Die Angst vor sich selbst?

Auf taz.de ist ein Artikel über einen Pädophilen erschienen, der Angst vor sich selbst hat: „Eigentlich schließt Tobias aus, dass er auf ein Kind losgeht. (sic!) Doch wird er sich immer unter Kontrolle haben?“ Dabei suggeriert der Artikel, dass das ein typisches Pädophilenproblem sei. Das ist es natürlich nicht – dieser Quatsch kommt in allen Sexualitäten vor, sobald man für sich bewusst entschieden hat, dem eigenen Verstand nicht mehr zu trauen – aus mangelndem Selbstvertrauen oder Ideologie heraus. Zwei gute Kommentare dazu dokumentiere ich hier, damit sie bei evtl. Löschung nicht verloren gehen:


1 Antwort auf “Die Angst vor sich selbst?”


  1. 1 Admin 03. Februar 2012 um 18:08 Uhr

    „Ein Leser“ schreibt auf taz.de zu dem Artikel:

    Warum brauchen so viele Pädophile anscheinend Hilfe, damit sie sich vor Übergriffen auf andere schützen?

    Als Hetero-Mann hab ich z.B. ein ziemlich festgelegtes „Traumbild“ von Frau, was ich aber nicht erreiche, weil ich halt nicht George Clooney bin. Aber deshalb laufe ich doch nicht gleich Gefahr, solche Frauen irgendwie zu überfallen, zu mißbrauchen oder evtl. zum Freier zu werden.

    Und es gibt auch viele Hetero-Männer, die aufgrund ihrer Erscheinung gar keine Frau als Geschlechtspartnerin finden, aber trotzdem keine „tickenden Zeitbomben“ sind, wie es beim Thema Pädophilie hier immer durchklingt….

    Mir mißfällt der angebliche Zwang, der bei solchen Artikeln für mich immer kommuniziert wird: „Kriegt Mann sein sexuelles Traumbild nicht, dann holt er es sich evtl. mit Gewalt, wenn er keine Hilfe von aussen bekommt“. Das arme Opfer, dieser Pädophile, mir kommen gleich die Tränen. Ist das wirklich so bei vielen Pädophilen?

    Für Hetero-Nerds gibt es auch keine Hilfegruppen a la „Ich kriegte auf legalem Weg noch nie Frau ab und bin mit 40 noch Jungmann, also haltet mich bitte von Übergriffen ab und bringt mir bei, wie ich Situationen mit Frauen meiden kann, liebe Gesellschaft“.

    Sorry für die Launigkeit meines Kommentars, ich versteh’s halt nicht. Schon nicht beim Film „M“, wenn Peter Lorre in der Rolle als Triebtäter sinngemäss brüllt „Kann nicht anders – MUSS!“. Natürlich kann man anders. Benutz Deinen Kopf und stell Dich nicht als Opfer Deiner selbst dar.

    Und „Ovid“ wehrt sich völlig zurecht gegen diesen ganzen Quatsch aus der Betroffenenperspektive:

    So langsam reicht es mir wirklich mit den pädophilenfeindlichen Artikeln. Nein, im Ernst. Ihr habt richtig gehört. Pädophilen-F-E-I-N-D-L-I-C-H.

    Man scheint heutzutage einen blinden Fleck irgendwo zu haben und hört, liest, glaubt und sieht nur das, was Pädophile zumindest in irgendeiner Weise schlechtmacht. Egal was. Irgendetwas findet man immer. Hört es sich zu gut an, wird schon einmal kein Artikel draus. Dieser Artikel ist vlt. gerade mal „der Toleranteste“ von allen… und das ist absolut traurig und erschreckend.

    Wer sich ein bisschen mit Statistik auskennt und mal ein bisschen mit den Zahlen spielt und genau hinguckt wird erkennen:

    Die meisten Pädophilen machen sich NICHT strafbar.
    Die meisten Pädophilen brauchen KEINE Therapie, klicken nicht „ausversehen“ Kinderpornos an oder müssen zur Toilette rennen und kotzen.
    Die meisten Pädophilen haben keine Angst vor sich selbst. Warum auch?
    Die meisten Pädophilen haben oft und gerne Kontakt mit Kindern.
    Die meisten Pädophilen sind keine sexgesteuerten Wesen, die nur immer an das eine denken. Wer ist denn bitte so?
    Die meisten Pädophilen brauchen keine lustigen Pillen, nur mal vlt. jemanden mit dem man reden kann.

    Die meisten Pädophilen leben bei euch nebenan, Lehrer, Erzieher, Kindergärtner, Kinderärzte, Trainer, Betreuer.
    Sollte man jetzt Angst haben? Nein! Im Gegenteil. Pädophile üben ihren Beruf gerne aus, haben ein ungeheucheltes, nahes, emotionales Interesse an Kindern, was in den meisten Fällen auf Gegenseitigkeit beruht.

    Woher ich das weiß? Ich bin einer. Und ich bin fest davon überzeugt, dass ich nicht alleine bin.

    Ich fühle mich von solchen pädophilenfeindlichen Artikeln nicht repräsentiert.
    Das wollte ich nur einmal gesagt haben.

    Und dem möchte ich mich anschließen.

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