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Das Wort zum Fest: Tragik, Liebe, Familienhölle

Liebe Leute,

kurz vor Weihnachten fuhr ich durch die Straßen meiner Heimatstadt. Es war der letzte Schultag, und an den Bushaltestellen rund um das Gymnasium drängten sich die Sextaner und bewarfen sich und andere mit Schneebällen.

Ich war in diesem Moment sehr traurig. Das bin ich oft, wenn ich Kinder sehe. Hinterher habe ich mich gefragt, warum, und ich bin darauf gekommen, dass mir in diesen Momenten die besondere Tragik des Pädophilen-Daseins ins Herz kriecht: unter Kindern, mit Kindern, ein Teil der Kinder sein zu wollen und dennoch da völlig fehl am Platze zu sein. Denn als Erwachsener bin ich kein Kind mehr und soll mich altersgemäß verhalten, soll altersgemäß empfinden, soll den Kindern also sagen, dass sie das sein lassen sollen mit den Schneebällen, sie könnten andere damit verletzen. Das kann ich nicht, oder: Ich kann es nicht, ohne dass dabei in mir etwas droht zu Bruch zu gehen. Von mir wird verlangt, dass ich mich verbiege. Aber was ist, wenn man sich nicht weiter verbiegen kann?

Das sind keine neuen Überlegungen. Sie sind vermutlich nicht einmal sonderlich originell. Denn verbiegen muss sich in diesen Verhältnissen doch jeder, ob pädophil oder nicht, und manche, die in ihrem Begehren und Verhalten der Normalität entsprechen, merken es nicht einmal, machen das Verbiegen zu ihrer ganz persönlichen Sache, suchen das Glück im Normalen und finden doch nur Gewalt, Ohnmacht, Verzweiflung. Man sieht es immer wieder an sog. Familiendramen, an Eifersucht, an Psychoterror, an Ehe- und Beziehungskriegen. Wie kommt das? Wie kommt es dazu, dass das Streben nach Glück im Privaten auch oder gerade für die Normalos zu allem möglichen führt, aber eben in den seltensten Fällen tatsächlich zum Glück?

Das liegt an der Art des gesuchten Glücks: Glück ist da nämlich immer eine idealistische Vorstellung von der totalen Befriedigung der persönlichen Bedürfnisse als Kompensation für die Zumutungen der kapitalistischen Arbeitswelt: All das, was in der Arbeitswelt entbehrt werden muss, weil man immer für fremde Zwecke (der Geldvermehrung), nie für den eigenen Ertrag (der Bedürfnisbefriedigung) sich den Buckel krumm schuftet, soll (!) in der Privatsphäre durch Liebes- und Familienglück ausgeglichen werden. Die klassische romantische Zweierbeziehung ist eine Art gegenseitiger Besitzanspruch an der jeweils anderen (kompletten) Person mit dem Ziel der Kompensation für durch den Kapitalismus erlittene Schäden. Und wenn diese misslingt, was bei einem solchen Ideal nur allzu wahrscheinlich ist, kommt es leicht zu Gewalt in physischer wie psychischer Form, zu Familiendrama, Eifersucht, Mord und Selbstmord.

Pädophile können froh sein, damit nicht so viel zu tun haben. Ihre Probleme sind andere, vielleicht teilweise sogar: weniger harte. Die Suche nach einer Nische zur verhältnismäßig zufriedenen Existenz ist durch die gesellschaftliche Akzeptanz des Single-Daseins einfacher geworden. Einigen gelingt es sogar sich Räume zum Umgang mit Kindern zu schaffen, die sie ansatzweise glücklich machen. Erwachsene, mit allem, was an Erwartungen von Seiten der Gesellschaft dazugehört, sind sie trotzdem, was u.a. zu der eingangs beschriebenen Tragik führt, die ich nach wie vor – und gerade in der Weihnachtszeit – dann doch als recht belastend empfinde. Denn wie ich sie für mich in einem befriedigenden Maße auflösen kann, ist mir noch nicht einsichtig geworden.

Wichtig dabei ist mir, dass ich mir selbst die gesellschaftliche Normalität von Ehe und Familie erklären kann und also sehe, dass dort bei weitem nicht alles Gold ist, was glänzt – ganz im Gegenteil. Mein Lebensentwurf, so jämmerlich er unter diesen Verhältnissen auch erscheinen mag, hat mit dieser Art von Wahnsinn jedenfalls unmittelbar wenig zu tun. Eine solche Erklärung der Verhältnisse hilft mir zwar auch nicht, mein Leben angenehmer zu gestalten, aber das ist ja auch nicht ihr Sinn und Zweck.

