Dietrich W. und die hässliche taz

Seitdem bekannt geworden ist, dass es nicht nur in der katholischen Kirche, sondern auch in der linken Bewegung sexuellen Kindesmissbrauch gegeben hat und dessen Fürsprecher sogar eine Zeit lang die linke „tageszeitung“ für ihre Zwecke nutzen konnten, arbeitet eben jene Zeitung – heute eine Art Zentralorgan der grünen Partei und genau wie sie sehr bürgerlich geworden – mit Artikeln ihre Vergangenheit auf. Dabei kommt es mitunter zu interessante Diskussionen auf dem Blog der Redaktion – jedenfalls solange wie diese nicht sinnloserweise von der Moderation abgebrochen werden. Deutlich wird dabei, dass eine sachliche Diskussion über das Thema in einem gewissen Rahmen möglich, aber in den bürgerlichen Medien nicht erwünscht ist.

Aktuell arbeitet sich die taz unter der Überschrift „Die hässliche Seite des netten Didi“ am Fall „Dietrich W.“ ab (auch im Hausblog der taz – mit anderen Kommentaren). Dieser war Mitgründer der Zeitung, Lehrer an der Odenwaldschule und laut taz bei Kollegen und Schülern sehr beliebt. Wie also sieht sie aus, diese „hässliche Seite“? So:

Erst necken sich die Schüler und der junge Mann nur. Dann beginnen sie zu raufen. Am liebsten balgt sich Dietrich W. mit Jörg (Name geändert). Der gespielte Kampf geht in Umarmungen und Berührungen über, die an die eines Liebespaars erinnern. W. fährt dem Jungen immer wieder zwischen die Beine, sie umschlingen sich. Irgendwann liegen sich die beiden erschöpft in den Armen.

Die Frau, die heute von dieser Szene erzählt, war vor vierzig Jahren selbst Schülerin der Odenwaldschule Ober-Hambach, jenes hessischen Landerziehungsheims, das lange als Modellschule für alternatives Lernen galt. Dietrich W. war auch ihr Lehrer.

Didi, wie ihn seine Schüler nannten, mochte die Jungen. Und die Jungen ihn. „Didi war immer von Knaben umgeben“, sagt die ehemalige Schülerin.

Spielerisches, sexuell aufgeladenes Raufen, beiderseits erwünschte Kontakte zwischen dem Mann und den Jungen. Besonders hässlich erscheint diese Beschreibung nicht. Mal sehen, was da noch kommt:


Die Übergriffe von Dietrich W. waren demnach Stufe 3: „häufige Berührungen in sexueller Absicht“ sowie gegenseitiges Masturbieren. Die Vorwürfe gegen ihn sind laut Tillmann und Burgsmüller weder in Zahl noch in Intensität mit denen gegen die vier Haupttäter vergleichbar. Dennoch wiegen sie schwer.

„Dennoch“? Hier wünscht sich der Leser eine Erklärung: Was macht gegenseitiges (!) Masturbieren und „häufige Berührungen in sexueller Absicht“ (wieso ist die Absicht da eigentlich relevant? Was juckt’s den Jungen, was ein Mann denkt, wenn er ihn berührt?) so schwerwiegend? Die taz-AutorInnen lassen die Frage offen. Also weiter:

Andere ehemalige Schüler, die nicht zu den Betroffenen zählen, sprechen über ihre Erinnerungen. „Der Didi hatte die Jungs immer mit, da schliefen alle durcheinander“, berichtet einer, der in Griechenland dabei war. (…)

„Ich habe gesehen, wie Didi an Jörg rumgefummelt hat, sie waren im Bett, und er hat sich an dem Jungen zu schaffen gemacht“, berichtet ein Schüler, der in Frankreich dabei war. Mehrere Zeugen bestätigen zudem eine pädophile Beziehung W.s vor seiner Zeit an der Odenwaldschule.

Gemeinsame Übernachtung in einem Raum, „Rumfummeln“, eine Beziehung – immer noch kann ich W.s „hässliche Seite“ nicht entdecken. Weder erfahren wir die Sichtweise von „Jörg“ zur Fummelei noch wissen wir etwas über die Qualität der erwähnten pädophilen Beziehung (einvernehmlich oder nicht? Gewaltsam oder nicht? Hatten sie überhaupt Sex? Wie alt war der Junge? usw.). Bisher haben wir nur gelesen, dass er von drei Männern, die damals 12-14 Jahre alt waren, beschuldigt wird, sexuellen Missbrauch begangen zu haben, und zwar an noch sechs anderen Jungen, die keine Beschuldigung vorgebracht haben.2 Aber der Text ist ja noch nicht zu Ende:

Dietrich W. scheint eher spontihafte Beziehungen zu Jungen gepflegt zu haben. Von ehemaligen Schülern wird er als ein weicher Pädosexueller beschrieben, einer, der sich über Flirts an Jungen ranmachte, nicht mit Gewalt wie andere Pädagogen.

Aha! Diese „hässliche Seite“ war also gar nicht so hässlich; ein „weicher Pädosexueller“ sei W. gewesen, die Ausnahme von der Regel, denn wie die taz und mit ihr die ganze bürgerliche Presse sowie die große Mehrheit der Menschen weiß, sind Pädosexuelle in der Regel Menschen, die Kinder mit Gewalt zu Sex zwingen. Ob diese Annahme stimmt, wird selten geprüft, und wenn, dann werden die entsprechenden Äußerungen, etwa im Rahmen von Studien oder Artikeln, nicht wahrgenommen.1 Selbst der taz fällt aber auf, dass hier ein Widerspruch besteht: Wenn doch eigentlich alles gar nicht so schlimm war – was war dann eigentlich so schlimm? Da kann man dann schonmal fragen:

Auch frühere Odenwaldschüler diskutieren deshalb: Wo genau beginnt sexueller Missbrauch? Was erschien damals und was erscheint heute als unverklemmter, akzeptabler Umgang mit der Sexualität von Kindern? Und was ist schon eine Grenzverletzung mit schweren Folgen?

Fragen kann man, das Nachdenken darüber fällt schon schwerer, denn:

Für die Juristinnen, und nicht nur für sie, besteht kein Zweifel: Masturbieren mit Jungen ist sexueller Missbrauch.

Warum? Darum:

Immerhin waren manche erst zwölf Jahre alt und wussten nicht, was Sex ist, ehe sie von einem Pädosexuellen initiiert wurden.

