Archiv für Juni 2009

Der Fall Michael Jackson

„Wenn sich die Beziehung zu dem kleinen Jungen so intensiviert, warum greift niemand ein…?“ – Die Dokumentation „Michael Jackson – Die ganze Wahrheit“ zeichnet den gesellschaftlichen Fall Michael Jacksons nach: für seine Liebe zu Jungen wird er von Journalisten, Staatsanwälten und Journalisten so lange verfolgt, bis er am Ende ist. Bemerkenswert die Aussage von dem prominentesten dieser Leute, Victor Gutierrez, der auch damals die Tagebücher von Jacksons bekanntestem Jungen Jordan Chandler gelesen und veröffentlicht hat und u.a. darüber wohl zur Vernunft gekommen ist: „Ich lese das Protokoll vom Oscar-Wilde-Prozess [wegen dessen] homosexuellen Freundes Bosi. Wilde wollte nur rund um die Uhr mit Bosi zusammen sein. Das gleiche empfand wohl Michael Jackson in seiner Liebesgeschichte zwischen ihm und dem 13-jährigen Jungen. Vielleicht haben wir ja in 50 oder 100 Jahren ein schlechtes Gewissen, Jackson dafür verfolgt zu haben…“ Sie können gerne jetzt schon damit anfangen.

Tod eines Monsters

Zum Tode des wohl beliebtesten Pädophilen der Welt ist in dieser und auf diesem Blog-Hoster heute einiges los. Spiegel Online z.B. meint, in Michael Jackson ein „monströses Genie“ (heute morgen noch: „Monster und Genie“) erkannt zu haben, und schreibt auch gleich dazu, warum:

An jenem Sommertag in Kalifornien traten zwölf Geschworene in den Saal 102 des Bezirksgerichts von Santa Maria, um ihr Urteil zu verkünden über den gestürzten „King of Pop“. Den größten Hitmacher der Musikgeschichte. Den Freak. Es war ein Freispruch – auf dem Papier. Lediglich „reasonable doubt“, berechtigter Zweifel, hielt jene Jury davon ab, Jackson wegen sexuellen Missbrauchs eines 13-Jährigen zu verurteilen, und sie machte das auch sehr deutlich.

In Gang gebracht wurde der Prozess damals durch die Dokumentation „Living With Michael Jackson“, die vom SpOn-Autor als „skurril“ bezeichnet wird, vermutlich deshalb, weil dort ein glücklicher Junge davon erzählt, dass er mit Jackson in einem Bett schlafe – man mache das eben so, wenn man sich lieb hat. Zwei Menschen, die sich lieb haben – da kann man schon mal von Skurrilität sprechen, wenn man überhaupt gar keinen Funken Verstand mehr im Kopf hat. Oder davon, dass Jackson „keine Kindheit“ gehabt habe (wie geht das? Er hatte lediglich eine andere Kindheit als die vom Autor idealisierte!), was in dem Artikel auch schön wiederholt wird, so als sei das die einzig gültige – und vielleicht akzeptable – Begründung für Jacksons mehr als offensichtliche Neigung zu (prä-)pubertären Knaben. Einfach so pädophil sein, das geht nämlich nicht, das ist ein Knacks, der therapiert gehört, sonst passiert so etwas:

1988 kaufte er sich Neverland, sein privates Disneyland in den Hügeln Kaliforniens. Die Ranch umfasste tausend Hektar, samt Privatzoo und Kirmes mit Riesenrad, Karussell und Eisenbahn. Jackson wohnte im Haupthaus, inmitten von Spielzeugen, Puppen und Kunst. Statt Jackson aber Geborgenheit zu geben, brachte Neverland ihm den Ruin. Er bevölkerte das Anwesen mit Kindern, sah keine Schranken zwischen ihnen und ihm – und so nahmen Gerede und Gerüchte ihren Lauf.

