zu diskutieren, wie gesagt, ich finde aktuelle Probleme dringlicher. Ich halte es allerdings wirklich für übertrieben zu behaupten, sämtliche Kinder der DDR hätten durch die FDJ schlimmes Leid erfahren. Das ist doch albern.

    BTW, soll übrigens auch Menschen geben, die durch Pfadfinder/Kirche/Schule traumatisiert wurden. Und wenigstens die Schule ist Zwang, Kirche bei den meisten auch.

  12. 12 SnoopyBoy 23. Februar 2009 um 1:20 Uhr

    > , es ist offensichtlich, dass du nicht einsehen
    > möchtest, dass man mit “Kommunismus” auch was
    > anderes meinen kann als stalinistische Grausamkeit.

    Mir geht es darum, dass hier das Thema „Kommunismus“ offensichtlich zu wenig selbstkritisch behandelt wird, v.a. regt es mich auf, dass der Kommunismus hier mit dem Sloagan „Kommunismus ist sexy“ quasi verharmlost wird und so Repressionen IM Kommumismus heruntergespielt werden! Die Aktion ist für mich damit weitgehend sinnbefreit und wirkt auf mich, wie unreflektierte Naivität! Die tatsächlichen Probleme heute werden damit heute nicht dargestellt. Protest sieht ANDERS aus! Eher stellen sich damit die Verantwortlichen als unkreativ, als bloße Spaßtruppe heraus! Sorry, bei all den Problemen, die z.Zt. existieren, ist Spaß nicht angebracht!

    HIER werden Pioniere dargestellt und in Verbindung mit den Begriffen „Kommunismus“ und „sexy“ dargestellt. Ich will kritisch anmerken, dass ich das nicht witzig finde! Die Pioniere gehören offensichtlich zum System der DDR, was definitiv keine Lösung für die derzeitigen Probleme sind! Der Kommunismus der DDR war diktatorisch, kritikhemmend und EXTREM repressiv!

    UND: Ja, ich mag den Kommunismus nicht, denn ich denke, dass der Kommunismus die Individiualität des Menschen nicht berücksichtigt, sondern den Menschen zum Teil einer Masse, einer Kommune macht, was zwangsläufig dazu führt, dass das Individuum dabei zugründe geht! Wenn man mir ein Konzept vorlegt, von einem Staat oder besser: einer Gesellschaft, der/die kommunistisch ist, der/die trotzdem die Individualinteresse der EINZELNEN Menschen berücksichtigt, ein Staat, wo man nicht ständig der Willkür der Herrschenenden ausgesetzt ist, dann ok, bitte schön! Ich denke aber, bei allen Versuchen, am Ende landet man doch in autonome, herrschaftsfreie Gesellschaften, in der Anarchie, weil weg von kommunistischen Zuständen, wo man einem Kaderführer gehorchen muss und den „Imperalismus“ unreflektiert zum Feindbild erklären muss!

    Support your Local Antifa? Gerne, aber MEINE Antifa hat neben einer roten, noch eine SCHWARZE Fahne mit dabei! Meine Antifa ist antifaschistisch, damit aber noch lange nicht pauschal NUR kommunistisch! Antifa heißt nicht pauschal NUR Kommunismus! Anfifa, das heißt auch Streben nach Autonomie, Anarchie…

    > warum, meinst du, laufen die ganzen
    > kommunistischen Blogs hier anonym?
    > Und: schon mal was von Berufsverboten gehört?

    Ja, ich betone es erneut: Ich bin mit dir auf einer Linie, dass DIESES BRD-System scheiße ist, mein Portal gemtp.net läuft auch unter erhöhten Sicherheitsmaßnahmen, weil es auf einer Strato-Homepage nicht veröffentlicht werden würde bzw. ich mit willkürlichen Polizeirepressionen zu kämpfen hätte! Der Kommunismus ist aber GENAUSO scheiße, in einem kommunistischen System gäbe es dein Blog AUCH nicht, genauso wie meine Website nicht, DA gäbe es genauso Repressionen gegen Pädophile, die in der DDR übrigens als „Schwachsinnig“ diffamiert wurden, wie ich es letzens in einem „Lexiion der Sexualität“ es nachlesen durfte …und ja, Pädophilen wurden auch mit der Todesstrafe bedroht! Von China bzw. Nordkorea will ich garnicht reden…

    Falls du mir ein ANDERES kommunistisches System darstellen kannst, dass NICHT ZENSIERT, NICHT ÜBERWACHT, NICHT WILLKÜRLICH BESTRAFT, NICHT mich als PÄDO verfolgt, nur weil ich nicht zum Mainstream-Sexualität gehöre, gerne, dann ist Kommunismus sexy, aber SO nicht!

    Das System, dass dein Plakat darstellt, das DDR-System, ist jedenfalls keine Lösung aus den Problemen heute heraus, eher eine Flucht in ANDERE PROBLEME!

