Lindenstraße

Auf EinsFestival laufen täglich um 18 Uhr alte „Lindenstraße“-Folgen. Aktuell ist man bei Folge 706, und einer der Handlungsstränge handelt von einer Freundschaft zwischen einem älteren Mann und einem 9jährigen Jungen. Es gibt zwar keine offenkundige sexuelle Ebene, aber die liebevolle Zuneigung zwischen den beiden ist offensichtlich, und wenn man sich ein wenig mit Pädophilie beschäftigt hat, wird man feststellen, dass eine Beziehung wie diese etwas ist, was viele Pädos anstreben. Hier kann man die Geschichte nachlesen.


8 Antworten auf “Lindenstraße”


  1. 1 SnoopyBoy 25. März 2009 um 0:15 Uhr

    „Zwischen Kindern und Erwachsenen besteht IMMER ein Machtgefälle.“, sagt man! Hier nicht! Es gibt also AUCH Beziehungen zwischen Erwachsenen und Kindern, die KEIN Machtgefälle besitzen, sondern von Gleichberechtigung und Freundschaft geprägt sind! Für mich ist diese Gleichberechtigung und diese Freundschaft aber nix spezfisch pädophiles, eher etwas rein Zwischenmenschliches, Soziales! Diese Zwischenmenschlichkeit zwischen Kindern und Erwachsenen ist aber heute leider so selten geworden – weil immer weniger Erwachsene Kontakt zu Kinder haben – , dass man glaubt, dass der, der eine Freundschaft mit einem Kind führt unnormal, krank, gefährlich und höchstwahrscheinlich pädophil sein muss, weil als Erwachsener „gibt man sich ja nicht mehr mit Kindern ab.“ !

    Können Erwachsene und Kinder eigentlich irgendwann mal gleichberichtigt, fernab von Elternschaft und Pädagogik, MITEINANDER in einer Gesellschaft ZUSAMMENLEBEN, ohne, dass der Erwachsene als gefährlich oder gar als pädophil gelabelt wird?

  2. 2 Admin 25. März 2009 um 13:24 Uhr

    Ja, das ist das Problem. Mit Kindern gibt man sich nicht ab, man meidet sie, macht sich über sie lustig etc., oder man arbeitet professionell mit ihnen, aber dann bitteschön auch für Geld oder für sonst irgendwelche Vorteile.

    Es ist sicherlich erstmal Wunschdenken von mir, dass die in der Serie gezeigte Beziehung einen pädophilen Charakter hat. Es wird immer von einem „väterlichen Freund“ gesprochen; nun ist das aber eine Rolle, die vor allem ältere Pädophile ja tatsächlich gerne einnehmen. Mein Wunschdenken resultiert aus dem Problem, dass die Leute Pädos ausschließlich als „Kinderschänder“, also als Leute, die Schande über ein Kind bringen, begreifen. Ich befürchte zwar, dass ich mit dieser Strategie – „seht her, Pädos können auch lieb sein“ – angesichts der Hegemonie von „Täterpreventionsprogrammen“ und einer zunehmenden Psychiatrisierung des pädophilen Begehrens nicht weit komme, und deshalb finde ich es auch einerseits gut zu fordern, Menschen aufgrund ihres Verhaltens gar nicht mehr in Schubladen zu stecken; andererseits glaube ich auch hier nicht, dass es groß was bringt, da diese Identitätsschiene etwas ist, was ursächlich aus der kapitalistischen Konkurrenz erwächst (--> bürgerliches Selbstbewusstsein) und somit auch erst zusammen mit dem Kapitalismus abgeschafft werden wird.

    Ich wüsste gern, was sich die Drehbuchautoren damals bei der Storyline gedacht haben. Aus den Pressetexten und den Folgenbeschreibungen würde ich schließen, dass es zum Einen darum ging, den Konlfikt zwischen Vater und Sohn zu dramatisieren und zum anderen darum zu zeigen, dass mysteriöse Ex-Knackis keine schlechten Menschen, also z.B. keine Pädos, sein müssen. Trotzdem finde ich es eben bemerkenswert, wie sehr diese Geschichte pädophile Lebensrealitäten widerspiegelt, wenn auch vermutlich unfreiwillig. Und ich finde es auch wichtig, das mal zu benennen.