Wen der Zusammenhang von Gesellschaft, Familie, Glück und Gewalt ebenfalls interessiert, dem empfehle ich das aufmerksame Anhören des Vortrags „Anlässlich des alljährlichen Fests der Liebe: Die gesellschaftliche Institution Familie – Ort des Glücks, des Psychoterrors und des Amoklaufs“ von Dr. Peter Decker auf der Seite http://doku.argudiss.de.

Und als herzerwärmendes Schmankerl zwischendurch: meine Weihnachtsgeschichte „Im Herzen“.

Trotz alledem
ein frohes Fest.

Paedogeddon!

These fairly simple plays on words were opaque enough that none of the guest celebrities understood that they were being lampooned until the show was aired, in spite of what often seems to the viewer like plainly absurd subject matter. The Capital Radio DJ Neil „Doctor“ Fox, for example, informed viewers that „paedophiles have more genes in common with crabs than they do with you and me“, before qualifying his remarks with „Now that is scientific fact — there’s no real evidence for it — but it is scientific fact“.

(wikipedia on „Brass Eye – Paedophilia Special“, one of the best parody-shows ever made)

Skan­dal: Jede Menge Kindesmissbrauch in Schu­le, In­ter­nat, Kir­che!

Jeder ver­ur­teilt diese Taten von Er­zie­hern und Kir­chen­män­nern. Jeder schei­det aber auch fein säu­ber­lich zwi­schen den guten edlen Auf­ga­ben von Päd­ago­gen und re­li­giö­sen Hir­ten und deren ver­dam­mens­wür­di­gen Über­grif­fen auf die ihnen an­ver­trau­ten Kin­der. Als ob es die Er­zie­hungs­ge­walt, die diese Herr­schaf­ten ver­lie­hen be­kom­men und aus­üben und dann in schlim­mer Weise über­schrei­ten, nicht so­wie­so ganz schön in sich hätte. Kin­dern etwas Nütz­li­ches bei­brin­gen – lesen, schrei­ben, rech­nen (beim Kir­chen­mann fällt einem schon gleich nichts Ver­gleich­ba­res ein!) – ist eine Sache. Sie, ihren Geist und ihren Wil­len, so zu for­men und zu trie­zen, dass/bis sie genau die Re­geln des mo­ra­li­schen An­stands und deren re­li­giö­se Über­hö­hung be­ach­ten ler­nen, die nur für das Leben in einer staat­lich ver­wal­te­ten Kon­kur­renz­ge­sell­schaft nütz­lich und un­ent­behr­lich sind, das ist ein Über­griff auf die Kin­der, der sich ge­wa­schen hat. Der aber geht in Ord­nung, ist ge­sell­schaft­lich er­wünscht.
Der an­de­re nicht.

Das Blog „Von Marx lernen“ hat einen Kommentar zu den aktuellen Enthüllungen rund um Kindesmissbrauch an (vor allem) katholischen Institutionen veröffentlicht (und mittlerweile wieder gelöscht – zu finden ist er noch bei Neoprene). Dessen erster Teil – oben zitiert – trifft etwas: denn es ist doch merkwürdig, dass es den „Missbrauch“ von Kindern (als negativen Gegensatz zum „Gebrauch“) nur in sexueller Hinsicht gibt; jeder andere Gebrauch von Kindern als Verfügungsmasse für Staat und Kapital ist in Ordnung. So wird Kindern in der Schule beispielsweise beigebracht, dass sie zu jedweder sexuellen Aktivität mit Älteren immer „NEIN“ sagen sollen, weil die Erwachsenen annehmen, dass „Nein sagen“ und „Selbstbestimmung“ für ein Kind auf dem Gebiet der Sexualität in eins fallen – selbstbestimmt „JA“ sagen ist verboten. Umgekehrt ist auf dem Gebiet der schulischen Bildung das „NEIN“ sagen verboten, will das Kind nicht auf lange Sicht als Schulverweigerer stigmatisiert und in eine Sonderinstitution abgeschoben werden. Es zeigt sich: wenn Erwachsene von kindlicher Selbstbestimmung reden, meinen sie immer ihre Vorstellung davon: Sexualität zwischen Kindern und Erwachsenen ist für sie immer Gewalt, und alternative Lern- und Lebenswege von Kindern sind für sie immer Schulversagen.

