Der Deutschen liebstes Kind

Marco Weiss ist ein Kinderschänder. Oder besser: er müsste einer sein. Anfang 2007 nämlich missbrauchte er in einem türkischen Hotel ein 13jähriges Mädchen, indem er sexuelle Handlungen an und mit ihr vollzog. Das Mädchen zeigte ihn an, aber nicht wegen sexuellen Missbrauchs, sondern wegen Vergewaltigung, so dass Weiss von der türkischen Justiz in Untersuchungshaft genommen und angeklagt wurde. Mittlerweile ist der junge Mann wieder in Deutschland, der Prozess in der Türkei läuft zwar weiter, es ist aber nicht davon auszugehen, dass es noch zu einer Verurteilung kommt; dafür müsste Weiss freiwillig in die Türkei zurück reisen. Seit Januar läuft gegen ihn auch ein Ermittlungsverfahren wegen Sexuellen Kindesmissbrauchs bei der Staatsanwaltschaft Lüneburg, das von der Presse aber scheinbar totgeschwiegen wird. Weiss gilt als armer junger Mann, von einer sexbesessenen Engländerin zu einer Straftat verführt, die er eigentlich gar nicht wollte. In der öffentlichen Wahrnehmung ist er das Opfer, denn die deutsche Öffentlichkeit bewertet den Fall nicht als sexuellen Kindesmissbrauch, sondern als angebliche Vergewaltigung. In der „Bild“-Zeitung, diesem von vielen Millionen Deutschen täglich gelesenen rechten Hetzblatt, wird das Ganze folgendermaßen zusammengefasst:

Marco war am 12. April 2007 in seinem Urlaubshotel in Antalya festgenommen worden. Ihm wurde vorgeworfen, die damals 13-jährige Engländerin Charlotte sexuell missbraucht zu haben. Marco hat das stets bestritten und sprach von einvernehmlichen Zärtlichkeiten nach einem Kennenlernen in der Disco.

Hier wird es ganz deutlich: es geht dem Blatt um den Unterschied zwischen „einvernehmlichen Zärtlichkeiten“ und „Vergewaltigung“, und ersteres findet es in diesem Fall alles andere als schlimm. Ja, „Bild“ zitiert sogar aus dem diese Tage – pünktlich zum Weihnachtsfest – erscheinenden Buch, das Weiss über den Fall geschrieben hat. „Ich bin unschuldig. Ich habe ein reines Herz“, sagt er, und er will nun – mit Unterstützung von „Bild“ – „der Welt sagen, wie es wirklich war“: Sex, ja, den habe er gehabt, aber es sei doch alles einvernehmlich gewesen, er sei gar verführt worden, von diesem betrunkenen Mädchen, er selbst habe nur Cola getrunken, und überhaupt, das Buch – nach deutschem Recht übrigens sehr nahe an der Definition von Kinderpornographie, was die Deutschen nicht daran hindert, es so oft zu kaufen, dass es in der Biographien-Bestseller-Liste von amazon.de zwischen Helmut Schmidt und Barack Obama (!) steht – sei „auch Mittel zu Selbstheilung, denn die Erlebnisse haben ihn geprägt und belastet, ihn mit Albträumen gequält“. Der arme Marco!

Ist „Bild“ immer so nett zu Kinderschändern? Benutzen wir doch mal die „Bild“-Suchfunktion! Da finden wir allerlei, denn sog. Kinderschänder sind ein Lieblingsthema rechter Hetze, wie sie das Blatt betreibt, und sie sind das Thema Nr. 1, mit dem Rechtsextreme immer wieder erfolgreich versuchen, auch „normale“ Demokraten für ihre Zwecke einzuspannen. Wir finden – neben Berichten über Gewaltverbrechen, um die es hier aber nicht gehen soll – zahlreiche Artikel der Zeitung, in denen sie brutal und über aller Maßen empört über Menschen zu Gericht sitzt, die Sex mit Kindern – also rein rechtlich Menschen unter 14 Lebensjahren, in der „Bild“ aber auch schonmal ältere Jugendliche – hatten, und zwar immer wieder auch solche Artikel, in denen überhaupt nicht auf die Frage der Einvernehmlichkeit eingegangen, sondern der sexuelle Kontakt an sich bereits als verwerflich bewertet wird. Mindestens einen Fall – ich habe mir nicht alle angeschaut – gibt es, in dem sogar ausdrücklich gesagt wird, dass es sich um Einvernehmlichkeit, gar Liebe, handelte (siehe auch einen weiteren Fall hier) – was „Bild“ nicht daran hindert, auch in diesem Fall empört von einem „Kinderschänder“ zu sprechen, der seine „Opfer“ „lockte“. Einvernehmlichkeit, das lernen wir aus dieser Recherche, ist für die „Bild“-Zeitung und damit für große Teile der deutschen Öffentlichkeit nur in einem Fall von Belang: in dem von Marco Weiss. Alle anderen sog. Kinderschänder sind Abschaum und gehören hinter Gittern, mindestens. Woran liegt das?

