Pädophile aus pädagogischen Berufen „herausfiltern“?

Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) kommt auf eine amüsante Idee: angehende Lehrer sollen beim Arzt auf Pädophilie untersucht werden, um sie vor der Einstellung „herauszufiltern“: „Vor der Einstellung als Lehrer gebe es bereits verpflichtend eine Untersuchung beim Amtsarzt. Womöglich könne dabei in Zukunft auch ein ‚besonderes Augenmerk‘ auf solche Neigungen gelegt werden“, berichtet Welt Online über die interessanten Fantasien des BLLV-Vorsitzenden. Jedem einigermaßen vernünftigen Menschen ist dabei sofort klar, dass das gar nicht möglich ist. Dieser Mann aber ist kein vernünftiger Mensch:

Nach Ansicht von BLLV-Präsident Wenzel liegt der Verdacht nahe, dass Menschen mit pädophilen Neigungen sich Berufe aussuchen, in denen sie viel mit Kindern zu tun haben: „Diese Idee drängt sich schon auf, aber ich weiß nicht, ob die überhaupt in so logischen Zusammenhängen denken.“ Allerdings sei er selbst 23 Jahre in der Lehrerbildung tätig gewesen und habe nicht ein einziges Mal den Verdacht gehabt, „dass einer der Kollegen Kinder mehr mag, als es von einem guten Lehrer zu erwarten ist“.

„Die“ sind pädophil, also Monster, also gar keine Menschen, also nicht fähig zum Denken in logischen Zusammenhängen. Interessant! Interessant ist an diesem Auswurf aber noch etwas anderes: die Aussage nämlich, dass Pädophile Kinder tatsächlich mögen, und zwar mehr als „ein guter Lehrer“ das darf. Was aber ist das Problem am Mögen von Kindern, und wieso gibt es davon ein Zuviel?

Für mich sieht die Antwort wie folgt aus: erstens steht ein Lehrer in einem professionellen und übergeordneten Verhältnis den Kindern gegenüber, er soll zwar ein gutes Herz haben, aber auch die nötige Strenge walten lassen. Erziehung ist Disziplinierung, Kinder noch keine richtigen Menschen, Pädagogik ein knallhartes Geschäft, in dem Gefühle dessen korrekter Ausführung einfach entgegen stehen. Zweitens dürfen Erwachsene Kinder nur dann mögen, wenn sie zu ihnen in einem verwandtschaftlichen Verhältnis stehen, alles andere zieht den Verdacht des Pathologischen auf sich, man ist dann ein „Kindernarr“, „post-pubertär“ usw., jedenfalls nicht ernst zu nehmen oder eben: pädophil. Das Ernstnehmen von Kindern als Freunde führt zur gesellschaftlichen Ausgrenzung.

Das weiß auch ein pädophiler Lehrer, weshalb diejenigen Lehrer, die tatsächlich pädophil sind, dem Herrn Wenzel eben nicht auffallen. Und zwar nicht, weil die sich so gut verstellen können, mithin hinterlistig sind, sondern weil es einfach zur Professionalität in diesem Beruf dazu gehört, Pädagogik auszuüben, und Pädagogik heißt eben in erster Linie Zurichtung. Für Pädophile mag es dabei übrigens viel schwerer sein, diese Professionalität auszuüben, als für Normalperverse, so dass die These von den vielen Pädos in pädagogischen Berufen durchaus hinterfragbar erscheint; denn Pädos könnten sich in eine/n ihrer Untergebenen verlieben, die Probleme, die sich daraus ergeben, liegen auf der Hand; sie könnten aber auch ganz grundsätzlich Probleme damit haben, Kinder überhaupt als Untergebene zu betrachten und somit in Konflikte mit dem Schulbetrieb kommen1. Wer sich aber dann doch für einen solchen Beruf entscheidet – die Frage, ob man das tun solle und/oder könne, ist in Pädoforen eine viel diskutierte! –, der hat sich in der Regel ausreichend selbst reflektiert, um diese Aufgabe auch verantwortungsvoll und gut ausführen zu können, sprich: er hat gelernt, Privates von Beruflichem zu trennen. Wenn es dann doch nicht klappt, warum auch immer, dann muss man eben kündigen und seine Brötchen woanders verdienen.

Pädophile in pädagogischen Berufen sind also weder generell hinterlistige Wölfe im Schafspelz noch tickende Zeitbomben oder sonst etwas, auf das man nur kommt, wenn man Pädophile vom Rest der Menschheit trennt, ihnen gar die Fähigkeit abspricht, überhaupt vernünftig denken und reflektieren zu können. Es gibt keinen pauschalen Grund, Kinder von Pädophilen in pädagogischen Berufen (generell) fernzuhalten, genau so wenig wie es z.B. Gründe für ein Berufsverbot für heterosexuelle Frauenärzte gibt. Auch wenn der Vergleich ein wenig hinkt: es liegt doch auf der Hand, dass die sexuelle Orientierung eines Menschen nicht sein komplettes Handeln bestimmt. Wenn man dies annähme, wäre an ein vernünftiges Zusammenleben unter zivilisierten Menschen überhaupt nicht mehr zu denken. Es ist schade, dass eine Forschung darüber, wie viele Männer in pädagogischen Berufen wohl pädophile Neigungen haben, in absehbarer Zeit nicht möglich sein wird; vermutlich wäre Herr Wenzel aber ziemlich überrascht, wie viele es sind, die es eben geschafft haben, ihre Neigung und ihren Beruf vernünftig unter einen Hut zu bekommen. Der Vorschlag, Pädophile aus der Lehrerausbildung „herauszufiltern“ ist jedenfalls völlig weltfremd und spricht Pädophilen pauschal ihre Menschenwürde ab.

P.S.: Ich bin mir darüber bewusst, dass es über diese Thematik noch viel mehr zu schreiben gäbe, belasse es aber aus Gründen der Übersichtlichkeit erst einmal bei diesem kurzen Überblick. Vielleicht möchte ja jemand darüber diskutieren?

  1. Denn Schüler sind eben in erster Linie Schüler und keine Freunde. Ein Pädophiler will aber in der Regel Freundschaft und wird sich diese daher eher außerhalb der Schule suchen. [zurück]

17 Antworten auf “Pädophile aus pädagogischen Berufen „herausfiltern“?”


  1. 1 blubediblub 13. August 2009 um 22:59 Uhr

    schaut mal in die Kommentare von dem Link:

    “ 12.08.2009,
    15:01 Uhr
    Justus Knabengern (Priester) sagt:
    Grundschullehrer ist schon sehr verdächtig! Bis zur 5. Klasse sollten nur Lehrerinnen unterrichten mit Ausnahme von Religionsstunden natürlich.
    12.08.2009,
    15:03 Uhr
    Dieter sagt:
    @Justus Knabengern (Priester); genau ! und auch Kindergärtner! Trainer von Jugendvereinen sowieso etc pp. “

    Also ich hatte einen sehr guten Grundschullehrer.

    Aber:
    Jetzt bin ich ein wütendes Monster. Und? Was bringt Das überhaupt? Lesen doch eig. nur Pädos hier oder?

  2. 2 tiny toon 14. August 2009 um 0:44 Uhr

    Lesen doch eig. nur Pädos hier oder?

    ach, i wo!

  3. 3 Rhizom 14. August 2009 um 1:46 Uhr

    Zunächst einmal, schätze ich deinen Blog sehr und lese mir gerne die neuen Beiträge durch. Es ist gut, wenn ich als Pädo in der Öffentlichkeit durch Kollegen repräsentiert werde, die sich auf eine intelligente Art mit der gesellschaftlichen Realität auseinandersetzen. Wer möchte schon überwiegend durch Triebtäter oder Charité Opfer, die demütig die Ampel erklären, in der Öffentlichkeit vertreten sein.
    Verzeih, wenn ich mich etwas umständlich dem Thema annähere. Wenn wir uns an unsere Kindheit erinnern, daran dass wir uns von einer erwachsenen Bezugsperson in einer besonderen Weise angenommen, unterstützt oder geliebt fühlten, dann ist es nicht notwendig, dass diese Person pädophile Neigungen besaß, aber wenn es unbekannter Weise eine Person mit dieser Neigung gab, ist es sehr wahrscheinlich, dass wir sie in dieser Weise wahrgenommen haben. Dagegen ist es sehr unwahrscheinlich, dass gerade die Personen, die uns bis auf Blut verletzt, gedemütigt oder terrorisiert haben, pädophil waren. Gegen die zuerst genannten glaubt man nun präventiv mit unnachgiebiger Härte vorgehen zu müssen, während denjenigen, die als massiv schädigend erlebt wurden, niemals verwehrt würde, ein Kind in ihrer Obhut haben zu dürfen. Die Frage, die derzeit scheinbar jede Maßnahme gegen Pädophile rechtfertigt, wird sonst gar nicht gestellt. Wer kann garantieren, dass dem Kind nichts Schädigendes widerfährt?
    Mir ist klar, dass Du den „Schaden“ oder besser das Problem der Kinder mehr in der aufrecht erhaltenen Trennung von Erwachsenen siehst, für die „Kinder noch keine richtigen Menschen“ sein dürfen. Ich habe etwas naiv auf Erwachsene Bezug genommen, die als förderliche oder destruktive Einflüsse Freunden oder mir in Erinnerung geblieben sind. Vielleicht meint beides aber auch in etwa dasselbe: Grausamkeit unter dem Vorwand erzieherisch tätig zu sein oder Aufhebung der Trennung in einer besonderen Form der Zuwendung.
    Ich befürchte, dass unter anderem durch die Öffentlichkeitsarbeit der Charité ein Modell bereit gestellt wurde, Pädophile auf ihre Sexualität und die Sexualität auf den Trieb reduzieren zu können; einen Trieb, den es unter Kontrolle zu halten gilt und der geschickt an die Szenerie gebunden wird, sich in einem Akt zu entladen, bei dem in jedem Fall hinzugedacht sein muss, „wie unglaublich das Leid des Kindes wäre, war oder ist – je nach dem, wenn es zu einem sexuellen Missbrauch kommt.“ (http://ganymed.blogsport.de/2007/11/10/wenn-man-kinder-zu-sehr-mag/#more-94)
    Ein kleines Zitat, dass zum Thema passt: „Eine simple Grundregel müsse daher jeder Pädophile beherzigen, sagt Neutze: »Nie ohne soziale Kontrolle mit einem Kind allein sein«. Viele haben aber beruflich mit Kindern zu tun, und die meisten glauben, ihr Verhalten weit besser unter Kontrolle zu haben, als das in Wirklichkeit der Fall ist.“ ( http://www.zeit.de/2008/03/M-Paedophilieforschung )
    Es geht darum, die Kontrolle nicht zu verlieren, sich vor denen zu schützen, die die Kontrolle verlieren können, auch denen, die in pädagogischen Berufen arbeiten und die glauben, die Kontrolle behalten zu können, sich aber täuschen, denn die meisten werden die Kontrolle verlieren.
    Wie war das, „jeder Pädophile“ ist so beschaffen, dass er „Nie ohne soziale Kontrolle mit einem Kind allein sein“ darf? – Einem Kind? Ob Mädel oder Bube, ob Baby oder Bursche, nicht eine Sekunde darf der Pädophile mit dem Kinde allein sein?
    Die Charité Mitarbeiter besetzen die Position von Wissenschaftlern, und reden zuweilen wie Tratschtanten und liefern dabei ganz nebenbei, die Bestätigung der bestehenden Vorstellung einer allgegenwärtigen Bedrohung, durch den Pädophilen als Verkörperung eines substanzlosen, leeren apersönliches Genusswesen, dessen personenähnliche Eigenschaften nur als Fassade das innere Leben der viril sprudelnden Substanz reiner Triebhaftigkeit verdeckt.