  3. 3 SnoopyBoy 25. März 2009 um 15:40 Uhr

    > oder man arbeitet professionell mit
    > ihnen aber dann bitteschön auch für Geld

    Ja, ich habe oft erlebt, dass sobald ich sage: „Ich betreue den Jungen für 15 Euro/Stunde.“, dass dann gar die heftigsten Kinderschützer von dem Vorwurf der Pädophilie abgehen! Geld zu verlangen bzw. zu behaupten, man „betreue“ Kinder NUR für Geld, ist in kapitalistischen Zeit häufig legitim! Das Gegenteil; Zu behaupten, man kümmere sich um Kinder aus SOZIALEN Motiven heraus, aus Gründen der Nachbarschaftlichkeit oder Zwischenmenschlichkeit, gar aus Gründen der Ideale, die man hat, ist heute NICHT NORMAL, daher VERDÄCHTIG, oder es ist SUPERTOLL, weil man es ja für einen „guten Zweck“ tut. Als sozialer Mensch bekommt man heute also entweder Repressionen oder Kinder- und Jugendförderung! Also sozialer Mensch ist man also entweder „gefährlich“ oder „förderungswürdig“, aber NIE einfach nur „nett“ oder „ok“. Sozialität, Gemeinschaftlichkeit und Zwischenmenschlichkeit ist im Endeffekt also nicht mehr die Normalität, sondern ein Extrem!

    Sich aus SOZIALEN Gründen heraus, als Einzelperson, ohne Geld zu nehmen und ohne Verein im Hintergrund, um Kinder in der Nachbarschaft zu kümmern, ist in Zeiten des Individualismus etwas fundamental Radikales, ist quasi Ziviler Ungehorsam!

    Kindern Geld zu geben, ist dagegen AUCH verdächtig, weil man glaubt, der Mann will ja was „zurück“ haben, also bestimmt Sex oder die Mitgliedschaft bei Scientology etc… Einfach so was „schenken“, weil das Kind Geld „braucht“, ist verdächtig! Heutzutage gibt man Kindern kein Geld mehr, man „spendet“ es, an, genau, an die, die im Umgang mit Kindern Geld verdienen!

    Ergo: Wer heute für seine außerfamiliären Beziehungen mit Kindern

    1. Geld verlangt
    2. Kinder- und Jugendförderung beantragt

    ist nicht mehr verdächtig, pädophil zu sein!

    Wer dagegen

    1. kein Geld verlangt
    2. sondern einfach nur ein Hobby mit einem Kind teilt

    ist verdächtig, z.B. pädophil zu sein!

    Ergo: Es ist ratsam, dass wir Pädophilen heutzutage für unsere Beziehungen Geld verlangen, so sind wir weniger verdächtig!

    > Es ist sicherlich erstmal Wunschdenken von mir,
    > dass die in der Serie gezeigte Beziehung einen
    > pädophilen Charakter hat.

    Ja, du labelst die Beziehung als „pädophil“ und wertest diese positiv. Genau das tun „Kinderschützer“ auch, sie labeln die Beziehung AUCH als „pädophil“, werten sie aber als negativ ab, weil als „gefährlich“ für den Jungen!

    Jeweils liegt Gefühlsbrei vor: Sehnsucht nach „Beziehung“ in deinem Fall, Sorge und Angst um das Kind im Fall der Kinderschützer! Jeweils ist es das Hineinproejzieren eigener Gefühle in fremde Beziehungen!