„Gerede und Gerüchte“, weil jemand gern mit Kindern zusammen ist bzw. weil er „keine Schranken zwischen ihnen und ihm“ sieht – wo doch die Trennung zwischen Kinder- und Erwachsenenwelt ein unbedingtes Dogma dieser Gesellschaft darstellt –, das ist wohl leider die Normalität in dieser Gesellschaft. Wenn derjenige dann noch der größte Popstar der Welt ist, kann man ihm auch schonmal ein bisschen Geld aus den Rippen leiern: 25 Millionen Dollar Schweigegeld soll Jackson 1993 in seinem ersten „Kindersex-Verfahren“ (sic!) bezahlt haben, das zweite – 2005 – brachte ihm zwar einen Freispruch ein, aber den Ruch des Pädophilen, des Kinderschänders, hatte er längst weg. Bemerkenswert dabei: weil Jacksons Musik und er selbst so ungeheuer beliebt sind in der Welt, nahm es ihm kaum jemand übel. Es wird zwar erwähnt – wie in dem vorliegenden SpOn-Artikel –, aber als „Skurrilität“ verklärt, als eine der vielen Macken, die der exzentrische Popstar nun einmal so hatte.

Der ganz normale Pädo von nebenan hat da meistens weniger Glück. Gegen „Gerede und Gerüchte“ kann der sich im Regelfall nur durch einen geordneten Rückzug wehren, sonst ist Ende im Gelände. Und sollte er dabei draufgehen, vielleicht durch Selbstmord, vielleicht durch einen Lynchmob, vielleicht auch durch einen stressbedingten Herzanfall, niemand würde ihm eine Träne nachweinen. Höchstens hinterherspucken würde man ihm, denn er war nicht „skurril“ oder ein „monströses Genie“: er war Abschaum.

Nachtrag vom 28.06.2009: Der Fernsehsender arte hat eine sehr interessante Dokumentation zum Fall Michael Jackson ausgestrahlt.

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Einfach mal…

„Pädophile Männer sind wahre Tretminen für die Kinder unserer Gesellschaft“, sagt Barbara Schäfer-Wiegand, Chefin der Kinderschutzorganisation „Hänsel + Gretel“. Ich sage: Halt dein Maul!

„Piraten“ kentern

Viele Mitglieder der sog. Piratenpartei kriegen sich auf ihrer Mailingliste kaum mehr ein, denn ein „mutmaßlicher Pädophiler“ ist in ihre Partei eingetreten, und das ist offenbar noch schlimmer als die Verlängerung der rechtsstaatlichen und völlig grundgesetzkonformen Zensur von der Offline- (Indizierungen, Publikationsverbote) in die Online-Welt (DNS-Sperren), vor der die „Piraten“ ja die deutsche Demokratie retten wollen. Vielleicht sollten sich diese Leute mal mit einer Kritik des Rechtsstaats zu beschäftigen anstatt die ganze Zeit über diese lächerlichen Sperren zu jammern. (via)

Express yourself!

It’s not a big statement, it’s not a weird act
Just a good idea at the time
We‘ll not complain about your boring life
If you‘ll just leave it to mine!

(from „Billy Elliott“)

Stück für Stück ins Kinderglück! – zum diesjährigen TCSD

Der diesjährige „Transgeniale CSD“ steht an (27.6.), die linke Konkurrenzveranstaltung zum offiziellen Berliner Christopher Street Day, dessen Mottoniveau dieses Jahr mit „Stück für Stück ins Homo-Glück!“ einen neuen Tiefpunkt erreicht hat. Und der Aufruf zum TCSD gefällt mir sogar ein bisschen:

Wir hören Toleranzgefasel, hinter dem sich nackte Repression, Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit verstecken. Gruppen von Menschen werden als Minderheiten außerhalb der Normalität definiert, herabgesetzt und gegeneinander ausgespielt.

