Wider die Unterdrückung – die Mauern einreißen! Über das Wesen der Pädophilie

Google: Warum unterdrückt ein Vater seine Kinder

(Suchanfrage, über die jemand auf dieses Blog gekommen ist)

Eine gute Frage! Warum unterdrückt ein Vater seine Kinder, obwohl er sie doch eigentlich hegen und pflegen sollte? Warum wird das Idyll Familie, das größte Glück des bürgerlichen Individuums, für viele Kinder plötzlich zum Hort des Schreckens? Hasst der Mann seine Kinder, hatte er selber eine schlimme Kindheit? Man kann spekulieren – oder man kann sich mal dem gesellschaftlichen Problem, das dahinter steht, wenn Eltern ihre Kinder unterdrücken, und das für alle Familien gilt, zuwenden: die Verfügungsgewalt von Eltern über ihre Kinder nämlich. Das Gesetz stellt Ehe und Familie unter einen besonderen Schutz, und dieser Schutz bedeutet: ihr dürft mit euren Kindern machen, was ihr wollt, denn sie gehören euch – im Rahmen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung, versteht sich. Dieser Rahmen schließt dann auch und vor allem mit ein, dass es nicht etwa darum gehen soll, den Kindern zur Entfaltung ihrer Bedürfnisse und Interessen zu verhelfen, sondern sie auf ein Leben als mündiger Bürger innerhalb eben dieser Ordnung (also: demokratisch, staatstreu, strebsam usw.) vorzubereiten und sie deshalb wiederum unter einen besonderen Schutz zu stellen, der ihnen viele Dinge einfach aufgrund ihres Status‘ untersagt. Gelingt diese Vorbereitung nicht in adäquatem Maße, greift in seltenen Ausnahmefällen schonmal das Jugendamt ein, aber im Regelfall haben die Eltern in Zusammenarbeit mit der Schule dieses Problem alleine zu bewältigen. Dabei entstehen weitere Probleme, und diese Probleme können dann leicht dadurch „gelöst“ werden, dass die Eltern Gewalt über ihre Kinder ausüben, also das Herrschaftsverhältnis, das sie in Staat, Arbeit, Gesellschaft ständig erleben, im Privaten reproduzieren: die Kinder, die ja per Recht und Gesetz unmündig sind, haben ihren Eltern zu gehorchen, und zwar auf dem Fuße, und zwar so lange, wie eben jener unter ihren Tisch gestellt wird.

Hier hat die Trennung zwischen der Kinder- und der Erwachsenenwelt eine ihrer Wurzeln: im staatlich garantierten Herrschaftsverhältnis Familie. Diese Trennung, die sich auch ganz konkret manifestiert in Mauern, etwa denen des Elternhauses und denen der Schule, aufzuheben, ist das Wesen der Pädophilie: eine gleichberechtigte Freundschaftsliebe zwischen Mann und Junge, in der alles kann, aber nichts muss, und in der die Machtverhältnisse so gestaltet sind, dass beide darin Autonomie erleben, was erst einmal nichts anderes bedeutet, als dass man sich darüber abstimmt, was man gemeinsam unternehmen und erleben möchte, ist das Ziel. Das kann im Hier und Jetzt konkret von beiden Seiten aus sehr schwierig sein, etwa wenn der Junge seine Macht dahingehend ausnutzt, dass er dem Mann ständig Geld aus der Tasche ziehen möchte; oder wenn der Mann seine sexuellen Wünsche über die des Jungen stellt oder umgekehrt; viele Konstellationen sind denkbar, in denen das Verhältnis asymmetrisch wird, da es seine Basis immer in einer gesamtgesellschaftlich vorhandenen Trennung zwischen zwei Menschengruppen hat. Jedoch ist der Pädophile in der Regel darauf aus, ein möglichst großes Gleichgewicht zwischen ihnen herzustellen, denn abstrakt bedeutet Pädophilie nichts anderes als eine Aufhebung dieser gesellschaftlichen Normalität, die massiv sowohl ethisch-moralisch („das ist doch krank“, „das ist schädlich“ – wohlgemerkt, nicht erst Sex, sondern schon das Zusammenspielen wird oft so bewertet) als auch normativ (in Recht und Gesetz) verankert ist, und das ist eine Mammutaufgabe, an der ich als Mensch mit einem pädophilen Begehren im Grunde zwangsläufig scheitern muss, da ich nicht außerhalb dieser Gesellschaft existieren kann.