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Immer alles das Gleiche

Dass in der medialen Berichterstattung zum Thema Kindesmissbrauch alles mögliche zusammengeworfen wird, was nicht zwangsläufig zusammengehört – Pädophilie, Sadismus, sexuelle Handlungen usw. – ist nicht neu. Auf ein besonders infames Beispiel sei hier exemplarisch kurz hingewiesen: SpOn berichtet unter der Überschrift „Missbrauch im Kloster Ettal: Pater stellte Fotos halbnackter Schüler ins Web“ vor allem über körperliche Misshandlungen sadistischer Natur und nur in einem kleinen Absatz über die in der Überschrift genannten Fotos, die der betreffende Pater „auf Homosexuellen-Plattformen“ hochgeladen habe. Journalismus heißt bei SpOn also offenbar, körperliche Züchtigungen, Vergewaltigungen, Streicheln, das Hochladen nicht-pornographischer Fotos usw. als „Missbrauch“ in eins zu setzen und dabei nebenbei noch eine homophobe Breitseite abzufeuern. Und die Leute kaufen es ihnen ab.

Bäst i Sverige!

Über die tiefe Kluft, die in dieser Welt zwischen Erwachsenen und Kindern aufgemacht wird, um die jungen Menschen für das herrschende System zu disziplinieren, habe ich schon häufiger geschrieben. Ein Film, der diese Kluft geradezu mit Inbrunst illustriert, ist „Bäst i Sverige!“ (die deutsche Version heißt „Zwei kleine Helden“) von Ulf Malmros. Er handelt von Marcello und Fatima, zwei Einwandererkindern in Schweden, die beide nicht nur den rassistischen Hass ihrer Mitschüler, sondern auch das brutale Unverständnis ihrer älteren Familienangehörigen auf sich ziehen. Weder Marcello noch Fatima erfahren in ihrem Elternhaus auch nur einen Funken Verständnis für ihre Art zu leben, für das, was sie sind: Marcellos Vater will aus ihm einen Profifußballer und einen echten Kerl machen, seine Mutter drängt ihn dazu, ein Priester zu werden, beide bemerken dabei nicht, dass er eigentlich Pilot werden will, und dass ihr Sohn ständig niedergeschlagen ist, weil er von seinen Mitschülern täglich drangsaliert wird. Fatima wiederum ist diejenige, die Fußballprofi werden möchte, aber sie hat mit der patriarchalen Brutalität ihrer Brüder und der Gleichgültigkeit ihres Vaters zu kämpfen, und auch ihre Mutter kann ihr nicht helfen: sie ist bei einem Raketenangriff getötet worden. Die beiden Ausgestoßenen verlieben sich ineinander und kämpfen fortan gemeinsam für sich und ihre Träume.

Obwohl der Film die Geschichte versucht kindgerecht zu inszenieren, zeigt er das Leid der beiden Unverstandenen schonungslos auf und sorgt so dafür, dass der Zuschauer unter ihm leidet, genauer: darunter, dass die beiden keine Chance haben, denn sie sind nichts weiter als die Projektionsflächen der Älteren. Das Ende bietet zwar Hoffnung – bei einem Kinderfilm kein Wunder –, aber es bleibt doch ein Unbehagen zurück, das – so ist jedenfalls zu hoffen – dem einen oder anderen jungen oder alten Zuschauer die Augen öffnet.