    > Kinder der DDR hätten durch die FDJ schlimmes Leid erfahren

    Natürlich nicht, da Kinder nicht in der FDJ waren, sondern diese waren Jung- bzw. Thälmannpioniere! In der FDJ waren Jugendliche ab 14. Von „Jugendkultur“ zu reden, ist völlig falsch, weil jede Definition von „Jugendkultur“ darauf nicht anwendbar ist; Es war STAATLICH verordnet, da mitzuwirken, ob man wollte oder nicht, was ich GRUNDSÄTZLICH für repressiv und damit für faschistoid halte und hier gibt es auf jeden Fall eine klare Gemeinsamkeit zur HJ, die ebenfalls Kinder und Jugendlichen aufgezwungen wurde, unabhängig von den Inhalten!

    Ich denke, es ist auch wichtig über Formen zu reden, über Zwang, Herrschaft und Verordnung in der Differenz zum Begriff selbstverwalteten, freien „Jugendkultur“, wie „Punks“, „Hip Hoper“, „Emocore“ u.s.w..

    Mir geht es auch nicht um das „Leid“ der Kinder, von „Leid“ habe ich nicht geredet, sondern von der Unmöglichkeit der Bildung einer EIGENEN kritischen Meinung in der DDR als Kind oder Jugendlicher; Du hast ein System vorgebetet bekommen, kritisieren durfest du es nicht, obwohl dir bald all die Nachteile bekannt waren, wie z.B. die Unmöglichkeit, nach z.B. München zu fahren, um Michael Jackson LIVE zu sehen. Es war tatsächlich UNMÖGLICH und zwar ein ganzes Leben lang nicht, die Welt zu bereisen, genauso wie es unmöglich war, Eis am Stil zu essen oder „Knight Rider“ zu sehen!

    Wenn Kritik und individuelle Freiheit nicht gefördert wird, wenn Kritik zu staatlicher Überwachung, zu Repressionen, zu Unterdrückung führt, DANN ist dieser Staat, egal, ob der kommunistisch ist sonstwas, abzulehnen, die DDR, genauso wie die BRD, unabhängig von den „schönen“ oder „nicht so schlimmen“ Zeiten, die es trotzdem gab!

  13. 13 Admin 23. Februar 2009 um 13:57 Uhr

    Ich meinte schon die Pioniere, die waren Teil der FDJ. Und ich versteh ja dein Argument, nur geht das an meinem völlig vorbei, und dir fehlt’s da echt an Humor (Spaß muss sein, von wegen keine Zeit dafür, ohne Spaß geht man doch kaputt). Außerdem muss ich deine Forderung nach einem perfekt ausgetüftelten Gesellschaftssystem erstmal hinten anstellen, da können wir dann ja mal nach gucken, wenn der Kapitalismus abgeschafft ist. Fragt sich nur, ob antikommunistische Hetze dafür so sinnvoll ist!

    Die Kontroverse hier hat übrigens interessante Parallelen zu denen Ende des 19. Jahrhunderts zwischen den antikommunistischen Individualanarchisten um John Henry Mackay (der das gleiche „AoA“ wie du hatte btw, hehe) und Marxisten. Siehe dazu die sehr interessante Mackay-Biographie von Hubert Kennedy. Das mal abschließend…

  14. 14 SnoopyBoy 23. Februar 2009 um 16:55 Uhr

    Danke für den Hinweis bzgl. Mackay! Die Diskussion ist uralt, seit Jahrhunderten sucht man nach einem System, dass die Interessen des Individums („Jedem das Seine!“) mit den Interessen einer Gemeinschaft („Jedem das Gleiche!“) verknüpft, ein System, das Gerechtigkeit und Freiheit in sich vereint!

    Seit einigen Jahren strengt man sich aber wohl nicht mehr an, darüber nachzudenken, wie eine ANDERE GESELLSCHAFT, die Freiheit und Gerechtigkeit verbindet, aussehen könnte; Die Linke im 21. Jhd. verkommt stattdessen zu einer verzettelten Spaßgeneration, die nichts weiter zu bieten hat, als unreflektierte, plakative Phrasen („Kommunismus ist sexy“) und verbale, naive Destruktivität („können wir dann ja mal nach gucken, wenn der Kapitalismus abgeschafft ist“) Ich würd‘ mich freuen, wenn ich mich da irre und es IRGENDWO noch konstruktive Debatten gibt! Die DDR ist jedenfalls keine Lösung und kein Vorbild, dazu war sie zu faschistoid!

    Zum kleinen Trompeter geht’s übrigens hier entlang:

    http://www.youtube.com/watch?v=lnJ34Rt5oSo

    Da ist die Rede von „Blut“, von „Kameraden“ und „Rotgardisten“. Kann uns dieser „Kriegsheld“ ein Vorbild sein? Ich sage: NEIN! Kameradschaft, Militarismus und Heldenmythen sind überholte faschistoide Ideologien, die hier so rot, so links sind, dass sie rechts wieder herausgucken! Diese Ideologie ist ganz sicher nicht „sexy“.