Die Initiation, die Einführung in Sexualität, ist also das Problem? Soll das ein Witz sein? Nein:

Nicht wenige verstehen erst als Erwachsene, was ihnen angetan wurde.

In der Tat verstehe auch ich erst in meinem hohen Alter, was mir in der Schule im traditionellen Sexualkundeunterricht angetan wurde. Halb kaputte Super-8-Filme und schäbige Grafiken sollten mir erklären, was Sexualität ist. Homosexualität kam, wenn überhaupt, nur in Nebensätzen vor. Mit 12 Jahren stand ich auf Jungs und Männer und hatte bereits kapiert, dass das nicht so gut ist. Wer weiß, vielleicht hätte mir ein „weicher Pädosexueller“ ganz gut getan, jedenfalls kenne ich Menschen, die genau das von sich behaupten. Die taz kann sich so etwas nicht einmal vorstellen, für sie ist freiwillige gegenseitige Masturbation ein schwerwiegendes Verbrechen, und das vollkommen argumentfrei. Aber es kommt noch blöder:

Susan Clancy ist Psychologin an der renommierten Harvard-Universität. Sie hat in einer Studie Missbrauchsopfer befragt. „Der schlimmste Teil des Missbrauchs war, wie andere Menschen darauf reagierten“, geben die Opfer zu Protokoll. Sie werden doppelt traumatisiert: durch die Tat – und durch die Reaktion der Umwelt, wenn sie sich offenbaren. Weil man ihnen nicht glaubt, sie zu Mitschuldigen erklärt oder die Tat bagatellisiert. „Da wurde ja nur gewichst!“ – die gängige Verhöhnung männlicher Missbrauchsopfer.

Das ist vollkommener Unsinn. Susan Clancy ist Autorin des Buches „The Trauma Myth“ („Der Trauma-Mythos“), in dem sie anhand einer empirischen Analyse die Theorie aufstellt, dass es überhaupt kein Trauma durch die Tat selber gibt, sondern die Missbrauchsopfer erst später – eben durch die Reaktionen der Umwelt auf die Tat – einen Schaden (ein Trauma) davon tragen. Und zwar ganz sicher nicht (nur), „weil man ihnen nicht glaubt, sie zu Mitschuldigen erklärt oder die Tat bagatellisiert“, sondern weil der Vorgang an sich eben als traumatisch, schädlich, hässlich (um mal in der Diktion der taz zu bleiben) angesehen wird und den Opfern in Folge dessen vermittelt wird, dass sie sich dafür zu schämen und darunter zu leiden hätten. Clancys Forderung ist es, den „Trauma-Mythos“ abzulegen, um sich die tatsächlichen Folgen von kindlichen Sexualkontakten mit Erwachsenen unvoreingenommen anschauen und angemessen damit umgehen zu können.

Besonders schäbig aber wird die taz, als sie W.s weiteren Lebensweg skizziert. In einem Absatz wird ihm zu seiner Odenwaldzeit ein massives Drogenproblem unterstellt, das zwangsläufig zum Kollaps führe – obwohl W. noch 2003 verdienstvoll Kinder- und Jugendarbeit betrieben hat. Eine ehemalige Weggefährtin von ihm wird damit zitiert, dass sie sich fragt, ob er in seinem Engagement für benachteiligte Jugendliche nicht eigentlich „andere Ziele“ verfolgte. Und in die Beschreibung seiner Tätigkeit für die Kindersendung „Tigerenten-Club“ wird die unglaubliche „Information“ eingefügt, dass er da ja auch Kontakt mit Kindern gehabt habe. Enttäuscht zitiert die taz schließlich seine Vorgesetzten: „Es haben sich keinerlei Verdachtsmomente ergeben.“

Dietrich W., dessen „hässliche Seite“ nach der Lektüre des Artikels immer noch ein Rätsel bleibt3, ist 2009 an Lungenkrebs gestorben. Gegen den Dreck, den das von ihm mitgegründete Blatt nun über ihn ergießt, kann er sich nicht mehr wehren.

Nachtrag: Noch mehr Dreck hat ein „H. Reile“ von „SeeMoz“ für W. übrig. Dietrich W. war mit Jungen befreundet und hat mit ihnen zusammen onaniert – für Reile Grund genug, ihm posthum eine Verachtung entgegen zu schleudern, die ihresgleichen sucht, und sein gesamtes Lebenswerk in den Schmutz zu ziehen, ach was, direkt auszulöschen, denn: „Schlimmer kann es kaum noch werden.“ Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Gemeinsames Onanieren mit befreundeten Jungen – für Reile das schlimmste Vorstellbare, eine Tat, schlimmer als Krieg, Mord, Vergewaltigung, eine Tat, die alles andere, was W. in seinem Leben jemals geleistet hat, einfach als „Lebenslüge“ denunzierbar macht. Was für ein verkommener Mensch!

  1. Zwar meint die taz hier explizit nur die Pädophilen der Odenwaldschule, man kann aber wohl davon ausgehen, dass das gesamtgesellschaftliche Pädophilen-Zerrbild gemeint ist. Man stelle sich übrigens mal vor, Medien würden über „weiche Heterosexuelle“ berichten – völlig undenkbar! Dabei dürften die prozentualen Anteile derjenigen Menschen, die sexuelle bzw. sexualisierte Gewalt anwenden, in beiden Gruppen ähnlich groß sein.[zurück]
  2. Wir kennen weder die Umstände der Beschuldigung noch die der nicht erfolgten Beschuldigung. Wir wissen auch nicht, was passiert ist. Es geht an dieser Stelle in erster Linie um die mediale Aufbereitung der Vorwürfe in der taz. [zurück]
  3. Die taz meint damit natürlich die Tatsache, dass W. nun als Pädophiler/Pädosexueller überführt ist. Sie hat – wie ich gezeigt habe – keine Argumente dafür, warum das schon als „hässlich“ bezeichnet werden muss und diskriminiert somit ihn und all jene Menschen, die ebenfalls pädophile Empfindungen haben, aufs Massivste. [zurück]

11 Antworten auf “Dietrich W. und die hässliche taz”


  1. 1 Bagoas 20. Februar 2011 um 19:36 Uhr

    Danke!

    Endlich mal Jemand, der schreibt, was gelesen und verstanden werden muss!