    „… Gerade weil die Bedrohung eine virtuelle ist, ist es zu gefährlich, darauf zu warten, dass sie aktuell wird, man muss vorher zuschlagen, bevor es zu spät ist. … die allgegenwärtige unsichbare Bedrohung … legitimiert die Schutz- und Verteidigungsmaßnahmen (die einzige wahre Bedrohung für Demokratie und Menschenrechte) … das ständige Wirklichwerden – der gegen sie ergriffenen Maßnahmen. …“ (Slavoj Zizek; Die politische Suspension des Ethischen; Suhrkamp FFM 2005; S. 122)
    Für mich ist es unübersehbar, dass ein Klima geschaffen wird, in dem zunehmend den ohnehin nicht so doll garantierten Grundrechten eines Pädophilen ein Notwehrrecht der Gemeinschaft entgegengestellt wird. Möglicher Weise hat das auch reale Folgen.
    Gute Nacht und Entschuldigung
    Rhizom

  4. 4 bajaz 14. August 2009 um 7:58 Uhr

    Bitte denkt daran, dies wurde doch schon vor über 50 Jahren an den Schwulen durchgespielt! Nix neues unter der heterosexuellen Sonne! Womit filtern die denn alle die Fritzls und Heidis heraus, die Monstereltern, die ihre Kinder quälen?

  5. 5 Admin 14. August 2009 um 15:51 Uhr

    Es geht darum, die Kontrolle nicht zu verlieren, sich vor denen zu schützen, die die Kontrolle verlieren können, auch denen, die in pädagogischen Berufen arbeiten und die glauben, die Kontrolle behalten zu können, sich aber täuschen, denn die meisten werden die Kontrolle verlieren.

    Ja, darum geht es. Das Irre daran ist, dass der Faktor „Pädophilie“ nun wirklich noch am harmlosesten ist, wenn es darum geht, Kinder zu „missbrauchen“. Denn was ist Schule im Kapitalismus denn bitte anderes als organisierter Kindesmissbrauch? Gibt es irgend einen Menschen, den die Schule nicht traumatisiert hat? Gibt es irgendein Kind, das sich in der Schule wohl fühlt, sich angenommen, gestärkt, respektiert fühlt? An welcher Schule stehen die Bedürfnisse der Kinder im Mittelpunkt? Im Mittelpunkt steht immer die spätere Verwertbarkeit auf dem freien Markt, die Selektion in gute und schlechte Kinder, der Konkurrenzdruck.
    Und die Lehrpersonen wissen das und müssen in der Regel dementsprechend handeln – tun sie das nicht, werden sie entlassen, wie z.B. diese eine Grundschullehrerin, die allen ihren SchülerInnen gute Noten gab. Viele übernehmen das Denken auch komplett für sich und unterfüttern es ideologisch, sie finden es also gut, Macht über Kinder auszuüben, um diese für die Gesellschaft „fit zu machen“, und werden darüber zu echten Arschlöchern. Oder sind es schon vorher.

    Dass sich so eine Lehrervereinigung dann Sorgen über ein paar Pädos unter ihnen macht, von denen vielleicht einer alle zehn Jahre mal auf einer Klassenfahrt einem Kind unter den Rock schaut, ist eigentlich grotesk, aber passt eben perfekt in diese herrschende Ideologie von Kindheit als notwendige Voraussetzung für die Herstellung sog. mündiger Demokraten. Pädophile, die mit Kindern leben wollen anstatt sie nach einem offiziellen Bildungsauftrag zu Staatsbürgern zu formen, passen da nicht rein.

  6. 6 Rhizom 14. August 2009 um 21:21 Uhr

    Du hast – und das gelingt nur wenigen – das was ich geschrieben habe nicht kleinlich kritisiert oder kommentiert, sondern einfach es verstanden und weiterverwendet. Kommunikation kann also tatsächlich mal klappen.

    So sehr Menschen, wenn ich ihnen sage, dass ich pädophil bin, zunächst japsen müssen, weil ihnen dann ganz viele Dinge einfallen, die sie wissen und die sie jetzt bedenken und auf mich anwenden müssen, hat dieses Wissen überhaupt nichts mit dem zu tun, was sie oder ihnen nahestehenden Menschen mit Pädophilen widerfahren ist.
    Ich spare mir zu sagen, woher dieses Wissen kommt.

    Aber man kann ja auch direkt fragen: Ach, du hast in Deiner Kindheit gelitten, ja das kenne ich. Was war denn das Problem, zuviele Pädophile oder was? Jemand ist vom Vater vergewaltigt worden? Ja, so etwas kommt in allen hierarchischen Machtstrukturen vor, genau da gehört das hin. Mit Pädophilie hat das sehr wenig zu tun.

    Aber, es gibt das sehr starkes Bild, das Angst macht und bedrängt: ein Erwachsener, ist doch so viel größer als ein Kind und schwerer und weiß Dinge, die ein Kind noch gar nicht weiß … und obgleich das für jeden Erwachsenen gilt, wird dies – sofern es nicht um Pädophile geht – ausschließlich rein positiv gedacht in Bezug auf jene Leute wie Vater, Mutter, Heimleiter, Priester oder Lehrer.
    Warum nicht mal bei diesen sagen, alle wegsperren für immer, die Gefahr ist viel zu groß, dass etwas passiert.
    Natürlich nicht; wer möchte sich denn wirklich mal mit dem konfrontieren, was Kinder empfinden, die dazu bestimmt sind „Harz 4“ zu sein, Eltern zu haben, die psychisch krank werden, Kinder, die sich selbst, das was sie sind, ihren Körper nicht mögen usw. Das würde Fragen aufwerfen, die in Richtungen weisen, die etwas anders abverlangen, als Pädophile ausfindig zu machen und zu entfernen und wichtiger noch uralte Bilder im Internet.

    Schön die Idee, Leiden würde dadurch effektiv vermindert, schön, dass alles im Großen und Ganzen so bleiben kann wie es ist, schön, dass es dem einzelnen nichts abverlangt.

  7. 7 Ovid 15. August 2009 um 23:39 Uhr

    Danke für deine Beiträge, Rhizom.

    Könnte man nicht schon fast sagen, dass Pädophile ungerechtfertigterweise quasi schon eine Versinnbildlichung „alles Bösen“ sind, die unserem modernen aufwachsenden Kind schaden? Eine ganze Menschengruppe als moderner Sündenbock.

  8. 8 Rhizom 17. August 2009 um 0:42 Uhr

    Wer das Thema des sexuellen Missbrauchs von Kindern besetzt, erhält damit auch Verfügungsgewalt über die Gefühle und damit über die Menschen. Fast ist es, als würde darin der Wunsch Caligulas nach grenzenloser Macht erfüllt, der ruft: „Was würde ich doch für einen Aufwand sparen, wenn ganz Rom bloß einen einzigen Hals hätte.“

    Ich bleibe bei den Römern; Danke für Dein Interesse, Ovid.

    Dem was Du schreibst, kann ich nur zustimmen. Man muss bedenken, dass in den letzten 20 Jahren alle bedeutenden Gruppierungen in der Gesellschaft Pädophile dazu bestimmt haben (verdeckt über die Scheinbehandlung des Themas „sexueller Missbrauch von Kindern“), innerhalb ihrer Ideologie als verbildlichende Beschreibung Nutzen zu bringen- verbildlichende Beschreibung destruktiver Kräfte, derer man sich zu erwehren hat. Dadurch wurden Inhalte übertragen, die mit Pädophilie nichts zu tun haben, die aber nun ausgelagert an gerade der Minderheit kleben, die es sich nicht leisten kann, öffentlich in Erscheinung zu treten, ohne existenzvernichtende Konsequenzen über sich ergehen lassen zu müssen.

    Pädophile sind nicht repräsentiert als Personen, die ein Gesicht haben und wenn sie eines haben, dann (bis auf sehr wenige Ausnahmen), weil sie als Straftäter kenntlich gemacht wurden.
    Selbst wenn es nur ein Verdacht ist, sind die Folgen, für die Familie und andere nahestehende Menschen oftmals katastrophal und entbehrt jeglicher Verhältnismäßigkeit.

    Keine gesellschaftliche Institution, keine Partei oder Gruppierung tritt öffentlich für die Verteidigung der Grundrechte dieser Menschen ein.

    Auf diesen Menschen rumzutreten und dabei möglichst auffällig in die Kamera zu winken:“Hallo, hallo, ich schütze Kinder, ich schütze Kinder.“ gilt derzeit als die anerkannteste Form von Zivilcourage. Als ob sich bisher nicht jeder Diktator, wenn Kameras auftauchten, ein Kind gekrallt hätte, um hinter diesem eine menschenverachtende Ideologie zu verbergen.