    Wir brauchen Alternativen und keine alten, verstaubten Bilder!

    Zum Schluß, mal wieder, ein Zitat:

    “Revolution ist ein langandauernder Marsch um die Schaffung von neuen Menschen, die fähig sind, nicht eine Clique durch eine andere zu ersetzen.”

    Rudi Dutschke

    http://www.youtube.com/watch?v=vqN2uUg6RFw

  15. 15 Different 23. Februar 2009 um 17:35 Uhr

    Wenn eine Alternative zum Kapitalismus jemals wieder in den öffentlichen Diskurs kommen soll, muss die deutsche Linke endlich damit aufhören, sich positiv auf realsozialistische Staaten zu beziehen. Für den Außenstehenden ist nicht ersichtlich, ob dieser positive Rückbezug nun nur Spaß oder Provokation ist und somit stellt sich die Bewegung noch viel mehr ins Abseits, als sie sowieso schon ist, weil sie als Sympathisanten totalitärer Systeme wahrgenommen werden. Dies führt dazu, dass Menschen, die tendenziell für kommunistische Theorien empfänglich wären, sich mit diesen befasst, weil das ja „die ewig gestrigen“, „Autonomen“, „Linksfaschisten“ oder sonstwas sind, mit denen man nichts zu tun haben will. Die Linke sollte darauf hinwirken, dass eine Überwindung des kapitalistischen Systems wieder Thema in Philosophie, Sozilogie und auch im öffentlichen Diskurs wird, denn durch Abkapselung in die eigene „sexy“ Subkultur überzeugt man keine Menschen.

  16. 16 SnoopyBoy 05. März 2009 um 17:30 Uhr

    > Wenn eine Alternative zum Kapitalismus
    > jemals wieder in den öffentlichen Diskurs kommen soll,…

    ….kommt sie am folgenden Wochenende:

    http://www.attac.de/aktuell/kapitalismuskongress/startseite/

    Falls Ihr dabei seit: Hinweisen möchte ich v.a. auf das Seminar „Autonome Gesellschaft statt Kapitalismus“ von Ulf Martin und Harald Wolf. In diesem Seminar versuchen die beiden Dozenten den Marxismuskritiker Cornelius Castoriadis zu analysieren und die Frage nach der kollektiven, wie der individuellen Autonomie zu stellen!

    Termin: Sonntag, den 8.3., von 9.30-11 Uhr, TU Berlin (Straße des 17. Juni 135, Hauptgebäude, 3003A)

    Falls ihr nicht dabei sein könnt: Ein Überblick über das Werk von Cornelius Castoriadis gibt der folgende Artikel:

    http://www.autonomieentwurf.de/fileadmin/Dokumente/AoB.pdf

    FÜR EINE SELBSTBESTIMMTE GESELLSCHAFT OHNE KOMMUNISTISCHE ODER KAPITALISTISCHE HERRSCHAFT!

    FÜR SELBSTBESTIMMTE UND HERRSCHAFTSFREIE KINDER UND JUGENDLICHE!

  17. 17 Wendy 17. März 2009 um 21:13 Uhr

    Der Kommunismus ist der Rhythmus, wo jeder mit muss.!

  18. 18 Anticommunista 05. April 2009 um 12:33 Uhr

    Ich finde den Kommunismus NICHT sexy. Aber ich finde Jungs sexy!

  19. 19 seelenkuckenente 30. November 2010 um 12:26 Uhr

    Die Pionierorganisation der DDR orientierte sich im organisatorischen Bereich und z.T. auch bei der Symbolik schon am Faschismus. Was unter Adolf bei HJ und BDM wunderbar funktioniert hatte, musste man doch in den späten 40er Jahren nicht noch mal erfinden. Ein bisschen freundlichere Farben, andere Liedtexte (Melodien konnten z.T. wieder verwendet werden), Wimpel, Fahnen und Apelle wie sonst auch. Da man in der DDR über die böse Vergangenheit nicht gesprochen werden durfte, ging mit der Zeit verloren, daß gerade bei der Kinderorganisation viel Erprobtes wiederverwendet wurde. SO haben mir meine Eltern nicht erzählt, daß der Mittwoch Nachmittag (Pioniernachmittag) schon im 3.Reich regelmäßig bei HJ und BDM für Gemeinschaftsaktivitäten genutzt wurde. Ja, man hätte ja Paralellen finden können – die es mit Sicherheit auch gab. Letztendlich sollen Kinderorganisationen die neue Generation ideologisch an die Bedürfnisse der Herrschenden anpassen. Und es funktioniert auch immer wieder !

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