    Bagoas

  2. 2 Admin 20. Februar 2011 um 23:02 Uhr

    Sebastian Heiser vom tazblog schreibt als Reaktion auf einen Link zu diesem Artikel: „Bitte beachten Sie, dass Kommentare, die Pädosexualität rechtfertigen oder relativieren, hier nicht erwünscht sind und gelöscht werden.“

    Die taz diskriminiert Pädophile/Pädosexuelle nicht nur, indem sie sie diffamiert. Sie verbietet ihnen auch noch das Wort. Nicht nur der Link zu diesem Artikel wurde gelöscht, auch folgender Kommentar:

    Es geht in diesem Fall um gegenseitige freiwillige Masturbation zwischen 12-14jährigen und einem Mann. Die taz meint, dass es per se schädlich für diese Jungen war, dass sie vorher evtl. nichts über Sex wussten. Das ist doch reine Spekulation. Mir mag schon nicht einleuchten, weshalb es überhaupt einen Unterschied machen soll, ob bei den in dieser Altersgruppe völlig normalen Onanierspielen ein Mann dabei ist oder nicht. Dessen Penis ist halt weiter entwickelt – na und? Untereinander wird die Entwicklung auch unterschiedlich sein. Insofern kann ich in dieser Form der Initiation per se nichts schlechtes entdecken. Ganz zu schweigen davon, dass ich es für völlig abwegig halte, dass 12jährige auf einer Reformschule noch nie was von Sex gehört haben sollen.

    Wenn sich aber nun Leute melden, die sich deshalb als Opfer dieses Mannes fühlen – da haben Sie [der Adressat des Kommantars; wurde ebenfalls gelöscht] Recht –, muss man das natürlich respektieren. Hier aber hört die Debatte auch auf, weil das individuelle Fälle sind, die uns im Konkreten unbekannt sind. Für eine allgemeine Bewertung solcher „weicher“ pädosexueller Kontakte taugt das nicht, weil solche Kontakte überhaupt nicht allgemein bewertet werden können. Meine Kritik daran bezieht sich deshalb auch grundsätzlich immer auf die mediale Berichterstattung, in der das ganz anders aussieht, dort ist nämlich regelmäßig schon jede einfache Berührung eine schwere Schandtat, wenn der Berührende pädophil ist. Und dann ist es den Medien übrigens auch egal, was das Kind/der Jugendliche von dieser Berührung denkt und wie er sie empfindet, und das nenne ich Doppelmoral und Heuchelei: Nur das „Nein“ wird ernstgenommen, das „Ja“ nicht. Es ist eine unbewiesene Behauptung, dass gemeinsame sexuelle Erfahrungen von Erwachsenen und Kindern/Jugendlichen „offenbar traumatische Folgen“ haben.

    Inwiefern es in das Selbstbild eines linksliberalen Blattes passt, dass aktiv die Meinungsfreiheit unbescholtener Bürger beschnitten wird, darf Herr Heiser gerne mit sich selbst ausmachen. Ich kann ob der Praxis, sachliche Kommentare zum Thema eines Artikels einfach zu löschen, weil sie einem nicht in den Kram passen, nur versuchen, meinen Brechreiz zu unterdrücken.

  3. 3 Gantenbein 21. Februar 2011 um 15:09 Uhr

    mal sehen ob es hier stehen bleibt:
    in der Taz wurde nachfolgender Leserbrief
    sowie 4 andere u n t e r d r ü c k t.
    Wer sone Macht hat, wie die Taz
    sollte sich mal fragen, ob ihr
    Einfluss auf die Verbrechen“ ,
    die sie beklagt, nicht wesentlich
    größer ist, als sie jemals zugeben würde

    DieTaz ist eine linke Pädagogenzeitung. Sie verwaltet das erzieherische Elend der Jugend mit „alternativen“ Formen von Entmündigung und Entrechtung. Tausend Mal wurde sie schon darauf hingewiesen, daß Pädagogik und Pädophilie die gleichen Abhängigkeits,- Macht- und Gewaltstrukturen gegenüber Kindern nutzen, um sie ihren Interessen zu unterwerfen. Wer das eine glaubwürdig kritisieren möchte, kann nur das andere u r s ä c h l i c h e genauso kritisieren. Seltsamer Weise herrscht bei der Erziehungsgewalt gerade in linken Kreisen ein extrem bezeichnendes linkes Schweigen. „Pädophilie“, so wie sie gegenwärtig statt findet, ist ohne Pädagogik nicht denkbar.
    Das heisst sie kommt überall vor gutz eingebettet in den bestehgenden Erziehungsgewaltverhältnissen. Beide, Pädagogen und Pädophile sind g e g e n Kinder-Selbstbestimmung, bzw. gegen den Aufbau gesellschaftlicher Bedingungen, unter denen eine ausbeutungsfreie Selbstbestimmung von Kindern und Jugendlichen möglich ist. Es gibt in der Pädophilie genauso viel Gewalt, wie Erziehungsgewalt, und auch Gewalt in Erwachsenen Beziehungen. Kein Mensch verurteilt und verbietet deshalb ALLE Beziehungen von Erwachsenen komplett, nur weil eben etliche Beziehungen gewalttätig sind. Das heißt, bei weitem NICHT ALLE pädophilen Beziehungen sind gewalttätig. Sie werden aber dank TAZBILDZEITUNG dazu gemacht. Das ist ein Verbrechen. Das sind nichts anderes als linke Stürmermethoden. Und das unterschlägt die TAZ und damit unterschlägt sie die Wahrheit. Dies bringt die Behandlung des Themas immer näher an Sharia – Strukturen, denen wohl früher oder später die gesamte aussterbende christliche Kultur sich womöglich eh noch unterzuordnen hat. Ihr glaubt nicht, dass linke Positionen hier die Rechten bzw. die religiös fundamentalen produzieren ? Und voll dafür verantwortlich sind?

    Hier eine kleine Kostprobe, entnommen aus dem web.de Forum: Tausende „Meinungen“ dort und anderswo gehen inzwischen in diese Richtung. DANKE TAZ; TAUSEND DANK! Die TAZ hätte differenziert aufklären können aber sie verpasst diese Chance wieder. Die Folgen werden erst später sichtbar. Im Grunde schlägt sie in die gleiche pauschale antiaufklärerische Kerbe, nur links versteckt, eben nicht so offen sadistisch, wie das Rechte bezüglich diesem Thema schon lägst tun. Ok, sehen wir uns unter Steinen unter der Erde wieder? Oder am Baukran? „Hitler war gut, denn er hat dafür gesorgt, dass Pädophile ausgerottet wurden“. Das sagen viele heute schon unverhohlen und offen. Weiter so TAZ, bringt die Leute immer weiter dazu, es gibt noch viele Tausende Kinder, die nur auf ihre pädagogische Entmündigung und andere mehr oder weniger sadistische pädagogische Misshandlungen warten. Von ihrem Anrecht auf zärtliche Zuwendung nach ihrem Verlangen ganz zu schweigen. Was Ihr nicht selber journalistisch platt macht, -dazu seid Ihr Euch zu fein- das erledigen dann für Euch eben die Leute im Knast. Denen Ihr moralisch den Rücken stärkt, kein Deut besser, als die sadistischen Henker und Exekuteure selber.