Nun: Weiss hat sein Verbrechen in der Türkei begangen und saß dort auch sehr lange in Untersuchungshaft. Und Weiss ist Deutscher, ein deutscher Jugendlicher, er sieht nett aus, er ist – gesund, nicht behindert, weiß, männlich, heterosexuell – in jeder Hinsicht normal. Die Deutschen lieben solche Leute, und sie hassen „Ausländer“ und alles, was nach Moslem, nach einer „anderen Kultur“, aussieht, ist zumindest mal verdächtig, uncool zu sein. Wenn sich nun Türken eines solchen Superdeutschen bemächtigen und gar über ihn zu Gericht sitzen wollen, ist das ein Angriff auf das deutsche Nationalbewusstsein im Ganzen und deshalb nicht zulässig: als reinrassiger Vertreter des deutschen Volkes unter der Knute des Moslems – als einer von „uns“! – genießt Weiss eine bedingungslose Solidarität. Ja, es wird sogar davon abstrahiert, dass Weiss eine Tat verübt hat, die nach deutschem Recht einfach strafbar und in der deutschen Öffentlichkeit als schlimmstes Verbrechen überhaupt angesehen wird, Einvernehmlichkeit hin oder her. Das ist der eine Punkt1.

Der andere ist: das Opfer ist ein Mädchen, also handelt es sich schonmal um einen heterosexuellen (normalen) Kontakt und nicht etwa um einen schwulen (wie im Falle der meisten anderen „Kinderschänder“), und das Mädchen wird dargestellt als sexuell aktives Wesen, als Jugendliche (Weiss spricht davon, dass sie sich für 15 ausgegeben und auch so ausgesehen habe), zwar mit „Lolita“-Touch, aber dem sind deutsche heterosexuelle Männer im Geheimen ja gar nicht so abgeneigt: Infantilisierung von Frauen in der Pornographie etwa, die Darstellung von sexgeilen Frauen als „kleines Luder“, das kommt ja nicht von ungefähr, da ist es dann plötzlich nicht mehr wichtig, dass es sich bei diesem Mädchen rechtlich gesehen um ein Kind handelte und damit per definitionem um einen Menschen, der von jeder Art von Erwachsenensexualität radikal fern zu halten ist. Und Weiss weiß um die feuchten Träume seiner Geschlechtsgenossen, er bedient dieses Lolita-Klischee in seinem Buch aufs Vortrefflichste: die Mädchen – sogar mehrere! – „rannten in sehr kurzen Röcken und ganz engen Tops mit tiefem Ausschnitt herum. Dazu tanzten sie so mit den Händen nach oben, fliegenden Haaren und wiegenden Schritten, echt heiß. Es war klar, dass sie gesehen werden wollten.“ Er stilisiert sich als unschuldiger Junge, der von einem verdorbenen englischen Luder erst seiner Unschuld beraubt und dann noch der Vergewaltigung bezichtigt wird. Und die Deutschen nehmen es ihm ab, schalten ihr Hirn aus und vergessen, dass sie Leute wie ihn, Leute, die Sex mit Kindern haben, eigentlich an den Galgen wünschen.

Mir ist hier überhaupt nicht wichtig, was im Falle Weiss tatsächlich geschehen ist; darüber zu spekulieren ist müßig. Es geht mir darum, die Doppelmoral der deutschen Öffentlichkeit aufzuzeigen: auf der einen Seite ein bodenloser Hass gegen alle Menschen, die – völlig egal, aus welchen Gründen und wie überhaupt – sexuelle Kontakte mit Kindern und/oder Jugendlichen haben oder auch nur den Wunsch danach hegen, und auf der anderen Seite die Parteinahme für jemanden, der zwar tatsächlich Sex mit einem Kind hatte, aber aus rassistischen, sexistischen und chauvinistischen Gründen dafür geradezu bejubelt wird. Dieser Widerspruch scheint niemandem auch nur aufzufallen: da wird ein Kind tatsächlich mal als das sexuell aktive Wesen begriffen, das es ist, und niemand kommt darauf, dass das vielleicht auch auf zahlreiche andere Fälle von „Kinderschändung“ zutreffen könnte2; was nun wiederum daran liegt, dass das Dogma des „reinen Kindes“ in der Gesellschaft so fest verankert ist und man eine relativ strikte Trennung zwischen Kinder- und Erwachsenenwelt vollzieht, die vor allem in der Sexualität, aber auch im Freizeitverhalten allgemein, zum Ausdruck kommt3. Gelockert wird dieser Moralismus offenbar nur dann, wenn die Nation ins Spiel kommt, denn die ist der Deutschen liebstes Kind. Und Kinderschutz, der steht ja bekanntlich über allem.

  1. Nachtrag vom 06.12.2008: Vor einem Jahr berichtete die taz von Marcos Rückkehr aus der Türkei und den Reaktionen der Öffentlichkeit und kam zu einem ganz ähnlichen Schluss (letzter Absatz des verlinkten Berichts). [zurück]
  2. Wohlgemerkt: ich verallgemeinere hier nicht. Es gibt Unterschiede in der sexuellen Sozialisation von Mädchen und Jungen, und überhaupt ist jeder „Fall“ einzeln zu bewerten (oder auch gar nicht, was haben wir eigentlich mit dem Sexualleben unserer Mitmenschen zu schaffen, solange dabei niemand zu Schaden kommt?). Aber hier besteht nun einmal eine Doppelmoral, und die kann man so allgemein auch benennen.[zurück]
  3. Im Falle Weiss scheint diese Trennung aufgehoben in der Sphäre der Jugendlichkeit, doch das ändert nichts daran, dass es sich hier ganz objektiv um sexuellen Kindesmissbrauch nach §176 StGB handelt, und es gibt auch genügend Fälle, in denen eine ähnliche Alterskonstellation zum ganz normalen „Kinderschänder-Stigma“, wie es oben beschrieben wird, geführt hat (näheres dazu in diesem Kommentar). [zurück]

16 Antworten auf “Der Deutschen liebstes Kind”


  1. 1 gtz 05. Dezember 2008 um 14:15 Uhr

    rechtlich gesehen

    setzen, sechs.