    Wie mutig kann es unter den heutigen Bedingungen sein, sich als „Kinderschützer“ zu exponieren, wenn damit eine unangreifbare Position besetzt wird, die in einer unvergleichlichen Weise, inszenatorische Selbstdarstellungen, mediale Beachtung, wie auch finanziellen Gewinn und machtpolitische Einflussnahme möglich macht.

    Vielleicht noch einmal zu der Zusammensetzung gesellschaftlicher Gruppierungen, wie sie bei dem Dipl. Psych. Michael Griesemer beschrieben werden, der ausgesprochen couragiert handelt, in Zeiten in denen Wissenschaftler bei dem Thema Pädophilie entweder sich schweigend verkriechen oder zu wahren Medienstars werden können, natürlich nur um den Preis, dass sie sich die Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung vom Strafgesetz und dem hysterischen Zeitgeist einer modernen Form der Hexenjagd diktieren lassen.

    Zu den wenigen Ausnahmen unter den Wissenschaftlern, die trotz aller Anfeindungen weiterhin einem humanistischen Ansatz gerecht werden, müssen neben Dipl. Psych. Michael Griesemer ebenso Dipl.-Psych Horst Vogt und Prof. Dr. Rüdiger Lautmann gezählt werden. Die Ergüsse von den charakterlosen Kinder-Schützer-Demagogen wird man in der Zukunft, in die Tonne kloppen können. Übrigens, aber das ist nur meine Meinung, wie auch alles andere, sind diese zwar sehr umfassend, aber ausgesprochen dürftig.

    Ach, jetzt wurde ich wieder abgelenkt; die gesellschaftlichen Gruppen, die sich obgleich der Verschiedenheit alle in ihren schäbigsten Empfindungen miteinander vereint haben, nämlich im Hass auf einen gemeinsamen Feind der gesichtslos und kampfunfähig ist.

    Pädophile diente als Sinnbild: Feministinnen (männliche Gewalt), Konservative (Werteverfall), Rechtsradikale (das Abartige und Degenerierte), Linke ( sexuelle Ausbeutung), Kirchen (Sexualität / Sünde), die Schwulen versuchten sich in der Abgrenzung zu normalisieren, die Politik erhielt Macht und bewies Volksnähe und für die Medien ist es seit mehr als zwanzig Jahren ein gigantisches Geschäft.

    Der Journalist Manfred Karremann zeigt in der ZDF Dokumentation „Mitten unter uns – Kindesmissbrauch am hellichten Tag“ zunächst einen Mann, der Kinderpornos dreht und verkauft. Es folgen Gespräche mit Forensikern, einem Mann der ein Baby missbraucht hat, einen Mehrfachvergewaltiger einem Kindermörder und schließlich präsentiert Karremann, bis nach Frankreich gereist, einen Mann – Fan von Jürgen Bartsch und Adolf Hitler – der vor laufender Kamera erzählt, dass er sich wünscht, einen kleinen Jungen aufzuhängen und dabei zuzusehen wie dieser langsam erstickt.

    Einen Ausschnitt aus einem der Pornos des zuerst genannten Mannes unterlegt der Journalist mit dem Kommentar: “Computerspiele, Eiscreme und Geschenke, dann folgen Methoden die jeder Pädopile kennt, nur der Videofilm des Täters macht daraus ungewollt ein Dokument der Aufklärung.“ Das der Zuschauer informiert wird, dass die Polizei davon ausgeht, dass 200 000 Kinder jährlich sexuell missbraucht werden, passt dazu, dass es ja auch geschätzte 200 000 Pädophile Menschen in Deutschland gibt.

    Ist es denn schlimm, wenn Menschen, die sich nicht wehren können und darauf angewiesen sind, dass andere ihre Rechte schützen, öffentlich-rechtlich hingerichtet werden, indem sie in ihrer Gesamtheit mit sadistischen Sexualstraftätern zur Deckung gebracht werden?

    Angesichts der immer wieder beschworenen Verantwortung angesichts der deutschen Vergangenheit – wie denkt man darüber? Wie das ZDF schreibt, hat der Film „eine Welle deutlicher Reaktionen ausgelöst.“

    Aber nicht so, wie man meinen könnte; alle „lobten diesen „mutigen und wichtigen Beitrag. Ähnlich waren schon zuvor die Reaktionen auf die Filme „Am hellichten Tag“ sowie „Das Mädchen und die Kinderschänder“. Diese Filme muteten dem Zuschauer sehr viel zu, bis an die Grenzen der Erträglichkeit, aber es gelang, diese noch immer weitgehend tabuisierte Problematik im Bewusstsein der Gesellschaft zu verankern, zum Schutz der Kinder.“

    http://www.unternehmen.zdf.de/fileadmin/files/Download_Dokumente/DD_Grundlagen/ZDF-Schriftenreihe_Heft_63_Jugendschutz.pdf

    In einem anderen mutigen „Aufklärungsfilm“ im ZDF „Wenn Liebe Sünde ist“ von Sabine Skupin, heißt es: „In Deutschland gibt es 200 000 Männer und Frauen, mit pädophilen Neigungen, die der Polizei bekannt sind. Viele von denen verfügen über eine höhere Bildung, deshalb vermögen sie sich besser zu tarnen.“

    Von der Aufklärung der Medien zur Sprache der Wissenschaft.

    „Sexueller Missbrauch“ oder „Kind“ sind heute ebenso leere Begriffe, wie zuvor „Nation“ oder „Familie“. Etwas das einen Inhalt beliebig findet, in demjenigen, der ihn mit der diffusen Dichte emotionaler Regungen füllt, nicht selten, um ihn über diese Emotionen an einen Zweck zu binden.

    Derartig „vielsagende“ Worthülsen, die die Psychologen an der Charité verwenden, sind zum Beispiel „Schlüssel- und Krisensituationen“ oder einfach nur „Es“. „…was wir erfahren haben in den Gruppen sind so viele Schlüssel- und Krisensituationen, wo wir hinterher sagen können, ‚wäre der jetzt nicht in der Therapie gewesen, dann wäre es passiert.“

    ( http://www.inforadio.de/static/dyn2sta_article/848/215848_article.shtml)

    Es ist kaum möglich bei den Worten „dann wäre es passiert“ nicht unwillkürlich an jene Fällen zu denken, bei denen Kinder vergewaltigt und anschließend getötet wurden, während es doch sehr fern liegt dieses „Es“ an Situationen zu binden, die nüchtern betrachtet als geradezu harmlos bewertet werden müssten. „Es“ behält seine Macht nur dann, wenn im Ungewissen belassen wird, um was es sich konkret handelt, denn nur, wenn das Gemeinten, der Möglichkeit einer differenzierten Beurteilung entzogen bleibt, kann es sich in der Phantasie uneingeschränkt mit Schrecken, Angst und Ekel verbinden.

    Die sexuellen Empfindungen eines Kindes, für etwas ganz Normales, Gesundes und Schönes, jedoch dann, wenn sie aus dem Umgang mit einem Erwachsenen hervorgehen, grundsätzlich für „unglaubliches … Leid“ zu halten, zwingt Psychologen, in eine gespaltenes Perspektive, in der sie nicht mehr kennen, was sie sagen, weil sie anderes glauben als sie wissen.
    Die verinnerlichten Dogmen, das präformativ die Ausrichtung der Gedanken bestimmen, zwingen sie zunehmend dazu, sich in einen Moralismus hineinzusteigern, in dem die Grenzen und die Folgen zwischen einer penetrativen Vergewaltigung und zärtlicher Berührung verwischen.

    Folglich gleicht ihr Verhalten auch dem eines Chirurgen, der kein Blut sehen kann und ständig in die Wunde kotzt. Alleine in Berlin brechen 50 % die einen Therapieplatz erhalten haben, die Behandlung wieder ab. Diejenigen, die nicht abgebrochen haben, äußern sich mit einer unterwürfigen Frömmigkeit, in der unbeabsichtigt durchscheint, wie mit ihnen offensichtlich umgegangen wurde: Ab dem zweiten Termin lief der Besuch der Therapie jedoch glatt, … Glatt laufen, das heißt: Nicht umsonst bezeichne ich die Zeit der Therapie im Nachhinein als mein persönliches „Jahr der Hölle“. Aber lieber sage ich es so: Jedem Pädophilen, der behauptet, Kinder wirklich zu lieben, rate ich: Mach eine Therapie!!! Wenn du da durchhältst, muss wirklich starke Liebe dahinter stehen…

    (http://www.schicksal-und-herausforderung.de/paedo-erfahrungen/erfahrungsbericht.html)

    Die Wege sind kurz geworden; Wissenschaft, Boulevardjournalismus und Politik sind auf einem Flur und man trifft sich ständig in der Kantine.