    Aus: web.de Meinungsforum, zum Fall des Vaters der
    mit seiner Stieftochter acht Kinder zeugte.
    Alles stehen gelassen bei web.de

    S. 2. ANS KREUZ MIT IHM !!!!

    S. 5 Der Mann ist widerlich und hat den Tod verdient. Ich würde ihn so bestrafen:
    Er soll vergiftet weden, erstochen, erschossen, erhängt, entmannt, die eingeweide
    rausgerissen, gevierteilt ,

    S.7 Also solchen „Menschen“ gehört in aller öffentlichkeit der Schw… angehackt. Das ist doch wohl die Frechheit in Person!!! Steinigt ihn.
    Steckt ihn in Sibirien in den Knast oder besser nach Amerika. Da bekommt er seine gerechte Strafe.

    S.8. so ein schwein, und eine unnormale pussy noch dazu. 1,63 groß dem würd ich auf den kopf spucken. nur weil ihn keine rangelassen hat seine
    tochter zu missbrauchen und 8 kinder zu zeugen. In so einem Fall bin ich nicht nur für die Todesstrafe, sondern auch dafür das sie ihn richtig foltern!!

    Ab ins Kz mit ihm!!!

    S.33 Prozess? „JA“ aber kurzer Prozess. Was will man bei so einer Beweislage noch verhandeln, sind wir auf einem türkischen Basar?? Meiner Meinung nach sollte man so ein Individuum wie im Mittelalter behandeln. Vorhaut ohne Narkose abziehen und Salz über die offene Wunde, dann nackt in einen Stahlkäfig der sich nie wieder öffnen lässt und ab auf den Marktplatz und mit Zuckerwasser übergießen damit die Insekten
    was zu fressen haben, diese Wunden werden dann wiederum mit gut mit Salz behandelt, damit sie ja nie verheilen. Sollte er diese Prozedur überleben

    dann ab in einen Russenknast und Kakerlaken fressen lassen bis er satt ist, dann sollten sich die Sadisten um Ihn kümmern. Diese Methode wird zwar für die Zukunft keine Triebtäter abschrecken,
    aber sie bringt Genugtuung.

    Und dann das hier:
    Vorgestern in Dresden:

    (http site) http://www.youtube.com/verify_age?next_url=http%3A//www.youtube.com/watch%3Fv%3D5yDT_UHupSQ
    [Anonymouse]

    Gantenbein

  4. 4 christian fueller 21. Februar 2011 um 16:56 Uhr

    es gibt keinen keinen einverständigen sex mit kindern und jugendlichen, wie sie suggerieren. das ist – kurz und knapp – sexuelle gewalt mit schutzbefohlenen und/oder minderjährigen. es führt – ich zitiere ein opfer – zur „Demolierung des Lebensweges!
    Zerstörtes Urvertrauen, zerstörte Gesundheit, mitunter zerstörte Fähigkeit, eine Partnerschaft einzugehen!
    Verletze Menschenwürde, verletztes Recht auf den eigenen Körper!“

    sie gehören eindeutig zur täterlobby, welche die zerstörung von jungen menschen rechtfertigt – um ihrer lust frönen zu können.

    und: sie sollten susan clancy nochmal lesen.

    christian fueller

    (ps. beobacht ihr zensurverhalten)

  5. 5 Admin 21. Februar 2011 um 19:38 Uhr

    Also, Herr Füller,

    dass es „einverständigen sex mit kindern und jugendlichen“ gibt, bestreiten ja noch nicht einmal Ihre „Kinderschutz“-Helden. Dazu müssen eben nur alle „einverstanden“ sagen. Unterstellt wird dann allerdings zusätzlich, dass Kinder „nicht einverstanden“ meinen, wenn sie „einverstanden“ sagen – weil sie nicht wissen, auf was die sich da einlassen. Eine Argumentation, die ich aus verschiedenen Gründen für reichlich absurd halte. Ebenso Ihre Erweiterung dieser Theorie um die Altersgruppe der 14-18jährigen – wollen Sie wirklich ernsthaft behaupten, ein 17jähriger könne keinen „einverständigen sex“ haben?

    Zu Ihrem Zitat, das ich durchaus ernst nehme, möchte ich auf meinen ersten Kommentar hier verweisen: Einzelne Äußerungen machen noch lange keine allgemeine Aussage.

    Abschließend ist es mir ein Anliegen, Ihrem Vorwurf, dass ich zu einer „Täterlobby“ gehören würde, etwas entgegen zu setzen: Die „zerstörung von jungen menschen“ wird in einer kapitalistischen Gesellschaft ja nun massenhaft institutionalisiert durch das Bildungssystem betrieben, indem es bereits Grundschulkindern durch Leistungs- und Konkurrenzdruck die Freude am Leben austreibt: Nur derjenige ist etwas wert, der später eben Wert schaffen kann, also gut bezahlte Lohnarbeit verrichten. Staatliche und private Erziehungsgewalt sorgt oft schon vom Kindergartenalter an dafür, dass die ihnen anvertrauten Kinder dieses mitkriegen und umsetzen. Sie wissen das selbst, Sie haben da Texte drüber geschrieben, die allerdings regelmäßig zu dem falschen Schluss kommen, dass diesem Missstand innerhalb des Kapitalismus‘ Abhilfe geschaffen werden könne. So wirken Sie im Endeffekt auch noch als Anwalt des Systems, das Sie eigentlich bekämpfen wollen.
    Warum schreibe ich Ihnen das? Ganz einfach: Suchen Sie die „zerstörung von jungen menschen“ bitte nicht bei einem harmlosen Kinderfreund, sondern bei denen, die sie tatsächlich betreiben. Und dazu gehören potentiell auch Menschen wie Sie, wenn Sie behaupten, dass Kinder und sogar Jugendliche zu blöd dafür sind, in Sachen Sex eine eigene Meinung zu haben. Stellen Sie sich folgendes Fallbeispiel vor: Ein 13jähriger Junge besucht seinen erwachsenen Freund und möchte die dortige Freiheit nutzen, um am Rechner des Mannes Pornoseiten aufzurufen. Der Mann redet mit ihm darüber und lässt es schließlich zu, weil er zu der Überzeugung kommt, dass der Junge das tatsächlich will. Der Junge erzählt das Erlebnis irgendwem, und schwupps landet der Mann für drei Jahre im Knast, weil er gegen §176 StGb verstoßen hat. Der Junge muss den Verlust seines Freundes verkraften und gibt sich die Schuld dafür, und schwupps haben wir das schönste Trauma fürs Leben. So. Wer hat da jetzt wen zerstört?