  2. 2 Admin 05. Dezember 2008 um 14:29 Uhr

    Wie meinen?

  3. 3 gtz 05. Dezember 2008 um 15:38 Uhr

    meinen:

    die bürgerliche rechtsauffassung, wer mit wem sex haben dürfe, is doch wohl reichlich irrelevant.

  4. 4 Andreas 05. Dezember 2008 um 16:36 Uhr

    Armselig! Ließ erst mal das Buch. Da ist von Petting die Rede, wie sie zwischen Jugendlichen nun mal tagtäglich stattfindet, auch wenn sie noch keine 14 sind. Junge Mädchen machen sich nun einmal gerne älter und dann kann es für einen älteren Jungen unangenehm werden. Ins Gefängnis kommt dafür ein Minderjähriger bei uns nie. Juristisch liegt ein Fall von minderschwerem sexuellen Mißbrauch vor. Und wenn das tatsächliche Alter tatsächlich nicht bekannt vor, ist dieser straftrechtlich auch nicht zu belangen, weil kein Vorsatz vorlag. Dass was Marco erlebt hat, ist nun wahrlich nicht so selten und daher auch so glaubwürdig. Die Anteilnahme für Marco hat nichts mit Doppelmoral zu tun, sondern aus einem grundsätzlichen Verständnis für die heutige sexuelle Entwicklung von Kindern und Jugendlichen und die Empörung der daraus abgeleiteten Kriminalisierung von Marco.
    Nichts verstanden! Setzen! Sechs!

  5. 5 Corinna Müller 05. Dezember 2008 um 17:03 Uhr

    Ja, die Deutschen hassen Sex mit Kindern, aber darunter verstehen wir, wenn alte Männer sich an Kinder vergreifen. Unter Jugendlichen und Kindern gibt es da entsprechend Grauzonen und die werden von Jugendrichtern auch sehr sensibel behandelt.

    Ich muss hier auch mal die Männer in Schutz nehmen. Die mit Abstand größte Unterstützergruppe für Marco sind Frauen! Sogar Frauen, die selber schon einmal vergewaltigt wurden, haben sich für Marco eingesetzt. Der Grund ist sehr einfach, Frauen merken sofort, dass die Geschichte von Charlotte einfach unglaubwürdig ist. Keine Frau hat je ihre eigene Vergewaltigung verschlafen. Dagegen ist diese, Einschlafausrede so ein alter Hut, dass wohl auch nur ein Mann darauf noch hereinfallen kann. „Der Junge ist das Opfer“ haben daher vor allem auch Autorinnen geschrieben.

    Corinna

    PS. Das Buch von Marco Weiss ist übrigens sehr lesenswert

  6. 6 Admin 05. Dezember 2008 um 17:36 Uhr

    @gtz: Du findest das bürgerliche Gesetzbuch irrelevant? Schön für dich, aber dann lass dich mal nicht bei irgendwas erwischen, was nach dem StGB verboten ist.
    Kann ich nicht ernstnehmen, den Einwand.

    @Andreas: Ich habe das betreffende Kapitel, so wie es bei „Bild“ zitiert wird, gelesen. Da wird Sex unter Kindern/Jugendlichen beschrieben; das kann seit dem 5.11. dieses Jahres als jugendpornographische Schrift und somit als illegal gewertet werden. Da es um Sex mit einer 13jährigen geht, ist es sowieso auf jeden Fall Kinderpornographie, denn die ist per definitionem jede (!) Darstellung von Sex mit einer Person unter 14 Jahren. Näheres dazu findest du hier.

    Zu deinem Argument mit der Alltäglichkeit: ja, hast ja Recht, es ist alltäglich. Ändert aber nichts an der Rechtslage. Und auch nichts daran, dass bereits Menschen für das Ausleben ihrer jugendlichen Sexualität bestraft wurden, was hierzulande mit dem Inkrafttreten des neuen Jugendsexualstrafrechts, dem eine EU-Norm zugrunde liegt, nach der alle Menschen unter 18 „Kinder“ seien, gerade wieder einfacher geworden ist.

