Archiv Seite 3

Wie sie ticken

Der Verein „Missbrauchsopfer gegen Internetsperren“ (MOGIS) hat gestern abend auf seinem Twitter-Account das Jungsforum entdeckt, ein öffentliches Internetforum für Menschen, die sich in Jungs verlieben. Drei Beiträge daraus wurden verlinkt und mit interessanten Kommentaren versehen, zu denen ich ein paar Anmerkungen hätte.

(Weiterlesen…)

Status, Gefühl und Denunziation

Aus verschiedenen Gründen ist auf diesem Blog seit über einem Monat nichts mehr passiert. Das wird sich vermutlich auch in Zukunft so schnell nicht ändern, außer, es passiert irgendwas Besonderes, bei dem es mir in den Fingern juckt. Ich habe aber auch irgendwie das Gefühl, dass inhaltlich alles gesagt ist bzw. ich habe zur Zeit nicht mehr das Bedürfnis, die Inhalte noch weiter zu vertiefen. Wie es auf der (mittlerweile mal wieder überarbeiteten) Info-Seite heißt, spiegelt dieses Blog auch meine persönliche Entwicklung wider, und da ist es mittlerweile so, dass mein Selbstbild als Mensch mit einer päderastischen Neigung einen Status erreicht hat, der einen theoretischen Diskurs darüber in der Öffentlichkeit nicht mehr aus mir selbst heraus notwendig erscheinen lässt. Sprich: ich bin mit mir im Reinen.

Dieses Jahr habe ich einiges erlebt. Eine Hoffnung, die auf meine aktuelle „große Liebe“, die hat sich nicht erfüllt, und gerade jetzt, wenn der Herbst es wieder sehr verlockend macht, sich der Melancholie hinzugeben, merke ich, dass mich das doch sehr traurig macht. Gestern habe ich IHN mal wieder gesehen, aber nur von meinem Fenster aus, was mittlerweile eine Seltenheit ist: gut so, denn es tut einfach zu sehr weh. Er ist wie der Herbst: bunt, lebendig, aber es schwingt immer eine Melancholie mit, er ist ein sehr weicher Junge, vermutlich auch ein bisschen ein Außenseiter, ein Träumer, aber ich gebe zu, ich kenne ihn zu wenig, um das wirklich beurteilen zu können. Er wirkt perfekt auf mich, nach wie vor. Ich sollte aufhören, an ihn zu denken.

Das wiederum fiel mir noch vor einigen Wochen leichter, da ich durch andere Jungs in meinem Leben von ihm abgelenkt war. Das war nicht die große Liebe, aber es war cool, endete leider jedoch ziemlich bitter; entweder habe ich versagt oder es war einfach nicht möglich, eine echte Freundschaft aufzubauen. Manche Menschen sind eben einfach nicht zu retten, vielleicht muss ich das akzeptieren.

Was nicht zu akzeptieren ist, das ist, wenn Menschen, die es einfach nicht besser wissen und auch nicht besser wissen wollen, gegen andere Menschen hetzen, sie denunzieren, ihnen versuchen zu schaden. Ein aktuelles Opfer derartiger Bemühungen ist das Forum boytopia.tv, ein völlig harmloses Forum mit ca. 30 aktiven Mitgliedern, das sich, als ich dort noch Zugang hatte, insbesondere durch die üblichen Klamauk-Threads und gelegentliche Diskussionen z.B. über das Schutzalter (von den meisten Mitgliedern für gut und richtig befunden) o.ä. auszeichnete. Auch gab es eine sehr gute Galerie mit überwiegend künstlerisch wertvollen Fotos bekleideter Jungen. Die mit Behörden zusammen arbeitende Privatfirma „jugendschutz.net“, die zur Zeit offenbar eine „Recherche“ über die „Boy- und Girllover-Szene“ durchführt (so angekündigt im Jahresbericht 2008), hält dieses Forum nun für gefährlich für die öffentliche Moral und will es schließen lassen. Auch Blogsport scheint ins Visier dieser Leute gekommen zu sein (ohne allerdings mich persönlich zu kontaktieren, das hätte vielleicht einige Missverständnisse ausräumen können), daher stelle ich hiermit – falls es nicht durch die übrigen Inhalte schon deutlich genug geworden ist – an dieser Stelle unmissverständlich klar:

Auf diesem Weblog geht es um eine sachliche und individuelle Auseinandersetzung mit der Thematik Pädophilie/Päderastie. Das im Grundgesetz garantierte Recht auf Meinungsfreiheit ist dabei die Grundlage für theoretische Äußerungen, die sich auf Freundschaften, Beziehungen und sexuelle Kontakte zwischen Erwachsenen und Kindern und Jugendlichen beziehen. Es ist völlig unmöglich, in der bloßen theoretischen Auseinandersetzung mit der Thematik gegen Gesetze oder auch gegen die sog. guten Sitten zu verstoßen. Denk- und Redeverbote in dieser Hinsicht schaden dem Kinder- und Jugendschutz, weil es ohne einen Austausch unter Pädophilen, ohne ein Ventil nach außen hin, zur persönlichen Isolation kommen kann, die das Entstehen psychischer Krankheiten, welche zu Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung führen können, begünstigt. Eine theoretische Auseinandersetzung über einen Gegenstand nur wegen der Beschaffenheit dieses Gegenstands für sittenwidrig zu erklären und den Austausch zwischen davon Betroffenen zu unterbinden, ist ein intellektuelles Armutszeugnis und widerspricht zivilisatorischen Mindeststandards. Kein einziger Beitrag auf diesem Weblog ist pornographisch. Sexuelle Gewalt und Zwang gegen Kinder und alle anderen Menschen, sowohl in psychischer als auch in physischer Form, verurteile ich aufs Schärfste. Auch habe ich noch nie dazu aufgerufen, gegen geltendes Recht zu verstoßen und werde das auch in Zukunft nicht tun.

Das war’s fürs Erste. Bis demnächst!

Pädophile aus pädagogischen Berufen „herausfiltern“?

Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) kommt auf eine amüsante Idee: angehende Lehrer sollen beim Arzt auf Pädophilie untersucht werden, um sie vor der Einstellung „herauszufiltern“: „Vor der Einstellung als Lehrer gebe es bereits verpflichtend eine Untersuchung beim Amtsarzt. Womöglich könne dabei in Zukunft auch ein ‚besonderes Augenmerk‘ auf solche Neigungen gelegt werden“, berichtet Welt Online über die interessanten Fantasien des BLLV-Vorsitzenden. Jedem einigermaßen vernünftigen Menschen ist dabei sofort klar, dass das gar nicht möglich ist. Dieser Mann aber ist kein vernünftiger Mensch:

Nach Ansicht von BLLV-Präsident Wenzel liegt der Verdacht nahe, dass Menschen mit pädophilen Neigungen sich Berufe aussuchen, in denen sie viel mit Kindern zu tun haben: „Diese Idee drängt sich schon auf, aber ich weiß nicht, ob die überhaupt in so logischen Zusammenhängen denken.“ Allerdings sei er selbst 23 Jahre in der Lehrerbildung tätig gewesen und habe nicht ein einziges Mal den Verdacht gehabt, „dass einer der Kollegen Kinder mehr mag, als es von einem guten Lehrer zu erwarten ist“.

„Die“ sind pädophil, also Monster, also gar keine Menschen, also nicht fähig zum Denken in logischen Zusammenhängen. Interessant! Interessant ist an diesem Auswurf aber noch etwas anderes: die Aussage nämlich, dass Pädophile Kinder tatsächlich mögen, und zwar mehr als „ein guter Lehrer“ das darf. Was aber ist das Problem am Mögen von Kindern, und wieso gibt es davon ein Zuviel?

(Weiterlesen…)

Umbringen

Schön und gut, „Thiel Schweiger“; aber hätte es ein Link zu diesem Blog nicht auch getan? Im Ernst: danke; trotz der gestelzten Sprache freut es mich, so etwas zu lesen. Manchmal lese ich mir – warum auch immer – in diversen Internetforen die weitaus häufigeren Hassbeiträge gegen Pädophile durch, die meist von vollständiger Dummheit und einem absoluten Widerwillen, sich überhaupt mit dem Thema zu beschäftigen, bestimmt sind, was den Betreffenden dann noch dazu dienen soll, sich selbst moralisch zu überhöhen. Unter der Todesstrafe als Prävention machen sie’s dann natürlich nicht, am besten noch selbst durchgeführt, denn moralisch legitimiertes Niedermetzeln von Andersartigen, das kommt immer noch am besten, da geht dem bürgerlichen Individuum so richtig einer ab. Es ist nur widerlich.

Manchmal macht es auch Spaß. Ich weiß, dass es Leute gibt – einige davon sogar in meinem Freundes- und Bekanntenkreis –, die denken können und derartige Manöver nicht nötig haben. Dafür bin ich dankbar. Und wenn ich in der Straßenbahn sitze und mir all die Normalos um mich herum anschaue, denke ich mit einem Lächeln: wenn ihr wüsstet, dass euch ein Monster gegenüber sitzt. Und wenn mein Junge mal wieder mit einem Strahlen im Gesicht auf die Tür eben dieses Monsters zuläuft und um Einlass bittet, sich nach dem üblichen Kühlschrankplündern und Internet abchecken irgendwann neben mich setzt, mir seinen Rücken zuwendet und mich darum bittet, ihm diesen zu kraulen, weil er das schön findet, na ja, dann können sie uns alle mal.

Es gibt Leute, die mich dafür umbringen wollen.

(Weiterlesen…)