    Vielleicht ist das ja mal ein Denkanstoß – neben den ganzen anderen hier auf diesem Blog – dahingehend, dass Sie sich mal fragen, ob freiwillige Sexspielchen zwischen Pubertierenden und Männern (ich rede nicht von Kleinkindern! Auch nicht von physicher oder psychischer Gewalt!) wirklich etwas sind, was eine so massive Ächtung verdient wie sie in dieser Gesellschaft praktiziert wird. Oder ob es nicht eher diese Ächtung und das gesellschaftliche Bild des Kindes als willenlose Verfügungsmasse von Eltern und Staat sind, die den Großteil der Schäden verursachen.

  6. 6 Admin 22. Februar 2011 um 13:21 Uhr

    Und so kann das in der Realität dann konkret aussehen: „Warum glaub ich dir jetzt nicht mehr?“

  7. 7 Typ, der sich der Typ nennt 29. August 2011 um 15:29 Uhr

    „Ein 13jähriger Junge besucht seinen erwachsenen Freund und möchte die dortige Freiheit nutzen, um am Rechner des Mannes Pornoseiten aufzurufen. Der Mann redet mit ihm darüber und lässt es schließlich zu, weil er zu der Überzeugung kommt, dass der Junge das tatsächlich will. Der Junge erzählt das Erlebnis irgendwem, und schwupps landet der Mann für drei Jahre im Knast, weil er gegen §176 StGb verstoßen hat. Der Junge muss den Verlust seines Freundes verkraften und gibt sich die Schuld dafür, und schwupps haben wir das schönste Trauma fürs Leben. So. Wer hat da jetzt wen zerstört?“

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    Wer oder was hätte den irgendwen zerstört, wenn der Erwachsene in Ihrem Beispiel so viel common sense aufbringen würde, dem 13-Jährigen keine Pornographie schauen zu lassen? Der Erwachsene wäre daran wohl kaum zu Grunde gegangen („Wie konnte ich ihm das vorenthalten? NEEEEEEIN!“). Und der Junge auch nicht („Warum darf ich keine Sexfilme bei ihm gucken? Mag er mich nicht? NEEEEEEIN!“).

    Dass es nicht gesellschaftsfähig geworden ist und wohl auch nie werden wird, dass Erwachsene notintervenieren und den Nachbarskindern Pornofilme zeigen, um deren sexuelle Entwicklung in geordnete Bahnen zu lenken, hat schon seine Berechtigung. Das sollte man den Kindern, ihrer Phantasie und der Zeit überlassen. Aber es scheint ja immer wieder Erwachsene mit dem Pflichtbewusstsein zu geben, da „Hand anlegen“ zu müssen …. sei es aus einer arg liberalen Anschauung oder aus einem gegenteilig biederem Moralbewusstsein heraus (ich finde beides falsch). Die eigene Sexualität zu entwickeln, ist eines jeden Menschen Recht und sollte von niemenadem angetastet werden. Und genau da sehe ich einen Konflikt, wenn Menschen mit Ihrer Neigung mit entsprechenden Absichten an ein Kind herantreten.

    Mein Problem mit dieser Idee des „weichen Pädophilen“ ist ganz einfach, dass ich sehr stark bezweifle, dass eine solche Beziehung von Ebenbürtigkeit geprägt sein könnte. Für ein Kind ist jeder Erwachsene aus mitunter ganz natürlichen Gründen eine dominante Figur. Eine ernsthafte, sexuelle Beziehung auf Augenhöhe zwischen einem Kind und einem Erwachsenen sehe ich insofern als sehr problematisch an. Vor allem wenn das Kindsein des Gegenübers den Ausschlag dafür gibt, dass man sich überhaupt erst sexuell zu ihm hingezogen fühlt. Man sollte einen Menschen immerhin für seine Person lieben – nicht für sein Alter. Überdies ist es nicht verhältnismäßig, wenn ein sich seiner Sexualität voll bewusster Erwachsener mit einem Kind verkehrt, dass sich dahingehend erst noch in einer Findungsphase befindet und entsprechend beeinflussbar ist (sowohl emotional als auch sexuell).

    Es sind Überlegungen wie diese, die mich sehr stark bezweifeln lassen, dass eine solche Beziehung wirklich gut für ein Kind sein könnte. Zum besseren Verständnis: Mit Kind meine ich allem voran Jungs und Mädchen unter 14 Jahren.

    Allerdings muss ich anerkennen, dass – auch wenn ich Ihre Ideen und Argumente oft nicht teilen mag – doch Ihren Mut bemerkenswert finde, sich doch recht offen zu Ihrer Neigung zu bekennen.

  8. 8 argue 02. September 2011 um 22:37 Uhr

    „Und genau da sehe ich einen Konflikt, wenn Menschen mit Ihrer Neigung mit entsprechenden Absichten an ein Kind herantreten“

    ‚Neigung‘ sagt es bereits: Hier ist etwas deviant. Dabei widersprechen Sie sich mit folgendem: „Die eigene Sexualität zu entwickeln, ist eines jeden Menschen Recht und sollte von niemenadem angetastet werden.“ Ob tatsächlich bei einer Beziehung die sexuelle Entwicklung eines Menschen maßgeblich beeinflusst werden kann, ist umstritten, mehr noch: Man müsste konzis erklären, warum es denn auch schlecht sei.

    „Mein Problem mit dieser Idee des „weichen Pädophilen“ ist ganz einfach, dass ich sehr stark bezweifle, dass eine solche Beziehung von Ebenbürtigkeit geprägt sein könnte.“

    Was meinen Sie mit „Ebenbürtigkeit“? Und ist das notwendig für eine Beziehung bzw. für gegenseitige Liebe? Ich kann mir schlecht vorstellen, dass Sie das Empfinden eines Menschen einschätzen, geschweige denn genau bestimmen können.