    Um mein Argument nochmal deutlicher hevorzuheben: mir geht es darum, dass einvernehmliche Zärtlichkeiten zwischen Menschen niemals bestraft werden sollten, denn das bringt Schäden bei allen Beteiligten hervor. Der deutsche Mainstream ist dieser Meinung nicht, der benötigt dafür Gründe wie ich sie in meinem Artikel beschrieben habe. Was du, Andreas, jetzt machst, ist folgendes: du streichst diese Gründe durch und führst einen anderen an, ein angeblich immer liberaler werdendes „Verständnis für die heutige sexuelle Entwicklung von Kindern und Jugendlichen“. Gut, teilweise mag das stimmen, aber ich sehe auch und vor allem das Gegenteil in der Öffentlichkeit: Aufklärungsbücher werden „Kinderpornographie“, das Sexualstrafrecht wird verschärft, Sendungen wie „Monitor“ zetern über die „sexuelle Verrohung“ von Kindern und Jugendlichen, Eltern sind erschüttert und verunsichert, wenn ihre Kinder sexuelle Spiele untereinander machen oder sich Pornos reinziehen, allgemein wird von einer „sexuellen Verwahrlosung“ gesprochen, womit einfach nur gemeint ist, dass überhaupt Sex stattfindet!

    @Corinna: Was sind denn „alte Männer“?
    Und klar, es gibt in der Praxis Grauzonen, aber die waren hier nicht Thema. Hier geht es um den öffentlichen Umgang mit dem Fall. Und jetzt stell dir mal vor, die Umstände wären die gleichen, aber Marco hieße Mehmet und das Mädchen Franziska. Oder es ginge gar um schwulen Sex. Der Aufschrei ginge in die entgegengesetzte Richtung oder wäre zumindest ein ganz anderer, da kannst du aber sicher sein!

    Und wie du da meinst, die Aussage des Mädchens mit „keine Frau hat je ihre eigene Vergewaltigung verschlafen“ abtun zu können, das ist schon irgendwo widerlich. Aber, wie gesagt, ich will hier nicht darüber diskutieren, wie die Tat abgelaufen ist, das halte ich für anmaßend. Fakt ist: es war nach deutschem Recht sexueller Kindesmissbrauch, und das interessiert hierzulande niemanden. Warum, habe ich beschrieben.

  7. 7 Corinna Müller 06. Dezember 2008 um 0:45 Uhr

    „Alte Männer“ sind erst mal Männer deutlich über 18. Auch wenn Kinder ab 14 total geschützt sind, so ist in der Praxis der Altersunterschied viel wichtiger. Entsprechende Vorschläge gibt es und sind entsprechend zu fördern. Es darf nicht sein, dass zwei 13 Jährige sexuellen Umgang miteinander haben dürfen und sobald einer über 14 ist, macht er sich strafbar.

    Ja, es war sexueller Missbrauch, aber der ist in diesem Fall nicht strafrechtlich relevant. Der Vorsatz ist entscheident und der setzt vorraus, dass Marco wußte, dass Charlotte erst 13 war. Dass die sexuellen Handlungen einvernehmlich waren, hatte das Mädchen übrigens in ihrer ersten Aussage vor dem Arzt bestätigt.

    In einem Fall mit umgekehrten Rollen hoffe und erwarte ich allerdings, dass dann auch die Türken auf die Strasse gehen. Allerdings hoffe ich, dass die deutschen Gerichte einen derartigen Fall deutlich zügiger und von den Haftbedingungen weniger menschenverachtend durchführen.

    Zu der mangelnden Glaubwürdigkeit von Charlottes letzter, aber nicht gerichtsverwertbaren Aussage stehe ich.

    Corinna

  8. 8 SnoopyBoy 06. Dezember 2008 um 4:23 Uhr

    @Corinna Müller
    „Ja, die Deutschen hassen Sex mit Kindern, aber darunter verstehen wir, wenn alte Männer sich an Kinder vergreifen.“

    Ihr Verständnis mag Common Sense sein, ist juristisch aber falsch! Sexueller Missbrauch von Kindern bezeichnet nach §176 StGB jede sexuelle Handlung mit, an oder vor Kindern unter 14 Jahren, unabhängig vom Geschlecht und vom Alter des Täters und unabhängig vom Vorsatz. Entscheidend ist die Tathandlung, die sogenannte „Sexuelle Handlung“.

    Fazienierenderweise fehlt der Begriff „Erwachsene“, gar der Begriff „Mann“ als Täter im §176 StGB, d.h. tätsächlich jede sexuelle Handlungen mit, an oder vor Kindern unter 14 Jahren wird bestraft, unabhängig davon wie alt der Täter ist, ob der Täter selbst noch ein Kind, ein Jugendlicher, ein Heranwachsender, ein Erwachsener, ob er 10, 12, 14, 26, 37, 48, 56 oder 78 Jahre alt ist. Tatsächlich werden jährlich über 600-700 Kinder unter 14 Jahren wegen §176 StGB angezeigt, wobei diese Kinder als „unmündig“ vor dem StGB gelten und daher nicht vor das Strafgericht gestellt werden können. Laut BKA Statistik (2006) gab es in Deutschland 9344 ermittelte Straftaten gemäß § 176, 176a, 176b StGB. 7,5 % der Täter waren Kinder unter 14 Jahre, d.h. ca. 700 Kinder waren nicht Opfer von „Missbrauch“, sondern Täter.