Doch auch das Gegenteil kann der Fall sein: auf amazon.de steht die Kundenrezension einer „Grundschullehrein und Schulpsychologin“, die in „Zwei kleine Helden“ einen „für Kinder schädlichen Film“ sieht; Begründung: er beschönigt nichts, und er enthält keine „pädagogisch wertvollen Aussagen“! Das ist natürlich an Dummheit kaum zu überbieten und kann bestenfalls damit erklärt werden, dass die Frau ihre eigene Unfähigkeit, ihr eigenes Versagen im Alltag, an das sie der Film vermutlich erinnert hat – weil sie ja auch eine dieser Erwachsenen ist, die immer von oben herab auf Kinder schauen, immer mit professioneller Distanz, immer mit Formeln aus dem Lehrbuch, nie mit Empathie und Verständnis –, dass sie also ihr eigenes pädagogischen Unvermögen mit Empörung kaschieren muss anstatt es zu reflektieren. Und deshalb sieht sie den kindlichen Standpunkt, den „Bäst i Sverige!“ schonungslos in den Mittelpunkt rückt, den Standpunkt kindlicher Außenseiter, den will sie gar nicht sehen. Sie will nicht sehen, wie Marcello seine Freundin Fatima versucht aufzuheitern, indem er sein Gesicht in Ketchup taucht – eine wunderschöne Szene, die das Verhältnis der beiden Kinder zueinander sehr schön illustriert –, denn das macht ein braves Kind nicht, die Szene ist also „überflüssig“. Sie will nicht hören, wie Fatima Marcello davon erzählt, wie ihre Mutter gestorben ist – ein zärtlicher Vertrauensbeweis –, auch das hält die Frau ernsthaft für „überflüssig“, denn es ist ja „brutal“ – natürlich ist es das, aber wie wenn nicht im Rahmen eines Kinderfilms sollen Kinder denn sonst auf die Brutalität der Welt vorbereitet werden? Aber sollen sie das überhaupt? Oder sollen sie einfach die Augen verschließen, so wie viele Erwachsene das auch tun? Wenn es nach dieser Frau geht, schon: sie will einen Film sehen, der „pädagogisch wertvoll“ ist, der also zeigt, dass es gut ist, das Kind in eine Schablone zu pressen, weil die Schablonen als gut definiert werden. Der brave, angepasste Kinder zeigt. Wenn ein Kind wie Marcello darunter leidet nicht dazu zu gehören, wenn ein solches Kind dann das Unwerturteil der Gesellschaft über sich übernimmt, indem es sich selbst für den größten Versager hält (und das ja auch ist – wegen der Stellung der anderen zu ihm!), und wenn es aus diesem Dilemma nur dadurch versuchen kann auszubrechen, indem es etwas völlig wahnwitziges tut, um der „Bäst i Sverige“ zu werden – dann findet das diese Grundschullehrerin und Schulpsychologin „nicht normal“ und ist empört.1 Und sie will, dass das Leid der Ausgestoßenen unter den Teppich gekehrt wird, weil das eben nicht normal ist – Normalität über allem, das ist der Standpunkt der Erwachsenen, und unter diesem leiden zahllose Kinder auf der ganzen Welt. Weil sie als Kinder nur halbe Menschen sind.

Mich hat der Film – trotz einiger Schwächen, auf die ich hier aber nicht näher eingehen will – berührt, wütend und traurig gemacht. Selbst das vermeintliche Happy End scheint mir keines zu sein, obwohl es Hoffnung gibt. Aber es ist ja nur ein Film, der braucht keine Hoffnung. Hoffnung braucht die Realität.

  1. Dabei ist es ja eigentlich genau das, was soziale Normalität im Kapitalismus ausmacht: sich selbst im Rennen um die besten gesellschaftlichen Plätze besonders gut darstellen, einen Selbstbewusstseinskult zelebrieren, dabei aber bloß nicht zu sehr aus der Reihe tanzen, lediglich die anderen ausstechen – und sich selber nicht ausstechen lassen! Dass dabei Leute auf der Strecke bleiben, ist nur folgerichtig. [zurück]

Wie sie ticken

Der Verein „Missbrauchsopfer gegen Internetsperren“ (MOGIS) hat gestern abend auf seinem Twitter-Account das Jungsforum entdeckt, ein öffentliches Internetforum für Menschen, die sich in Jungs verlieben. Drei Beiträge daraus wurden verlinkt und mit interessanten Kommentaren versehen, zu denen ich ein paar Anmerkungen hätte.

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Status, Gefühl und Denunziation

Aus verschiedenen Gründen ist auf diesem Blog seit über einem Monat nichts mehr passiert. Das wird sich vermutlich auch in Zukunft so schnell nicht ändern, außer, es passiert irgendwas Besonderes, bei dem es mir in den Fingern juckt. Ich habe aber auch irgendwie das Gefühl, dass inhaltlich alles gesagt ist bzw. ich habe zur Zeit nicht mehr das Bedürfnis, die Inhalte noch weiter zu vertiefen. Wie es auf der (mittlerweile mal wieder überarbeiteten) Info-Seite heißt, spiegelt dieses Blog auch meine persönliche Entwicklung wider, und da ist es mittlerweile so, dass mein Selbstbild als Mensch mit einer päderastischen Neigung einen Status erreicht hat, der einen theoretischen Diskurs darüber in der Öffentlichkeit nicht mehr aus mir selbst heraus notwendig erscheinen lässt. Sprich: ich bin mit mir im Reinen.