    „Für ein Kind ist jeder Erwachsene aus mitunter ganz natürlichen Gründen eine dominante Figur.“

    Wo steht das geschrieben? Im Buch der Naturgesetze?

    „Eine ernsthafte, sexuelle Beziehung auf Augenhöhe zwischen einem Kind und einem Erwachsenen sehe ich insofern als sehr problematisch an.“

    Ist es nicht eher so, dass Sie diese scheinbare „Augenhöhe“ post hoc konstruieren und sie dann (natürlich richtig) als ungleiche herausstellen? Etwa hier:

    „Vor allem wenn das Kindsein des Gegenübers den Ausschlag dafür gibt, dass man sich überhaupt erst sexuell zu ihm hingezogen fühlt.“

    Kindheit und Jugend sind soziale Kategorien; sie sind nicht universell und auch nicht natürlich – sie wirken nur so (Stichwort: soziale Realität). Das heißt aber nicht, dass diese Kategorien richtig oder gut gewählt seien. Etwa in diesem Fall ist eine kritische Betrachtung unserer sozialen Verhältnisse nötig. Ich möchte damit eines betonen: Kindheit ist nicht einfach so gegeben, sie wird sozial performiert und konstituiert.

    „Man sollte einen Menschen immerhin für seine Person lieben – nicht für sein Alter.“

    Darf ich also schlussfolgern, dass Sie weder zwischen Alter noch Geschlecht noch Aussehen unterscheiden? Sollte man wirklich nur die Persönlichkeit eines Menschen lieben, müsste man etwa pansexuell sein. Ich hätte zwar nichts dagegen, aber ich denke, Sie haben sich hier etwas verrannt.

    „Überdies ist es nicht verhältnismäßig, wenn ein sich seiner Sexualität voll bewusster Erwachsener mit einem Kind verkehrt, dass sich dahingehend erst noch in einer Findungsphase befindet und entsprechend beeinflussbar ist (sowohl emotional als auch sexuell).“

    Ich denke, das ist man die ganzen Jahre, wenn man es nur zulässt. Und das ist das Problem mit Ihrem Argument: Kindheit wird sozial so konstituiert, dass sie Unschuld, Unwissen, Unerfahrenheit, ja Unreife in jeglicher Hinsicht auszeichnet. Doch sie wird nicht allzu selten auch „gebrochen“. Mit Ihrem Argument reproduzieren Sie dieses scheinbare Machtgefälle zwischen Kind und Erwachsener. Beim Sexismus tut man dasselbe: „Die“ Frau ist ja nunmal physisch und emotional schwächer als „der“ Mann.

    Mir ist übrigens bewusst, dass Ihnen der Gedanke einer Beziehung zwischen einem Erwachsenen und einem Kind nicht geheuer ist. Aber bitte denken Sie nicht, ihre Argumente seien faktisch. Diese Thematik ist nicht (nur) aufgrund ihrer sozialen Stellung so delikat: Gerne wird sie dramatisiert.

  9. 9 Admin 13. September 2011 um 12:43 Uhr

    Vielleicht ergänzend dazu noch:

    Der „Typ“ aus dem Kommentar vom 29.8. schreibt: „Die eigene Sexualität zu entwickeln, ist eines jeden Menschen Recht und sollte von niemenadem angetastet werden. Und genau da sehe ich einen Konflikt, wenn Menschen mit Ihrer Neigung mit entsprechenden Absichten an ein Kind herantreten.“

    Das ist doch eine sehr abstruse Denkweise: Das Kind soll von äußeren Einflüssen geschützt werden, damit es sich autonom entwickeln kann. Dieses Argument wirkt gegen Schule, Sozialarbeit, gegen jede Form von Beratung und Pädagogik. Aber wie soll das gehen, „die eigene Sexualität zu entwickeln“, OHNE dabei in Kontakt zu anderen Menschen, auch erwachsenen, zu treten? Wäre es nicht vielmehr vonnöten, einem Kind sinnvolle Unterstützung darin zu geben? Wie die aber aussieht, ist selten vernunft-, sondern in den meisten Fällen ideologiegeleitet.

    Da ist z.B. ein Mann, der einem 12jährigen ein Beziehungsangebot macht, das dieser annimmt, ohne jeden Zwang, auch spielt Sex aktuell keine Rolle. Der Junge ist dem Mann sehr zugetan, vielleicht schwärmt er sogar ein bisschen für ihn. Die Eltern aber sind dagegen, denn der Mann erscheint ihnen allein durch sein Alter (sagen wir: Ü20) verdächtig, die Beziehung wird auf Eis gelegt, was Kummer bei Mann und Junge auslöst. Haben die Eltern ihrem Sohn damit geholfen, „die eigene Sexualität zu entwickeln“? Wohl kaum. Sie haben durch ihr Misstrauen und ihre Angst Kummer produziert und dem Jungen eine Möglichkeit genommen, sich im Zusammenspiel mit einem Mann, der nicht sein Vater oder Lehrer ist, auszuprobieren und zu formen – sonst nichts. Leider passiert das gar nicht selten, eigentlich fast immer, wenn der Mann nicht befreundet oder verwand mit den Eltern ist – ist er das, gibt es komischerweise keine Angst, obwohl die reale Gefahr für das Kind nicht einen Deut geringer ist. Aber darüber zu reflektieren ist für die meisten Menschen leider eine zu schwere, weil zu vernünftige Übung. So ist das Leben.

    Zum Thema „Augenhöhe“ auch noch ein Gedanke: Vielleicht gibt es gar keine Augenhöhe zwischen Menschen, sondern immer nur Beziehungen, die sich irgendwie gemeinsam einpendeln – und vielleicht sollte man sich dann einfach mal anschauen, ob dieses Einpendeln positive Folgen hat oder nicht, anstatt es von vorneherein durch ideologische Konstruktionen zu verhindern.

  10. 10 Typ, der sich der Typ nennt 17. Oktober 2011 um 13:06 Uhr

    Hallo,

    ich habe erst jetzt die Antworten gelesen und will nochmal Stellung beziehen.

    @ argue
    Dass Kinder in Erwachsenen dominante Figuren sehen, hat zweierlei Gründe. Zum einen sind Erwachsene nun mal schon rein körperlich und dadurch offensichtlich dominant. Noch mehr zählen sie jedoch als gesellschaftliche Autoritätsfiguren. Oder wollen Sie mir allen ernstes erzählen, dass sie mit jedem Erwachsenen genauso umgegangen wären, wie mit ihren gleichaltrigen Freunden bzw. Bekannten. Man lernt einen Respekt gegenüber Erwachsenen, der sehr wohl etwas mit Dominanz/Autorität zu tun hat. In diesem Sinne wollte ich auch den Aspekt der Ebenbürtigkeit in Beziehungen verstanden wissen.