    Quelle: Bundeskriminalamt Wiesbaden, PKS Berichtsjahr 2006, Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, S. 134

    Für die Täter unter 14 Jahren gilt nicht das StGB, aber das Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG). Kinder, die Kinder „sexuell missbrauchen“ gelten bei Psychologen und Pädagogen quasi als „verhaltensauffällig“, als „sexuell gestört“ oder/und als „deviant“ als „sexuell grenzverletzende Kinder und Jugendliche“, für die das Bundesministerium für Familie, Kinder und Senioren sogar Qualitätsempfehlungen für den professionellen Umgang herausgegeben hat. Was unter „sexuell grenzverletzend“ zu verstehen ist, könnte man mit Rind et al’s Metastudie zum Sexuellen Missbrauch (1998) erklären: Konstellationen, in denen Zwang, Gewalt, Nötigung vorherrscht, überall da, wo der Wille gebrochen wird, also recht eng gefasst. Diese Qualitätsempfehlungen bleiben aber unklar und geben gar zu, den Begriff „sexuell grenzverletzend“ sehr flexibel und weit gefasst zu handhaben:

    „Der Begriff sexuell grenzverletzenden Verhaltens wird bewusst weit gefasst und nicht beschränkt auf die Begehung von Straftaten im Sinne des 13. Abschnitts des StGB. Unter sexuell grenzverletzendem Verhalten wird in diesem Bericht auch dann gesprochen, wenn die Motivationslage nicht primär sexuell bedingt ist. Sexuell grenzverletzendes Verhalten hat einen interpersonellen Charakter, liegt auch vor, wenn kein Körperkontakt (Exhibitionismus, Internet, Zeigen von pornographischen Filmen, etc.) besteht. Es ist immer gekennzeichnet von einem Machtgefälle zwischen „Täter“ und „Opfer“.“

    In dieser Qualitätsempfehlung gibt es wohl auch Machtgefälle zwischen Kindern, ohne zu klären, wie die konkret aussehen. Von Begriffen wie „Wille“, „Zustimmung“, „Selbstbestimmung“, „Konsens“ oder „Zwang“ ist keine Spur.

    Diese „sexuadevianten“ Kinder erhalten „Hilfen“, wie z.B. die durch §34 KjHG legitimierte Heimerziehung, dort ggf. die durch §35 KjHG verordnete „intensive sozialpädagogische Einzelfallbetreuung.“ Ihren Eltern wird das Sorgerecht entzogen, da diese in der Erziehung versagt haben. Gemäß §1666 BGB darf das Familiengericht die „erforderlichen Maßnahmen“ treffen, das bedeutet: Die Überwachung des Kindes um das Kindeswohl herum.

    Durch den §176 StGB werden regelmäßig Jugendliche und Heranwachsende verurteilt, 14-21jährige, die mit Kindern bis 13 Jahren „geschlafen“ haben. Diese Jugendlichen gelten als vorbestraft, genauso wie ein z.B. 25jähriger, 37jähriger oder 56jähriger Vergewaltiger eines Kindes. Die Jugendlichen landen regelmäßig in Erziehungsheimen, gar in Psychatrien oder sonstigen Therapiestellen! Von

    Ich persönlich empfinde es daher als undifferenziert, wenn der Begriff „Sexuelle Missbrauch“, d.h. jede noch so harmlose sexuelle Handlung mit, an oder vor Kindern unter 14 Jahren kriminalisiert wird, wenn jedes Streicheln der Geschlechtsteile eines Kindes, egal wie alt es ist, egal, welche Beziehung vorherrscht, egal welche Konstellation vorherrscht, wenn kindliche Neugierde und kindliche Lust mit Nötigung oder Vergewaltigung gleichgesetzt wird, womit, wie bereits betont, die Justiz in Deutschland die Ergebnisse der Sexualwissenschaft, die Ergebisse von Rind et. al (1998) übergeht, ja quasi ignorniert und sie eher dazu übergeht, unklare verpauschalisierte Fehlschlüße, unwissenschaftliche, moralisierende Kindheitsmystik eher als Rechtsphilosophie für die Gesetzgebung festzulegt, als pädagogische Realität: Kinder sind weder unschuldig, noch nicht unschuldig, Kinder sind weder naiv, noch nicht naiv; Kinder sind heterogen, vielfältig, unterschiedlich und nicht als homogene Masse pauschal zu viktimisieren!

    Moralisierende, undifferenzierte, pädagogisch unwissenschaftliche Kindheitsmetaphorik, statt rechtsstaatliche Verhältnismäßigkeit ist Maßstab für die Gesezgebung im Sexualstrafrecht in Deutschland und in der Welt!

    Im Verfassungsschutz spricht man beim pauschalen Kindheitsbegriff des §176 StGB statt von Undifferenziertheit von Unverhältnismäßigkeit. Diese Unverhältmäßigkeit ist bis heute nicht behoben, da dagegen bisher noch niemand vor dem Bundesverfassungsgericht geklagt hat.

    Zu Marco Weiß: Gegen Marco Weiß liegt auch eine Anklage wegen §176 von der Staatsanwaltschaft Lüneburg vor, leider würde über diese Anklage nicht berichtet!