Richtig. Zum Beispiel werden Homos gegen Pädos ausgespielt, indem zum Einen die Pädos als gewalttätige Monster und/oder arme kranke Schweine dargestellt werden und zum Anderen Homos gerne als Pädos und damit ebenfalls als das Böse schlechthin. Davon will der TCSD aber leider nichts wissen, zu Pädophilie und Kindersexualität findet man auf der offiziellen Seite des TCSD überhaupt keine Aussagen, lediglich einen Redebeitrag von „Wildwasser“ zu sexueller Gewalt („sexueller Missbrauch“) gegen Kinder gibt es zu lesen, in dem gesagt wird, Kinder bräuchten einen „besonderen Schutz“, „da sie Erwachsenen nicht gleichberechtigt entgegen treten können“. Wie dieser Schutz aussehen soll, wird nicht gesagt, und ich kann mir darunter auch nichts sinnvolles vorstellen (elektronische Überwachung? Fußfessel? Einsperren?). Was ich mir indes wünschen würde, ist, dass Kinder Autonomie und Selbstvertrauen lernen, um in freier Entscheidung Erwachsenen gegenüber treten zu können. Aber auch davon scheint man beim TCSD nicht viel zu halten, denn in einem weiteren Redebeitrag heißt es:

Ich war mal Kind. Und als ich Kind war, dachte ich, dass man für Wasserski abschüssige Seen braucht. Ich fragte mich, ob auch Hunde in Hundescheisse treten, zumal sie doppelt so viel wie ein Mensch der Gefahr ausgesetzt sind mit ihren vier Pfoten. Aber jetzt bin ich groß: und das ist toll. Denn das heißt nicht nur, dass ich jeden Morgen selber aussuchen darf, was ich anziehe. Nein, erwachsen sein heißt auch – sollte heißen – dass man über sich selbst bestimmen kann.

Kinder sind dumm, und nur Erwachsene können selbstbestimmt sein? Da hat wohl jemand noch nie mit einem echten Kind geredet. Wieder einmal zeigt sich, dass die radikale Linke sich leider weder für die Belange von Kindern noch – darauf zurückzuführen – für die von Pädophilen interessiert, obwohl es thematisch doch sehr gut zum Aufruf passen würde. Das ist schade: wie schön wäre doch ein Pädoblock mit dem Transparent „Stück für Stück ins Kinderglück!“ (Copyright: SnoopyBoy)! Oder nicht? Zu mutig? Man wird ja wohl noch träumen dürfen…

Der Aufruf zum diesjährigen TCSD hat übrigens auch noch andere Mängel: da wird behauptet, wir lebten in einem „kranken System“, obwohl das System doch super funktioniert (Krisen gehören nun einmal dazu), und man ist „gegen Privatisierung“ anstatt gegen den Kapitalismus, denn der scheint ja dann doch an sich ganz okay zu sein, wenn man ihn nur endlich mal gesund pflegen würde. Oder wie darf man das verstehen?

Trotzdem: Solidarität dem TCSD, denn jede halbwegs vernünftige Alternative zu dem schwachsinnigen bürgerlichen CSD mit seiner Homo-Identitätspolitik soll mir erstmal willkommen sein.

Steal A Mule

Well there’s a moon shining bright
Little partner, let’s light a fire tonight
Rob a bank, steal a mule
Little partner, we’ll be nobody’s fool
And we’ll run like heroes run
Yeah we’ll run when the mornin’ comes

Many men on our tail
Little partner, run ‘fore we go to jail
And if they catch you, have no doubt
Little partner, I’ll come and break you out

And we’ll run like heroes run
Yeah we’ll run when the mornin’ comes
Oh we’ll run with the mornin’ sun
Yeah we’ll run like heroes run

Many moons have gone by
Little partner, sometimes I wonder why
People turn and betray
Little partner, someday I’ll come your way

And we’ll run like heroes run
Yeah we’ll run when the mornin’ comes
Yeah we’ll run with the mornin’ sun
Yeah we’ll run like heroes run

Like heroes run, like heroes run, like heroes run, like heroes…

(by Damien Rice; taken from the soundtrack to the highly recommended film Mickybo and Me)

Wider die Unterdrückung – die Mauern einreißen! Über das Wesen der Pädophilie

Google: Warum unterdrückt ein Vater seine Kinder

(Suchanfrage, über die jemand auf dieses Blog gekommen ist)