    Die Obszönität der Macht, offenbart sich heute in der Skrupellosigkeit, mit der gewählte Volksvertreter das Leiden vergewaltigter Babys und Kleinkinder gezielt instrumentalisieren, um über emotionale Erpressung gesellschaftlicher Institutionen, die an demokratischen Entscheidungprozessen beteiligt sind, diese auszuschalten, und zu erzwingen, dass die gesamte Bevölkerung unter Generalverdacht gestellt, auf wesentliche Freiheitsrechte verzichtet.
    Das heißt, wem daran gelegen ist, das Problem weniger auf eine alle Menschen in gleicher Weise in Geiselhaft nehmende kollektive Schreckens-bild-phantasie-ebene betrachten zu wollen, sondern in differenzierter Weise in den unterschiedlichen Kontexten gesellschaftlicher Realität, geeignete Mittel zu deren Lösung sucht, und aus diesem Grund die Konsequenzen der geforderten Maßnahmen, ihre Verhältnismäßigkeit, Effektivität und Reichweite sachlich klären will, wird mit moralisch aufgeblähtem Pathos ins Gesicht geschrieen, was schon vor mehr als zwanzig Jahren sich als taugliches Mittel zu entwickeln begann, um Vernunft durch Terror zum schweigen zu bringen: „ Es geht um vergewaltigte Babys, die Opfer werden von Jahr zu Jahr jünger, es werden immer mehr, es ist ein Milliardenmarkt, der immer weiter expandiert.“ Und dann folgt demokratisches Schweigen „…ein Räuspern? …. Will noch jemand was sagen? Ich höre ! … Herr …. wie war noch gleich der Name? … .“

    „Die Macht, die sich so darstellt, als ob sie ständig einer Bedrohung gegenüber stünde, in Todesangst lebte und sich daher nur verteidigte, ist die gefährlichste Erscheinungsform der Macht.“

    (Slavoj Zizek; Die politische Suspension des Ethischen; Suhrkamp FFM 2005; S. 123)

  9. 9 Ovid 17. August 2009 um 13:58 Uhr

    Hey Rhizom,

    Es ist schön jemanden zu lesen mit dessen Meinung ich mich komplett identifizieren kann.
    Eher ungewöhnlich, da ich sonst immer Blockzitat nach Blockzitat hintereinanderreihe um zu antworten. ;)

    Was in der momentanen gesellschaftlichen Situation mit der Seele eines pädophil-liebenden Menschen passiert ist oft verheerend.
    Nicht unoft macht der Pädophile die ganze öffentliche Schlecht-zeichnung über Seinesgleichen zum Selbstkonzept. Dass das nicht gut tut, von sich selber zu denken man sei „falsch“, „krank“ und „minderwertig“ ist offensichtlich.
    Worin flüchten solche Pädos? In nicht-endende Spiralen der Depression, oder aus Kompensation wrden sie zu eben so einem heuchlerischen Kinderschützer, der die ganze Propaganda seiner Schlechtartigkeit sogar noch fördert.
    Sehr traurig ist es auch zu sehen, wenn jeder gerade von einem Pädophilen noch bestätigt bekommt wie gefährlich der „Pädophile“ doch sei. Dass es eine unglaubliche „Herausforderung“ sei sich diesem „Schicksal“ zu stellen. Nachgerade noch perfider ist es dann sich gleichzeitig damit zu rühmen „besser“ als alle anderen Pädos zu sein, als gesellschaftliche Anbiederung und Aufwertung seiner selbst.

    Es ist auch bemerkenswert zu beobachten, wie Liebesbeziehungen heutzutage absolutistischen moralischen Auflagen unterlegen sind. Völlige Altersgleichheit und ein Mächtigkeits-Gleichgewicht wird gefordert, andernfalls müsse man die Beziehung aufs Schärfste rügen und bei sexuellen Aktivitäten gar strafverfolgen.
    Gleichzeitig merkt man nicht, wie man gerade selbst als Macht-Authorität anderen Menschen diese Regeln aufzwingt. Die von Schmidt gezeichnete Verhandlungsmoral ist in ihrer letzten Konsequenz mehr pervers als fortschrittlich. Wie Bruce Rind selbst bemerkte wird ein Mächtegleichgewicht absurderweise in LIEBESBEZIEHUNGEN gefordert, also gerade da, wo dies am wenigsten zu Verurteilen sein dürfte. In allen anderen Belangen sei ein Mächtegleichgewicht dann nicht sonderlich wichtig, und ohnehin immerwährend vorhanden.

    Du hast ja schon einige Authoren genannt. Abschliessend hier noch mal eine kleine Liste, von denen man auch Interessantes liest. (Ich nenne deine schon genannten einfach mal doppelt)

    Dipl.-Psych. Michael Griesemer
    Dr. Frans Gieles
    Ph. D. Bruce Rind
    Prof. Dr. Rüdiger Lautmann
    Dr. Kurt Seikowski
    Dr. Michael Schetsche
    Dr. Frits Bernard
    Dr. Robert Bauserman
    Dr. Philip Tromovitch
    Dr. Heinrich Kupffer
    Prof. Dr Richard Green
    Dipl.-Psych. Peter Näf
    Ph.D Theo Sandfort
    Dr. phil. +
    Dipl.Psych Helmut Kentler
    Prof. Dr. Fritz Sack
    Dr. Jörg Hutter
    Prof. Reinhard Lempp
    Ernest Bornemann
    Horst Vogt
    Volkmar Sigusch

  10. 10 Rhizom 19. August 2009 um 1:22 Uhr

    Lieber Admin,

    wenn es Dir auf den Keks geht, dass ich hier so ausufernd Worte verbreite und Dein Thema sehr weiträumig mit Ansichten belege, sag Bescheid, ich bin sehr einfach zu bändigen. Du hast hier schließlich das Hausrecht.

    Hallo Ovid,

    zunächst danke ich dir für die Namensliste, die ich gut gebrauchen kann. Bei der Gelegenheit kann ich auch gleich darauf hinweisen, dass die genannten Psychologen von mir nur als Protagonisten gewählt wurden, um eine bestimmte Haltung beschreiben zu können.
    Es hätten natürlich noch ganz andere Personen genannt werden müssen. Auch ging es mir nicht darum, Politiker, Journalisten und Psychologen pauschal abzuurteilen.
    Es gibt bspw. viele Psychologen, die das, was so diffus unter „sexueller Missbrauch“ gefasst wird, vollkommen unaufgeregt, anhand des derzeitigen Wissensstandes überblicken und beschreiben.

    Mir ging es ausschließlich um diejenigen, die das Thema „besetzen“. Sie fallen dadurch auf, dass sie es emotional beladen, Klischees bedienen, Wertungen vornehmen, fälschen, scheinsachlich sind, Unwahres behaupten, suggestiv vorgehen, Angst schüren, sich tarnen und irgendwie immer auf den „Feind“ zeigen und dabei unterschwellig die eigene Bedeutung und das eigene „Gut-Sein“ hervorheben müssen.

    Da dies grundsätzlich zu Ungunsten der Pädophilen geschieht halte ich es für wichtig, es wenigstens ab und zu nicht abzuwehren und zu behandeln, als wäre es einfach nur lächerlich und absurd, oder als müsste man es einfach hinnehmen oder ignorieren.
    Es ist zuweilen eine Aufgabe darauf hinzuweisen, denn es bewirkt und verändert etwas; es ist destruktiv, es richtet einen Schaden an, innerhalb der (mal nicht Gesellschaft), sondern der „Gemeinschaft“ die all dass umfasst, was menschlich ist und zu der sich alle Menschen nicht nur rechnen dürfen, sondern auch müssen.
    Durch nichts was ein Mensch tut, wird er aus dieser Gemeinschaft herausfallen können, denn alles bleibt „menschlich“. Es gibt aber Gesetze der Gemeinschaft, die, wenn sie gebrochen werden, die Menschlichkeit verletzen.

    Ein Gesetzesbrecher ist kenntlich. Daher, die infamste Weise, die Gesetze der Gemeinschaft zu verletzen, ist, wenn die Niedertracht sich ein menschliches Gesicht verleiht und das „unmenschliche“ nicht mehr als verletzend, sondern als Notwendigkeit, Besorgnis, gar liebevolle Zuwendung erscheint. Diese Niedertracht wird dann gefährlich, wenn nicht mehr dumme Sprüche am Stammtisch, sondern „verantwortungsvolle“ Realpolitik, „couragierte“ öffentlich-rechtliche „Ausklärungsfilme“ und „liebevolle“ Wissenschaft voller Hass und Menschenverachtung sind.

    Die Gemeinschaft kann verführt werden, unmenschlich zu sein und Menschen dazu bestimmen sich als Unmenschen empfinden zu müssen.

    Und genau da setzt Du ein Ovid, mir wäre, diese Gefahr, sich seiner selbst zu entfremden, nicht derart bewußt geworden, wenn Du es nicht in den Formen seiner Erscheinung so differenziert und auch eindringlich beschrieben hättest.
    Die Einschätzung, „man sei „falsch“, „krank“ und „minderwertig“ meint Empfindungen, die bezogen auf das Kind „richtig“, „angemessen“ und „wertschätzend“ gemeint sind. Sich selbst mit diesen Empfindungen nicht zu identifizieren, sie nur noch ein Gestalt einer „schändlichen und schwer ertragbaren Vorstellung“ (s.o.) in sich wahrzunehmen, führt in eine verheerend falsche Identifikation dessen, was die eigenen Bedürfnisse und Wünsche sind.

    Ein Heranwachsender, der in sich auf Kinder gerichtete emotionale und sexuelle Bedürfnisse verspürt, trifft in der Gesellschaft auf einen schier undurchdringlichen Konsens, die pädophile Persönlichkeit ausschließlich in den Grenzen sexueller Praxis und ihrer Ermöglichung festzuhalten.

    DER TRIEB, DAS ANDERE:

    Gerade weil jeder den Trieb in sich kennt, weiß auch jeder von sich selbst, dass er etwas in sich hat, dass fremd ist, auf Befriedigung drängt und nicht zur Ruhe kommt, bevor es befriedigt wurde. Dieses „andere“ – der Trieb – ist beängstigend, denn es ist amoralisch, gesichtslos, zu Mitleid nicht fähig. Es ist nicht zum Verzicht bereit, es muss befriedigt werden oder mit großem Aufwand an Kraft zurückgedrängt werden

    BESCHREIBUNGEN:

    Wenn in verbildlichenden Beschreibungen ein pädophil veranlagter Mensch mit diesem Trieb zur Deckung gebracht wird, dass heißt, wenn seine Persönlichkeit reduziert wird auf seine Sexualität und seine Sexualität reduziert wird auf seinen Trieb und durch die Beschreibung zudem die Voraussetzung geschaffen wird, die Imagination an die Vorstellung zu binden, nur in einem gewaltsamen Akt Befriedigung erfahren zu können, bei dem ein Kind unglaublich leidet, wird ein Bild entworfen, dass sich vor die Realität schiebt, sie verdeckt, sie in Beschlag nimmt; ein Bild, dass die Realität repräsentiert, aber verzerrt, sie interpretiert aber falsch und es wird zu einem Bild, das nicht nur der Öffentlichkeit, sondern auch den Betroffenen selbst den Blick auf die realen Bedürfnisse und Fähigkeiten pädophiler Menschen verstellt.