    Das Problem ist das fehlende logische Nachdenken über den Einzelfall:

    1. Frage: Was will der Mann wirklich?

    Hat er WIRKLICH pädophile Absichten im Sinne der Pädophilie, d.h. im Sinne der Sexualität des Pädophilen? Nein! Es mag zwar Pädophile geben, die sich Zwischenmenschlichkeit, Nähe und Geborgenheit mit Kindern suchen, Freundschaften pflegen etc.. et.., die Motive sind aber im Rahmen der Sexualität zu suchen, eben NICHT im Rahmen der Sozialität. Der Pädophile ALS PÄDOPHILER hat PRIMÄR kein SOZIALES Interesse an Kindern, sondern ein SELBSTVERWIRKLICHENDES Interesse; Die Befriedigung seiner Sexualität ÜBER die soziale Beziehung mit dem Jungen. D.h. jede pädophile Beziehung besitzt eine sexuelle Komponente und sei sie auch noch so latent im Kopf des Pädophilen vorhanden und diese Erotik wird im Zusammenenleben mit dem Kind erreicht (pädagogischer Eros)!

    Insofern jemand, wie dieser Mann einfach nur Zwischenmenschlichkeit sucht, gar „helfen“ will, so hat der Mann ein SOZIALES, wie ein REIN freundschaftliches Interesse, er ist quasi NUR Freund. Sexualität spielt keine Rolle. Von der Pädophilie ist DIESE Beziehung daher weit entfernt, jedenfalls gibt die Sendung darauf keine Hinweise! Bei der pädophilen Beziehung gäbe es zwar AUCH Freundschaft, aber dazu, quasi als Bonus, eine Sexualität, die Sexualität des Pädophilen als pädophile Sexualität und die des Jungen als Nutznießer dieser Sexualität!

    Lieber Sonny, die Sehnsucht nach SOLCH einer Beziehung, wie der Mann sie pflegt, ist IN DIR, daher labelst diese Beziehung als „pädophil“. Dabei stülpst du nur deine Vorstellung von pädophilen Beziehungen diesem Mann über. Damit entfernst du dich aber von der Geschichte, in der gesamten Geschichte gibt es KEINE Hinweise auf Pädophilie, eher Hinweise auf Nachbarschaftlichkeit und Freundschaft!

    Pädophilie bedeutet Freundschaft, ja, aber eben NICHT NUR!

    Lieber Sonny, Sei ehrlich und gebe zu, bei dir würde neben der Freundschaft zum Jungen auch etwas DAZU kommen, neben der SOZIALEN Beziehung eben AUCH eine Erotik, du würdest zumindest den Jungen „sexy“ finden oder gar IRGENDWIE neben all den SOZIALEN Dingen, die man macht, auch versuchen, DEINE SEXUELLE BEFRIEDIGUNG zu suchen, nicht wahr?

    …und genau DARIN unterscheiden sich freundschaftliche Beziehungen zwischen Erwachsenen und Kindern von freundschaftlich-pädophilen Beziehungen. In pädophilen Beziehungen gibt es AUCH Zwischenmenschlichkeit, aber AUCH ein jeweils beidseitiges INDIVIDUELLES INTERESSE, die Befriedigung von Lust. Fehlt das Interesse – unabhängig davon, ob es dazu kommt – , liegt keine pädophile Beziehung vor, sondern eben NUR Freundschaft!

    Ein Unterschied erkennst du, wenn die Lindenstraße-Geschichte mit der Geschichte von Mathes und Kolja vergleichst: DU erkennst zwar, dass AUCH DORT Zwischenmenschlichkeit herrscht, aber eben DAZU (!!!) kommt die Sexualität im Kopf des Pädophilen in der Form von Zweifel, als auch im Gespräch mit dem Jungen über Sex! Es knistert viel viel mehr, es geht viel mehr um Erotik und das heißt aber nicht, dass es NUR um Erotik und Sex geht, sondern AUCH um Freundschaft, um Musik und Funparks etc…, aber eben NICHT NUR, sondern AUCH!

    Pädophile Beziehungen sind also mehr, als NUR freundschaftliche Beziehungen! Wer als Pädophiler glaubt, er sehne sich NUR nach Zwischenmenschlichkeit mit einem Kind, der sollte sich ggf. überlegen, ob er wirklich pädophil und nicht doch einfach nur sozial oder kinderlieb veranlagt ist.