    „Kindheit und Jugend sind soziale Kategorien; sie sind nicht universell und auch nicht natürlich – sie wirken nur so (Stichwort: soziale Realität). Das heißt aber nicht, dass diese Kategorien richtig oder gut gewählt seien. Etwa in diesem Fall ist eine kritische Betrachtung unserer sozialen Verhältnisse nötig. Ich möchte damit eines betonen: Kindheit ist nicht einfach so gegeben, sie wird sozial performiert und konstituiert.“

    Aber es ist auch eine biographische (!) und hautnah erlebte Realität – nicht nur eine soziale. Das nur auf den gesellschaftlichen/sozialen Überbau zu reduzieren, greift doch viel zu kurz. Kindheit ist doch nicht nur durch eine soziale Definition, ich bitte Sie. Kindheit ist die rein biographisch und zeitlich prägendste Lebensphase überhaupt!

    „Darf ich also schlussfolgern, dass Sie weder zwischen Alter noch Geschlecht noch Aussehen unterscheiden? Sollte man wirklich nur die Persönlichkeit eines Menschen lieben, müsste man etwa pansexuell sein. Ich hätte zwar nichts dagegen, aber ich denke, Sie haben sich hier etwas verrannt.“

    Nein, habe ich nicht. Pädophilie ist ja explizit eine Form der Sexualität, in der man sich zu Kindern hingezogen fühlt. Wenn aber das kindliche Wesen und Äußere ein definierender, um nicht zu sagen DER definierende Faktor für diese Begehrlichkeit ist, was für eine Zukunft soll das dann haben? Jetzt mag der Knabe 13 sein. In 7 Jahren wird er zu einem jungen Mann herangereift sein. Wird Pädophilie dann zur Homosexualität? Ich schließe ja gar nicht aus, dass das so laufen KANN …. aber ich gehe auch nicht optimistisch davon aus. Vor allem wenn Pädophilie eine Neigung ist, die nun mal da ist. Ein Schwuler (sofern nicht explizit Bisexuell) ist ja auch nicht Teilzeit-schwul und sagt sich: „So, ab jetzt liebe ich Frauen.“
    So habe ich dieses Bedenken gemeint.

    „Ich denke, das ist man die ganzen Jahre, wenn man es nur zulässt. Und das ist das Problem mit Ihrem Argument: Kindheit wird sozial so konstituiert, dass sie Unschuld, Unwissen, Unerfahrenheit, ja Unreife in jeglicher Hinsicht auszeichnet. Doch sie wird nicht allzu selten auch „gebrochen“. Mit Ihrem Argument reproduzieren Sie dieses scheinbare Machtgefälle zwischen Kind und Erwachsener. Beim Sexismus tut man dasselbe: „Die“ Frau ist ja nunmal physisch und emotional schwächer als „der“ Mann.

    Mir ist übrigens bewusst, dass Ihnen der Gedanke einer Beziehung zwischen einem Erwachsenen und einem Kind nicht geheuer ist. Aber bitte denken Sie nicht, ihre Argumente seien faktisch. Diese Thematik ist nicht (nur) aufgrund ihrer sozialen Stellung so delikat: Gerne wird sie dramatisiert.“

    Die Thematik ist in der Tat delikat. Und das muss sie auch sein. Denn Kinder sind in unserer Gesellschaft nun mal auf einen besonderen Schutz angewiesen. Und genau in diesem Sinne finde ich es auch völlig richtig, dass Beziehungen zwischen Kindern und Erwachsenen, die klar sexueller Natur sind, als anrüchig und strafbar gelten. Denn wie würde man sonst sicherstellen wollen, dass ein hürdeloses Gestatten solcher Beziehungen, nicht missbraucht würde? Kindesmissbrauch läuft ja sehr oft ohne körperliche Gewalt ab (körperliche Gewalt im Sinne von handgreiflichem Zwang). Da wird mit perfiden Mitteln eine sexuelle Beziehung konstruiert. Schlimm genug, dass es oftmals durch Leute aus dem unmittelbarem Umfeld/der Familie geschieht.

    Dass man nun zwischen einem Pädophilen, der einem geliebten Kind nie etwas antun würde und einem schlichten Sexualstraftäter moralisch unterscheiden sollte, das stelle ich nicht in Frage. Aber nehmen wir mal an, Beziehungen zwischen Kind und Erwachsenem wären plötzlich legal. Dass würde solchen Triebtätern doch Tür und Tor öffnen. Weil die dann sagen könnten: „Das war kein Missbrauch. Das Kind hat sich mir sexuell angenähert. All das fand im gegenseitigen Einvernehmen statt.“ Gemessen daran, wie perfide und ohne körperliche Gewalt solche Missbräuche oft ablaufen, hätte der Triebtäter plötzlich ein juristisch valides Argument, welches das Gericht dann erst mal in Erwägung ziehen müsste und ggf. nicht widerlegen könnte (Stichwort: Unschuldsvermutung). Eine solche Regelung der hürdelosen Beziehungen zwischen Kindern und Erwachsenen würde geradezu danach schreien, von entsprechend widerwärtigen Naturen ausgenutzt zu werden. Und das will ja wohl keiner von uns, oder?

    @ admin

    „Das ist doch eine sehr abstruse Denkweise: Das Kind soll von äußeren Einflüssen geschützt werden, damit es sich autonom entwickeln kann. Dieses Argument wirkt gegen Schule, Sozialarbeit, gegen jede Form von Beratung und Pädagogik. Aber wie soll das gehen, „die eigene Sexualität zu entwickeln“, OHNE dabei in Kontakt zu anderen Menschen, auch erwachsenen, zu treten? Wäre es nicht vielmehr vonnöten, einem Kind sinnvolle Unterstützung darin zu geben? Wie die aber aussieht, ist selten vernunft-, sondern in den meisten Fällen ideologiegeleitet.“

    Das ist doch nun wirklich ein Äpfel/Birnen Vergleich. Da weiß ich auch nicht, was so abstrus an meinen Äußerungen sein soll. Äußere Einflüsse sind ja wohl unterschiedlicher Natur. Man muss doch unterscheiden, ob jemand an ein Kind herantritt und dabei eine Beziehung anstrebt oder ob das in einem rein pädagogischen, distanzierten Kontext geschieht. Denn dem Pädophilen geht es auch und in erster Linie darum, seine Sexualität zu verwirklichen und nicht vorrangig darum, dem Kind etwas zu erklären. Einem Kind ein Beziehungsangebot zu machen, und sei es zunächst auch nur sehr latent sexuell, ist nicht dasselbe, wie wenn das Kind verstohlen im Play Boy blättert oder wenn es mit seinen Altersgenossen kichernd im Sexualkundeunterricht sitzt.