Und dennoch: auf der Ebene des individuellen Beisammenseins mag es Möglichkeiten geben, echte Freundschaften zu denjenigen zu unterhalten, denen in ihrer sozialen Rolle als Kinder eigentlich nichts anderes übrig bleibt als Erwachsene als bestimmende Autoritätspersonen zu erleben und anzusehen, und die deshalb ebenso wie der Erwachsene prinzipiell große Schwierigkeiten haben dürften, unbefangen an eine solche Freundschaft heranzugehen; es kommt ja nicht von ungefähr, dass Kinder oft erst einmal sehr skeptisch sind, wenn sich ein Erwachsener ihnen freundschaftlich nähert, und die Paranoia (das Gefühl, „Pädo“ auf der Stirn stehen zu haben), die viele Pädophile erleben, wenn sie genau das versuchen, hat auch gute Gründe. Es gehört aber zum Glück auch zu jenen Eigenschaften von Kindern, diese Barriere zumindest temporär links liegen lassen zu können, unbekümmert zu sein, den Erwachsenen für kurze Zeit in ihre Welt führen zu können; jedenfalls so lange, bis nicht ein Elternteil auftaucht, das dies verdächtig findet und es durch seine Herrschaft unterbindet; oder so lange, wie das Kind an diese Herrschaft nicht denkt. Das gesellschaftlich etablierte Machtverhältnis zwischen Erwachsenen und Kindern, diese Mauer der Trennung zwischen den beiden Welten, ist aber immer da, und sei es als etwas, das durch bestimmte Prozesse und Strategien (Ersatzvaterschaft, Patenschaft, die Rolle als kinderlieber Freund der Familie etc.) teilweise überwunden werden konnte – denn die wahre Qualität der Beziehung muss in der Regel immer im Dunkeln bleiben: sagt der Mann das P-Wort, ist er raus; und zwar nicht nur, weil er das Kind anfassen könnte und dies als schädlich angesehen wird, sondern weil er sich dadurch auf eine Ebene mit dem Kind stellt, echtes Interesse an ihm als Person bekundet und nicht etwa als Kind, dem er in seiner Funktion als väterlicher Freund o. ä. übergeordnet ist.

Man stelle sich eine Gesellschaft vor, in der das Zusammenleben mit Kindern tatsächlich eines ist, in der es also nicht ausschließlich über familiäre Machtverhältnisse geregelt, sondern z.B. in kommuneähnlichen Strukturen organisiert ist, in denen es allen Beteiligten unter Rücksichtnahme auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und Absprachen freisteht, mit wem sie wann und wie ihre Zeit verbringen möchten. Eine Gesellschaft, in der Kinder nicht als unfertige Menschen, denen Mündigkeit autoritär eingetrichtert werden muss, vorkommen, sondern als Menschen mit eigenen individuellen Wünschen und Bedürfnissen. Bildung wäre in einer solchen Gesellschaft nicht die Verpflichtung auf ein staatskonformes Dasein als „mündiger Bürger“, sondern die Emanzipation jedes einzelnen kleinen Menschen auf der Basis seiner eigenen Interessen und Bedürfnisse. Unterdrückung durch Eltern oder Lehrer, aber auch Missverständnisse und Hürden, denen gewollte intergenerationelle Beziehungen heutzutage ausgesetzt sind, wären hinfällig, da nutzlos bzw. ihrer Grundlage beraubt. Ob das möglich ist unter kapitalistischen Bedingungen? Ich weiß es nicht, bezweifle es, da Kapitalismus die radikale Verwertung und Vernutzung von Menschen bedeutet und Herrschaft dafür unabdingbar ist, allein deshalb, um die Leute auf Linie zu bringen. Grundsätzlich möglich aber ist es und muss es sein, schon im Interesse all jener, für die das Leben eben in erster Linie ein Überleben darstellt auf dem Weg in ein Dasein als Arbeitskraftbehälter für Staat und Kapital: der Kinder.


6 Antworten auf “Wider die Unterdrückung – die Mauern einreißen! Über das Wesen der Pädophilie”


  1. 1 SnoopyBoy 03. Juni 2009 um 21:18 Uhr

    Du schreibst:

    Man stelle sich eine Gesellschaft vor, in der das Zusammenleben mit Kindern tatsächlich eines ist, in der es also nicht ausschließlich über familiäre Machtverhältnisse geregelt, sondern z.B. in kommuneähnlichen Strukturen organisiert ist, in denen es allen Beteiligten unter Rücksichtnahme auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und Absprachen freisteht, mit wem sie wann und wie ihre Zeit verbringen möchten. (…) Ob das möglich ist unter kapitalistischen Bedingungen?

    Ich sage:

    Eine mündige Kindheit ist möglich!

    Das ist die Revolution unsrer Generation
    -Ja, ja, ja-
    Die neue Zeit beginnt und wir starten schon
    -Ja, ja, ja-
    Das ist die Revolution unsrer Generation
    -Ja, ja, ja-
    Der Zug der Freiheit fährt von dieser Station

  2. 2 mystic.signs 15. Juni 2009 um 10:18 Uhr

    Ob sich dieser Sache nun einer, alle oder keiner bewusst ist, ändert es jetzt nicht mehr… nämlich die im Rahmen einer Bewusstseins-Studie, über den Umfang des neuen Verständnis der Menschheit ab 2010/2011, gewonnenen Erkenntnisse:

    Zitiere C.A.B.: „Die Gesetzte der Quantenphysik in Zusammenhang mit den ausgewerteten Daten der spirituellen Forschung und des Voll-Bewusstseins in 2011, zeigen unmissverständlich auf, dass durch den >Global-Scaling-Effect

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