    2. Frage: Ist sein Wille legitim im Verhältnis zum Jungen?

    Die Frage ist: Ist es legitim, mit Kindern zwischenmenschliche Beziehungen einzugehen, unabhängig von jeder Pädophilie? Na klar, sie ist gar wichtig, für die Entwicklung von Kindern und genau DESHALB geht es Kids ja so schlecht, weil aus kapitalistischen, neoliberalen, individualisten Interessen heraus gibt es kein Zusammenhalt mehr in der Gesellschaft und daher auch kein Zusammenhalt mit Kindern mehr. Während es früher normal war, wenn der Nachbar auf die Kinder aufpasst, ist es heute undenbkar und wenn doch denkbar, dann gefährlich oder „super-super-sozial“, alles mögliche, nur nicht normal.

    Daher gibt es heute auch sooo viele „Pädophile“, die nur glauben, sie seien pädophil, sind es aber garnicht, Sie glauben, dass ihre soziale, kinderliebe Ader irgendwie so anormal ist, dass sie „pädophil“ sein müssen, sind sie aber nicht, da das Sexuelle Interesse an Kindern fehlt. Was früher selbstverständlich war, sich um Kinder in der Nachbarschaft, in der Lindenstraße zu kümmern, ist heute nicht mehr legitim, außer man verlangt Geld ODER man ist pädophil!

    > finde ich es eben bemerkenswert, wie sehr
    > diese Geschichte pädophile Lebensrealitäten
    > widerspiegelt

    Eben NICHT, denn diese Geschichte spiegelt Zwischenmenschliches unter Nachbarn wieder, MEHR ABER NICHT. Da die Lindenstraße konzeptionell auf „Nachbarschaft“ ausgelegt ist, ist Nachbarschaft mit Kindern Thema! Mit Pädophilie im Sinne einer ZWISCHENMENSCHLICHEN SEXUALITÄT (!!!) hat das NICHTS gemein! In pädophilen Beziehungen gibt es zwar AUCH Zwischenmenschliches, aber DAZU laufen völlig ANDERE Aspekte ab, die von der Nachbarschaft, die hier gezeigt wird, weit weg gehen: Aspekte des SEXUELLEN Umgangs ZWISCHEN KIND und ERWACHSENEM, gut nachzulesen in der Lebensgeschichte von Mathes und Kolja, die gut aufzeigt, wie sehr der Kolja vom Mann erotisiert wird, wie sehr auch der Kolja merkt, dass er mehr ist, als eben NUR FREUND. Es zeigt sich, dass es in der Pädophilie um mehr geht, als eben NUR Freundschaft, aber eben AUCH nicht um Ehe oder Partnerschaft, sondern eben um PÄDOPHILE, um etwas

    VÖLLIG ANDERES!

    Faziz: Ich bitte um weitmehr Differenzierung zwischen Nachbarschaftlichkeit, Freundschaftlichkeit und Pädophilie!

    > Es wird immer von einem „väterlichen Freund“
    > gesprochen; nun ist das aber eine Rolle, die vor
    > allem ältere Pädophile ja tatsächlich gerne einnehmen.

    Ja, es ist ihre Rolle, aber diese Rolle macht die Pädophilie nicht aus! Der Pädophile kann auch davon träumen, mit Kindern Flugzeuge zu bauen – kenne gar jemanden, der das tut –, aber es kommt beim Pädophilen etwas dazu: Die Erotisierung des Jungen und der Wunsch nach Sex, bei aller Liebe!

    > gut zu fordern, Menschen aufgrund ihres Verhaltens
    > gar nicht mehr in Schubladen zu stecken;

    Doch, aber bitte in dir RICHTIGEN Schubladen, wegen der Differenzierung! Der Mann in der Lindenstraße ist eindeutig NICHT pädophil, sondern einfach nur KINDERLIEB!