    „Da ist z.B. ein Mann, der einem 12jährigen ein Beziehungsangebot macht, das dieser annimmt, ohne jeden Zwang, auch spielt Sex aktuell keine Rolle. Der Junge ist dem Mann sehr zugetan, vielleicht schwärmt er sogar ein bisschen für ihn. Die Eltern aber sind dagegen, denn der Mann erscheint ihnen allein durch sein Alter (sagen wir: Ü20) verdächtig, die Beziehung wird auf Eis gelegt, was Kummer bei Mann und Junge auslöst. Haben die Eltern ihrem Sohn damit geholfen, „die eigene Sexualität zu entwickeln“? Wohl kaum. Sie haben durch ihr Misstrauen und ihre Angst Kummer produziert und dem Jungen eine Möglichkeit genommen, sich im Zusammenspiel mit einem Mann, der nicht sein Vater oder Lehrer ist, auszuprobieren und zu formen – sonst nichts. Leider passiert das gar nicht selten, eigentlich fast immer, wenn der Mann nicht befreundet oder verwand mit den Eltern ist – ist er das, gibt es komischerweise keine Angst, obwohl die reale Gefahr für das Kind nicht einen Deut geringer ist. Aber darüber zu reflektieren ist für die meisten Menschen leider eine zu schwere, weil zu vernünftige Übung. So ist das Leben.

    Zum Thema „Augenhöhe“ auch noch ein Gedanke: Vielleicht gibt es gar keine Augenhöhe zwischen Menschen, sondern immer nur Beziehungen, die sich irgendwie gemeinsam einpendeln – und vielleicht sollte man sich dann einfach mal anschauen, ob dieses Einpendeln positive Folgen hat oder nicht, anstatt es von vorneherein durch ideologische Konstruktionen zu verhindern.“

    Nochmal – ab wann würde man den bitte juristisch unterscheiden wollen, ob das Kind Opfer eines Triebtäters ist, der es sexuell ausnützt oder ob da wirklich eine gute, faire Beziehung stattfindet? Man könnte das mit der Zeit sicherlich unterscheiden – wenn es zu spät ist! Denn dann wäre der Schaden ja schon angerichtet. Diese Forderung, solche Beziehungen zwischen Erwachsenem und Kind zunächst mal grundsätzlich als rechtens zu erachten, würde eine ganz zentrale Schutzfunktion für das Kind einfach wegfallen lassen. Eben weil sich ein Straftäter dann noch darauf rausreden könnte, dass das Kind das ja seinerzeit gewollt habe. Kinder würden genauso hoffnungslos dastehen, wie jedes Vergewaltigungsopfer, bei dem keine Spuren einer Vergewaltigung mehr nachweisbar sind. Sofern keine forensischen Beweise vorliegen würden, die tatsächlich eine Vergewaltigung nahelegen, dann wäre das Kind der Dumme und der Triebtäter wäre fein raus. So, ist das jetzt eine so „unvernünftige“ Überlegung?

    Ich will noch einmal betonen, dass ich ihre Sexualität nicht aufgrund einer Abneigung heraus angreife. Ich sehe nur nicht, wie man das gesellschaftlich etablieren könnte, ohne dass es zu Lasten der Kinder geht. Denn man muss nicht erst pädophil sein, damit einem was am Wohl der Kinder liegt.

    MfG

  11. 11 Admin 07. Dezember 2011 um 0:06 Uhr

    Ich habe leider auch erst jetzt Ihren Kommentar gelesen, da ich das Blog zu selten aufsuche. Gelobe Besserung für die Zukunft. Habe mich aber auch sehr darüber gefreut, dass nochmal eine Antwort kam! Der möchte ich auch eine (kurze) folgen lassen, auf die Problematik von „hürdelosen Beziehungen“ bezogen:

    Die gibt es eigentlich nur im Verwandtschaftsbereich – und kann es auch nur da geben, denn Fremde müssen sich ja immer erstmal irgendwie annähern. Eltern hingegen können mit ihren (!) Kindern qua Geburtsrecht alles machen, und ja, das wird von „widerwärtigen Naturen“, wie Sie diese Leute nennen, auch gerne ausgenutzt. Ich plädiere deshalb schon seit längerem dafür, die bürgerliche Kleinfamilie schlicht und einfach abzuschaffen und Kinder in größeren, offeneren Verbünden aufwachsen zu lassen. In denen gäbe es dann für ALLE Beteiligten Hürden für die Kontakte/Freundschaften/Beziehungen zu den Kindern – für die Eltern größere, für die potentiellen Freunde kleinere. Aber schutzlos, so wie jetzt, wären die Kinder nicht mehr. Sie argumentieren mit Gesetzen – aber Gesetze schützen ja nicht, Gesetze bestrafen nur bereits begangene Taten.

    Ich weiß auch gar nicht, weshalb Sie diese juristische Ebene da hinein gebracht haben. Ausgangspunkt war doch Ihr Vorbehalt dagegen, dass Erwachsene Kinder in ihrer Sexualitätsentwicklung beeinflussen. Und da finde ich, „das sollte man den Kindern, ihrer Phantasie und der Zeit überlassen“ (Zitat von Ihnen…) – und eben NICHT (nur) der Familie und der Schule oder gar dem Gesetzgeber! Also: macht den Kindern keine Angst vorm fremden Mann, sondern bestärkt sie in ihrem Selbstvertrauen! Und misstraut dem fremden Mann nicht, unterstellt ihm nichts, sondern redet mit ihm, lernt ihn kennen und beurteilt ihn nach seinen Handlungen und dem, was die Kinder über ihn sagen! Wenn wir uns allen gegenseitig immer nur das Schlimmste unterstellen würden, könnten wir den Laden hier dicht machen. Leider sind wir auf dem besten Wege dahin – der Umgang mit Pädophilen ist ein dystopisches Aufscheinen von einer Gesellschaft, die auf Angst und Misstrauen fußt und so jede menschliche Begegnung unmöglich werden lässt.

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