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Schon wieder Sommer

Nun ist es also Sommer, ein halbes Jahr ist vergangen seit dem letzten International Boylove Day. Zeit für den nächsten und Zeit für einen kurzen Rückblick, Zeit, innezuhalten und zu gucken, was die vergangenen Monate so gebracht haben. Leider habe ich da aber zur Zeit gar keine Lust zu, ich hänge ziemlich in den Seilen, vor allem aus dem Grund, dass die Freundschaft zu einem Jungen, die ich über die letzten Monate versucht habe aufzubauen, gerade am Abkühlen ist, bedingt durch verschiedene Ängste aller Beteiligten. „Boylove“ ist eben kein Zuckerschlecken; aber was ist das schon.

Trotzdem, die Sonne scheint, der Tag ist noch jung, vielleicht passiert ja noch etwas schönes heute, vielleicht etwas so schönes wie in einer Geschichte, die ich vor einiger Zeit geschrieben habe und hier nun zur Feier des Tages das erste Mal veröffentliche. Ich wünsche es jedenfalls allen, die diese Zeilen wohlwollend lesen: macht was aus dem Sommer.

„Hallo, wie geht’s dir?!“

Es läuft zwar zur Zeit so einiges nicht ganz rund, aber schönes passiert dann doch: mehr oder weniger zufällig einen kleinen Kumpel, den ich lange nicht mehr gesehen hatte, getroffen, Wiedersehensfreude erlebt, eine Stunde Zeit verbracht, seine Aussage, dass es schade sei, dass man sich so lange nicht gesehen hat, runtergehen lassen wie Öl und eine Verabredung für nächste Woche abgemacht. :)

So ist das II

„Bist du Mann oder Kind?“, fragt mich ein 6jähriger; schließlich könne ich kein Mann sein, ich habe ja weder Frau noch Kind und spiele außerdem mit fremden Kindern. Es fällt ihm sichtlich schwer zu glauben, dass es auch Männer gibt, die keine Frauen haben.

So ist das

So ist diese Welt: „Schämst du dich nicht, mit kleinen Kindern zu spielen?“, sagt der Kleine zu mir. Sollte ich? Die Trennung zwischen den Welten bereits so früh vollzogen, es ist ein Jammer. Trotzdem ein schöner Nachmittag. „Kommst du morgen wieder raus?“ :)

Worum geht’s hier eigentlich? – ein paar Grundüberlegungen zum pädophilen Begehren

In den vergangenen Tagen, Wochen und Monaten, in denen ich mich mit dem Themenkomplex „Pädophilie“ befasst habe und auch mich selbst immer mehr als Mensch mit einer pädophilen bzw. päderastischen Neigung wahrgenommen und definiert habe, kam ein Aspekt des Ganzen evtl. etwas zu kurz: was bedeutet das eigentlich, Pädophilie? Bzw.: was meine ich eigentlich, wenn ich sage, dass ich mich in Jungen verlieben kann? Im Folgenden möchte ich das etwas näher erläutern, damit es nicht immer wieder zu Missverständnissen und Fehlurteilen kommt.

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Ein bitteres Lächeln

Gerade eben habe ich zufällig meinen ehemaligen kleinen Freund gesehen. Er versuchte, angefeuert von seinen Mitschülern, etwa 100 m von mir entfernt, über einen Zaun zu klettern. Ich hab ihn auch angefeuert, still, denn der Zaun versperrte ihm den Weg zu mir. Er hat mich aber nicht gesehen. Blonde Strähnchen hat er jetzt im Haar, und er schreit immer noch so laut und fröhlich wie damals. Ich musste lächeln und lächele immer noch, aber es ist ein bitteres Lächeln.

Die Umstände unserer Trennung sind schnell erzählt: die Mutter wollte nicht mehr, dass ihr Sohn mit mir Zeit verbringt. Warum, das hat sie mir nicht gesagt, und ich bin sicher nicht der Typ, der sie solange belästigt, bis sie es mir erzählt oder die Polizei auf den Hals hetzt. Vielleicht hatte sie Angst, ich könnte ihm etwas antun – wer wollte es ihr verdenken bei diesem gesellschaftlichen Klima gegen Freundschaften zwischen Männern und Jungen; so ist diese Welt.

Jeden Tag denke ich seitdem an ihn. Erst tat es furchtbar weh, dann wurde es langsam besser; mittlerweile denke ich lächelnd an die schönen Zeiten, die wir gemeinsam hatten: wie er zum Ausruhen den Kopf auf meinen Bauch legte, nachdem er für uns beide eine Decke geholt hatte; wie ich ihn auf den Arm nahm, ihm sagte, dass ich ihn lieb habe und er ein zärtliches „ich dich auch“ in mein Ohr flüsterte, das seitdem darin immer wieder nachklingt; wie wir zusammen das Dornengestrüpp in seinem Urwald bekämpft und seine nervige kleine Schwester verjagt haben; wie er mir sein Bett zeigte und mich zu sich hinein zog, um darin mit mir zu kuscheln; wie wir uns rauften, ich ihn gewinnen ließ, und wie er dann auf mir thronte, stolz, den „Verbrecher“ besiegt zu haben… Es war eine schöne Zeit, viel zu kurz, aber ich werde sie nie vergessen. Das kann mir keiner nehmen.