    > da diese Identitätsschiene etwas ist,
    > was ursächlich aus der kapitalistischen
    > Konkurrenz erwächst

    Das ist eine kommunistische These, die ich nicht teile, da sie nicht emptisch abgesichert ist. In nicht-kapitalischen Gesellschaften gab es ebenfalls Sehnsucht nach Idenität und Abgrenzung (z.b. in den Religionsgemeinschaften). Viele Abgrenzungen, z.B. zwischen Girllover und Boylover beruhen nicht auf Konkurenz, sondern auf der Feststellung seiner Interessen, die wiederum nicht kapitalistisch produziert sind, jedenfalls glaube ich kaum, dass der Kapitalismus ein Interesse daran hat, Pädophile in Boy- und Girllover zu differenzieren. Im Gegenteil: Diese Differenzierungen sind Resualtate von persönlichen, autonom gereiften Coming-Ins, von Selbsterfahrungen, unabhängig von Staat und Kapital.

    Differenzierungen nach Einkommen sind Resualtat von kapitalistischer Differenzierung, ja, aber dabei hört die Differenzieung ja nicht auf! Es kann weiter differenziert werden, nach Werten und Interessen (konservativ vs. multi-optional).

    Ist der Kapitalismus abgeschafft, wird es keine Klassen mehr geben, aber weiterhin Differenzieungen in der Gesellschaft, nach Werten und Interessen, die sich seit der frühen Neuzeit ausgebildet haben. Und das ist auch gut so, denn die Aufhebung von Differenzierungen wäre nur möglich mit einer ideologischen Gleichschaltung der Massen (Diktatur), was jeder persönlichen, als auch kollektiven Autonomie des Menschen entgegenwirken würde und damit inhuman wäre!

    So, das sind jetz ganz viele Themen auf einmal! Es zeigt sich, wie viel man doch über die Lindenstraße diskutieren kann. Von wegen nur „Unterhaltung“.

    :-)

    Libertäre Grüße,
    SnoopyBoy

  4. 4 SnoopyBoy 25. März 2009 um 16:05 Uhr

    > „seht her, Pädos können auch lieb sein“

    Ja, können sie. Der Haken ist: Der Mann aus der Lindenstraße ist nicht pädophil, sondern eben NUR kinderlieb, was heute so selten ist, dass man kinderliebe Leute für pädophil hält.

    Pädophile sind in der Regel kinderlieb, kinderliebe Menschen müssen daher aber noch lange nicht pädophil sein!

    Jedenfalls gibt die Geschichte keine konkreten Hinweise auf eine pädophile SEXUALITÄT des Mannes her und von einem fehlerhaften, asexuellen Pädophiliebegriff a la „Wir wollen doch NUR Freundschaft…“ bitte ich Abstand zu nehmen, das nimmt uns keiner ab! :-)

  5. 5 Thommen 25. März 2009 um 17:11 Uhr

    Ich denke, dass das mit der „entgeltlichen“ „Betreuung“ von Kindern, nicht vor „pädophilen“ Verdächtigungen schützen kann!

    Traditionelle Pädobeziehungen gingen mir immer dann zu weit, wenn der Junge idealisiert wurde. Und eine traditionelle Vaterbeziehung scheint mir auch kritikwürdig. Die heterosexuelle Familie ist nämlich homophob. Um Jungens sorgen sich Mütter und die Töchter werden den Vätern an Hals gehängt…

    Betreuung enthält das Wort Treue – auch mit dem negativen Aspekt. Und die Trennung vom „jungen Freund“ ist oft fast so schwierig wie die Abnabelung von der Familie/dem Vater…

    Nur wenige Pädos scheinen einzusehen, dass Jungens in die Welt hinaus müssen um sich zu bewähren. Ich erlebe als älterer Schwuler immer wieder „Daddy-Jungens“ bis ins Erwachsenenalter, die einfach nicht erwachsen werden wollen. Das ist die akute Jungensproblematik. Symptom: Die ganze Körperrasiererei, sogar Genitalhaare werden abrasiert, nur um nicht ein Mann zu werden…

  6. 6 Admin 25. März 2009 um 17:32 Uhr

    Na ja, ich finde schon, dass man die Geschichte auch pädophil lesen kann. Schließlich können wir in die Köpfe der Charaktere nicht reingucken, und die Kamera ist auch nicht die ganze Zeit dabei. ;)

    Und: Grundsätzlich hast du zwar recht mit der Differenzierung zwischen „kinderlieb“ und „pädophil“, du musst aber dabei auch daran denken, dass sich das Ausleben einer pädophilen Sexualität durchaus in Kategorien bewegen kann, die von anderen nur als „kinderlieb“ gesehen werden. Sexualität ist (gemeinsame) Lust – wie diese ausgelebt und bewertet wird, unterliegt gesellschaftlichen Normierungen.