Dieses Jahr habe ich einiges erlebt. Eine Hoffnung, die auf meine aktuelle „große Liebe“, die hat sich nicht erfüllt, und gerade jetzt, wenn der Herbst es wieder sehr verlockend macht, sich der Melancholie hinzugeben, merke ich, dass mich das doch sehr traurig macht. Gestern habe ich IHN mal wieder gesehen, aber nur von meinem Fenster aus, was mittlerweile eine Seltenheit ist: gut so, denn es tut einfach zu sehr weh. Er ist wie der Herbst: bunt, lebendig, aber es schwingt immer eine Melancholie mit, er ist ein sehr weicher Junge, vermutlich auch ein bisschen ein Außenseiter, ein Träumer, aber ich gebe zu, ich kenne ihn zu wenig, um das wirklich beurteilen zu können. Er wirkt perfekt auf mich, nach wie vor. Ich sollte aufhören, an ihn zu denken.

Das wiederum fiel mir noch vor einigen Wochen leichter, da ich durch andere Jungs in meinem Leben von ihm abgelenkt war. Das war nicht die große Liebe, aber es war cool, endete leider jedoch ziemlich bitter; entweder habe ich versagt oder es war einfach nicht möglich, eine echte Freundschaft aufzubauen. Manche Menschen sind eben einfach nicht zu retten, vielleicht muss ich das akzeptieren.

Was nicht zu akzeptieren ist, das ist, wenn Menschen, die es einfach nicht besser wissen und auch nicht besser wissen wollen, gegen andere Menschen hetzen, sie denunzieren, ihnen versuchen zu schaden. Ein aktuelles Opfer derartiger Bemühungen ist das Forum boytopia.tv, ein völlig harmloses Forum mit ca. 30 aktiven Mitgliedern, das sich, als ich dort noch Zugang hatte, insbesondere durch die üblichen Klamauk-Threads und gelegentliche Diskussionen z.B. über das Schutzalter (von den meisten Mitgliedern für gut und richtig befunden) o.ä. auszeichnete. Auch gab es eine sehr gute Galerie mit überwiegend künstlerisch wertvollen Fotos bekleideter Jungen. Die mit Behörden zusammen arbeitende Privatfirma „jugendschutz.net“, die zur Zeit offenbar eine „Recherche“ über die „Boy- und Girllover-Szene“ durchführt (so angekündigt im Jahresbericht 2008), hält dieses Forum nun für gefährlich für die öffentliche Moral und will es schließen lassen. Auch Blogsport scheint ins Visier dieser Leute gekommen zu sein (ohne allerdings mich persönlich zu kontaktieren, das hätte vielleicht einige Missverständnisse ausräumen können), daher stelle ich hiermit – falls es nicht durch die übrigen Inhalte schon deutlich genug geworden ist – an dieser Stelle unmissverständlich klar:

Auf diesem Weblog geht es um eine sachliche und individuelle Auseinandersetzung mit der Thematik Pädophilie/Päderastie. Das im Grundgesetz garantierte Recht auf Meinungsfreiheit ist dabei die Grundlage für theoretische Äußerungen, die sich auf Freundschaften, Beziehungen und sexuelle Kontakte zwischen Erwachsenen und Kindern und Jugendlichen beziehen. Es ist völlig unmöglich, in der bloßen theoretischen Auseinandersetzung mit der Thematik gegen Gesetze oder auch gegen die sog. guten Sitten zu verstoßen. Denk- und Redeverbote in dieser Hinsicht schaden dem Kinder- und Jugendschutz, weil es ohne einen Austausch unter Pädophilen, ohne ein Ventil nach außen hin, zur persönlichen Isolation kommen kann, die das Entstehen psychischer Krankheiten, welche zu Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung führen können, begünstigt. Eine theoretische Auseinandersetzung über einen Gegenstand nur wegen der Beschaffenheit dieses Gegenstands für sittenwidrig zu erklären und den Austausch zwischen davon Betroffenen zu unterbinden, ist ein intellektuelles Armutszeugnis und widerspricht zivilisatorischen Mindeststandards. Kein einziger Beitrag auf diesem Weblog ist pornographisch. Sexuelle Gewalt und Zwang gegen Kinder und alle anderen Menschen, sowohl in psychischer als auch in physischer Form, verurteile ich aufs Schärfste. Auch habe ich noch nie dazu aufgerufen, gegen geltendes Recht zu verstoßen und werde das auch in Zukunft nicht tun.