    ALKOHOLISMUS:

    Nehmen wir die von der Charité aufgestellte Analogie zwischen Pädophilen und Alkoholikern, die suggestiv die Aussage zu treffen versucht, Pädophilie wäre eine Suchtkrankheit, die den „Betroffenen“ dazu zwingt, bei dem geringsten Kontakt mit dem Suchtstoff „Kind“ jede Kontrollfähigkeit zu verlieren. Unter dieser Vorgabe ist es selbstverständlich, das „jeder Pädophile … mit keinem Kind allein sein darf.“

    Pädophilie ist eine sexuelle Ausrichtung und als solche anderen Ausrichtungen vergleichbar. Aber eine sexuelle Ausrichtung ist nicht wie eine bestimmte Krankheit und die Symptome dieser Krankheit, sind nicht die sie kennzeichnenden charakteristischen Merkmale.

    (http://www.bundestag.de/dasparlament/2008/46/Themenausgabe/22700430.html)

    Ein Wissenschaftler der solche Merkmale auf Personen oder Personengruppen überträgt, um Maßnahmen zu rechtfertigen, ist ein Brandstifter.

    NOTWEHR:

    Die Öffentlichkeit wird gezwungen, dem pädophilen Begehren einen egoistischen, destruktiven Charakter zuzuweisen, der in Beschreibungen des nur schwer unter Kontrolle zu haltenden Triebs seinen Anschaulichkeit erhält.
    In der Reduktion eines Menschen auf seine Sexualität und der Sexualität auf den Trieb, liegt die Aufforderung an die Gemeinschaft begründet, sich auf eine Notwehrsituation zu berufen und Gewalt auszuüben; Hemmungen abzulegen und gleichwertige Menschen gesondert zu behandeln, sie zu entmündigen, ihnen – ihrem Wesen – das Bedürfnis und die Fähigkeit liebevoll zu sein und darin liebenswert zu sein, abzusprechen.

    ZEICHEN TRAGEN:

    Das artifizielle Produkt einer „reinen Triebhaftigkeit“ ist das Zeichen, dass pädophile Menschen nun von offizieller wissenschaftlicher Autorität her, zugewiesen bekommen und dass sie nicht nur zu tragen verpflichtet sind, sondern an dass sie auch wirklich glauben müssen, eines, dass sie, bestätigen und zu dem sie sich widerspruchslos bekennen müssen, damit kein Schatten auf die Menschen fällt, die ihnen das antun.

    VERANTWORTUNG:

    Egal wie der Charakter eines pädophilen Menschen beschaffen ist, wird ihm nur dann noch ein Verantwortungsgefühl zuerkannt, wenn er seine Bedürfnisse in seinem Trieb erkennt, den er eingebunden in das Innenleben eines Menschen zu denken hat, der zwischen den Polen Sadismus und Schwachsinn existiert.

    Der Trieb ist überhaupt keine Dimension des Persönlichen, so dass auch keine Identifikationsmöglichkeit mit ihm besteht. Begriffe wie Liebe, Bedürfnis, Sehnsucht, Begehren verweisen auf Affekte, in denen ein Bezug zum Persönlichen, zur Person und damit einhergehend zur Akzeptanz der individuellen sexuellen Identität – sei es der eigenen oder der eines anderen Menschen – möglich sind.
    Wenn das Wesen der Pädophilie in dem Leiden von Kindern liegt, ist keine Indentifikationsmöglichkeit mit den Bedürfnissen gegeben, weder für die Gemeinschaft, noch für pädophile Menschen.

    PAUSE:

    Ich komme mir gerade so verbittert vor, daher leihe ich mir Sprache, aus einem früheren Rhizom-Text, den man mit leicht rheinischem Akzent lesen sollte.

    „… Also zunächst ist ja wohl mal klar, dafür dass verzichtbereiten Pädophilen das Händchen gehalten wird, dafür wird kein Geld aufzutreiben sein. Man wird da schon das Kind als vom Trieb bedrohtes Gut mit ins Boot nehmen müssen.
    Da man geschult ist das Kind in seiner Phantasie so einzusetzen, als wäre es in der Nahrungskette über den Trieb, der Fressen will, dem Pädophilen in einem natürlichen Verhältnis zugeordnet, reicht es aus, nur weniges zu sagen, um dieses Bild in uns hervorzurufen. Alles was diesem Bild widersprechen könnte, würde etwas in Unordnung bringen. Alles was die Ordnung erhält, bringt Geld, Macht und mediale Präsenz. …

    …. Ja, das Projekt an der Charité. Es stellt sich doch die Frage nach der Verantwortlichkeit derer, die die Sprache einsetzen und damit die Richtung festlegen, in der die Gedanken die Gefühle einzwängen – oder auch ins Freie stürzen lassen könnten.
    Aber die Sprache ist leider noch nicht geboren, in der die bösen Gefühle der Moral, die das Denken erübrigen, ersetzt werden durch … halt das, was dann kommt. Soviel Freiheit sollte man sich vielleicht auch gar nicht erlauben, wenn es doch wie hier, schließlich doch auch um den Schutz von Kindern geht. Aber muss deshalb gleich so viel von dem, was leiden macht, wie Notwendiges behandelt werden. Gibt es nicht viel mehr Intensitäten in uns, die nicht zwingend mit Angst in Schach zu halten sind, vieles das den gewohnten Diskurs unterlaufen würde, der zwar notwendig ist, der allerdings die bestehenden Strukturen zu sehr bestätigt und Formen der Kommunikation hervorbringt, in denen es gilt so einer Art Frömmigkeit zu frönen und bloß keinen Verdacht zu erregen. Ist es nicht ein sonderbarer Selbstbezug, wenn man sich nur dann das Vertrauen auszusprechen bereit ist, wenn man sich als Gefahr empfindet; wenn man nur dann die Treue zur Partei beweist, wenn man sich selbst als Verräter bezeichnet? Sonderbare Dinge werden mir da abverlangt, lange habe ich mich darein gefügt, aber nicht aus Spaß am Absurden, den ich ja dabei haben könnte, sondern aus mangelnder Selbstgewissheit.“

    Ich bin in diesem Text so jung, wie ich damals nicht sein dürfte und habe lange gebraucht, um zu verstehen, was es für mich bedeutet, Kinder zu lieben.

    WEITER IN DER BITTERNISS:

    Um der der eigenen Sexualität durch äußere Bestimmungen zugewiesenen Selbstentwertung zu entgehen, erlegt die Gesellschaft einem Jugendlichen auf, die eigenen Empfindungen zunächst abzuwehren, zu unterdrücken oder abzuspalten.

    Es wird von „offizieller“ Seite, keine positive Konzeption von dem, was Pädophilie ist, oder sein kann, angeboten.
    Überdeutlich repräsentiert, wird sie von Vergewaltigern, Mördern und im Verborgenen von verbotenen Bildern.
    Verheerend, wenn in diesem irrtümlich das eigene Begehren, aufgrund einer sexuellen Erregung erkannt wird und eine falsche Indentifikation gesucht und gefunden wird.

    Dass Erschrecken darüber, das Opfer eines Verbrechens attraktiv zu finden, damit wie der Täter zu entscheiden, … heißt das, ähnliches tun zu wollen? …. Ist es das?

    Wem könnte sich ein junger Mensch damit anvertrauen? Es werden drastische Entscheidungen getroffen. Wie Herr Griesemer schreibt, „gelten gerade Primärpädophile testdiagnostisch sogar eher als gehemmt, selbstskrupulös, ängstlich und überkontrolliert.“ Das ist aufgrund des Dilemmas, ja wohl auch wahrscheinlicher, als die unterstellte „Gestörte Impulskontrolle“ und die „Hypersexualität“ die sich auf die Feststellung einer größeren Häufigkeit von Selbstbefriedigung beruft, was man sich heutzutage leider wissenschaftlich noch überhaupt nicht erklären kann. Es bleibt nur, dass man das feststellen kann.

    PÄDOPHILIE WIRFT SO VIELE RÄTSEL AUF!

    Das ist auch gut, denn es gibt dem Ganzen so etwas Phantomhaftes: das Gesichtslose, das Unerklärliche, dessen Ursache auch vollkommen unbekannt ist.

    Von der Charité hört man deshalb: “Das ist weiterhin eine wissenschaftliche Blackbox.“

    (http://www.dradio.de/download/78334)

    oder in der Chef-Variante: „Wer die Entstehung von Pädophilie erklären kann, ist Kandidat für den Nobelpreis.“

    (http://derstandard.at/?url=/?id=3219493%26sap=2%26_pid=8751557)

    Es gilt für Pädophile, dass bei ihnen eben nichts so ist, wie bei richtigen Menschen, bei denen man das ja wohl weiß, oder nicht?.

    Herr Griesemer hat da übrigens eine sehr überzeugende Entstehungstheorie, wird Herr Griesemer jetzt vielleicht doch plötzlich reich und berühmt, bekommt den Nobelpreis? Ich würde es ihm wünschen.

    NOCH WAS:

    Es ist mir überhaupt unbegreiflich, wie Psychologen, die um die gravierenden psychischen Belastungen und Folgeschäden wissen müssen, die durch den Verzicht auf ein den eigenen Bedürfnissen entsprechendes Liebesverhältnis, das neben allen nur erdenklichen Formen der Intimität auch die der gemeinsamen Lebens- und Freizeitgestaltung umfasst, ausgerechnet mit dem Einzigen, das gewisser maßen parodistisch all das nicht gelebte vertreten soll, die Betreffenden in der Öffentlichkeit vorführen können, um darüber hinaus den Verzicht auch noch als eine Art Verschulden zu deklarieren: „…Selbstbefriedigung … machen,… versäumt haben, sich andere Aktivitäten zu suchen, die auch Spaß machen könnten ….“

    (http://ganymed.blogsport.de/2007/11/10/wenn-man-kinder-zu-sehr-mag/#more-94 )
    ( http://www.inforadio.de/static/dyn2sta_article/848/215848_article.shtm)

    THERAPIE:

    Je zerrütteter, verzweifelter und hilfloser ein pädophil veranlagter Mensch ist, um so mehr wird er hinnehmen, dass Verbrechen, die von anderen an Kindern begangen wurden, unausgesprochen und nach vollkommen unklaren Gesetzmäßigkeiten auf ihn bezogen werden, zumal, wenn ihm beständig drohend angedeutet wird, jede noch so verständliche Unterscheidung von Schweregraden und jede noch so offensichtliche Zuordnung zu den eigentlichen Verursachern, wäre bereits eine verharmlosende Relativierung und ein Versuch sich der Verantwortung zu entziehen.
    So kommt es, dass Mensch, um so mehr in ihren Rechten beschnitten werden können, je mehr ihre Selbstwahrnehmung durch die gesamtgesellschaftlich betriebene Verhetzung zerstört wurde.