    Zwei Sachen noch:

    1. Dass Menschen, die sich aus eigenem Interesse Freundschaften mit Kindern anbahnen oder sich um sie kümmern, mit Misstrauen begegnet wird, hat seinen Grund nur sekundär in einem wie auch immer gearteten „Individualismus“, der in der Gesellschaft vorherrscht. Die Leute fragen sich ja direkt: was hat der Mann davon?, und sie tun dies auf der Basis einer knallharten Konkurrenzgesellschaft, in der sie alle gegeneinander um den eigenen Vorteil kämpfen. Der Individualismus als asoziales Leitbild kommt nicht aus dem Nichts, sondern hat seinen Ursprung in einer Produktionsweise, die die Leute zwingt, ihre eigene Person als Arbeitskraftbehälter zu Markte zu tragen.

    2. Daran anschließend: der Wunsch nach Identität hat nichts mit einer Differenzierung in verschiedene Sexualitätsformen zu tun. Das sind zwei verschiedene Ebenen, zuerst kommt das eine, dann das andere. Zuerst willst du ein bürgerliches Selbstbewusstsein, um dich in der Konkurrenz zu behaupten, und dann schaust du, mit welchen Inhalten du das füllen kannst. Musst du dich dafür in verpönte Subkulturen wie z.B. die Pädoszene begeben, liegt es nahe, dass du dich dort besonders stark von allen anderen abgrenzen willst, weil du dich in deinem normalen Leben vermutlich anderer, nur vorgetäuschter Identitäten bedienen musst.
    Dass sich die Leute in einer nicht-kapitalistischen Gesellschaft weiterhin individuell definieren und es Vielfalt gibt – mehr Vielfalt als jetzt, wie ich meine –, ist kein Widerspruch dazu. Es handelt sich dann nämlich um eine Vielfalt, die nicht auf Ausschluss, Konkurrenz und Selektion basiert, sondern auf dem freien Ausdruck individueller Lebensentwürfe. Eine solche Vielfalt wird nicht die eigene Position auf Kosten der anderen stärken wollen (wie es z.B. der Mainstream der Schwulenbewegung gegen Migranten und Pädophile tut), sondern ein größtenteils konfliktfreies Zusammenleben einzelner freier Individuen hervorbringen. Deshalb verstehe ich auch nicht, warum du unbedingt dich in „richtige Schubladen“ einordnen willst, zumal du ja sonst immer ein radikaler Fürsprecher von Individualität bist.

    Hier noch ein Link zur „Kolja-Geschichte“ von Mathes.

  7. 7 SnoopyBoy 25. März 2009 um 22:48 Uhr

    > Der Individualismus als asoziales Leitbild …

    Der Individualismus

    1. findet seine Wurzeln NICHT im Konkurenzdenken des Kapitalismus
    2. ist pauschal nicht asozial

    zu 1.: Der Individualismus hat seine Wurzeln in der Antike, in Griechenland. Im Appollontempel in Delphi stand: „Γνῶθι
    σεαυτόν“, „Gnothi seauton“, dt.: „Erkenne dich selbst!“ Kant rezipierte die Griechen und forderte Aufklärung, für die Mündigkeit des Einzelnen, zur Befreiung aus der Unmündigkeit der Einheitskirche des Mittelalters! Bis heute gehen Freiheitsdenker, wie Foucault auf diese Formel zurück, um Selbstsorge zu predigen! Selbstsorge heißt aber auch: Wenn ich was will, muss ich auch die Konsequenzen tragen, d.h. sozial sein!

    zu 2.: Der Individualismus ist per se nicht asozial, kann er sein, muss er aber nicht. Der Individualismus lässt sich auch nicht pauschal mit Merkmalen versehen, außer, dass Jeder Einzelne fernab vom Klassendenken er SELBST ist und das ergibt eine so große Anzahl von UNTERSCHIEDLICHEN INDIVIDUEN, wie es Individualisten gibt. Es sei dir versichert, soviele sind das garnicht, der größte Teil ist Masse, konformistisch und angepasst, sei es an Ideologien oder ans Kapital!