    Links:

    http://dejure.org/gesetze/StGB/176.html

    http://www.itp-arcados.net/wissen/rtb.start.htm

    http://www.kinderschutz-zentren.org/pdf/quali_sexuellgrenzverletzendenjug.pdf

    http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_8/index.html

    Übrigens ist in diesem Zusammenhang der folgende Artikel der TAZ ganz interessant; Ein Ausschnitt:

    „Nur der Umstand, dass der Schüler in der Türkei im Knast saß, kann die Metamorphose eines der versuchten Vergewaltigung angeklagten Jugendlichen zum quasi politischen Gefangenen in Feindesland erklären. Ein Opfer der feindlichen islamischen Justiz, die unseren christlichen Jungen festhält. Dieser ganze Aufruhr soll durch eine achtmonatige U-Haft erklärt werden? Hunderte, nicht zuletzt in deutschen Abschiebeknästen, schmoren monatelang unter menschenunwürdigen Bedingungen nach obskuren Anschuldigungen im Gefängnis, und kein Bischof kräht danach. Zum Gefangenen des Jahres wird man nur, wenn man in Feindesland im Knast festgehalten wird. Platte Islamfeindlichkeit und dumpfer Türkenhass sind der Resonanzboden, auf der Marcos Heldengeschichte gediehen ist.“

    http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/marco-der-verlorene-sohn/

  9. 9 Admin 06. Dezember 2008 um 14:36 Uhr

    Danke für diese Ergänzungen, SnoopyBoy, den taz-Artikel hatte ich ganz vergessen. Ich arbeite das noch nachträglich in meinen Text ein.
    Deine Beiträge rutschen übrigens deshalb in die Moderationsschlange, weil da so viele Links drin sind (Spam-Verdacht).

  10. 10 Andreas 06. Dezember 2008 um 15:48 Uhr

    Wenn ein 17 Jähriger und eine 15 Jährige im vom Marco Weiss beschriebenen Sinne sexuelle Zärtlichkeiten austauschen, so ist das natürlich nicht strafbar und bis auf die vielleicht pikierten Eltern würde dies auch keinen interessieren. Zum sexuellen Missbrauch in einem minderschweren Fall wird dies nur, weil die vermeintliche 15 Jährige tatsächlich erst 13 war. Von strafrechtlicher Bedeutung ist aber nur, ob Marco tatsächlich nichts vom wahren Alter des Mädchens wusste und dieses nicht vielleicht doch hätte ahnen können. Nur dann ist ihm ein Vorsatz nachzuweisen und er müsste bestraft werden. In Deutschland und der Türkei in so einem Fall mit einer Bewährungsstrafe.
    Die Tatsache, dass dieser alles entscheidende Punkt, nämlich die Frage nach dem Vorsatz, von den Marco Kritikern permanent ignoriert wird, ist schon bezeichnend.

    SEXUELELR MISSBRAUCH IST EIN VORSATZDELIKT!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Die Solidarität mit Marco erklärt sich nämlich auch aus der Tatsche, dass die Situation, in die er geraten ist, für so viele nachvollziehbar ist. Die Identifikation mit dem Jungen war auch daher von Anfang an sehr groß.

    Weiterhin zur Stärkung der Solidarität hat beigetragen, dass die englische Familie versucht hat, aus einem Fall minderschwerem sexuellen Missbrauchs eine Vergewaltigung zu machen, obwohl das Kind nachweislich noch Jungfrau ist. Marco ist bis heute offiziell nur des sexuellen Missbrauchs angeklagt.
    Das Aktenzeichen in Lüneburg diente damals auch dazu, um den Fall nach Deutschland zu bekommen. Die Behörde hat inzwischen bekannt gegeben, dass sie das Urteil in der Türkei abwarten und dann prüfen wird. Da die 8 Monate in der Türkei in Deutschland wie 2 Jahre gewertet würden, ist es beliebig unwahrscheinlich, dass Marco auch im Falle einer Verurteilung in Deutschland ins Gefängnis müsste.

    Die größte Motivation sich für Marco einzusetzen war aber auch das Verhalten der türkischen Justizbehörde. Die kontinuierlichen Vertagungen, ohne dass etwas substanziell Neues passierte und damit eine massive Voarbabestrafung erfolgte, mobilisierte die Massen.

    Der TAZ Artikel ist übrigens nur peinlich und nachweislich falsch. Ich darf daran erinnern, dass zeitgleich mit Marco auch die junge Mutter Sabrina sogar im gleichen Gefängnis wie Marco einsaß. Trotzdem hat es bis heute keine nennenswerte Solidarisierung gegeben. Die Hauptmotivation waren eben nicht Türkei und Fremdenfeindlichkeit, sondern schlicht die massive Solidarisierung mit einem höchstwahrscheinlich Unschuldigen.

    Völlig ignoriert wird von dem TAZ Artikel auch, dass sich auch sehr viele Türken in Deutschland mit Marco solidarisiert haben. Mehrere Vereine haben aktiv geholfen.

    Bei allen Versuchen, den Fall mit anderen Vorzeichen dazustellen, wird immer vergessen, dass a) so ein Fall in Deutschland gerichtlich anders ablaufen würde und b) die Solidarität dann im jeweiligen Heimatland stattfinden müsste. Ich bitte um eine logischere Argumentationsführung.

    Noch ein letztes. Viele Unterstützer haben durch die Hilfe für Marco gelernt, wie wichtig es ist, sich einzusetzen. Für mich war Marco auch bereits der zweite „Fall“. Andere haben unmittelbar nach Marcos Freilassung sich um den zu unrecht in griechischer Untersuchungshaft sitzenden Deutschen gekümmert, auch noch nach seiner Freilassung. Andere bemühten sich aktiv um die Wiederaufnahme des Verfahrens um einen seit über zwei Jahren einsitzenden jungen Mannes, mit Erfolg. Aktuell organisieren viele Unterstützer Aufrufe zur Typisierung für die Knochenmarkspendedatei.