    Das aussichtslose Unterfangen dieser Patienten besteht nun darin, das sie versuchen, durch ihr Gegenüber die Würde zu erhalten, die sie sich solange nicht zuerkennen können, wie ihr Gegenüber „potentiell Mögliches“, höher bewertet als ihr tatsächliches Handeln.

    Aufgrund ihrer verzweifelten Hoffnung, auf Anerkennung ihrer Identität, begehen sie den Fehler, dass sie die Emotionen, die sie längst schon zu verantwortlichem Handeln, Mitleid, Schamgefühlen und respektvollem Umgang mit anderen Menschen befähigen, in der Art in der sie sich auf ihr Gegenüber einlassen, wie etwas Selbstverständliches voraussetzen, während ihr Gegenüber, diese Gefühle in Bezug auf jene Mechanismen nutzt, mittels derer destruktive Kreisläufe in ihnen ausgelöst werden können, die sie dazu zwingen, zunehmend weniger ihre Rechte in Anspruch zu nehmen.

    Dieses Verhalten gegenüber Pädophilen erklärt sich nicht aus dem fehlenden Wissen darüber, das die Gruppe der Pädophilen was Bildung, Begabungen und Interessen anbelangt, einem Querschnitt der Gesellschaft entspricht; dass diese als Menschen nicht unehrlicher, amoralischer oder triebhafter sind als andere, sondern aus der Angst vor dem, was geschieht, wenn es ihnen wesensgleiche und gleichwertige Menschen sind.

    In einem Vergleich, würden sie wohl auch nicht sonderlich gut abschneiden.

    Es müssen wieder Zeichen kreiert werden, an die kollektiv geglaubt werden kann. So werden Dinge unterstellt, die Pädophile gegenüber allen anderen Menschen als unredlich, vollkommen andersartig, bizarr oder minderbemittelt erscheinen lassen.

    WAHRHEIT

    Als Begründung für den Ausschluss von der Therapie gilt: „wenn wir die Erfahrung machen dass die Patienten unehrlich und unoffen sind, also die klassischen Kriterien, die letztlich dafür entscheidend sind, ob ein therapeutisches Bündnis überhaupt gegeben ist …“

    (http://ganymed.blogsport.de/2007/11/10/wenn-man-kinder-zu-sehr-mag/#more-94 )

    Mit diesem Grund werden Pädophilen charakterliche Eigenschaften zugewiesen die bestimmen, in welchen Kategorien werturteilend über sie entschieden werden muss.
    Seltsamer Weise sind diese Kategorien bereits damit eröffnet, wenn gesagt wird, jemand sei dieses oder jenes eben nicht. Solcher Art können recht variabel Menschen verletzende Komplimente gemacht werden.

    Nun hat aber gerade der Vorwurf der Unehrlichkeit und der Unoffenheit bezogen auf Pädophile ein erhebliches größeres Gewicht, als wenn dies Patienten vorgeworfen wird, die unter einer Form der Depression oder den Folgen einer Traumatisierung leiden und denen aus den genannten Gründen therapeutische Hilfe verweigert werden muss. Aber auch in diesem Fall; es sind eben die klassischen Kriterien, da kann man nichts machen.

    Nun schätze ich die Probleme einer etwas, irritierend informierten Öffentlichkeit als wesentlich geringer ein, als jene die sich für die Patienten ergeben. Denn, mit den Kriterien „Offenheit und Ehrlichkeit“ wird von der Charité in dem Verhältnis zu ihren Patienten zur Norm erhoben, was allen falls als Bedingung die Ausrichtung der Kommunikation bei der Folter oder in einem Verhör bestimmt, während es in einem therapeutisches Verhältnis eine perverse Grundsituation schafft.

    Die Vorgabe dieser Kategorien konstituiert ein Machtverhältnis zwischen dem, dessen Ehrlichkeit unhinterfragt als vorausgesetzt zu gelten hat und dessen Vorstellungen von „Wahrheit“, bedingungslos zu akzeptieren sind und demjenigen, dessen Offenheit und Ehrlichkeit von dieser Instanz geprüft, bestätigt und zugestanden werden müssen, um als Personeneigenschaft überhaupt existent sein zu können.

    Es geht nicht, den Patienten reden zu lassen, und dann zu urteilen, ob es sich um einen ehrlichen oder ein unehrlichen Menschen handelt. Wenn, dann kann es nur darum gehen, einem Menschen das Reden zu ermöglichen.
    Dies muss von dem eigenen Wunsch getragen sein, sich in dem Positiven das man bewirkt wiederzufinden zu können, und appelliert grundsätzlich an die Fähigkeiten des anderen – an die der Therapeut dann natürlich auch glauben muss, –, ehrlich sein zu können und den Wunsch zu haben ehrlich sein zu wollen.

    Ein Therapeut, der glaubt über einen Menschen vorab, die Wahrheit zu kennen und despotisch verlangt, dass diese Wahrheit anerkannt und bestätigt wird, … na, ja, lassen wir das.

    Zu verlangen, sich mit dem von der Gesellschaft entgegengebrachten Hass zu identifizieren und der eigen Sexualität einen ausschließlich destruktiven Grundcharakter zuzuschreiben, gilt als Übernahme von Verantwortung und wird positiv bewertet.

    Die tatsächlichen Bedürfnisse pädophiler Menschen werden entfremdet in derartigen Aufgaben wie, sexuelle Handlungen mit Kindern phantasieren zu müssen und sich dabei vorzustellen, wie das Kind unter diesen leidet. Oder in der Vorstellung ein Kind leiden zu lassen und sich in einem Brief dafür zu entschuldigen. Ebenso werden meterweise Fragebögen gereicht, in denen sich zu gewalttätigen Übergriffen, bis hin zu Gang Bang und Mord zu identifizieren gilt.
    Es sind in den Gruppen immer zwei Therapeuten anwesend, und die Gruppe durchschaut sofort, wenn jemand auszuweichen versucht.

    Wie diese Menschen sich nach der Therapie empfinden und äußern, deutet nicht darauf, dass sie eine positive Identität gefunden haben.

    http://www.schicksal-und-herausforderung.de/schock.html
    http://www.schicksal-und-herausforderung.de/paedo-erfahrungen.html

    Aus einer sehr unglücklichen Empfindung heraus, schrieb ich in einem anderen Blog letztens einen Text, für den ich mich schäme, aber der mir in einem Punkt doch gelungen erscheint.

    Aus der unglücklichen Empfindung befreite mich übrigens dass gütige und solidarische Einwirken des hiesigen Admin, mit dem ich nicht gerechnet hätte und das wohl letztlich der Grund ist, seinen Blog mit meinen Texten zu belegen. Sorry, aber ich gebe mir wirklich Mühe.

    „Das Begehren des Pädophilen ist untrennbar gebunden an die Befähigung, etwas in der Gefühlswelt des Kindes verstehen zu können und über dieses, alles was es betrifft, teilen zu wollen.
    Das Begehren ist darauf ausgerichtet, in der Identifikation mit dem Kind, durch das Kind, das Kind-Sein empfinden zu können. Es ist eine Traurigkeit und Einsamkeit darin, denn es ist dies gerade in Erinnerungen noch enthalten, doch eigentlich als Gefühl nur mit ihm, dem Kind. Ein Pädophiler ist kein Erwachsener der gerne noch mit Lego spielt, der wie ein Kind empfindet. So fällt er nicht auf. Er ist kaum anders als andere Menschen, doch wenn er vertrauen darf und über ein Kind spricht, das er liebt, entfremdet er sich oftmals in grenzenloser Verzückung, die niemals wirklich verstanden oder geteilt werden kann. … Für die Sexualität ergibt sich aus der Identifikation mit dem Kind, dass die sexuelle Empfindung des Kindes geteilt und als erregend empfunden wird. …“

    Unter den heutigen Bedingungen auf sexuelle Kontakte zu Kindern zu verzichten, sehe ich als notwendig an. Aber Pädophilen eine falsche Identität zu verpassen und sie um das Glück zu bringen, mit Kindern ihr Leben teilen zu können, darin sich als liebenswerte Menschen empfinden zu können, ist ein Verbrechen an der Menschlichkeit.

    Noch mal, um welche Wahrheit geht es an der Charité.

    Es ist ja kaum glaubhaft, dass ein Mensch, der sich von Heranwachsenden im Kindergartenalter oder von Erstklässlern angezogen fühlt, dies nicht bemerkt hat und dächte die von ihm bevorzugten Kinder wären bereits 12 Jahre alt.

    Dennoch berichtet Frau Neutze, dass wenn sie Patienten „das Alter von Kindern auf Fotos schätzen lässt, tippen die meisten Pädophilen viel zu hoch. Sie behaupten etwa, auf Zwölfjährige zu stehen, während sie sich in Wahrheit vom kindlicheren Körperschema von Sechsjährigen viel stärker angezogen fühlen.“

    Ein Foto ist bestimmt kein hinreichend neutrales Medium, um vergleichbare Werte ermitteln zu können, anhand derer sich verlässliche Aussagen treffen lassen. Wenn z.B. ein Foto das Gesicht eines ernst blickenden Jungen zeigt, kann dieser in der Tat für älter geschätzt werden, als wenn im Lachen das kindliche Gebiss zu sehen ist. Dass sich pädophile Menschen, die ja in gewisser Weise Experten sind, in ihrem Vermögen das Alter von Kindern einschätzen zu können, auffällig von der Norm unterscheiden, ist weder naheliegend, noch durch empirische Forschung belegt.
    Diese Ausführungen haben jedoch auch weniger einen sachbezogen informativen als einen charakterisierend wertenden Aussagegehalt, der den Anschein der Glaubwürdigkeit nur dadurch erhält, das er auf jener Vorstellung beruht, die das Wissen um die Gefährlichkeit pädophil empfindender Menschen in einer Idee der Unberechenbarkeit zwischen zwei Kristallisationspunkten alternierend festzuhalten versucht.