    Der Individualismus hat seinen Sinn in der Befreiung aus Herrschafts- und Zwangssstrukturen der Masse. Wer heute Individualist ist, ist zunächst ER SELBST und bemüht sich, weitgehend UNABHÄNGIG und AUTONOM von Herrschaft und Repression zu EXISTIEREN.
    Individualisten erkannt man daran, dass sie sich aus der Masse der Gesellschaft abheben, ANDERS sind, damit aber nicht BESSER ALS ANDERE SEIN WOLLEN, denn dann schauen sie ja wieder zunächst auf ANDERE, statt auf sich selbst!

    Da die Masse dem Kapital hinterherläuft, versucht der Individualist logischerweise auch aus dem Kapital zu entfliehen, da auch der Kapitalismus für ihn Herrschaft und Zwang bedeutet, eben durch den KonkurenzZWANG der Masse! Man möchte, statt „Kapitalist“ oder „Sozialist“ oder „Kommunist“ oder „Hip Hopper“ lieber INTEGER sein, das bedeutet aber noch lange nicht, BESSER als ANDERE zu sein, sondern einfach nur ANDERS, also so, wie man GERNE SEIN WILL und das kann AUCH BEDEUTEN, dass man SOZIAL sein will, alles hängt von Individualisten SELBST ab, der sich SELBST entscheiden kann, ANDEREN zu helfen, weil ER darin SINN sieht, nicht weil es ein Volk von „Sozialisten“ es so verlangt! Der Individualismus kann also zu Asozialität, wie zur Sozialität führen, muss er aber nicht! Es kommt auf den Indivudualisten an, was sein Wille ihm sagt!

    Wenn heute Leute also in Wettkampf, in Konkurrenz gegenüber stehen, so können diese Leute Individualisten sein, weil sie sich entschieden haben, SO zu sein, weil sie darin SINN sehen (z.B. „VIEL VIEL GELD“). Es können genauso gut aber auch angepasste, spießige Typen sein, die sich gerne an die Masse hängen. Letzeres lässt sich eher beobachten, der größte Teil der Kapitalisten ist alles andere, als individualistisch, sondern eher konformistisch, angepasst an die Zwänge des Marktes, besser sein zu MÜSSEN (ob man will oder nicht!). Guck dir doch die Banker an, die sehen alle gleich aus, denken alle gleich und passen sich alle an den Markt an, egal, ob der Markt nun A oder B sagt, der Kapitalist darf NIE C sein!
    Die Masse ist, insofern sie genauso ist, wie der Kapitalismus, der uns beherrscht, also garnicht individualistisch, eher das Gegenteil: Die Masse ist, wie der Kapitalismus, eher angepasst, konformistisch, angepasst an die Zwänge des Kapitals, angepasst an Konkurenzdenken und vordere Spitzenplätze. Für individuelle Entscheidungen, z.B. mal ’nen Jungen helfen zu WOLLEN, weil man SELBST darin SINN sieht, ist da kein Platz!

    Der Individiualismus führt also nicht zu weniger Sozialität, Herrschaft und Konformismus sind das Problem! Es ist nicht mehr „hip“, sozial zu sein! Die Leute jetzt aber zu sagen: „Sei doch mal sozialer!“ ist aber Quark, die Leute müssen EINSICHT gewinnen, um darauf SELBST zu kommen, alles ANDERE ist wiederum nur Konformismus in die ANDERE ECKE!

    Die Leute, die nicht SELBST denken, sind das Problem, die den MASSENMEDIEN folgen, die Sendungen folgen, wie „Der schwarze Kanal“ oder „Explosiv – Das Magazin“ Die Leute sind das Problem, die alles und jeden Bull-Shit glauben, statt SELBST zu denken, statt zu hinterfragen und kritisieren!