    Was hier offensichtlich nicht verstanden wird ist die Tatsache, dass die Solidarisierung mit Marco und seiner Familie etwas absolut positives war und ist. Dass so viele eben nicht gleichgültig sind, sondern sich solidarisieren und einsetzen ist etwas sehr schönes und hoffnungsvolles für unsere Gesellschaft.

    Viele Grüße

    Andreas

  11. 11 SnoopyBoy 09. Dezember 2008 um 23:28 Uhr

    > Bei allen Versuchen, den Fall mit anderen
    > Vorzeichen dazustellen, wird immer vergessen,
    > dass a) so ein Fall in Deutschland gerichtlich
    > anders ablaufen würde

    Ja, hier würde der Jugendliche nicht im Knast, wohl aber in Heimen und in Therapiezentren landen und den gesamten Maßnahmekatalog des KJHG und ggf. nach dem Psychatriegesetz „behandelt“ werden!

    > Was hier offensichtlich nicht verstanden
    > wird ist die Tatsache, dass die Solidarisierung
    > mit Marco und seiner Familie etwas absolut positives
    > war und ist.

    Ja, und warum solidarisiert sich keiner mit den tausenden von Jugendlichen, die regelmäßig in Deutschland Repressionen aufgrund von „Sexualstraftaten“ erleiden, in Heimen und Psychatrien, in Therapiezentren etc… als „sexuell deviant“ gelten und dort pathologisiert werden?

    http://www.monstersandcritics.de/artikel/200737/article_28736.php/Weit-mehr-als-Doktorspiele-18-10-2007-22-45-ARD

  12. 12 Admin 10. Dezember 2008 um 17:24 Uhr

    …und wieso solidarisieren sich nur so wenige Deutsche mit denjenigen Menschen, die als Häftlinge oder „Asylbewerber“ in deutschen Knästen und Heimen vor sich hin vegetieren und deren einziges Verbrechen darin besteht, dass sie den falschen oder gar keinen Pass besitzen? Demonstrationen für diese Menschen werden in der Lokalpresse mit drei Zeilen abgekanzelt und – wenn’s hochkommt – von 50-100 Menschen besucht. „Solidarität im jeweiligen Heimatland“, sehr witzig.
    Lässt man sich das auf der Zunge zergehen, schmeckt das ganz schön nach Rassismus.

    Und zum fehlenden Vorsatz noch: den müsste ein Gericht auch erst einmal feststellen. Man kann das Ganze auch so auslegen, dass es bei einem unklaren Alter immer Vorsatz ist, das Risiko einzugehen.

  13. 13 Andreas 10. Dezember 2008 um 22:03 Uhr

    Genau darum sollte es hier eigentlich gehen. Wie schafft man es, die Solidarität und Hilfsbereitschaft, die bei Marco möglich war, auch auf andere Hilfsbedürftige zu übertragen. Natürlich braucht es immer den Identifikationsfaktor und der ist auch extrem wichtig. Im Fall von Sabrina, der jungen Mutter im türkischen Gefängnis, hat das allerdings nicht funktioniert. Der zweite wichtige Faktor ist eine überzeigende Unschuldsvermutung. Die gab und gibt es bei Marco, nicht aber ausreichend bei Sabrina. Ganz wichtig sind aber auch die richtigen Helfer, die etwas bewegen können. Meint Ihr etwa, die Hilfsaktionen für Marco kamen von alleine? Nein, es war harte Arbeit. Tatsächlich braucht es auch glaubhafte Kümmerer, die Organisationen planen und ständig neue Dinge ausprobieren. Man braucht einen zentralen Treffpunkt, wie ein Forum und ständig neue Leute, die mit neuen Ideen und Idealen dazustoßen. Anstatt hier Verschwörungstheorien nachzujagen, lernt lieber vom Erfolg der Unterstützer für Marco.

    Die Vorsatzfrage ist die zentrale Frage zur anstehenden Urteilsfindung im Prozeß von Marco. Normalerweise macht sich ein Richter immer sein eigenes Bild vom Aussehen und Auftreten des Kindes. In diesem Fall ist das aber nicht möglich, da sich Charlotte bekanntlich weigert, mit dem Richter auch nur zu sprechen (warum wohl?). Selbst ihr eigener Anwalt hat sie nach eigenen Aussagen noch nie persönlich getroffen.
    Zum Glück für Marco hat der Arzt, der Charlotte untersuchte vor Gericht ausgesagt, dass er selber das Kind anfänglich für 17 – 18 hielt. Sasha, der Freund der Schwester von CHarlotte hat bestätigt, dass Charlotte das grüne Armband für Jugendliche und Erwachsene trug, mit dem sie in die Disco gehen und Alkohol trinken durfte. Die Türsteher haben Charlotte in die Disco gelassen. Auch diese sahen ihr also nicht ihr wahres Alter an.
    Marco hat also ziemlich gute Karten, dass die Richter ihm glauben werden, dass er das wahre Alter von Charlotte nicht kannte und auch nicht ahnen konnte. Kommen die Richter aber zum Schluß, dass es trotzdem Hinweise gab, an denen Marco es hätte ahnen können, werden sie ihn zumindest teilverantwortlich für den sexuellen Missbrauch machen. Da sich aber bisher überhaupt nur ein minderschwerer Fall von sexuellem Missbrauch nachweisen lässt, ist eine Strafe, die auch nur Ansatzweise in die Nähe der bereits verbüßten 8 Monate kommt, kaum vorstellbar.

