Stück für Stück ins Kinderglück! – zum diesjährigen TCSD

Der diesjährige „Transgeniale CSD“ steht an (27.6.), die linke Konkurrenzveranstaltung zum offiziellen Berliner Christopher Street Day, dessen Mottoniveau dieses Jahr mit „Stück für Stück ins Homo-Glück!“ einen neuen Tiefpunkt erreicht hat. Und der Aufruf zum TCSD gefällt mir sogar ein bisschen:

Wir hören Toleranzgefasel, hinter dem sich nackte Repression, Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit verstecken. Gruppen von Menschen werden als Minderheiten außerhalb der Normalität definiert, herabgesetzt und gegeneinander ausgespielt.

Richtig. Zum Beispiel werden Homos gegen Pädos ausgespielt, indem zum Einen die Pädos als gewalttätige Monster und/oder arme kranke Schweine dargestellt werden und zum Anderen Homos gerne als Pädos und damit ebenfalls als das Böse schlechthin. Davon will der TCSD aber leider nichts wissen, zu Pädophilie und Kindersexualität findet man auf der offiziellen Seite des TCSD überhaupt keine Aussagen, lediglich einen Redebeitrag von „Wildwasser“ zu sexueller Gewalt („sexueller Missbrauch“) gegen Kinder gibt es zu lesen, in dem gesagt wird, Kinder bräuchten einen „besonderen Schutz“, „da sie Erwachsenen nicht gleichberechtigt entgegen treten können“. Wie dieser Schutz aussehen soll, wird nicht gesagt, und ich kann mir darunter auch nichts sinnvolles vorstellen (elektronische Überwachung? Fußfessel? Einsperren?). Was ich mir indes wünschen würde, ist, dass Kinder Autonomie und Selbstvertrauen lernen, um in freier Entscheidung Erwachsenen gegenüber treten zu können. Aber auch davon scheint man beim TCSD nicht viel zu halten, denn in einem weiteren Redebeitrag heißt es:

Ich war mal Kind. Und als ich Kind war, dachte ich, dass man für Wasserski abschüssige Seen braucht. Ich fragte mich, ob auch Hunde in Hundescheisse treten, zumal sie doppelt so viel wie ein Mensch der Gefahr ausgesetzt sind mit ihren vier Pfoten. Aber jetzt bin ich groß: und das ist toll. Denn das heißt nicht nur, dass ich jeden Morgen selber aussuchen darf, was ich anziehe. Nein, erwachsen sein heißt auch – sollte heißen – dass man über sich selbst bestimmen kann.

Kinder sind dumm, und nur Erwachsene können selbstbestimmt sein? Da hat wohl jemand noch nie mit einem echten Kind geredet. Wieder einmal zeigt sich, dass die radikale Linke sich leider weder für die Belange von Kindern noch – darauf zurückzuführen – für die von Pädophilen interessiert, obwohl es thematisch doch sehr gut zum Aufruf passen würde. Das ist schade: wie schön wäre doch ein Pädoblock mit dem Transparent „Stück für Stück ins Kinderglück!“ (Copyright: SnoopyBoy)! Oder nicht? Zu mutig? Man wird ja wohl noch träumen dürfen…

Der Aufruf zum diesjährigen TCSD hat übrigens auch noch andere Mängel: da wird behauptet, wir lebten in einem „kranken System“, obwohl das System doch super funktioniert (Krisen gehören nun einmal dazu), und man ist „gegen Privatisierung“ anstatt gegen den Kapitalismus, denn der scheint ja dann doch an sich ganz okay zu sein, wenn man ihn nur endlich mal gesund pflegen würde. Oder wie darf man das verstehen?

Trotzdem: Solidarität dem TCSD, denn jede halbwegs vernünftige Alternative zu dem schwachsinnigen bürgerlichen CSD mit seiner Homo-Identitätspolitik soll mir erstmal willkommen sein.


3 Antworten auf “Stück für Stück ins Kinderglück! – zum diesjährigen TCSD”


  1. 1 SnoopyBoy 14. Juni 2009 um 3:10 Uhr

    Hehe! Du hast meinen Spruch verewigt! Genial!

  2. 2 SnoopyBoy 14. Juni 2009 um 3:21 Uhr

    Im Übrigen: Ich verzichte auf das Copyright! Der Spruch darf überall verbreitet werden! :-)

  1. 1 Statt Maßregelvollzug geht Junge (15) zur Sozialtherapie nach Italien | Neues aus der Anstalt Pingback am 12. Januar 2010 um 0:38 Uhr
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