    Die Unberechenbarkeit des Pädophilen besitzt in dieser Vorstellung sowohl einen aggressiven nach außen hin wirksamen Zug, der diese Menschen als raffiniert, hinterhältig, verschlagen und eben auch unehrlich gegenüber der Umwelt kennzeichnet – das Geschick, Kinder zu verführen; die Fähigkeit sich zu verstellen und zu tarnen – als auch einen, der auf ihr defizitäres Inneres verweist, indem Zeichen fehlender Kompetenzen herausgestellt werden, die pädophile Menschen als minderbemittelt, substanzlos, schwachsinnig oder von Grund auf amoralisch, erscheinen lassen sollen.

    Es werden von Frau Neutze in einem Satz beide Pole gleichermaßen angesprochen, indem sie im Ungewissen belässt, ob es darum geht die Inkompetenz hervorzuheben, sechsjährige nicht von zwölfjährigen unterscheiden zu können oder dies nur unterstellt wird, um aussagen zu können, dass die meisten Pädophilen Dingen behaupten, die nicht der Wahrheit entsprechen.

    NOCH MEHR WAHRHEIT:

    Die verständliche Hoffnungen der Patienten auf eine positive Veränderung in ihrem Leben, wird angesichts der Grenzen des in einer Therapie Möglichen, je nach Fall unterschiedliche emotionale Reaktionen hervorrufen. Dazu heißt es gegenüber der Presse: «Viele sind anfangs schwer enttäuscht», erzählt die Charité-Psychologin Janina Neutze: Sie glauben, durch die Therapie würden sie schlagartig «normal». Ist der Gedanke schlagartig »normal« werden zu können, unter den Patienten tatsächlich derart verbreitet oder ist dieser Gedanke überhaupt jemals in dieser Form geäußert worden? Wie dem auch sei, der Öffentlichkeit zu „erzählen“ , was Pädophile „glauben“, entfaltet bei geringer Auffälligkeit eine große Wirkung.

    Stellvertretend für die Betroffenen sprechen zu können, bietet die Möglichkeit, Pädophile etwas „glauben zu lassen“, das über die Besonderheit der sexuelle Ausrichtung hinausgehende Erkennungsmerkmale produziert, die als Zeichen einer generellen Andersartigkeit das Differenzverhältnis zwischen „uns“ und „denen“ konstituiert.

    Die von der Charité in Umlauf gesetzten und sich im Internet reproduzierenden bizarren Beispiele und verblüfften Berichte über bemerkenswerte Auffälligkeiten, die zu einer weitergehenden Ausgrenzung der Betroffenen führen, werden teils aus einer Beobachterperspektive, wie etwas beschrieben, dass immer wieder in Erstaunen versetzt oder in Form anteilnehmender Besorgnis in Bezugnahme auf ein anderes Thema scheinbar beiläufig mitverhandelt.

    Allein durch die Auswahl von extemen Sonderfällen können im Einzelnen Ergebnisse erzielt werden, die als sensationelle wichtige Auffälligkeit an die Öffentlichkeit gebracht, dem Bild des schwachsinnigen oder gemeingefährlichen Pädophilen Nahrung bieten.

    Es liegt in der Verantwortung derjenigen, die sich stellvertretend für Pädophile äußern, sich nicht dem Zeitgeist anzubiedern, sondern Mut zu beweisen, dass verlangt in diesem Fall, sich der Wahrheit zu stellen, dass es das Monster nicht gibt.

    Ich erlaube mir abschließend noch eine Bemerkung, die man mir bitte nicht übel nimmt:

    Leider wirken die Ansichten und Verhaltensweisen vieler, die sich unter BL und GL fassen, realitätsfern oder abstoßend, so dass dies von vielen Jugendlichen auch nicht als eine Option positiver Identifikation genutzt werden kann. Es ist vieles besser geworden, allein schon, weil es einen Blog wie diesen gibt, aber ich finde, es sollte deutlich mehr in dieser Richtung geben.

    Es ist doch wirklich nicht so, dass wir um das Recht kämpfen, Sex mit Kindern haben zu dürfen.

  11. 11 Admin 19. August 2009 um 16:01 Uhr

    Lieber Rhizom,

    es ist sicher gut, seine Gedanken aufzuschreiben. Die Form, in der du das machst, ist aber leider nicht gut dazu geeignet, sie lesen und nachvollziehen zu können. Du schreibst sehr unstrukturiert, setzt viel zu viele Kommata, und eigentlich gehört dein letzter Kommentar auch eher unter meinen Neutze-Beitrag. Ich lese deine Texte trotzdem gerne, ein paar interessante Gedanken stecken darin, aber sie sind wegen der Sprache und der Struktur eben nur schwer zu fassen, so dass es mir schwerfällt, darauf einzugehen. Das meiste deckt sich aber ohnehin mit meinen Einschätzungen.

    Nur kurz was zur abschließenden Bemerkung: das stimmt hinten und vorne nicht. Im Gegenteil sind viele „BL“ und „GL“ eher prüde und auf Normalität bedacht (was sie nicht davon abhält, andere abschätzig als „Stinos“ zu bezeichnen) und erleichtern damit eine Identifikation von Neulingen mit ihnen. Und: doch, ich kämpfe für das Recht aller Menschen, Sex miteinander haben zu dürfen bzw. ich bestreite, dass Kinder (ab 10 Jahren mindestens) keine Fähigkeit zur sexuellen Selbstbestimmung haben. Im Großen und Ganzen bin ich aber sowieso dafür, bürgerliches Recht mitsamt der Gesellschaft, aus der es erwächst, abzuschaffen und eine neue Gesellschaft zu etablieren, in der ein vernünftiges Zusammenleben ohne Gesetzbuch möglich ist.

    Darüber zu diskutieren ist hier aber nicht der Platz.

    s.

  12. 12 Ovid 20. August 2009 um 2:40 Uhr

    Hey Rhizom,

    Ich nehme es dir nicht übel, dass du so üppig antwortest. Nein, ich begrüße das sogar. Es gibt einfach viel zu sagen.
    Der ganze Themenkomplex ist längst nicht so einfach, wie er in der Öffentlichkeit abgehandelt wird. Oder anders gesagt: Eigentlich ist er nachgerade so einfach, dass man es eigentlich direkt sehen sollte. Pädophile verlieben sich in Kinder.
    Wo wird die Liebe so derart negativ bewertet wie hier?
    Nein sie wird gar als illusatorisch verkauft, als Lüge. Man hört „Sich selbst belügen…“. „Du liebst Kinder nicht. Das bildest du dir nur ein. Du bist krank und nur mit Glück wenden wir die Katastrophe ab, dass du Kindern schadest“

    Es ist absolutes Seelengift, wenn man sich selbst als Hauptfeind dessen erkennen muss, was man liebt.

    WISSENSCHAFT:

    Wer kann es sich noch leisten, überhaupt irgendetwas Positives über Pädophilie zu berichten, wenn er nicht gleich ein großes ABER beifügt.
    Das geht gar nicht mehr. Es wirkt irreal, nicht richtig. Es klopft jeden an die momentan schon als gesund empfunde Aversion gegen alles „pädophil-artige“.
    Oft hört man: „Ich habe nichts gegen Pädophile, solange die sich nicht an Kinder vergreifen!“
    Ohhh doch. Du hast gewaltig etwas gegen Pädophile!
    Man hat ja auch nichts gegen Türken, wenn sie nicht gerade jemanden auf der Straße verprügeln. :/

    Der Pädophile hat immer schon etwas normatives, allgemein anerkannt Schlechtes inne. Keine Beschreibung eines Pädophilen kommt ohne ein „aber“ aus. Dabei sprechen wir, wenn wir von einem Pädophilen sprechen ja gerade von dem Allgemeinfall einer ganzen Sexualität. Wir haben jeden einzelnen Menschen, der dahinter stecken möge, an sich doch gar nicht weiter definiert.

    Ich habe in der Gesellschaft somit ein Dilemma derart erkannt, dass der Otto-Normal Bürger verschiedene Sichten „mischt“.
    Ein Pädophiler ist ja immer schlecht, aber er nimmt gedanklich viele Gestalten an.
    Zuerst denkt man sich: So ein Erwachsener? Einer der Abends Bier trinkt, in der Männerrunde rülpst und über Frauen-Ärsche redet, ist plötzlich geil auf Mädchen?
    Einem alten Sack, dem die Sabber im Mund zusammenläuft, wenn er „Frischfleich“ sieht?! Perversität eben.
    Dann die zweite „Mischart“, ein armes Würsten, das nicht bei Frauen landen kann, und aus Frust auf Kinder ausweicht.
    Eben einfach Schlecht-Zeichungen von Pädophilen. Da ist ja „nichts Gutes“ dran, er kann gar nicht anders aussehen, als eine Existenz, die schlicht keiner will.

    Manchmal denke ich auch, dass diese Denkeweise bei manchen von hinten durch die Brust ins Auge geschieht:
    „Um einen Pädophilen hassen zu können, muss ich ihn mir so und so vorstellen“
    Viele fangen an: „Ja hmm. Er liebt Kinder. Ok. Was ist da schlecht? Ah ja. Sexualität und so. Das tut Kindern weh“

    Der ganz intuitive Begriff eines Pädophilen ist gar nicht so schlecht bewegt. Aber jeder wird gesellschaftlich dazu genötigt, alle Konsequenzen bis ins letzte Detail ziehen zu müssen, um den Hass zu rechtfertigen.

    Ich habe also schon einmal ein bisschen überlegt, wie man den Augenmerk der ohnehin sexuell verunsicherten Gesellschaft auf andere üblichen Qualitäten eines Pädophilen richten kann.

    Ich habe also mal etwas theoretisch herumfabuliert, um gerade die Nähe zu Kindern zu beschreiben. Die Identifikation mit ihnen und ihrer Lebenswelt. Worum handelt es sich genau?