    Gruß

    Andreas

  14. 14 SnoopyBoy 12. Dezember 2008 um 18:47 Uhr

    > Wie schafft man es, die Solidarität und Hilfsbereitschaft,
    > die bei Marco möglich war, auch auf andere
    > Hilfsbedürftige zu übertragen.

    Indem man aufhört, Kinder ständig NUR als Opfer zu betrachten, die IMMER OPFER SEIN MÜSSEN, weil sie eben NOCH KINDER sind (Viktimisierung der Kindheit)! Indem man aufhört, die jeweiligen Jugendlichen NUR als Täter,als „jugendlich deviant“ oder „sexuell verwahrlos“ zu krimininalisieren, nur weil sie ÄLTER sind! Das ist jeweils Altersdiskriminierung und jeweils pauschal, unreflektiert und ignorant gegenüber jeweiligen Struken und Bedingungen! Marcos Fall zeigt brachial die Unverhältnismäßigkeit des §176 StGB. Marco wird nach dem GLEICHEN Gesetz behandelt, wie ein 45jähriger, verantwortungsloser, empathiebefreiter Kindervergewaltiger, der einen 4jährigen penetriert!

    Indem man sich fragt, welche Strukturen und Ursachen jeweils vorliegen und sich Gesamtkontexte anschaut, statt pauschal vorzuverurteilen und sinnlos Menschen zu be- oder entschuldigen, was in Deutschland ja nun leider sehr gerne gemacht wird!

    Indem man aufhört, die Unschuld des Kindes (christl. Dogma), das Kind als Opfer (hebräische Tradition, Altes Testament) und die Unmündigkeit des Kindes (bürgerliche Verpauschalisierung in der Aufklärung) als Kultur des Abendlandes hochzuhalten! Indem man ANFÄNGT, das Kind als SELBSTBESTIMMTES und FREIES Mitglied zu betrachten, das GLEICHWERTIG MIT ERWACHSENEN zusammenleben kann, das Freiheiten, wie z.B. die EIGENE Sexualität, gemäß dem Grundgesetz entfalten kann, ohne dabei von empathielosen Kinderfickern oder militanten, ideologieverblendeten Kinderschützern gestört zu werden!

    Zeit wird’s Kinderkulte der Religionen und faschistoide, rassistische Stereotype der Aufklärung zu MODERNISIEREN und zu REFORMIEREN!

    Es war Immanuel Kant, der gesagt hat, dass die Weiße Rasse höher wertig ist, als die Rasse der Neger, der mongolischen oder kalmückischen Rasse, oder der Hindu-Rasse. Es war Immanuel Kant, der gesagt hat, dass die Kinder quasi keine Menschen sind, weil sie unmündig SIND (…bzw. von IHM zu Unmündigen erklärt wurden!)

    Es muss ENDLICH SCHLUSS sein mit der Steretypisierung, der Homogenisierung, der Idealisierung und Verkitschisierung der Kinder,sowie mit der Unterdrückung der Jugend in der Kultur des Abendlandes! Die Jugend ist in Griechenland bereits auf der Straße! Wieviele Anzeichen brauchen wir noch?

    Zeit für eine revolutionäre Kulturkritik1

    Smash Nonage! Smash Innocence!

  15. 15 Thommen 13. Dezember 2008 um 21:52 Uhr

    Als Schwuler verstehe ich überhaupt nicht, wie mann/frau Sex ohne Einverständnis haben kann. Bevor jemand/frau penetriert werden will, hat er/sie das auch zu sagen! Sonst läuft bei mir nix!

    Aber da ja die hetero Rollen von „Natur“ aus verteilt sind, ist Kommunikation über Sex allgemein wohl überflüssig?
    Keine Mutter und keine Moral hat Vorstellungen über das Sexualleben von Kindern. Handreichungen der BzgA für die Kindheit von 0-6 werden einfach ignoriert…
    Forschungen in dem Bereich werden als „Kinderschändung“ denunziert. Wohl aber dürfen die Tante und der Onkel von der Polizei dann schon darüber ausfragen…
    Gebt endlich den Kindern wenigstens die Wörter für ihre Sexualität – schon im Blick auf AIDS!

  16. 16 Elli Pirelli 08. April 2009 um 23:38 Uhr

    Als Schwuler verstehe ich überhaupt nicht, wie mann/frau Sex ohne Einverständnis haben kann. Bevor jemand/frau penetriert werden will, hat er/sie das auch zu sagen! Sonst läuft bei mir nix!

    Eine ganz tolle und intelligente Aussage.
    Natürlich kann man Sex ohne Einverständnis haben.
    Das nennt man dann Vergewaltigung.
    Und da alle Kinder zu ihren Eltern in einem starken Abhängigkeitsverhältnis stehen, nennt man die Penetration zwischen Vater und Tochter/Sohn schweren sexuellen Missbrauch von Abhängigen.

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