Eine gute Frage! Warum unterdrückt ein Vater seine Kinder, obwohl er sie doch eigentlich hegen und pflegen sollte? Warum wird das Idyll Familie, das größte Glück des bürgerlichen Individuums, für viele Kinder plötzlich zum Hort des Schreckens? Hasst der Mann seine Kinder, hatte er selber eine schlimme Kindheit? Man kann spekulieren – oder man kann sich mal dem gesellschaftlichen Problem, das dahinter steht, wenn Eltern ihre Kinder unterdrücken, und das für alle Familien gilt, zuwenden: die Verfügungsgewalt von Eltern über ihre Kinder nämlich. Das Gesetz stellt Ehe und Familie unter einen besonderen Schutz, und dieser Schutz bedeutet: ihr dürft mit euren Kindern machen, was ihr wollt, denn sie gehören euch – im Rahmen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung, versteht sich. Dieser Rahmen schließt dann auch und vor allem mit ein, dass es nicht etwa darum gehen soll, den Kindern zur Entfaltung ihrer Bedürfnisse und Interessen zu verhelfen, sondern sie auf ein Leben als mündiger Bürger innerhalb eben dieser Ordnung (also: demokratisch, staatstreu, strebsam usw.) vorzubereiten und sie deshalb wiederum unter einen besonderen Schutz zu stellen, der ihnen viele Dinge einfach aufgrund ihres Status‘ untersagt. Gelingt diese Vorbereitung nicht in adäquatem Maße, greift in seltenen Ausnahmefällen schonmal das Jugendamt ein, aber im Regelfall haben die Eltern in Zusammenarbeit mit der Schule dieses Problem alleine zu bewältigen. Dabei entstehen weitere Probleme, und diese Probleme können dann leicht dadurch „gelöst“ werden, dass die Eltern Gewalt über ihre Kinder ausüben, also das Herrschaftsverhältnis, das sie in Staat, Arbeit, Gesellschaft ständig erleben, im Privaten reproduzieren: die Kinder, die ja per Recht und Gesetz unmündig sind, haben ihren Eltern zu gehorchen, und zwar auf dem Fuße, und zwar so lange, wie eben jener unter ihren Tisch gestellt wird.

Hier hat die Trennung zwischen der Kinder- und der Erwachsenenwelt eine ihrer Wurzeln: im staatlich garantierten Herrschaftsverhältnis Familie. Diese Trennung, die sich auch ganz konkret manifestiert in Mauern, etwa denen des Elternhauses und denen der Schule, aufzuheben, ist das Wesen der Pädophilie: eine gleichberechtigte Freundschaftsliebe zwischen Mann und Junge, in der alles kann, aber nichts muss, und in der die Machtverhältnisse so gestaltet sind, dass beide darin Autonomie erleben, was erst einmal nichts anderes bedeutet, als dass man sich darüber abstimmt, was man gemeinsam unternehmen und erleben möchte, ist das Ziel. Das kann im Hier und Jetzt konkret von beiden Seiten aus sehr schwierig sein, etwa wenn der Junge seine Macht dahingehend ausnutzt, dass er dem Mann ständig Geld aus der Tasche ziehen möchte; oder wenn der Mann seine sexuellen Wünsche über die des Jungen stellt oder umgekehrt; viele Konstellationen sind denkbar, in denen das Verhältnis asymmetrisch wird, da es seine Basis immer in einer gesamtgesellschaftlich vorhandenen Trennung zwischen zwei Menschengruppen hat. Jedoch ist der Pädophile in der Regel darauf aus, ein möglichst großes Gleichgewicht zwischen ihnen herzustellen, denn abstrakt bedeutet Pädophilie nichts anderes als eine Aufhebung dieser gesellschaftlichen Normalität, die massiv sowohl ethisch-moralisch („das ist doch krank“, „das ist schädlich“ – wohlgemerkt, nicht erst Sex, sondern schon das Zusammenspielen wird oft so bewertet) als auch normativ (in Recht und Gesetz) verankert ist, und das ist eine Mammutaufgabe, an der ich als Mensch mit einem pädophilen Begehren im Grunde zwangsläufig scheitern muss, da ich nicht außerhalb dieser Gesellschaft existieren kann.

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