Archiv der Kategorie 'Kulturelles'

Schon wieder Sommer

Nun ist es also Sommer, ein halbes Jahr ist vergangen seit dem letzten International Boylove Day. Zeit für den nächsten und Zeit für einen kurzen Rückblick, Zeit, innezuhalten und zu gucken, was die vergangenen Monate so gebracht haben. Leider habe ich da aber zur Zeit gar keine Lust zu, ich hänge ziemlich in den Seilen, vor allem aus dem Grund, dass die Freundschaft zu einem Jungen, die ich über die letzten Monate versucht habe aufzubauen, gerade am Abkühlen ist, bedingt durch verschiedene Ängste aller Beteiligten. „Boylove“ ist eben kein Zuckerschlecken; aber was ist das schon.

Trotzdem, die Sonne scheint, der Tag ist noch jung, vielleicht passiert ja noch etwas schönes heute, vielleicht etwas so schönes wie in einer Geschichte, die ich vor einiger Zeit geschrieben habe und hier nun zur Feier des Tages das erste Mal veröffentliche. Ich wünsche es jedenfalls allen, die diese Zeilen wohlwollend lesen: macht was aus dem Sommer.

Kevin’s Telescope

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Famous Brits

In The Night
(by John Cowper Powys)

A cry like a child’s cry lost in the rain
Came to me out of the mist.
I rose and answered that cry again,
But it went sobbing over the plain
And died into the mist.

And where it had been came the scent of flowers
Out of a world’s distress,
With a moan of gathered thunder-showers
And a gasping loneliness.

And the gods with their faces wet with crying,
The old gods strange and wild,
Swept out upon us across the night,
And — oh mystery, mystery infinite!
The gods and the weeping child and I
Laughed and kissed in ecstasy!

(I found this – and other poems – on an interesting site called „Famous British Pedophiles“ about, well, famous British pedophiles like James M. Barrie or Lewis Carroll. And did you know that Bernard Law Montgomery, who „played a major role in the Allied defeat of the Nazi Axis during the Second World War“, liked little boys? ;) )

Der Vater und die arme Sau. Über „Guter Junge“

Eins vorweg: „Guter Junge“ von Karl-Heinz Käfer (Buch) und Thorsten C. Fischer (Regie) ist ein guter Film. Er ist handwerklich sauber inszeniert, von brillanten Schauspielerinnen und Schauspielern getragen und vermag mit seiner dichten Atmosphäre von vorne bis hinten den Zuschauer zu fesseln. Es ist aber kein normaler Film; es ist ein Film über „das Unfassbare“, „das Unerträgliche“, nämlich: Pädophilie.

Interessant ist es zu beobachten, wo der Trend der Fernsehfilme über Pädophilie hingeht: nach dem Polizeiruf 110 „Gefährliches Vertrauen“, der Bloch-Episode „Der Kinderfreund“ bis hin zum WDR-Tatort „Verdammt“ zeigen sie allesamt Menschen (und keine Monster – das an sich ist schon bemerkenswert), die an ihrer pädophilen Neigung leiden und dadurch in kaum lösbare Konflikte geraten, die aber auch mit therapeutischer Hilfe durchaus lernen können, mit ihrer „psychosexuellen Störung“ zu leben. Das ist der breiten Öffentlichkeitsarbeit der Berliner Charité mit ihrem Präventivprojekt „Kein Täter werden“ geschuldet, das Pädophilie als nicht heilbar, aber therapierbar beschreibt und davon ausgeht, dass „diese Leute“ allesamt einer Therapie bedürfen, um nicht straffällig zu werden: nur ein therapierter Pädophiler ist ein guter Pädophiler lautet das Motto, und so ist es auch kein Wunder, dass der Pädophile in „Guter Junge“, der 17jährige Sven, am Ende im Knast landet, denn sein Vater und er haben sich einer Therapie verweigert.

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Wie der Abendstern

Ich hatt‘ einen klugen Knaben so gern,
er ist mir so lieb wie der Abendstern
in des Lebens Mühle gewesen.
Ich hielt‘ ihn rein wie das Himmelsbild,
auf seines Herzens sonnigem Schild
mocht ich nur Gutes lesen.

Da flog eine bange Wolke daher,
nicht von ihm, nicht von mir, von ungefähr
und brachte bösen Schaden.
Wir wurden getrennt, ich ward‘ vor Gericht,
als wär es eine heilige Pflicht,
schuldlos mit Schulden beladen.

Nun seufz‘ ich in großer Schmach und Pein,
verstoßen, gefangen, verriegelt, allein,
wo tausend Verbrecher gesessen.
Dem Knaben wurde ein Hündchen geschenkt,
damit er es streichelt und füttert und lenkt,
um den anderen Hund zu vergessen.

(„Er ist mir lieb wie der Abendstern“ ist der Titel eines 45minütigen Hörspiels von Geri Diller, das vor einigen Tagen im Schweizer Radio DRS ausgestrahlt wurde. Es behandelt ein reales Ereignis im Jahre 1902: die Liebe zwischen dem Priester und Schriftsteller Heinrich Federer, von dem obiges Gedicht stammt, und dem 12jährigen Emil Brunner sowie die Verhöre und den Prozess wegen Päderastie und „unsittlichen Verhaltens“, ausgelöst durch die Anzeige eines Hoteliers, bei dem die beiden übernachtet haben. Man kann es sich online jederzeit anhören, indem man z.B. mit einem Mediaplayer wie VLC den Netzwerkstream rtsp://audio.drs.ch/drs1/hoerspiel/2007/080331_abendstern.MP3 öffnet; es lohnt sich.)