    Ich führe den Begriff der Pädosozialität ein.

    Unter pädosozialen Personen verstehe ich Menschen mit ungeheuchelten umfassenden Kontakt-, Freundschafts-, und Sozialwünschen zu Kindern ohne direkt einen Erziehungs- oder Lehrauftrag erfüllen zu wollen.
    Pädosoziale Menschen wünschen sich in Mitten eines sozialen Gefüges von Kindern und ein gleich Behandeln und Behandelt-Werden in Augenhöhe.
    Natürlicherweise ergeben sich dann auch alle so bekannten sozialen Phänomene. Das vermissen von befreundeten Kindern. Das Gefühl dazuzugehören und angenommen zu werden.
    Und für mich auch direkt ersichtlich: Die Liebe. Es liegt absolut Nahe, dass der pädosoziale Mensch sich in solchen Verhältnissen eben auch verliebt.
    Das simple Vermögen Kinder auch sexuell attraktiv zu finden, nennt man dann einfach Pädophilie.
    So wäre das Bild eines pädophilen Menschen viel besser gezeichnet, wie ich finde.

    Soeben las ich auch folgenden Beitrag in „unserem“ Forum:

    „Hallo ich habe ein Problem das ich mit keinem teilen kann und zwar geht es darum das mit Frauen nix anfangen kann,ich bin ganz verrückt nach Mädchen im Grundschulalter und spiele oft mit Kindern,da ich in der Nähe einer Schule wohne kennen mich die meisten da schon gut ! Ich vermisse die Kinder sofort wenn sie mal einen Tag nicht da sind und bin dann immer ganz schlecht drauf ! Und als ich dann dieses Video hier gesehen habe,flossen sofort die Tränen !!

    http://www.youtube.com/watch?v=htme2okif1s&feature=related

    Ist das normal ? Ich meine immer die Leute sehen mir an das ich Kinder liebe bzw pädophil bin ! Stimmt das oder meine ich das nur ? Bitte schreibt mal was zu dem Video ! Meine Augen sind noch ganz Rot vom Heulen !

    Ich hoffe ihr könnt mir helfen ! Bin 23 und männlich! „

    Das entspricht so ziemlich genau meiner Definition mit der ich mich auch identifiziere.

    Absolut unsäglich, dass so eine Definition sofort unter entsprechendem Publikum als „verharmlosend“ zerfleischt wird.

    THERAPIE:

    Ich glaube mittlerweile, dass Beyer und Ahlers es im Grunde eigentlich besser wissen. Die können das nicht übersehen haben, welche Realität hinter Pädophilen auch stecken kann.
    Sicher gibt es leider auch Therapie-würdige Klientel, aber leider auch solche, die es von Vornherein gar nicht sein würden, wenn sie nicht dieses unsägliche von außen gegebene Selbstkonzept übernommen hätten.

    So sehe ich wie du auch ein Hauptproblem darin, dass Jugendliche pädophil-liebende Menschen kein vernünftiges Selbstkonzept aufbauen können. Eben nur die übliche „große Verantwortung“, „Herausforderung“ und das schlimme „Schicksal“.

    Jedesmal wenn mir jemand begegnet: „Ich ziehe meinen Hut vor dir, dass du deine Sexualität so unter Kontrolle hast“, dann komme ich mir erstens immer ein bisschen verarscht vor von dieser „Heuechelei“ und zweitens, was denn bitte für eine außerordentliche Kontrolle? Was für eine große Herausforderung denn, ausser die große Reibefläche mit der Gesellschaft?

    Wenn ich mit Kindern zusammenbin, dann muss ich mich weder beherrschen, noch zusammennehmen oder sonstwie kontrollieren. *pfff* Wenn ich mit Kindern zusammen bin, dann harmoniert alles. Es wirkt absolut natürlich, schön und richtig! Das ist nirgednwo etwas falsch. Auch, wenn ich mir jetzt auf die Schulter klopfe: Ich kann absolut gut mit Kindern umgehen, und Kinder können absolut gut mit mir umgehen. :D
    So fühlt es sich jedenfalls an, sonst wäre ich nicht so glücklich.
    Wenn die Damen und Herren bitte erklären könnten, warum das so einwandfrei funktioniert und wir (Pädo Kinder) uns so viel gegenseitig geben, dann haben die schon ein Stück weit meinen Respekt verdient. Aber so wie es momentan aussieht, ist jeder fixiert und peinlich genau privat interessiert in das unsäglich Sexuelle, von dem es ja auch Momente gibt, seien sie nicht einmal ausführender Handlung, sondern ganz straffreier alltäglicher Natur, durch die Kommunikation des Süßholz-Raspelns und sich Interessant-Machens.

    Ich denke jeder Pädo kann auch so eine glückliche Erfüllung finden. Da ist Sex nicht unbedingt immer nötig, auch wenn es genaugenommen unfair ist. Eine genauere Differenzierung des Missbrauchs-Begriffs sollte da schon erwogen werden.

    Aber es ist ja nicht so, dass Sex mit Kindern „einfach nur nicht erlaubt ist“.
    Ich wäre schon so ziemlich zufrieden damit, wenn man sich sagen würde: „Naja. Wir finden Sex mit Kindern nicht ideal für die Entwicklung. Zu früh.“
    Aber so ist es ja nicht: Die ganze Sache wird so hysterisch ausgebreitet und aufgebauscht um auch die letze Potentialität und geringe Möglichkeit eines sexuellen Kontaktes, bis zum äußersten Tode apokalyptisch zu verteufeln.
    Sogar zu unterstellen, derjenige mache das aus Emphatieloigkeit zum Kind oder schere sich nicht um das Wohl des Kindes. Als hätte er damit in Kauf genommen, die Seele des Kindes zu ermorden.
    Dann noch die ganzen unangenehmen Verdachtsmomente, die Unterstellung der Pädophile „erschleiche sich Vertrauen“.
    Wie du ja bereits sagtest: Eine menschlose Triebfigur.

    Unter diesen Bedingungen scheint allein jeder freundschaftliche Kontakt zu Kindern schon eine Gratwanderung zu sein und wird dementsprechend auch beäugt.
    Und das ist absolut unfair.

    An dieser Stelle noch einen Dank an den Admin.
    Tut mir Leid gewissermaßen die Kommentar-Funktion für so einen Austausch missbraucht zu haben.
    Aber meistens ist es die schiere Gelegenheit und der „Moment“, der solch einen interessanten Austausch geradezu optimal ermöglicht.

    Ich danke dir auch noch einmal gesondert, Rhizom. ;)
    Deine Ausführungen konnte ich in meine Meinung insgesamt sehr gut verflechten und stärken.
    Wo kann man dich denn noch so lesen?

    Grüße,

    Ovid

  13. 13 Rhizom 20. August 2009 um 8:23 Uhr

    Lieber s.

    ich danke Dir für Deine Einschätzung und finde mich recht gut beschrieben. Die im ersten Absatz genannten Kritikpunkte kann ich nachvollziehen und habe auch in der Vergangenheit von anderer Seite her schon vergleichbare Reaktionen erhalten.

    Rhizom

  14. 14 Admin 20. August 2009 um 13:13 Uhr

    Danke auch an euch für eure Beiträge. Macht ruhig weiter! Es ist ja durchaus verständlich, wenn man vom Thema dieses Blogeintrags schnell auch zu allgemeineren Überlegungen gelangt. Und ich lese die gerne und denke, dass sicher der/die eine oder andere Mitlesende da auch was gutes von aufschnappt :)

  15. 15 Sascha 01. Juli 2011 um 23:02 Uhr

    Interessant ist an diesem Auswurf aber noch etwas anderes: die Aussage nämlich, dass Pädophile Kinder tatsächlich mögen, und zwar mehr als „ein guter Lehrer“ das darf. Was aber ist das Problem am Mögen von Kindern, und wieso gibt es davon ein Zuviel?

    Natürlich. Ein Lehrer ist Aufpasser einer staatlichen Zwangseinrichtung. Jemandem, der Kinder wirklich liebt, ist dieser Zwang so zuwider, dass er als ein solcher Aufpasser einfach nicht genügend tauglich ist.

  16. 16 Max 05. November 2011 um 19:13 Uhr

    Hallo Rhizom, Ovid und Admin
    Ich stimme mit dem gedanken des Artikels komplett überein: solche Herausfilterei ist sinnlos, sowieso verfassungswidrig und entwürdigend. Ich finde es erschreckend, wie immer wieder solche Ideen aufkommen können und Sätze wie „ob die überhaupt zu so strukturiertem Denken fähig sind“ — das verletzt persönlich und die Menschenwürde.
    Ich habe mich zuerst auch gefreut, hier Zitate meiner Texte zu finden. („Mit Schock zum Glück“ und meinem Therapieerfahrungsbericht). Leider musste ich aber feststellen, dass sie ziemlich aus dem Zusammenhang gerissen wurden: ich gehe weder von einer generellen Gefährdung durch meine Neigung aus, noch liebe ich mich nicht selbst MIT der Neigung, die ich habe. Ich bin so, wie ich bin und, würde es nicht so abgedroschen klingen, würde ich sagen: „Ich bin pädophil und das ist gut so.“ Nicht gut im Sinne von „Was bin ich froh ein Pädo zu sein“ Sondern gut so im Sinne von „Ich lebe damit wie mit meinem ADHS“. ADHS ist allgemein als Krankheit verschrieen. ich betrachte es, wie viele andere ADSler auch, eher als eine andere Art der Wahrnehmung. So nehme ich Kinder anders wahr als andere und ich schätze viele der besonderen Eigenschaften hoch, die ich dadurch habe.
    Es war jedoch ein harter Weg für mich, durch die Therapie hindurch und durch die Selbstzweifel, die sich zuvor und noch lange danach aufgetürmt haben. Sie machten ein „Jahr der Hölle“ daraus, nicht irgendwelche ersonnenen „Dogmen“ der Therapeuten.

    Gruß,
    Max

  1. 1 Skan­dal: Jede Menge Kindesmissbrauch in Schu­le, In­ter­nat, Kir­che « h i d s Pingback am 21. März 2010 um 13:57 Uhr
Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.