    > Dass sich die Leute in einer nicht-kapitalistischen
    > Gesellschaft weiterhin individuell definieren
    > und es Vielfalt gibt – mehr Vielfalt als jetzt,
    > wie ich meine –, ist kein Widerspruch dazu.
    > Es handelt sich dann nämlich um eine Vielfalt,
    > die nicht auf Ausschluss, Konkurrenz und
    > Selektion basiert, sondern auf dem
    > freien Ausdruck individueller Lebensentwürfe.

    Eben, der Individualismus würde herrschen, so wie er in Griechenland mal gedacht war: Als Selbsterkenntnis, d.h. als Selbstverwirklichung, als auch als Selbstbegrenzung!

    Griechenland war ein tolles Land!

    > Deshalb verstehe ich auch nicht, warum du
    > unbedingt dich in „richtige Schubladen“
    > einordnen willst, zumal du ja sonst
    > immer ein radikaler Fürsprecher von
    > Individualität bist.

    Es ist der Weg von der individuellen Autonomie zur kollektiven Autonomie!

    Wenn ich individuell sein will, dann will ich wissen, WER ich bin, das bedeutet, zu wissen, wer ich NICHT bin. Dazu gehört auch die Frage, WOHIN ICH GEHÖREN WILL, d.h., wer in welchen Kreisen genauso ist, wie ich, um mit DIESEN Leuten Freundschaft aufzubauen! Ich will ja nicht einsam bleiben! Es bleibt aber MEINE Entscheidung, weil ich MICH SELBST in eine Schublade einordne! Was ich NICHT mag, ist, wenn ich in eine Schublade aufgrund von Normativitäten hineingepresst WERDE, ohne gefragt zu werden (z.B. Schublade „Hetero“)!

    Die Einzigen, die mir dabei im Weg stehen sind Kapitalisten, die mir sagen, ich soll doch gefälligst viel Geld verdienen, als auch die Sozialisten, die mir ihren Konformismus auch noch aufzwingen wollen, als auch die Gehirnforschen, dir labern, wir haben ja garkeinen freien Willen, wir seien ja alle Marionetten des Unterbewusstseins, des Gehirns, aber das Gehirn gehört doch AUCH zu mir, oder etwa nicht?

    Ohje…

    PS: Vielen Dank, dass du die Kolja-Geschichte verlinkt hast, habe ich voll vergessen!

  8. 8 Thommen 26. März 2009 um 14:01 Uhr

    Ich finde es nicht fruchtbar, so eine Diskussion einfach am Kapitalismus aufzuhängen. Gerade als Schwuler sehe ich den Verlauf der Sexualkultur in verschiedenen ökonomischen „Klassen“ ähnlich ablaufen. Individualismus kann nur da entstehen, wo sich jemand von der zwangsweisen sexuellen Abhängigkeit des Heteromonopols befreien kann. Wieso sollen sich Männer nicht genauso solidarisieren wie Frauen unter sich? Nicht nur gewerkschaftlich gegen das Kapital, sondern auch emotional/sexuell füreinander! Die Angst vor Bestrafung ist nur lächerlich. Vor allem die Konkurrenz der beiden Geschlechter umeinander ist doch völlig verlogen! Solange es sexuelle Hierarchien gibt (aktuell die Pädos zuunterst) und diese sogar noch innerhalb des gleichen Geschlechtes „nachgeäfft“ werden (Fetische), ist Kapital nur ein Mittel, alte Herrschaftsstrukturen wiederaufleben zu lassen. (Renten, Vermögen, Erben) Kinder sind Eigentum ihrer Erzeuger/Gebärerinnen, drum sind Pädos letztlich „Diebe“ an Heterosexuellen/Frauen/Erben. Nur wer sich individuell als Mann sicher begreifen kann, wird auch sicher einer Frau, einem Schwulen/Pädo gegenübertreten, sich mit ihm individuell einlassen können.
    Wer sich als eine schwammige Masse von Fleisch begreift, wird auch so von Anderen (für)wahr genommen.

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