Barnens Ö

Kay Pollaks Film „Barnens Ö“ von 1980 ist ein Meisterwerk. Filmisch formvollendet und mit Hilfe eines großartigen Ensembles, allen voran der junge Tomas Fryk in der Hauptrolle, inszeniert Pollak hier den Übergang von der Kindheit in die Erwachsenenwelt mit einer Eindringlichkeit, die seither ihresgleichen sucht: Der 10jährige Reine empfindet sich und seine Kindheit als etwas reines, unschuldiges, und er spürt, dass dieser Zustand bald ein Ende haben wird, weshalb er den gefühlten letzten Sommer seines Lebens nicht im Sommercamp „Barnens Ö“, sondern allein in der Stadt verbingen möchte; die schmutzige Welt der Erwachsenen bricht ungefiltert über ihn herein und verändert ihn.

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Loving the sky


(source)

The sky will always be beautiful to us, and we will always say so. We will be always taken up by it, and lost in it’s wonders.


(pic taken from the wonderful but cruel movie „Ma vie en rose“, portraying the life of seven-year-old Ludovic desperately trying to make his dream come true: to be a girl.)

Samtschwarze Sterne

kleine kinder kuscheln unter samtschwarzen sternen
und wenn du in ihre augen schaust, samtschwarze sterne
entbinde sie von dem buch, den lettern und dem wort
und laß sie die stille lesen, gebettet in samtschwarze sterne
laß sie die regentropfen jagen unter samtschwarzen sternen
laß sie dem geflüster folgen und die nacht verscheuchen
laß sie küssen den federatem samtschwarzer sterne
und laß sie ihre pferdchen reiten, besiegt vom wind und vom schnee
und tippeln in das zwielicht, in das wir alle einst eingehen
umsorgt von ranken und ohne jede angst
ihr antlitz glänzend im goldenen fluß, gewaschen von samtschwarzen sternen
und engelsflügel lindern ihren kummer
und alle vögel singen am morgen
gesegnet und von freude benetzt
eines tages: du und ich
unter einem nachthimmel voller samtschwarzer sterne

.

(Meine Übersetzung dieses wunderbaren Liedes von David Tibet; Ausdruck des naiven Wunsches nach Unschuld, Reinheit im Menschen, der noch nicht von dieser Welt zum Krüppel geschlagen wurde? Projektion der Sehnsucht nach Frieden auf sehr junge Menschen, die noch unbeschwert lachen können? Ist das aber nicht genau das, was es zu kritisieren gilt: das Zurückstellen des kindlichen Individuums zugunsten einer romantischen Vorstellung davon? Kann man überhaupt von „kindlicher Unschuld“ sprechen, wenn der „Ernst des Lebens“, die Zurichtung auf die Gesellschaft, in der wir leben, doch schon mit sechs Jahren beginnt? Es ist falsch, Kinder und Kindheit zu idealisieren. Vielleicht ist es die utopische Sehnsucht nach einem liebevollen Leben außerhalb dieser Verhältnisse, die mich an diesem Lied so besonders bewegt…)

Henry Rhodes as Captain Jack Sparrow

Abgesehen von dem hübschen Anblick und der sympathisch unbekümmerten Art, die Videos von Jungen auf youtube häufig bieten, ist da ja meistens nicht so viel wirklich gutes dran. Anders bei Henry Rhodes aus Großbritannien, einem schätzungsweise acht Jahre alten Jungen, der meiner Meinung nach ein Wahnsinnstalent an den Tag legt. Das hier hat mir besonders gefallen:

Gut inszenierter Piratenbombast und ein süßer Junge – was will man mehr? ;) Unbedingt auch die anderen Videos gucken!

WDR-Tatort „Verdammt“: Keine Liebe möglich?

Wieder hat sich ein öffentlich-rechtlicher Fernsehkrimi mit dem Thema „Pädophilie“ auseinandergesetzt. Der Film „Verdammt“ aus der Reihe „Tatort“ versuchte dabei, einen möglichst breiten Überblick über Positionen, Implikationen und Reaktionen, die mit der Thematik zu tun haben, unter einen Hut zu bekommen, wie das auch der „Stern“ in einer Rezension recht gut zusammenfasst:

Beinahe lückenlos verarbeitet die „Tatort“-Folge „Verdammt“ die verschiedenen Standpunkte einer immer wieder schwellenden Diskussion um Sexualstraftäter [eigentlich: um Pädophile – Admin]. Die kochende Volksseele, der Streifenpolizist, der „Kinderficker“ schimpft anstatt den Tatort zu bewachen, der Nachbar, der „kastrieren würde ich ihn“, schreit, der Therapeut, der sagt: „Rund 200.000 Menschen in Deutschland haben diese sexuelle Präferenz, die kann man nicht alle wegsperren.“ Sogar ein Kinderschänder selbst kommt zu Wort, der von seiner Liebe und Zuneigung zu den Kindern spricht.

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