Das war’s fürs Erste. Bis demnächst!

Pädophile aus pädagogischen Berufen „herausfiltern“?

Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) kommt auf eine amüsante Idee: angehende Lehrer sollen beim Arzt auf Pädophilie untersucht werden, um sie vor der Einstellung „herauszufiltern“: „Vor der Einstellung als Lehrer gebe es bereits verpflichtend eine Untersuchung beim Amtsarzt. Womöglich könne dabei in Zukunft auch ein ‚besonderes Augenmerk‘ auf solche Neigungen gelegt werden“, berichtet Welt Online über die interessanten Fantasien des BLLV-Vorsitzenden. Jedem einigermaßen vernünftigen Menschen ist dabei sofort klar, dass das gar nicht möglich ist. Dieser Mann aber ist kein vernünftiger Mensch:

Nach Ansicht von BLLV-Präsident Wenzel liegt der Verdacht nahe, dass Menschen mit pädophilen Neigungen sich Berufe aussuchen, in denen sie viel mit Kindern zu tun haben: „Diese Idee drängt sich schon auf, aber ich weiß nicht, ob die überhaupt in so logischen Zusammenhängen denken.“ Allerdings sei er selbst 23 Jahre in der Lehrerbildung tätig gewesen und habe nicht ein einziges Mal den Verdacht gehabt, „dass einer der Kollegen Kinder mehr mag, als es von einem guten Lehrer zu erwarten ist“.

„Die“ sind pädophil, also Monster, also gar keine Menschen, also nicht fähig zum Denken in logischen Zusammenhängen. Interessant! Interessant ist an diesem Auswurf aber noch etwas anderes: die Aussage nämlich, dass Pädophile Kinder tatsächlich mögen, und zwar mehr als „ein guter Lehrer“ das darf. Was aber ist das Problem am Mögen von Kindern, und wieso gibt es davon ein Zuviel?

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Umbringen

Schön und gut, „Thiel Schweiger“; aber hätte es ein Link zu diesem Blog nicht auch getan? Im Ernst: danke; trotz der gestelzten Sprache freut es mich, so etwas zu lesen. Manchmal lese ich mir – warum auch immer – in diversen Internetforen die weitaus häufigeren Hassbeiträge gegen Pädophile durch, die meist von vollständiger Dummheit und einem absoluten Widerwillen, sich überhaupt mit dem Thema zu beschäftigen, bestimmt sind, was den Betreffenden dann noch dazu dienen soll, sich selbst moralisch zu überhöhen. Unter der Todesstrafe als Prävention machen sie’s dann natürlich nicht, am besten noch selbst durchgeführt, denn moralisch legitimiertes Niedermetzeln von Andersartigen, das kommt immer noch am besten, da geht dem bürgerlichen Individuum so richtig einer ab. Es ist nur widerlich.

Manchmal macht es auch Spaß. Ich weiß, dass es Leute gibt – einige davon sogar in meinem Freundes- und Bekanntenkreis –, die denken können und derartige Manöver nicht nötig haben. Dafür bin ich dankbar. Und wenn ich in der Straßenbahn sitze und mir all die Normalos um mich herum anschaue, denke ich mit einem Lächeln: wenn ihr wüsstet, dass euch ein Monster gegenüber sitzt. Und wenn mein Junge mal wieder mit einem Strahlen im Gesicht auf die Tür eben dieses Monsters zuläuft und um Einlass bittet, sich nach dem üblichen Kühlschrankplündern und Internet abchecken irgendwann neben mich setzt, mir seinen Rücken zuwendet und mich darum bittet, ihm diesen zu kraulen, weil er das schön findet, na ja, dann können sie uns alle mal.

Es gibt Leute, die mich dafür umbringen wollen.