Ich glaube, ich bin fast darüber weg. Aber die Sehnsucht, die bleibt.

An den kleinen Freund

„Ich… find es traurig, dass du schon gehen musst“, sagst du. Ich ja auch. Aber gleich beim ersten Besuch stundenlang bleiben, bis du an meiner Seite einschläfst, das kommt dann vielleicht doch nicht so gut an bei deinen Eltern. Obwohl deine Mama es ja schön fand, dass ich dich besucht habe. Schau: zum Abschied drück ich dich ganz fest. Und ich komme ja wieder! Schließlich haben wir jetzt ein Geheimversteck im Garten, und die ein oder andere Capri Sonne wird hoffentlich auch noch draufgehen, wenn wir uns wiedersehen. Ich denke heute beim Einschlafen ganz fest an dich, mein Kleiner. Vielleicht träumen wir ja voneinander!

Zarte Bande

Ich schaue ihn gerne an, am liebsten die ganze Zeit, am allerliebsten dann, wenn ich ihn anlächele und er zurücklächelt und wir dabei Faxen machen. Ein wohliger Schauer geht durch meinen Körper, wenn wir nebeneinander sitzen und er seinen Arm um mich legt und sanft im Nacken streichelt. „Freund“ hat er mich genannt.

Was aber, wenn ich etwas falsch mache? Wenn ich ihn überfordere? Ich muss mich sehr zurückhalten, damit wir wirklich Freunde werden können, das spüre ich, denn er ist sehr verletzlich und zeigt das auch. Ich will ihm ein Freund sein, und ich hoffe, ich schaffe das.

Was das Leben lebenswert macht…

…ist nicht die Jagd nach einem Arbeitsplatz, ist nicht das Einhalten von Abgabefristen im Rahmen eines mehr schlecht als recht betriebenen Studiums, ist vor allem nicht: sich in diesem Leben einzurichten, sich seinen Zwängen zu beugen, sich allem anzupassen, was Anpassung verlangt. Es ist auch nicht das Bier, die Jagd nach dem schnellen Rausch, in die sie einen treiben, oder die Lust an der Selbstzerstörung.

Ich hasse diese Welt, so wie sie ist, weil sie mich nicht leben lässt wie ich das will. Ich hasse ihre Zwänge, ich hasse den Fetischismus, mich in ihre Schubladen stecken zu lassen, ich hasse die Menschen, die gefühl- und gedankenlos das alles hinnehmen. Ich schaue aus dem Fenster und sehe, wie Jugendliche sich abrackern dafür, in ihrem kümmerlichen Leben es zu etwas zu bringen, nicht wissend, dass dieses „etwas“ nur ein winziger Teil von dem ist, was sie eigentlich sein könnten. Vielleicht sind sie sogar glücklich.

Und dann sind da diese Momente, in denen du weißt, wofür du lebst: wenn dir ein Junge sagt, dass er dich mag. Wenn er dich in den Arm nimmt. Wenn seine Augen leuchten, weil du ihm eine Freude gemacht hast; wenn danach auch deine eigenen Augen leuchten und du plötzlich merkst, dass du seit einer Viertelstunde ununterbrochen lächelst und auch das dich wieder lächeln lässt.

Die Freuden sind rar, aber sie sind da, und sie sind wundervoll. Es ist die Jungenliebe, und es ist die Freundschaft, die das Leben lebenswert machen.

Wie im Film?

Da stand ich nun, mit meinem Fahrrad unter mir, auf dem Weg eigentlich nirgendwo hin, aber dann dachte ich mir: du kannst diese Chance nicht ungenutzt verstreichen lassen, vielleicht passiert ja was. Also fuhr ich hin zu dem Ort, an dem ich ihn vermutete, meinen kleinen Prinzen, den ich, wie ich das schon in meiner Jugend gemacht habe, per Internet aufgestöbert hatte. Es ist doch schön, dass manche Gewohnheiten einfach nicht weichen: schon früher habe ich, verliebt über beide Ohren, die verliebte Person in Telefonbüchern oder Stadtplänen aufgestöbert und fühlte mich für einen Moment weniger schlecht, wenn ich ihren Namen oder ihren Wohnort vor mir sah. Ich bin also definitiv verliebt, immer noch, und deshalb stand ich dann plötzlich tatsächlich vor dem Klingelschild mit seinem Namen drauf, erschrak fürchterlich, als mich ein Hund anbellte und fuhr wieder davon. Aus gesicherter Entfernung beobachtete ich noch eine Weile das Haus. Früher war auch das ähnlich. Alles ist gleich, nur ich bin älter.

Es hätte wie im Film sein sollen: der Hund bellt, der Junge kommt heraus, sieht mich und fragt, was ich hier mache. Ich erzähle ihm, ich interessierte mich für den Laden, der hier bald aufmacht, und ob er mir nicht schonmal ein bisschen was zeigen könnte. Kann er natürlich, und so verbringen wir beide einen schönen Nachmittag zusammen, dem weitere folgen, bis eine wunderbare Freundschaft entstanden ist.

Aber das Leben ist kein Film. Das Leben ist enttäuschend. Und jetzt ist er wieder weg, weit weg…