Ein neuer Anfang?

2010 ist da: ein neues Jahrzehnt – ein neuer Blogeintrag – ein neues Leben? Der sog. Kinderschutz nimmt immer abstrusere Züge an, der verdiente GenossePäderastenkollege SnoopyBoy hat sein Blog gelöscht, und ich bin immer noch nicht zum Kinderschänder geworden, ganz ohne Dr. Beier. Oder? Wie habe ich eigentlich das Jahr verbracht?

2009 unternahm ich den Versuch, eine „offene Wohnung“ zu unterhalten, also von den Eltern „vernachlässigte“ bzw. mit vielen Freiheiten versehene Jungs in meine Wohnung einzuladen. Ist das eigentlich schon Kinderschändung? Schließlich soll man Kinder in Ruhe lassen, wenn man sie nicht gerade in die Schablonen presst, die man für sie in der Schublade liegen hat. Und das habe ich nicht getan, sondern ich habe mich einfach ihnen angenähert. Ich wollte das hier ausgiebig reflektieren, aber ich merke, das kann ich nicht, und stelle daher nur fest: der Versuch ist gescheitert. Ich kann nicht mit Jungen wie diesen befreundet sein. Ich hatte keine Schablonen für sie, und so passten wir nicht zusammen. Mehr werde ich dazu nicht schreiben, denn ich vermisse sie trotz allem, obwohl ich den Versuch bewust beendet habe, und ich bin auch dankbar für die Erfahrungen, die ich machen durfte und für die Zuneigung, die mir – warum auch immer – hin und wieder entgegengebracht wurde. Unvergessen bleibt ein Kirmesbesuch, die strahlenden Gesichter, unvergessen bleiben die Momente, wenn er Nähe zuließ, und unvergessen bleiben die Angst und die Anspannung und der Gedanke, den ich immer hatte, wenn wir draußen waren: ja, ich bin mit Jungs unterwegs, und sie sind nicht mit mir verwandt – was willst du tun, Spießer?

Nun bin ich wieder allein mit meiner Sehnsucht, ein Zustand, den ich mir in den letzten Monaten tatsächlich häufig gewünscht habe, weil es schlicht zu anstrengend wurde, dieses völlig atypische Leben eines erwachsenen Mannes, der soviel Zeit mit so jungen Menschen verbringt und dabei nicht einmal die wichtigsten ihrer Interessen teilt. Ich weiß jetzt, dass ich etwas anderes möchte. Da kommt die Sehnsucht dann heran geeilt, und sie kann so quälend werden, dass ich mir den Trubel zurück wünsche: denn es ist ja viel schwerer, meine Sehnsucht auf eine Weise zu stillen, die mich zufrieden stellt. Ich wusste das vorher. Andererseits: wer ist schon wirklich glücklich? Wenn ich mir die Menschen anschaue mit ihren geregelten Leben und ihrer Normalität, dann sehe ich darin zu vieles, was mir widerstrebt. Ein Glücksgefühl ist das dann in mir, ein kleines Licht des Glücks. (Übrigens ist es das, was die blaue Kerze vom IBLD für mich symbolisiert.)

Viel mehr als den Trubel aber wünsche ich mir die Nähe eines ganz bestimmten Menschens, des Jungen, den ich schon vor einem Jahr nur unter Schmerzen sehen konnte. Diesen Jungen habe ich das ganze Jahr über nur noch ein paar weitere Male gesehen. Einmal hat er mit mir geredet. Zweimal hat er mich gesehen und mir zugewunken. Häufiger aber hat er durch mich hindurch geschaut, und mittlerweile dürfte er mich vergessen haben. Ich aber kann ihn nicht vergessen und denke nach wie vor sehr oft an ihn. Ich war abgelenkt durch den Trubel, nun bin ich es nicht mehr. Nun verfluche ich meine romantische Ader.

Aber auch das muss bald vorbei sein. Es gibt zwar keinen Abschied – ich habe zu große Angst, ihn dadurch zu verstören –, aber innerlich arbeite ich daran, denn es ist unmöglich, wieder sein Freund zu werden. Ich breche deshalb auf zu neuen Ufern, begebe mich neu auf die Suche nach jemandem, den es sich zu begegnen lohnt. Ich bin wieder am Anfang und doch viel weiter: 2009 stand unter ihrem Zeichen, 2010 beginnt sie erneut – bedächtiger, klüger, geregelter, aber bitte niemals in den Abgrund der Normalität hinein. Ich bin gespannt, ob ich das schaffe.


2 Antworten auf “Ein neuer Anfang?”


  1. 1 K13online-Dieter.Gieseking 21. Januar 2010 um 23:09 Uhr

    Guten Abend,

    schön, mal wieder einen persönlichen Beitrag hier von Dir zu lesen. Wünsche Dir nachträglich ein glückliches Neues Jahr 2010 !!

    Vielleicht folgen nach diesen persönlichen Erinnerungen und Perspektiven jetzt auch wieder neue Beiträge zu gesellschafts-politischen Themen der Pädophilie/Boylover und anderen Dingen. Dazu gibt es ja eine Menge zu berichten und Meinungen zu lesen.

    Gruß Dieter-K13

  2. 2 Ferdinand 14. April 2010 um 12:02 Uhr

    Ich danke dir für deine persönliche und innige Beschreibung. Ich spüre dein Dilemma, das oft auch meines ist.
    Wie zeige ich meine Liebe und wieviel davon?
    Ich genieße zum Gkück das Vertauen und die Zuneigung einiger Jungs ab 3-4 Jahren (meine italienischen Neffen -zZ 9 u. 13- eingeschlossen sowie aller Eltern). Es gibt zum Glück gelegentliche Treffen,die locker sich ergeben. Die Direktheit (zB beim Ausdruck von Freude oder Wut) versetzt mich oft in maßloses Erstaunen und nahezu Taumel von Glück. Ich denke, -bin überzeugt; dass jeder sensibele Erwachsene das Bedürfnis hat nach ……..Lebendigkeit, Direktheit, Berührtsein.
    Vielleicht kann folgendes Schiller-Wort mich für heute der Ausschweifung enthalten:

    „Licht senden in die Tiefe des Menschlichen Herzens -
    des Künstlers Beruf.“ (FS) -des Kindes Bestimmung (A-F)

    Ich grüße und umarme dich
    in inniger Dankbarkeit und Hochachtung

    Andreas-Ferdinand

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