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Wider die Unterdrückung – die Mauern einreißen! Über das Wesen der Pädophilie

Google: Warum unterdrückt ein Vater seine Kinder

(Suchanfrage, über die jemand auf dieses Blog gekommen ist)

Eine gute Frage! Warum unterdrückt ein Vater seine Kinder, obwohl er sie doch eigentlich hegen und pflegen sollte? Warum wird das Idyll Familie, das größte Glück des bürgerlichen Individuums, für viele Kinder plötzlich zum Hort des Schreckens? Hasst der Mann seine Kinder, hatte er selber eine schlimme Kindheit? Man kann spekulieren – oder man kann sich mal dem gesellschaftlichen Problem, das dahinter steht, wenn Eltern ihre Kinder unterdrücken, und das für alle Familien gilt, zuwenden: die Verfügungsgewalt von Eltern über ihre Kinder nämlich. Das Gesetz stellt Ehe und Familie unter einen besonderen Schutz, und dieser Schutz bedeutet: ihr dürft mit euren Kindern machen, was ihr wollt, denn sie gehören euch – im Rahmen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung, versteht sich. Dieser Rahmen schließt dann auch und vor allem mit ein, dass es nicht etwa darum gehen soll, den Kindern zur Entfaltung ihrer Bedürfnisse und Interessen zu verhelfen, sondern sie auf ein Leben als mündiger Bürger innerhalb eben dieser Ordnung (also: demokratisch, staatstreu, strebsam usw.) vorzubereiten und sie deshalb wiederum unter einen besonderen Schutz zu stellen, der ihnen viele Dinge einfach aufgrund ihres Status‘ untersagt. Gelingt diese Vorbereitung nicht in adäquatem Maße, greift in seltenen Ausnahmefällen schonmal das Jugendamt ein, aber im Regelfall haben die Eltern in Zusammenarbeit mit der Schule dieses Problem alleine zu bewältigen. Dabei entstehen weitere Probleme, und diese Probleme können dann leicht dadurch „gelöst“ werden, dass die Eltern Gewalt über ihre Kinder ausüben, also das Herrschaftsverhältnis, das sie in Staat, Arbeit, Gesellschaft ständig erleben, im Privaten reproduzieren: die Kinder, die ja per Recht und Gesetz unmündig sind, haben ihren Eltern zu gehorchen, und zwar auf dem Fuße, und zwar so lange, wie eben jener unter ihren Tisch gestellt wird.

Hier hat die Trennung zwischen der Kinder- und der Erwachsenenwelt eine ihrer Wurzeln: im staatlich garantierten Herrschaftsverhältnis Familie. Diese Trennung, die sich auch ganz konkret manifestiert in Mauern, etwa denen des Elternhauses und denen der Schule, aufzuheben, ist das Wesen der Pädophilie: eine gleichberechtigte Freundschaftsliebe zwischen Mann und Junge, in der alles kann, aber nichts muss, und in der die Machtverhältnisse so gestaltet sind, dass beide darin Autonomie erleben, was erst einmal nichts anderes bedeutet, als dass man sich darüber abstimmt, was man gemeinsam unternehmen und erleben möchte, ist das Ziel. Das kann im Hier und Jetzt konkret von beiden Seiten aus sehr schwierig sein, etwa wenn der Junge seine Macht dahingehend ausnutzt, dass er dem Mann ständig Geld aus der Tasche ziehen möchte; oder wenn der Mann seine sexuellen Wünsche über die des Jungen stellt oder umgekehrt; viele Konstellationen sind denkbar, in denen das Verhältnis asymmetrisch wird, da es seine Basis immer in einer gesamtgesellschaftlich vorhandenen Trennung zwischen zwei Menschengruppen hat. Jedoch ist der Pädophile in der Regel darauf aus, ein möglichst großes Gleichgewicht zwischen ihnen herzustellen, denn abstrakt bedeutet Pädophilie nichts anderes als eine Aufhebung dieser gesellschaftlichen Normalität, die massiv sowohl ethisch-moralisch („das ist doch krank“, „das ist schädlich“ – wohlgemerkt, nicht erst Sex, sondern schon das Zusammenspielen wird oft so bewertet) als auch normativ (in Recht und Gesetz) verankert ist, und das ist eine Mammutaufgabe, an der ich als Mensch mit einem pädophilen Begehren im Grunde zwangsläufig scheitern muss, da ich nicht außerhalb dieser Gesellschaft existieren kann.

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